Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das AGIL-Schema von Parsons und das agile Projektmanagement miteinander zu vergleichen und mögliche Gemeinsamkeiten aufzuzeigen, sofern diese vorhanden sind. Hierdurch soll herausgestellt werden, inwieweit auch agile Ansätze in dem Konzept des AGIL-Schemas vorzufinden sind.
Für ein grundlegendes Verständnis sollen vorab relevante Begriffe definiert werden. Zusätzlich gilt es, ein Überblick über den Strukturfunktionalismus von Parsons und das AGIL-Schema zu geben. Hierbei sind unter anderem die Wesensmerkmale und relevante Gestaltungserfordernisse dieses Konzeptes aufzuzeigen. Zusätzlich soll eine kleine Zusammenfassung des agilen Projektmanagements gegeben werden, bevor auf die möglichen Gemeinsamkeiten eingegangen wird.
Nachdem die Arbeit im ersten Kapitel eingeleitet wurde, werden im zweiten Kapitel die Begriffe "Agilität" und "System" definiert. Das dritte Kapitel beginnt mit einer kurzen Vorstellung des Soziologen Talcott Parsons, worauf folgend der von ihm entwickelte
Strukturfunktionalismus und das AGIL-Schema beschrieben werden. In Kapitel vier wird vollständigkeitshalber auf das agile Projektmanagement eingegangen. Die Betrachtung potenzieller Gemeinsamkeiten der zuvor vorgestellten Konzepte stellt den Hauptteil der Arbeit dar und folgt in Kapitel fünf. Im letzten Kapitel wird ein Fazit der zuvor erarbeiteten Ergebnisse gegeben.
Weltweit stehen Unternehmen vor der wachsenden Herausforderung, sich an die schnell verändernden Marktbedingungen anzupassen. Zu diesen Herausforderungen gehören immer kürzer werdende Produktionslebenszyklen, steigender Konkurrenzdruck und insgesamt vielschichtige Dienstleitungs- und Kundenanforderungen. Schafft man es als Unternehmen
nicht, sich diesem schnell wandelnden Markt anzupassen und den Ansprüchen der Kunden gerecht zu werden, kann sich das nachteilig auf den Unternehmenserfolg auswirken.
Betrachtet man mögliche Lösungsansätze, fällt regelmäßig das Stichwort "Agilität". Denn ein agil handelndes Unternehmen soll zumindest teilweise in der Lage sein, die zuvor beschriebenen Herausforderungen abzufangen. Passend hierzu gehört das agile Projektmanagement, mit dessen Hilfe schneller auf neue Marktbedingungen reagiert werden kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Begriffsdefinitionen
2.1 Definition „Agilität“
2.2 Definition „System“
3 Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons und das AGIL-Schema
3.1 Biografie Talcott Parsons
3.2 Strukturfunktionalismus nach Parsons
3.3 Das AGIL-Schema
4 Kurzbetrachtung: Agiles Projektmanagement
5 Vergleich des AGIL-Schemas nach Parsons mit dem agilen Projektmanagement
6 Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, das AGIL-Schema von Talcott Parsons mit den Prinzipien des agilen Projektmanagements zu vergleichen, um Gemeinsamkeiten in den konzeptionellen Ansätzen zu identifizieren. Dabei wird untersucht, inwieweit hinter der begrifflichen Übereinstimmung der "Agilität" bzw. des "AGIL-Schemas" tatsächlich funktionale Parallelen in der Systemsteuerung und Aufgabenbewältigung bestehen.
- Grundlagen der Systemtheorie und die Definition von Agilität im Managementkontext.
- Strukturfunktionalismus und das vierdimensionale AGIL-Schema nach Talcott Parsons.
- Methoden und Prinzipien des modernen agilen Projektmanagements (z. B. Scrum, Iterationen).
- Analyse von strukturellen Gemeinsamkeiten und konzeptionellen Unterschieden beider Ansätze.
- Diskussion über die Übertragbarkeit von Systemerhaltungsfunktionen auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen.
Auszug aus dem Buch
3.3 Das AGIL-Schema
Eine Weiterentwicklung des zuvor dargestellten Ansatzes stellt das sogenannte „AGIL-Schema“ oder auch „Vierfelderschema“ dar. Hierbei werden von Parsons neue Bedingungen für den Zusammenhalt eines Systems aufgestellt. Nachdem bisher davon ausgegangen wurde, dass sich Systeme und ihre Struktur lediglich durch Selbsterhaltung der Individuen am Leben halten, wird dies von Parsons nun etwas eingeschränkt. Er geht davon aus, dass insgesamt vier verschiedene Funktionen gegeben sein müssen, damit ein System bestehen kann und die eigentliche Selbsterhaltung grundsätzlich funktioniert.
Die Grundlage für das AGIL-Schema wurde ursprünglich von Robert F. Bales entwickelt und bezog sich ausschließlich auf Kleingruppen. Doch auch hier ging es bereits um die Frage, welche Aufgaben innerhalb dieser Kleingruppen gelöst werden müssen, damit auch zukünftig die Gruppenstruktur erhalten bleibt. Parsons übernahm die Forschungsergebnisse von Bales und verallgemeinerte diese Feststellungen in der Hinsicht, dass sie auf ein gesamtes System, auf eine Gesellschaft oder auch nur auch eine kleine Familie übertragen werden können. Das hieraus entstandene AGIL-Schema dient somit der Systemerhaltung und setzt sich aus den folgenden vier Grundfunktionen zusammen. Hierbei steht, wie bereits in der Einleitung erwähnt, jeder Buchstabe des Wortes „AGIL“ für jeweils eine Grundfunktion.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen moderner Unternehmen durch sich ändernde Marktbedingungen und führt in die Thematik des AGIL-Schemas und des agilen Projektmanagements ein.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe „Agilität“ und „System“ definiert, um eine theoretische Grundlage für die spätere Analyse zu schaffen.
3 Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons und das AGIL-Schema: Dieses Kapitel behandelt die Biografie von Talcott Parsons, erläutert dessen strukturfunktionalistischen Ansatz und stellt die vier Funktionen des AGIL-Schemas detailliert vor.
4 Kurzbetrachtung: Agiles Projektmanagement: Hier werden die Merkmale, Werte und Arbeitsweisen des agilen Projektmanagements erläutert, wobei insbesondere die Rolle von Scrum und Sprints hervorgehoben wird.
5 Vergleich des AGIL-Schemas nach Parsons mit dem agilen Projektmanagement: In diesem Kapitel werden beide Konzepte gegenübergestellt, um Gemeinsamkeiten bei Werten, Normen, Eigeninitiative und Systembetrachtung aufzuzeigen.
6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass, trotz gefundener Parallelen, die Zielsetzungen und Ursprünge der beiden Konzepte grundlegend verschieden bleiben.
Schlüsselwörter
AGIL-Schema, Talcott Parsons, Strukturfunktionalismus, Agilität, Systemtheorie, Projektmanagement, Scrum, Adaption, Zielerreichung, Integration, Strukturerhaltung, Systemerhaltung, Soziologie, Management, Eigeninitiative.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Verbindungen und Gemeinsamkeiten zwischen dem soziologischen AGIL-Schema von Talcott Parsons und den heutigen Methoden des agilen Projektmanagements.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Arbeit deckt die Systemtheorie, den Strukturfunktionalismus nach Parsons, die Definition von Agilität im wirtschaftlichen Kontext sowie die praktische Anwendung agiler Projektmethoden wie etwa Scrum ab.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Untersuchung?
Die Forschungsfrage lautet, inwieweit agile Ansätze im Konzept des AGIL-Schemas vorhanden sind und wo funktionale Gemeinsamkeiten dieser beiden, aus unterschiedlichen Disziplinen stammenden Konzepte liegen.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?
Es handelt sich um eine analytisch-vergleichende Untersuchung, bei der auf Basis einer Literaturrecherche die Konzepte des Strukturfunktionalismus und des agilen Projektmanagements gegenübergestellt werden.
Was sind die Hauptaspekte im Vergleich der Konzepte?
Im Hauptteil werden Gemeinsamkeiten wie die Bedeutung von Normen und Werten, die hohe Eigeninitiative der Akteure sowie die Notwendigkeit einer systemweiten bzw. ganzheitlichen Betrachtung analysiert.
Welche Keywords charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Schlüsselwörter umfassen das AGIL-Schema, Strukturfunktionalismus, Agilität, Systemerhaltung sowie verschiedene Begriffe aus der Projektsteuerung wie Scrum und Iteration.
Was bedeutet der Buchstabe "A" im AGIL-Schema konkret?
Der Buchstabe "A" steht für "Adaption" (Anpassung) und beschreibt die Fähigkeit eines Systems, sich mittels verfügbarer Ressourcen an veränderte Umweltbedingungen anzupassen.
Wie wird die "Verschachtelung" des AGIL-Schemas innerhalb von Systemen beschrieben?
Der Autor veranschaulicht die Verschachtelung durch den Vergleich mit einer Matrjoschka-Puppe, was bedeutet, dass das AGIL-Schema auf jedes Subsystem eines übergeordneten Systems erneut angewandt werden kann, um eine immer detailliertere Analyseebene zu erreichen.
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- Constantin Elven (Author), 2023, Strukturfunktionalismus nach Talcott Parsons und das AGIL-Schema, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1437726