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Sozialgeschichtliche Betrachtung der Hausmusik im 18. Jahrhundert anhand von Quellen

Titel: Sozialgeschichtliche Betrachtung der Hausmusik im 18. Jahrhundert anhand von Quellen

Seminararbeit , 2022 , 38 Seiten , Note: Musikwissenschaften

Autor:in: Christiane Fendler (Autor:in)

Musikwissenschaft - Historische Musikwissenschaft
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine sozialhistorische Betrachtung des gesellschaftlichen Phänomens der europäischen Hausmusik des 18. Jahrhunderts darzustellen.

Anhand ausgewählter Quellen und deren Analyse soll die Funktionalität hausmusikalischer Praktiken und Routinen betrachtet werden. Die Quellen und ihre Aussagekraft werden kritisch bewertet und hinterfragt, eigene Beobachtungen werden eingebracht.

Wie sieht die Quellenlage hinsichtlich der Hausmusik überhaupt aus? Welche Fakten meinen wir diesen Quellen entlocken zu können, welche Tatsachen erschließen sich daraus und wie stichhaltig sind sowohl die Fakten als auch die Tatsachen bei genauerer Überprüfung? Um den Begriff der Hausmusik zu verstehen, werde ich eine Begriffseinordnung als Grundlage für die weiteren Betrachtungen erarbeiten. Zudem widme ich mich einer kurzen Betrachtung der historischen Wurzeln und auch der gesellschaftlichen Triebfedern, die für das Verständnis von Hausmusik als Ausdruck eines sozialhistorischen Phänomens bedeutsam sind.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hausmusik als Phänomen

2.1 Eine Begriffseinordnung

2.2 Quellenlage

2.3 Historische Wurzeln

2.4 Gesellschaftliche Strömungen

3. Quellenanalysen

3.1 Zeichnungen, Gemälde, Radierungen

3.1.1 „Luther als Familienvater“

3.1.2 Das bäuerliche Milieu und die Hausmusik

3.1.2.1 „Abend-Zeitvertreib“

3.1.2.2 „Hausmusik auf dem Lande“

3.1.3 Bilder mit hausmusikalischen Elementen aus dem Milieu des Bürgertums und des Adels

3.1.3.1 „The Singing Master“

3.1.3.2 „Die Familie Bruch im Stiefel“

3.1.3.3 „Das musizierende Paar“

3.1.3.4 „Madame Henriette spielt die Viola da Gamba“

3.1.3.5 „Die Musikstunde“

3.1.3.6 „Dame am Klavier“

3.1.3.7 „The Graham Children“

3.1.3.8 „Hausmusik der Nürnberger Familien Kress und Scheurl“

3.1.3.9 „Die Musick-liebende Jugend“

3.1.3.10 „Streichquintett bei Hofbuchhändler Decker“

3.2 Möbel

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das gesellschaftliche Phänomen der europäischen Hausmusik im 18. Jahrhundert sozialhistorisch zu untersuchen und die Funktionalität hausmusikalischer Praktiken anhand exemplarischer Quellenanalysen darzustellen. Die zentrale Forschungsfrage widmet sich dabei der Aussagekraft historischer Bildquellen in Bezug auf die gelebte Musizierpraxis sowie der Rolle von Hausmusik als Ausdruck bürgerlicher Privatsphäre, Erziehungsideale und sozialen Prestiges.

  • Sozialhistorische Einordnung der Hausmusik als Ausdruck bürgerlicher Emanzipationsbestrebungen.
  • Analyse der historischen Wurzeln, insbesondere der protestantischen Tradition der Hausandacht.
  • Kritische Quellenanalyse von Gemälden, Zeichnungen und Radierungen des 18. Jahrhunderts.
  • Untersuchung des Kontexts von instrumentaler Ausstattung und häuslicher Wohnkultur.
  • Betrachtung geschlechterspezifischer Aspekte der Musikausübung und des gesellschaftlichen Frauenbildes.

Auszug aus dem Buch

„Die Familie Bruch im Stiefel“

Interessant ist die Abbildung der klavierspielenden Tochter und des die Querflöte spielenden Gastes, dem Maler Anton Koehl. Die musikalische Ausbildung der Kinder war demnach durchaus positiv besetzt, genauso das gemeinsame Musikzieren von Mitgliedern der Familie und Gästen. Das Gesicht der klavierspielenden Tochter erscheint als Einzige im Profil, alle anderen Personen sind mit Frontalansicht dargestellt. Vielleicht ein kompositorisches Zugeständnis um der Gesamtkomposition mit Klavier Genüge zu tun? Das Klavier, in dunklen Farben gehalten, bildet, neben dem auf dem Stuhl sitzenden Patriarch, den fokalen Mittelpunkt des Gemäldes. Das helle Kleid der musizierenden Tochter akzentuiert diesen Fokus. Der bürgerliche Wohlstand wird auch durch die im Hintergrund sichtbaren Möbel, besonders die große Standuhr, und den Durchblick in den Hof mit in Fässern gelagerten Spirituosen dargestellt. Das Bild hat nach meinem Verständnis vorwiegend familiengeschichtlich dokumentarischen Charakter, die Familie soll in ihrem Wohlstand, ihrer Bildung, dem Kindersegen und ihrer humanistischen Verwurzelung dargestellt werden. Gerade darum ist die Einbeziehung der Hausmusik bezeichnend denn sie ist wie die Kleidung, die Möbel und die Magd Teil eines Selbstverständnisses ihrer sozialen Stellung innerhalb der bürgerlichen, städtischen Gesellschaftsschicht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Arbeit führt in das sozialhistorische Untersuchungsvorhaben der europäischen Hausmusik im 18. Jahrhundert ein und benennt die kritische Analyse ausgewählter Bildquellen als methodischen Schwerpunkt.

2. Hausmusik als Phänomen: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Hausmusik als soziale Funktionsgattung, reflektiert die schwierige Quellenlage und skizziert sowohl historische Wurzeln als auch gesellschaftliche Antriebskräfte für deren Verbreitung.

3. Quellenanalysen: In diesem thematischen Hauptteil werden verschiedene Gemälde, Zeichnungen und Radierungen detailliert interpretiert, um Rückschlüsse auf die soziale Bedeutung der Hausmusik in unterschiedlichen Milieus zu ziehen; zudem wird der Stellenwert funktionaler Möbel für die Musizierpraxis beleuchtet.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, betont die schwierige Tatsachenherleitung aus den subjektiv intendierten Bildquellen und bestätigt die sozialhistorische Relevanz der Hausmusik als Ausdruck für Bildung, Status und Emanzipation.

Schlüsselwörter

Hausmusik, 18. Jahrhundert, Sozialgeschichte, Bürgertum, Bildanalyse, Musizierpraxis, private Musikpflege, Hausvorstand, Instrumentenwahl, Aufklärung, Familienleben, Dokumentarischer Charakter, Musikalische Erziehung, Wohnkultur, Gesellschaftliche Emanzipation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das gesellschaftliche Phänomen der europäischen Hausmusik des 18. Jahrhunderts vor dem Hintergrund einer sozialhistorischen Perspektive.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die soziale Funktion der Hausmusik, der Wandel innerfamiliärer Strukturen sowie die Bedeutung der Musikausbildung als Bestandteil bürgerlicher Lebensführung und Identität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, anhand von zeitgenössischen Gemälden und bildlichen Quellen aufzuzeigen, wie Hausmusik als Ausdruck von Wohlstand, bildungsorientierten Werten und familiärer Gemeinschaft fungierte.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Die Autorin nutzt eine sozialhistorische Quellenanalyse, bei der sie Bildwerke kritisch in Bezug auf das Verhältnis von persönlicher Intention der Künstler und dem tatsächlichen historischen Aussagewert bewertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse spezifischer Bildquellen – von ländlichen Szenen bis zu bürgerlichen Familienbildern – und untersucht ergänzend die Rolle von funktionalen Musikmöbeln wie dem Quartett-Tisch.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich der Inhalt charakterisieren?

Schlüsselbegriffe sind Hausmusik, 18. Jahrhundert, Sozialgeschichte, bürgerliche Kultur, Bildanalyse und die Verbindung von Musik mit privatem Milieu und Erziehung.

Wie prägt die Reformation das Verständnis der Hausmusik in der Untersuchung?

Die Arbeit verweist darauf, dass die protestantische Idee der häuslichen Andacht, initiiert durch Martin Luther, das historische Fundament für das private Musizieren und Singen im 18. Jahrhundert legte.

Welche besondere Rolle nimmt die Frau in der dargestellten Hausmusik ein?

Die häusliche Musikpflege galt als wichtiger Teil der weiblichen Erziehung und Repräsentation, wobei geschlechterspezifische Aspekte bei der Instrumentenwahl und dem Anspruch an die Gestaltung der privaten Atmosphäre thematisiert werden.

Ende der Leseprobe aus 38 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sozialgeschichtliche Betrachtung der Hausmusik im 18. Jahrhundert anhand von Quellen
Hochschule
Robert Schumann Hochschule Düsseldorf  (Musikwissenschaft)
Veranstaltung
Methoden, Sozialgeschichtliche Fragestellungen
Note
Musikwissenschaften
Autor
Christiane Fendler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
38
Katalognummer
V1431414
ISBN (PDF)
9783346983428
ISBN (Buch)
9783346983435
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hausmusik, Sozialgeschichte der Musik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christiane Fendler (Autor:in), 2022, Sozialgeschichtliche Betrachtung der Hausmusik im 18. Jahrhundert anhand von Quellen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1431414
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  38  Seiten
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