Textexegese zu Gen. 22, 1-19

Die "Opferung" Isaaks


Seminararbeit, 2009
37 Seiten, Note: 2,3

Leseprobe

Inhalt

1. Textbegegnung
1.1 Ersteindruck

2. Textanalyse
2.1 Textkritik
2.1.1 Ein inhaltlicher Überblick des Textes:
2.1.2 Auswertung wichtiger Varianten unter sprachlichen und inhaltlichen Gesichtspunkten
2.2 Überlieferungsgeschichte
2.2.1 Literarkritische Betrachtung
2.2.2 Entstehungsgeschichte
2.3 Redaktionsgeschichte
2.3.1 Näherer Kontext
2.3.2 Weiterer Kontext
2.4 Formgeschichte
2.5 Begriffe und Motive
2.6 Einzelexegese

3. Textaneignung
3.1 Wirkungsgeschichte
3.2 Erfahrungsbezug
3.2 Botschaft des Textes

4. Anhang
4.1 Übersetzungsvergleich
4.2 Quellenverzeichnis

1. Textbegegnung

1.1 Ersteindruck

Abraham soll Isaak opfern.

Seit Gen 12 wird Gottes Geschichte mit Abraham, vorher Abram, beschrieben. Dabei ist sehr viel passiert. Abram ist auf Gottes Ruf hörend aus seiner Heimat gezogen um in ein Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen wollte. Er hat viel mit Gott durchgestanden, wobei er auch viele Versprechen von Gott bekommen hat. Das wohl bedeutendste Versprechen ist, dass er viele Nachkommen bekommen soll(Gen 17, 1-8). So viele, dass sie keiner zählen kann. Nach viele Jahren bekam er dann auch von seiner Frau Sarah, früher Sarai, einen Sohn(Gen 21, 1-7). Er ist von einem Großen Volk noch weit entfernt und hat bisher erst einen Sohn bekommen. Sowohl er, als auch seine Frau sind schon sehr alt.

Doch an dieser Stelle in der Geschichte der Erzväter wird Abraham von Gott nochmals geprüft(Gen 22, 1). Gott sprach zu Abraham er solle seinen eigenen Sohn opfern. Abraham hatte nur einen Erben von seiner Frau bekommen und diesen einen forderte Gott jetzt für ein Brandopfer? Es schien nicht viel Sinn zu machen und alles andere als nach Gottes Verheißung zu klingen, aber Abraham widersetze sich der Stimme nicht und zog mit seinem Sohn und ein paar Knechten los(Gen 22, 3). Sie brauchten drei Tage für die Reise bis Gott Abraham den Ort zeigte, an dem er das Opfer darbringen sollte. Beide Knechte sollten auf Abraham und seinen Sohn warten, denn die beiden gingen allein den Berg hinauf. Alles war dabei nur das Opfertier fehlte noch. Auch Isaak merkte das(Gen 22, 7). Es wird nicht weiter beschrieben, was Isaak nach Abrahams Antwort(Gen 22, 8) wohl gedacht hatte, aber sicherlich hatte er ein etwas unwohles Gefühl. Fraglich ist ob Abraham mit dieser Antwort ein Gebet an Gott gewandt hat oder nur seinen Sohn beruhigen wollte. Als beide oben angekommen waren band Abraham seinen Sohn Isaak auf den errichteten Altar. Isaak hatte das Seil mit dem er festgebunden wurde selber getragen. Kurz bevor Abraham seinen Sohn getötet hat hielt Gott auf. Abraham und sein Sohn fanden daraufhin einen Widder im Gebüsch und opferten ihn. Abraham nannte diesen Berg „Gott ersieht“(Gen 22, 14). Gott verheißt Abraham erneut, dass ein großes Volk aus ihm hervorgehen wird(gen 22, 17-18). Von dort aus gingen Abraham und Isaak zusammen mit den beiden Knechten nach Beerscheba, wo sie sich niederließen.

Mir stellt sich die Frage ob Abraham Gott vertraut hat oder ob er sich schon etwas erahnt hat, dass Gott es sich noch anders überlegt und er seinen Sohn Isaak verschont. Wenn Abraham solche Gedanken nicht hatte, dann frage ich mich woher er die Kraft nimmt Gott seinen Sohn zu Opfern, denn er war auf dem Altar schon fast soweit ihn zu töten. Gott hat ihm versprochen ein großes Volk aus ihm zu machen und schenkte ihm bis dato nur einen einzigen Sohn und gerade diesen soll er nun opfern. Ob Abraham Gottes Plan nicht in Frage gestellt hat? Er fragte bei Gott nicht einmal groß noch, sondern machte sich direkt auf den Weg. Er ging drei Tage ohne auch nur zu wissen, wo er hingehen soll. Das hatte er schon getan, als er nach Kanaan gezogen ist, aber dort hat Gott ihm nur Gutes prophezeit und nicht den Tod seines eigenen Sohnes. Interessant ist auch, dass der Engel des Herrn erst ein zweites Mal zu Abraham spricht nachdem er dem Ort einen Namen gegeben hat und sein Opfer dargebracht hat, nicht nachdem er die Prüfung bestanden hat. Auch Isaak erstaunt mich sehr. Er hat seinem Vater bedingungslos vertraut. Er ist ihm gefolgt, obwohl sein Vater ihm nicht sagen konnte, wo sie hingehen. Er hat auch nichts weiter gesagt, als sein Vater ihm nicht sagen konnte, wo er das Opfertier hat. Und im Text steht auch nicht, dass er sich gewehrt hat, als er geopfert werden sollte. Aber was mich weit mehr verwundert ist, dass er nach dem Tieropfer einfach mit seinem Vater mitgegangen ist. Der Vater, der ihn gerade opfern wollte mit diesem geht er nun wieder fort, als wäre nichts gewesen. Dies zeugt von einer tiefen Verbundenheit und Loyalität zu seinem Vater und dessen Gott. Für mich wirkt es, als ob Gott nicht nur Abraham prüfen will, sondern auch Isaak. Er möchte nicht der Gott Abrahams sein, sondern sich Isaak zeigen und auch sein Gott werden. Gott schafft auf diesem Berg die erste generationsübergreifende Gotteserfahrung für sein gesegnetes Volk. Für das Volk, das jetzt langsam entsteht.

2. Textanalyse

2.1 Textkritik

Ich verwende für diese Exegese drei verschiedene Übersetzungen: revidierte Elberfelder Bibel, revidierte Lutherbibel und Gute Nachricht. Ich verwende dabei einen Vergleich, der dem einer Synopse ähnelt. Der direkte Übersetzungsvergleich wird im Anhang folgen(Seite 28).

2.1.1 Ein inhaltlicher Überblick des Textes:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Anhand dieser Gliederung ist gut zu erkennen, dass sich die drei Übersetzungen nur in der Formulierung und Grammatik, aber nicht im Inhalt unterscheiden. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sich alle am Urtext orientiert haben und keine Übertragungen sind.

2.1.2 Auswertung wichtiger Varianten unter sprachlichen und inhaltlichen Gesichtspunkten

Vers 1: Gleich zu Beginn des Verses wird erwähnt, dass Gott Abraham prüfen will. Es hat noch keine andere Aktion stattgefunden, bevor diese Äußerung erwähnt wird. Damit ist der komplette Text für den Leser vorgezeichnet. Alles läuft auf die Prüfung und das Ergebnis hinaus. Hierbei wird in den Drei Übersetzungen auch kein Unterschied im Spannungsaufbau gemacht.

Alle drei Übersetzungen beginnen aber zunächst mit ihrer eigenen Formulierung zu den vorherigen Ereignissen. Diese Formulierungen wurden auch schon zu Beginn anderer Abschnitte der Erzvätergeschichte gebraucht(z.B. Gen 15,1; Gen 21,22; etc.). Auffällig ist dabei, dass diese oder ähnliche Formulierungen immer am Anfang eines neuen Abschnittes stehen.[1] Gott beginnt etwas Neues mit den Menschen. Weiterhin liegt kein ersichtlicher Grund vor warum Gott Abraham prüfen möchte, was auf das spätere Hinzufügen der Stelle hindeuten könnte. Dann würde zu Beginn des Textes das Gespräch zwischen Gott und Abraham stehen, wie es auch schon in vielen anderen Texten der Fall war.

Vers 2-3: Das Gespräch zwischen Gott und Abraham hat in allen Übersetzungen erstaunliche Ähnlichkeiten zum Auszug aus Haran. Dort hatte Gott Abraham eine ähnliche Forderung gestellt und Abraham ist auch dort ohne nachzufragen losgezogen. Er hat alles hinter sich gelassen und das riskiert, was ihm bis dato am wichtigsten war. Bemerkenswert ist die Genauigkeit der Beschreibung, wie etwa die Zahl der zwei Knechte, die im weiteren Verlauf keine größere Bedeutung haben. Die zwei Knechte sind allerdings in der Guten Nachricht als Nachtrag an den Vers angegliedert, was nicht nur ihre Bedeutung darstellt, sondern auch das es eventuell nur ein Nachtrag im Urtext war.

Er […] machte sich auf und ging an den Ort, den Gott ihm genannt hatte(revidierte Elberfelder: Gen 22, 3b). Diese Formulierung stellt es so dar als wüsste Abraham genau wohin er gehen soll. Dem ist aber nicht so. An sich ist die Aussage sehr unpräzise und Abraham kennt nur ganz grob eine Richtung.

Vers 4: Daher kommt mir Vers 4 auch fast wie ein Nachtrag vor, da hier nochmals eine genauere Beschreibung gemacht wird. Abraham erkennt nach drei Tagen Marsch den Ort, den er in Vers 3b schon angeblich kannte. Dies scheint im ersten Moment unlogisch zu erscheinen, spielt aber in Vers 3 wohl auf das Vertrauen an, welches Abraham hatte. Des weiteren soll es wohl an seinen Marsch nach Kanaan erinnern, bei dem er sein Ziel auch nicht kannte und trotzdem voll Vertrauen losgegangen ist.

Vers 6: In Vers 6 weicht die Gute Nachricht geringfügig von Luther und Elberfelder ab. Dort hat Abraham glühende Kohlen statt Feuer in der Hand. Allerdings ist dies mehr ein sprachlicher Unterschied, als ein semantischer. Interessanter ist es, dass Isaak das Holz tragen muss. Später wurde diese Stelle oft christologisch gedeutet. Sprachlich wird wieder ein neuer Abschnitt eingeleitet durch die Formulierung „und sie gingen“(Gen 22, 6b; revidierte Elberfelder).

Vers 7-8: Das Gespräch zwischen Vater und Sohn erinnert stark an das Gespräch zwischen Abraham und Gott am Anfang des Kapitels. Es hat dieselbe Struktur und auch die wesentliche Aussage. Abraham fordert von seinem Sohn dasselbe, was Gott von ihm gefordert hat. Er soll vertrauen. Die beiden Verse wirken durch den Abschluss von Vers 8, der dem von Vers 6 gleicht, wie ein kleines eingeschobenes Gespräch. Es ist nicht unbedeutend, aber die Geschichte wirkt wie kurz unterbrochen. Auffällig ist dabei, dass alle drei Übersetzungen das Ende von Vers 6 und Vers 8 identisch halten. Dadurch wirkt der ganze Abschnitt wiederum gewollt. Es ist fast wie eine Rückblende auf das Gespräch zu Beginn des Kapitels.

Vers 11-12: Hier spricht nicht Gott persönlich, sondern ein Engel des Herrn. Wahrscheinlich ist an dieser Stelle etwas verändert worden, weil sich der Sprachstil des Engels verändert. Mal spricht er von sich als Engel und an anderer Stelle spricht er, als wäre er Gott. Das zeugt von einer Uneinigkeit des Autors. Der Ablauf des Gespräches gleicht dem zu Beginn des Kapitels allerdings so sehr, dass man vermuten könnte es handle sich um Gott und nicht seinen Engel. Es könnte sich allerdings auch um den in Richter 2,1 beschrieben Engel des Herrn handel, der auch in der ersten Person von Gott redet.

Vers 14: Beim Namen des Berges sind die ersten wesentlichen Unterschiede bei den Übersetzungen zu erkennen. So nennt die Gute Nachricht den Berg „Der Herr sorgt vor“, dagegen die Lutherbibel mit „Der Herr sieht“ und die Elberfelder mit „auf dem Berg<, wo> der HERR sich sehen lässt“ übersetzt. –(LXX: Auf dem Berg "der HERR lässt sich sehen“)

Es besteht hierbei nicht nur ein sprachlicher, sondern auch ein semantischer Unterschied zwischen den verschiedenen Fassungen. Ob der Herr vorgesorgt hat oder erst auf das Gebet Abrahams und Isaaks reagiert hat ist ein wesentlicher Unterschied, den es zu benennen gilt.

Vers 15-18: Der Engel des Herrn spricht ein zweites Mal zu Abraham und diesmal achtet der Autor auch auf die indirekte Rede, so dass Gott zitiert wird. Er(der Engel) wiederholt Gottes Versprechen an Abraham und gibt ihm erneut die Zusage auf ein großes Volk. Es ist allerdings in allen drei Übersetzungen eine andere Variante als in Gen 15,5 ff beschrieben wird. Es wird nochmals anders beschrieben und eine kleine Ergänzung hinzugefügt. Abrahams Nachkommen sollen die anderen Volker segnen und ein Segen für sie sein. In Kapitel 15 hat Gott noch den Schutz von Abrahams Volk versprochen, nun geht er einen Schritt weiter und will durch Abrahams Nachkommen die ganze Menschheit segnen.

Vers 19: Das interessanteste an Vers 19 ist die Ortsangabe. Obwohl Abraham dort schon mit Sara und seinen Mägden und Knechten gelagert hatte wird in Vers 19 betont, dass Abraham sich dort niederließ. Es ist wohl nicht nur als Inhaltliche Aussage zu sehen, dass Abraham ab dem Zeitpunkt dort wohnte, sondern als erzählerisches Element. Diese Formulierung will die Geschichte Abschließen und Platz machen für etwas Neues. Diese Art von Abschluss begegnet uns noch öfter im Alten Testament und zeugt von jüdischer Erzählweise.

2.2 Überlieferungsgeschichte

Für die Nähere Textanalyse werde ich die Übersetzung der revidierten Elberfelderbibel verwenden, welche im Anhang Seite 28 zu finden ist.

2.2.1 Literarkritische Betrachtung

Der Vers 1 knüpft, wenn auch nur sporadisch, an die Ereignisse aus den vorangegangenen Kapiteln an. Es wird allerdings auch nicht mehr zu der jetzigen Situation Abrahams angedeutet. Man kann also davon ausgehen, dass alles so ist, wie im Kapitel davor, nur eine ungewisse Zeit später. Zu Beginn steht wie in viele Kapiteln davor auch ein Gespräch zwischen Gott und Abraham(Gen 22, 1-2). Auch die nicht vorhandene oder stark eingeschränkte Reaktion Abrahams erinnert an die vorherigen Kapitel. Es wird nichts zur emotionalen Verfassung Abrahams gesagt, keine Gedanken geäußert, sondern nur im trockenen und sachlichen Erzählstil fortgefahren. Abraham machte sich auf, ins ungewisse und nur Gottes Wort als Gewissheit auf Erfolg. Gerade diese Stelle ruft in mir einen Widerspruch hervor. Ich finde es sehr ungewöhnlich, dass keine Gedanken und Gefühle geäußert werden, aber genau das macht wiederum die Betonung auf das Vertrauen stark sichtbar. Auch der weitere Verlauf der Reise wird nur mit sachlichen Fakten beschrieben. Was Abraham mitnimmt und wie lange er unterwegs ist, bevor er sein richtiges Ziel erkennt.

Dabei wird nicht weiter erläutert, wie er erkennt, dass er richtig ist. In Vers kommt es mir vor, als würde etwas Wichtiges fehlen, da zuvor alles genau erklärt wurde und nun steht nur „Am dritten Tag erhob Abraham seine Augen und sah den Ort von ferne.“(Gen 22,4). Dabei fehlt jede Erläuterung und der Zusammenhang. Vielleicht ist hier im Laufe der Jahre ein Stück vom Urtext verloren gegangen.

Weiterhin als Zusätze zu erkennen sind die Verse 14b bis 18.[2] Dabei soll es sich in Vers 14b um eine Nachträgliche Lokalisierung handeln, welche für die Samariter auf Garizim und für die Spätisraeliten auf Jerusalem hindeuten soll(Verweis von Walter auf Levitikus 8, 9.16).

Vers 18b hingegen stellt eine Glosse im deuteronomischen Stil zu dem Deutewort in Vers 15-18 dar. Weiter vermutet Seebass in den Versen 15-18 die Spuren von Jehowisten zu erkennen.

2.2.2 Entstehungsgeschichte

Bei den Nachstehende Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte stütze ich mich größtenteils auf die Erkenntnisse von Lothar Ruppert.[3]

Dieser beschreibt die Entstehungsgeschichte[4] der wichtigen Perikope auf dem Hintergrund der Elohistentheorie. Er beschreibt die Entstehung wie folgt:

1. Vorisraelitische Kultlegende
2. Vorisraelitische, ihres kultätiologischen Charakters weiterhin entkleidete, auf Abraham übertragene Erzählung von der Gefährdung und Rettung eines Sohnes
3. Bearbeitung der Erzählung durch den Elohisten im Rahmen seiner Abrahamüberlieferung(vor allem V 1a.5-8.11a.b.12b)
4. Bearbeitung durch den Jehowisten: V 2 „und gehe in das Land, der Amoriter[…] dort auf einem der Berge, den ich dir nennen werde“. 11a: „Da rief ihm der Bote Jahwes vom Himmel her zu und[…]“
5. Erweiterung: „erster Kommentar“ der joschijanischen Redaktion: V. 14b.15-18; wahrscheinlich auch als jerusalemisch orientierte Neudeutung der Erzählung: „Morija“(V. 2, vgl. 2. Chr. 3,1)[5]

Die einzelnen Theorien werden von anderen Exegeten unterschiedlich bestätigt oder widerlegt, allerdings gibt es kaum Zweifel an der Bearbeitung durch den Elohisten und den Jahwisten. Auch wenn die Bearbeitung durch den Jawhisten nicht so deutlich erkennbar ist wie die durch den Elohisten.[6]

Die Perikope ist zwar nach vorne und nach hinten gut abgegrenzt, aber trotz der Versuche überzuleiten fehlt etwas. Auffällig ist beispielsweise, dass Abraham sich wohl in Beerscheba befunden hat und dort wieder hingezogen ist. Dies deutet auf einen Einschub dieser Geschichte hin, der eventuell gar nicht während dieser Zeit geschehen ist oder einfach nur auf Abraham übertragen wurde. Weiterhin sehr auffällig ist der Abschnitt V. 15-18. Die dort stehende Verheißung entspricht nicht der, die Abraham schon von Gott bekommen hatte.

Ruppert stellt auch gewisse Ähnlichkeiten zu dem Hochzeitssegen von Rebekka, seiner späteren Schwiegertochter.[7] Der Tenor dieser Verheißung ist eher Kriegerisch, wogegen die Ursprüngliche Verheißung eher friedlich war und nur auf die Vermehrung und den Segen des Volkes hinzielte. Ab Vers 17 soll die frühere Verheißung an Abraham nicht mehr zusammengefasst, sondern gesteigert werden. Diese Steigerung deutet auf eine spätere Bearbeitung hin, da sich die Grundaussage eher mit späteren Schriften deckt.

[...]


[1] Claus Westermann, Biblischer Kommentar Altes Testament, Band 1/2 – 2.Teilband(Genesis 12-36), S. 435; Neukirchner Verlag d. Erziehungsvereins GmbH, Neukirchen-Vluyn, 1981; S.430-447(Gen 22, 1-19)

[2] Horst Seebass, Genesis II: Vätergeschichte 1(Gen 11,27 – 22,24), S. 213, Neukirchner Verlag des Erziehungsvereins GmbH, Neukirchen–Vluyn, S. 198-217

[3] Lothar Ruppert, Genesis: Ein kritischer und theologischer Kommentar, 2. Teilband: Gen 11,27 – 25,18; Echter-Verlag GmbH, Würzburg, 2002, S. 508-543

[4] Lothar Ruppert, Genesis, S. 510-518

[5] Lothar Ruppert, Genesis, S. 517-518

[6] Horst Seebass, Genesis 2, S. 214

[7] Lothar Ruppert, Genesis, S. 510

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten

Details

Titel
Textexegese zu Gen. 22, 1-19
Untertitel
Die "Opferung" Isaaks
Hochschule
Fachhochschschule für Religionspädagogik und Gemeindediakonie Moritzburg
Note
2,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
37
Katalognummer
V143446
ISBN (eBook)
9783640516766
ISBN (Buch)
9783640516612
Dateigröße
675 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Exegese, Gen. 22, At, Opferung Isaaks
Arbeit zitieren
Benjamin Buchholz (Autor), 2009, Textexegese zu Gen. 22, 1-19, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143446

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