Bericht über das Allgemeine Schulpraktikum an einer Grundschule. Protokollierung und Planung von Unterrichtseinheiten


Praktikumsbericht / -arbeit, 2009
40 Seiten
Ina Vredenborg (Autor)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Darstellung der Praktikumsschule
2.1. Die Schule
2.2. Schülerzahlen
2.3. Personalsituation
2.4. Pädagogische Schwerpunktsetzung der Schule- Leitlinien

3. Beschreibung der Praktikumsklasse
3.1. Klassenraum
3.2 Sozioökonomische Verhältnisse
3.2. Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse
3.3. Arbeitsverhalten und Leistungstand der Klasse

4. Unterrichtsprotokoll
4.1. Mathematikstunde am 24.02.2009 von 08.50 – 09.45 Uhr, in der Klasse 1a
4.2. Englischstunden am 24.02, ,2009 von 08.00- 08.45 Uhr, in der Klasse 4a
4.3 Mathestunde am 25.02.2009 1. Stunde von 08.00-0845 Uhr

5. Ausführliche Unterrichtsplanung
5.1. Unterrichtsstunden, am 12.03.2009
5.1.1 Analyse der individuellen und soziokulturellen Voraussetzungen
5.1.2 Sachanalyse
5.1.3 Didaktische Analyse
5.1.4 Kompetenzen
5.1.5 Methodische Überlegungen
5.1.6 Kurzvorbereitung für die Unterrichtsstunde am 12.03.2009
5.1.7 Analyse und Reflexion des Stundenverlaufs
5.2. Unterrichtsstunden am 17.03.2009
5.2.1 Analyse der individuellen und soziokulturellen Vorraussetzungen
5.2.2 Sachanalyse
5.2.3 Didaktische Analyse
5.2.4 Methodische Überlegungen
5.2.5 Kurzvorbereitung für die Unterrichtsstunde am 17.03.09
5.2.6 Analyse und Reflexion des Stundenverlaufs

6. Kurzvorbereitung der Unterrichtsstunden
6.1. Kurzvorbereitung für die Unterrichtsstunde am 27.02.09
6.2. Kurzvorbereitung für die Unterrichtsstunde am 02.03.2009
6.3. Kurzvorbereitung für die Unterrichtsstunde am 04.03.2009

7. Wahlpflichtthema: FAUSTLOS
7.1 Einleitung
7.2. Wozu dient FAUSTLOS?
7.3. Was ist FAUSTLOS?
7.4. Wie ist FAUSTLOS aufgebaut?
7.5 FAUSTLOS- Materialien
7.5.1 Materialien für die Grundschule
7.5.2 Materialien für den Kindergarten
7.6 FAUSTLOS in der XY Grundschule Z
7.6.1 FAUSTLOS in der Klasse 3b
7.7 Schlussbemerkung
7.8 Literatur

8. Gesamtreflektion

1. Einleitung

Das Allgemeine Schulpraktikum (ASP) ist ein wichtiger Praxis-Abschnitt während des Studiums, da das spätere Berufsfeld erkundet und in ihm mitgearbeitet wird. Das Praktikum dient der Vertiefung von Handlungswissen durch eigenes Unterrichten und systematisches Vor-/ und Nachbereitung der durchgeführten Unterrichtsstunden.

Dazu gehört die aktive Teilnahme an schulischen und außerschulischen Aktivitäten, die einen möglichst realistischen Eindruck vom Berufsalltag eines/r Lehrer/in vermitteln sollen.

Mein Allgemeines Schulpraktikum habe ich in der XY Grundschule in Z in der Zeit vom 23.02 bis zum 23.03.2009 durchgeführt. Betreut wurde eine Kommilitonin und ich von unserer Mentorin Frau L. Während unserer Praktikumszeit begleiteten wir Frau L. in alle Klassen, in denen sie unterrichtet.

Im Folgenden soll Verschiedenes aus dem Praktikum in einer Didaktischen Akte ausgearbeitet und zusammengestellt werden, um die eigenen Erfahrungen im Schulpraktikum zu reflektieren. Die Didaktische Akte stellt sich inhaltlich wie folgt zusammen:

Als erstes soll ein Überblick über die Praktikumsschule und das soziale Umfeld der Schüler/innen gegeben werden. Außerdem wird der Klassenraum, der Klasse 3a, die Klasse in der wir die meiste Zeit verbrachten, räumlich beschrieben werden.

Im Weiteren folgen drei Unterrichtsprotokolle. Die Stunden wurden von unserer Mentorin Frau L. bzw. der Referendarin der Schule in der ersten Woche unseres Praktikums gehalten.

Hinzu kommen zwei ausführliche Unterrichtsplanungen. Diese beziehen sich auf die „Vorführstunde“ zu der Unterrichtsreihe Märchen und eine willkürlich ausgewählte Stunde zum Thema „Die Sinne und Sinnesorgane der Katze“.

Im Anschluss befinden sich einige Kurzvorbereitungen mit Reflexion in der Didaktischen Akte.

Den letzten großen Teil umfasst ein Wahlpflichtthema. Dieser wird über ein Projekt zur Prävention von Gewaltverhalten bei Kindern handeln, welches in der Grundschule Z durchgeführt wird.

Im Anschluss daran befindet sich eine Reflektion der gesamten Praktikumszeit in der XY Grundschule in Z.

2. Darstellung der Praktikumsschule

2.1. Die Schule

Das Schulgebäude der Grundschule liegt in einem Wohngebiet in Z. Die Schulfläche gliedert sich in zwei Pausenhöfe. Der vordere Schulhof hält verschiedene Kletter- und Turngeräte bereit außerdem wird er als Verkehrsübungsplatz genutzt. Der hintere Pausenhof besitzt zwei Tischtennisplatten und eine, von den Schülern selbsterbauten, Sitzmöglichkeit in Form einer Schlange.

In seiner jetzigen Größe existiert das Schulgebäude seit 1992. Es besteht aus acht Klassenräumen, acht Gruppenräume, ein Musik- und einen Werkraum und einer Lesewerkstatt, drei Materialräume, einem Lehrerzimmer, einem Rektorzimmer und einem Sekretariat. Außerdem gehören eine Sporthalle, ein Schwimmbad und eine Küche mit zu der Grundschule Z. In dem Gebäude befindet sich zusätzlich der Hort. Diesen besuchen etwa 23 Kinder der Grundschule nach dem Unterricht.

Die Schülerschaft setzt sich aus dem gesamten Einzugsgebiet „Z“ zusammen.

2.2. Schülerzahlen

Die Schule ist in der Regel zweizügig. Im Schuljahr 2008/09 besuchen, insgesamt 340 Schüler/innen die Grundschule Z. Es gibt jeweils zwei erste, zweite, dritte und vierte Klassen.

2.3. Personalsituation

An der Schule unterrichten derzeit neunzehn Lehrkräfte, davon ist eine Schuleiter, eine Beratungslehrerin. Der Klassenunterricht wird von acht Lehrkräften erteilt, hinzu kommt Fachunterricht in den Fächern Sport, Kunst und Musik, Englisch, Religion bzw. TGW, soweit diese nicht durch die Klassenlehrerin abgedeckt sind.

Zum weiteren Personal gehören vier Vertretungslehrerinnen, ein Lehrer für den „Herkunftssprachlichen Unterricht“, sieben Betreuungslehrerinnen, eine Referendarin, ein Hausmeister und zwei Sekretärinnen.

Besonders zu erwähnen ist, dass der Männeranteil mit zwei Lehrern, darunter der Schulleiter, sehr gering ist.

2.4. Pädagogische Schwerpunktsetzung der Schule- Leitlinien

Die Grundschule Z ist sowohl verlässlich als auch integrativ. Verlässliche Grundschule bedeutet, dass die Schulkinder im Zeitraum von 7:45Uhr bis 13:00 Uhr betreut werden können. Diese Zeit gliedert sich wie folgt: Nach dem fünfzehnminütigen offenen Anfang folgen in den ersten und zweiten Klassen vier garantierte und in den höheren Klassenstufen fünf oder sechs garantierte Unterrichtsstunden. Unterrichtsausfall gibt grundsätzlich nicht. Bei Krankheitsfall der Lehrerinnen übernehmen die Vertretungskräfte den Unterricht. Konzipiert ist das Konzept der verlässlichen Grundschule so, dass der reguläre Unterricht mit erweiterten Angeboten wie Übendes Lernen, sport- und Bewegungsphasen, Fördermaßnahmen und Projektarbeit verbunden wird.

Die Grundschule Z erzieht zu einem fairen und gewaltfreien Umgang miteinander. Dieses wird mit Hilfe eines Projektes zur Gewaltprävention. „Faustlos“ ist ein für die Grundschule (und auch für den Kindergarten) entwickeltes Curriculum, „das impulsives und aggressives Verhalten von Kindern vermindern und ihre sozialen Kompetenzen erhöhen soll“[1]. Dieses Projekt wird in von der ersten bis zur dritten Klasse durchgeführt.

Medien und Computer sind aus dem Leben von Schüler/innen nicht mehr wegzudenken. Somit versteht es die Grundschule Z als Verpflichtung Grundlagen in der Bedienung und Anwendung zu vermitteln.

Ein ebenso großes Augenmerk legt die Schule auf die Zusammenarbeit mit den Eltern der Schüler/innen. Der gemeinsame Erziehungsauftrag von Elternhaus und Schule kann nur erfüllt werden, „wenn eine konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit miteinander stattfindet“[2].

Zuletzt legt die verlässlichen Grundschule Z hohen Wert auf die Aktivität der Schüler/innen. Besonders gefördert und gefordert wird dieses mit Hilfe von Projektarbeit und außerschulischen Lernorten.

3. Beschreibung der Praktikumsklasse

3.1. Klassenraum

Der Klassenraum der Klasse 3b befindet sich im ersten Stock. Nebenan befindet sich der Klassenraum der 1a, der Partnerklasse. Beide Klassen teilen sich eine gemeinsame Garderobe.

Im Klassenraum sitzen die Schüler/innen mit einer festen Sitzordnung an ihren Tischen. Der Lehrertisch steht vorne an der Fensterfront mit der Front zu der Klasse. Neben diesem Befindet sich die Tafel und ein Waschbecken mit den darunter stehenden Mülleimern. Zwischen Tafel und Waschbecken befindet sich eine Tür, die in den Gruppenraum der Klasse führt. In ihm befinden sich Sitzteppiche, zwei Tische mit Stühlen und Unterrichtsmaterialien.

Im hinteren Teil des Klassenraums befinden sich verschiedene Arbeitsmaterialienecken. Rechts stehen im Regal Spiele und andere Beschäftigungsmöglichkeiten für die Regenpause. Die Leseecke wird durch ein Regal vom Klassenraum abgrenzt in ihr können die Schüler/innen aber auch bei der Kleingruppenarbeit arbeiten. Das Leseangebot ist sehr groß und wird von der Lehrerin passend zu den Unterrichtsinhalten mit Büchern bestückt. Die hintere Wand des Klassenraums wird für die zahlreichen Bilder der Kinder benötigt, aber auch „Merkplakate“ für den Deutschunterricht hängen dort. An der linken Wand befinden sich Regale mit Fächern, in denen die Schüler/innen ihre Sachen aufbewahren. Außerdem stehen auf dem Regal die Becher und Wasserflaschen, die zur Wasserversorgung der ganzen Klasse dienen. Die Klassenregeln sowie die unterschiedlichen Klassendienste hängen neben der Tür auf der linken Seite.

Ein Nachteil des Klassenraumes ist, dass seine Fenster zum Schulhof zeigen und es somit nicht möglich ist, diese zu öffnen, wenn der Betreuungsunterricht der Klassen eins und zwei auf dem Schulhof stattfindet.

3.2 Sozioökonomische Verhältnisse

Die meisten Schüler/innen der Klasse 3b wohnen in den umliegenden Wohngebieten in Z. Diese sind als sozial schwach zu bezeichnen. Viele Eltern erhalten soziale Zuschüsse, da einer oder meist sogar beide Elternteile arbeitslos sind. Zu erkennen ist dies unter anderem daran, dass beide Elternteile ihre Kinder zur Schule bringen und auch abholen, das Frühstück ganz fehlt oder aus weniger wertvoller Nahrung besteht. Außerdem lassen Kleidung und auch der Zustand der Schulmaterialen und Hausaufgaben auf ein schwaches soziales Umfeld schließen.

Jedoch gibt es auch Schüler/innen, die die Grundschule Z besuchen, deren Eltern der oberen Schicht der Gesellschaft angehören. Dieses zeigt sich vor allem an ihren Kleidungen und den Hobbys, denen sie nachgehen.

Somit lässt sich zusammenfassend sagen, dass die sozioökonomischen Verhältnisse in der Klasse 3b als eher heterogen zu bezeichnen sind. Es überwiegen allerdings die sozial schwach gestellten Kinder.

3.2. Zusammensetzung und soziales Klima der Klasse

Die Klasse 3b der Grundschule Z wird von ihrer Klassenlehrerin Frau L. in den Fächern Deutsch, Sachunterricht, Religion, Englisch und dem Projekt „Faustlos“ unterrichtet.

Sie setzt sich aus einer als heterogen zu bezeichnenden Gruppe von insgesamt dreiundzwanzig Schüler/innen zusammen, die aus unterschiedlichen Kindergärten kommen und erst seit dem ersten Schuljahr gemeinsam eine Klasse besuchen.

Die Klasse setzt sich aus acht Mädchen und fünfzehn Jungen zusammen. Die doch deutlich höhere Anzahl an Jungen macht sich bemerkbar. Wenn z. B. Streit innerhalb der Klasse entsteht, sind davon größtenteils die Jungen betroffen. Innerhalb der Jungen bestehen seit kurzer Zeit zwei Gruppen, die sich in den Pausen oftmals „bekriegen“. Außerdem herrscht unter ihnen oftmals, auch im Unterricht, ein Wettkampf um den „Coolsten“ Jungen. Die Mädchen der Klasse verhalten sich sehr unauffällig. Selten gibt es Streit oder Probleme.

Besonders zu betonen ist jedoch der feste Zusammenhalt innerhalb der Klasse gegenüber anderen Klassen. Dieses ist ein besondere Leistung der Lehrerin Frau L., die mit Hilfe von Gemeinschaftsspielen und Ausflügen das Klassenklima positiv beeinflusst.

Im Folgenden soll nun auf einige Kinder noch mal genauer eingegangen werden:

Bei zwei Kindern (Tom, Nick) der Klasse wurde ADAS festgestellt. Tom nimmt auf Empfehlung und in Absprache mit Frau L. das Medikament Ritalin. Besonders bei ihm muss auf die passende KonstEdithtion bei der Gruppenarbeit geachtet werden.

Nick gelangt durch sein Verhalten immer mehr ins Abseits der Klasse. Viele Kinder der Klasse, besonders die Mädchen, fühlen sich von Nick „genervt“ und belästigt. Laut einer Auskunft von Frau L., haben seine Eltern ihn bereits in einer Walddorfschule zum Schulwechsel angemeldet.

Sandra und Verena sind erst zum Beginn dieses Schuljahres von jeweils anderen Schulen in die Klasse 3b gekommen. Allerdings leiden beide unter einer Rechtschreibschwäche.

Als letztes sollen Max und Kai erwähnt werden. Kai kommt aus einem sozial sehr schwachen Elternhaus. Er leidet sehr unter seinem starken Übergewicht. Er wird von den Kindern in seiner Klasse angenommen, allerdings von anderen Kindern auf dem Schulhof oftmals „gemobbt“. Kai nimmt, aufgrund von wiederholtem Schulschwänzen an einem Präventionsprojekt gegen Schulschwänzen teil.

Max ist als „Zappelphilipp“ in der Klasse zu bezeichnen. Gründe sieht die Lehrerin Frau L. in erster Linie in der Trennung seiner Eltern, unter der er sehr leidet. Ebenso leidet er darunter, dass er sehr unsortiert und chaotisch ist. Besonders zu Beginn einer neuen Unterrichtsstunde ist bei ihm darauf zu achten, ob er seine Sachen abgeheftet und seinen Tisch aufgeräumt hat. Hilfe hat er bereits in Form von einer Sozialpädagogin bekommen, die mit ihm Konzepte zur eigenen Ordnung eingeübt hat. Diese versucht er auch anzuwenden.

Die Einstellung zur Schule im Allgemeinen ist ganz unterschiedlich. Dieses spiegelt sich auch in der unterschiedlichen Leistungsbereitschaft der Schüler wieder.

Wenn Probleme in der Klasse auftreten, wenden sich die Schüler/innen hauptsächlich an ihre Klassenlehrerin, um dann das Problem in der Klassengemeinschaft zu diskutieren. Probleme, die die Woche über entstehen, schreiben die Kinder in ein „Klassenbuch“. Diese werden dann freitags in der fünften Stunden gemeinsam und ergiebig im Sitzkreis des Gruppenraums diskutiert und geklärt.

Ingesamt ist die Klasse 3b als offene und tolerante Klasse einzustufen. Allerdings fehlt es ihr oftmals noch an Durchhaltevermögen und Konzentration.

3.3. Arbeitsverhalten und Leistungstand der Klasse

Das Arbeitsverhalten der Klasse ist insgesamt sehr wechselhaft. Viele Schüler beteiligen sich rege am Unterricht und äußern gerne ihre Meinung. Einige hingegen melden sich wenig und wirken teilweise sogar abwesend.

Die Beteiligung hängt wesentlich von der Verfassung der Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b ab. Besonders montagmorgens sind viele Kinder müde oder wegen besonderer Ereignisse sehr aufgedreht und albern. Dennoch sind sie sehr diszipliniert.

Von der Klassenlehrerin wurde seit der ersten Klasse viel Wert auf das Einhalten von internen Regeln und Abmachungen gelegt. Als Belohungssystem hält die Lehrerin „Muggelsteine“ bereit, die sie bei Gelegenheit, jedoch nicht regelmäßig, an die gesamte Klasse bei gutem Verhalten vergibt. Außerdem hat die Klassenlehrerin viele Rituale eingeführt, die von der Klasse gut angenommen und durchgeführt werden. Also Beispiel ist hier eine „Aufräummusik“ zu nennen, die von der Lehrerin eingesetzt wird um die laufende Arbeitsphase behutsam zu beenden.

Die Arbeitshaltung der Klasse ist meistens sehr gut. Jedoch schreibt die Klasse sehr ungern, so dass Schreibaufgaben besonders motivierend zu gestalten sind.

Die meisten Schüler/innen sind sehr bemüht, gute Leistungen zu erbringen. Manche bearbeiten ihre Aufgaben sehr selbständig und geben sich Mühe, gründlich und sorgfältig zu arbeiten. Einige Schüler/innen sind allerdings noch hilflos beim selbständigen Bearbeiten von Aufgaben und fragen häufig nach. Für sie ist es schwer, sich in der Arbeitsphase zu konzentrieren und an einer Sache dran zu bleiben. Sie benötigen viel Zeit zum Bearbeiten der vorgegebenen Aufgabe.

Sehr unterschiedlich ist auch das Ausdrucksvermögen der einzelnen Schüler/innen. Einige sind in der Lage, sich sehr gut auszudrücken und ihre Meinung auch vor der Klasse zu äußern. Anderen hingegen fehlt der vielseitige Wortschatz und auch der Mut die eigene Meinung zu vertreten.

Zusammenfassend können die Schüler/innen ihrem Leistungstand zufolge drei Gruppen zugeordnet werden:

Zu den leistungsstärksten Schüler/innen gehören: Carlo, Paula, Niko, Peter, Georg, Tobias, Tom, Julia und Petra.

Zu dem Mittelfeld zählen Dirk, Christin, Hasim, Gregor, Max, Nick, Michael, Viktor, Nina, Verena und Sandra.

Ingo, Kai und Julius sind als sehr Leistungswach zu bezeichnen. Somit ist eine Differenzierung, besonders in den Hauptfächern, sehr sinnvoll.

4. Unterrichtsprotokoll

4.1. Mathematikstunde am 24.02.2009 von 08.50 – 09.45 Uhr, in der Klasse 1a

Nach dem die Lehrerin Frau L. die Schüler/innen begrüßt hatte, startete sie mit dem ersten Teil der Stunden. Diese Übung stellte eine spielerische Wiederholung zum Plus- und Minusrechnen im Zahlenbereich von eins bis zehn dar. Frau L. benutze als Medien einen Würfelbecher und zehn kleine „Muckelsteine“ (blaue Glasnuggets). Sie teilte die Steine immer unterschiedlich auf: Einen Teil behielt sie im Würfelbecher, die restlichen legte Fr. L. einem der Schüler/innen auf seinen/ihren Platz. Die Aufgabe der Schüler/innen bestand darin, die offen liegenden Muckelsteine zu zählen und zu errechnen, wie viele Steine in dem Würfelbecher sein müssen, wenn die Gesamtzahl der Muckelsteine zehn beträgt. Am Ende jeder Aufgabe, durfte der/die Schüler/innen im Würfelbecher nachsehen, ob er/sie richtig gerechnet hatte.

Um 09:00 Uhr begann eine weitere Phase des Unterrichts. Die Schüler sollten in Partnerarbeit ein Arbeitsblatt bearbeiten, das Rechengeschichten enthielt. Diese sollten den passenden Plus- und Minusaufgaben zu geordnet werden. Danach die Schüler die Aufgabe, in ihren Matheheften, den „Dickies“, die Aufgaben vom Montag zu beenden. Diese Seite war bereits am Montag von der Lehrerin erklärt worden. Die Hauptaufgabe in dieser Stunde bestand allerdings darin, dass die Schüler es schaffen sollten, selbstständig mit dem Bearbeiten der zweiten Aufgabe zu beginnen, ohne Frau L. oder den Studenten ihr fertiges Arbeitsblatt zu zeigen oder zu fragen, was die die nächste Aufgabe sei. Die Studenten hatten die Aufgabe, zwei leistungsschwachen Schülern bei der Bearbeitung der Aufgaben zu helfen. Um 09:25 Uhr forderte Frau L. die Schüler auf, die Bearbeitung einzustellen, damit alle Schüler ihre Arbeitsweise reflektieren konnten. Dafür lag in der Mitte der Sitzordnung ein roter Teppich aus, auf dem ein lachender und ein neutraler Smilie aus Pappe und zwei Gläser lagen, sowie, der Anzahl der Schüler entsprechend, 25 Nuggets.

Tischweise forderte Frau L. die Schüler auf, sich einen Nugget nahmen und ihn in das jeweiligen Glas warfen, von dem sie meinten, es würde zu ihrer Arbeitsweise passen. Frau L. lobte, besonders die Kinder, von denen sie meinte, sie hätten sich richtig eingeschätzt.

Darunter waren auch viele Kinder, die zwar ihren Nugget zu dem neutralen Smilie gelegt hatten, dieses aber auch ihrer Arbeitsweise entsprach und sie sich somit richtig eingeschätzt hatten. Am Ende war die Anzahl der Nuggets in beiden Gläsern ausgeglichen.

Um 09:30 begann Frau L. mit der Besprechung der Rechengeschichten. Dafür kamen die Schüler immer paarweise vor die Klasse. Ein Schüler erzählte die Rechengeschichte und der Partner trug die passende Aufgabe dazu vor. Frau L., schrieb diese gleichzeitig an die Tafel, damit alle Schüler ihr Ergebnis kontrollieren konnten.

4.2. Englischstunden am 24.02, ,2009 von 08.00- 08.45 Uhr, in der Klasse 4a

Die Unterrichtsstunde begann mit der Begrüßung durch die Lehrerin. Es folgte ein organisatorischer Teil, bei dem die Tests der letzten Woche eingesammelt wurden. Frau L. lies die Tests auf den Tischen sammeln, damit keine große Unruhe entstand.

In der nächsten Phase fragte die Lehrerin einen Schüler: „Do you like ice cream?“ Dieser antwortete mit „Yes.“ Die Lehrerin fragte zurück: “What flavour do you like best?“ Dabei schrieb sie an die Tafel „I like…“. Nach kurzem Überlegen antwortete der Schüler mit: „I like vanilla.“. Die Lehrerin hatte diesen Schüler nicht willkürlich gewählt. Er gilt als leistungsstark und somit konnte Frau L. sicher sein, dass ihr Einstieg klappen würde. Anschließend wurde mit der Klasse der oben beschriebene Ablauf durchgegangen. Da viele Schüler/innen das Wort „flavour“ nicht richtig aussprachen, verbesserte die Lehrerin die Schüler/innen immer, erklärte aber nicht, warum es so ausgesprochen werden muss.

Frau L. legte im nächsten Unterrichtsabschnitt eine CD in ein Abspielgerät ein, auf der ein Dialog zwischen zwei Kindern zu hören war, die sich ein Eis kaufen wollten. Diesen Dialog kannten die Schüler/innen bereits. Mit ihrem Sitzpartner sollten die Schüler/innen diesen Dialog nachsprechen/spielen. Um eine Differenzierung zur ermöglichen, war es leistungsstarken Schüler/innen erlaubt, den Dialog umzubauen oder zu verändern.

Nach zehn Minuten rief die Lehrerin die Schüler/innen zurück an ihre Plätze. Es dauerte relativ lange, bis die Schüler/innen wieder zur Ruhe fanden. Dann konnten die Schüler/innen sich melden, um ihre Dialoge vor der Klasse vorzuspielen. Zur Unterstützung durften die Bücher verwendet werden. Allerdings konnten viele Schüler/innen den Dialog frei aufsagen. Das wurde von der Lehrerin besonders gelobt.

In der nächsten Phase teilte die Lehrerin die Klasse in zwei Gruppen ein, die sich hintereinander in der Mitte der Klasse aufstellen sollten. Um der, immer zum Ende der Stunde auftretenden, Unruhe entgegenzuwirken, sollte ein Englisch-Spiel stattfinden. Die Lehrerin steckte in einen Steckwürfel Begriffe wie „Food“ oder „Body“. Ziel des Spiels war es, je nach dem welcher Begriff gewürfelt wurde, passend dazu einen Unterbegriff zu nennen, also „Food“ -> „Apple“ oder „Body“-> „Arm“. Nach dem jeder der Gruppe einmal dran war, beendete die Lehrerin das Spiel. Die Schüler/innen waren sehr motiviert und wollten unbedingt mit ihrer Gruppe gewinnen, also feuerten sie ihre Gruppenmitglieder an. Deutlich zu bemerken war, dass es der Lehrerin zu laut war und sie den Siegeswillen der jeweiligen Gruppen als zu übertrieben ansah.

Die letzte Arbeitsphase begann, in dem die Schüler/innen den bekannten Dialog in ihren „Activity Books“ in die richtige Reihenfolge bringen sollten. Da dies ein einfacher Arbeitsauftrag für die Schüler/innen war, waren die meisten schnell fertig und das Arbeitsergebnis wurde besprochen.

Die Lehrerin beendete die Stunde mit dem Lob, dass die Schüler/innen sehr gut mitgearbeitet haben.

4.3 Mathestunde am 25.02.2009 1. Stunde von 08.00-0845 Uhr

Im Folgenden soll eine Stunde, der Referendarin der Schule protokolliert und reflektiert werden.

Der Einstieg begann mit einer Übung zu den Expertenwörtern „senkrecht, waagerecht und diagonal“. Als stillen Impuls hielt die Lehrerin einen Zeigestock senkrecht in die Luft. Einige leistungsstarke Schüler/innen meldeten sich sofort. Die Lehrerin nahm sofort eine der Meldungen dran. Besser wäre es gewesen, den leistungsschwächeren Schülern/innen etwas „Bedenkzeit“ zu geben. In dem darauf folgendem Abschnitt der Unterrichtsstunde gelang es besser, alle Schüler/innen mit in den Unterricht einzubeziehen. Die Lehrerin ging durch die Sitzordnung und zeigte in nicht voraussehbarer Reihenfolge senkrecht, diagonal oder waagerecht mit dem Zeigestock in die Luft. Hier zeigte sich, dass der größte Teil der Klasse dieses verstanden hatte. Allein kleine Flüchtigkeitsfehler entstanden, sodass auch die leistungsschwachen Schüler/innen einen Lernerfolg spürten. Diese Übung im Frontalunterricht durchzuführen, halte ich als eine gelungene Idee. So wurde die Zeit, die sonst mit dem hin und her verschieben der Tische und Stühle zu einem Sitzkreis verbraucht, genutzt. Außerdem wurde deutlicher, für wen der Zeigestock gerade was anzeigte, weil es nicht so beengt war, wie in einem Sitzkreis.

In der Erarbeitungsphase sollte das Fortsetzen von Mustern geübt werden. Die Lehrerin erklärte in einfacher Sprache und wenig Worten den Arbeitsauftrag. Allerdings vergaß sie darauf hinzuweisen, dass mit Linie gezeichnet werden sollte. Im Folgenden bearbeiteten die Schüler das Arbeitsblatt I. Als erstes sollten Muster erkannt werden, mit Bleistift und Lineal nachgezeichnet und im letzten Schritt mit Buntstiften ausgemalt werden. Hierbei kam es darauf an, die Muster und ihre Reihenfolge zu erkennen, um diese dann auch farblich deutlich zu machen. Sehr motiviert und mit viel Eifer gingen die Schüler/innen an das Lösen des Aufgaben. Jedoch hätte Frau L. die Arbeitsphase noch mal unterbrechen sollen, als sie bemerkte, dass fast alle Kinder ihre Muster ohne Lineal zeichneten. Zwei drittel der Klasse waren relativ schnell fertig, sodass sie noch ein weiteres sehr schwieriges Arbeitsblatt, aber mit selber Aufgabenstellung erhielten. Als die Lehrerin diese Phase des Unterrichts beendete, hatten zwei drittel der Klasse mit dem zweiten Arbeitsblatt begonnen.

Im letzten Abschnitt wiederholte die Lehrerin die Übung mit dem Zeigestock vom Anfang der Stunde. Diesmal klappte es fast ohne Fehler. Nur vereinzelt waren Flüchtigkeitsfehler zu hören, die aber sofort vom Schüler/in selbst korrigiert wurde.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese Unterrichtsstunde vor allem durch das sehr positive Lehrerverhalten geprägt war. Die Lehrerin sprach wenig und wenn dann waren die Sätze klar und deutlich formuliert. Insgesamt war es eine „runde“ Stunde, die aufzeigt, dass auch mit wenigen Materialien viel erreicht werden kann

[...]


[1] http://grundschule-Z.de/Gewaltpraevention.htm?mnu=220

[2] http://grundschule-Z.de/Leitbild.htm?mnu=200

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Bericht über das Allgemeine Schulpraktikum an einer Grundschule. Protokollierung und Planung von Unterrichtseinheiten
Autor
Jahr
2009
Seiten
40
Katalognummer
V143834
ISBN (eBook)
9783668179707
ISBN (Buch)
9783668179714
Dateigröße
484 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bericht, allgemeine, schulpraktikum, grundschule, protokollierung, planung, unterrichtseinheiten
Arbeit zitieren
Ina Vredenborg (Autor), 2009, Bericht über das Allgemeine Schulpraktikum an einer Grundschule. Protokollierung und Planung von Unterrichtseinheiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143834

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