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Der Tyrannenmord in "De Officiis" von Marcus Tullius Cicero. Rechtfertigung des Tyrannenmords?

Title: Der Tyrannenmord in "De Officiis" von Marcus Tullius Cicero. Rechtfertigung des Tyrannenmords?

Term Paper (Advanced seminar) , 2023 , 26 Pages , Grade: 2,3

Autor:in: Chayenne Liepertz (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der Fragestellung: "Inwiefern argumentiert Cicero in seinen Büchern von 'De Officiis' für den Tyrannenmord und handelt es sich bei diesen Argumenten um widerspruchsfrei nachweisbare bürgerliche Pflichten, oder weicht Cicero damit von seinen eigenen moralischen Ansprüchen ab?"

In seinem Werk "De Officiis" widmet sich der römische Gelehrte, Anwalt, Redner und Philosoph Marcus Tullius Cicero einer Auseinandersetzung über die Gerechtigkeit und das gerechte Handeln. Das Werk umfasst drei Bücher, in denen er das generelle Verständnis von Gerechtigkeit und Tugend (Buch eins), das für den Menschen Nützliche (Buch zwei) und schließlich einige Fälle, in denen das Gerechte und das Nützliche gegeneinander abgewogen werden muss oder gegeneinander zu stehen scheint, für seinen gleichnamigen Sohn aufarbeitet und behandelt.

Im Rahmen dieser Auseinandersetzung nennt er nicht nur Positivbeispiele für besonders gerechte und gute Menschen und Handlungen, sondern kommt, der Vollständigkeit halber, auch auf schlechte, ungerechte und unethische Verhaltensweise zu sprechen, welche sich die Menschen untereinander antun können und die es zu vermeiden gilt. Die Spitze dieses ungerechten Verhaltens bilden für ihn die Tyrannen, die durch ihr ruhmsüchtiges Verhalten dem Staat und dessen Bewohnern einen großen Schaden zufügen. Cicero selbst hat den politischen Aufstieg Caesars mitbekommen und nicht verhindern können, weshalb die persönliche Komponente in seiner Argumentation über Tyrannen herauszulesen ist und Caesar als Tyrann immer wieder Erwähnung findet.

Gaius Julius Caesar erlangte sein politisches Ansehen zunächst als Anwalt und Redner, doch durch sein Einschlagen in die militärische Laufbahn erlangte er schließlich Ruhm durch die Eroberungen in Gallien während des Gallischen Krieges von 58 bis 50 v. Chr. Bereits dort standen einige Politiker, darunter auch Cicero, dem aufstrebenden Caesar mit Besorgnis entgegen. 49 v. Chr. löste Caesars Überquerung des Flusses Rubikon einen Bürgerkrieg zwischen Caesars Truppen und der republikanischen Regierung unter Pompeius aus, den Caesar für sich entscheiden konnte. Dies nahm er zum Anlass, sich zum alleinigen Machthaben Roms auszurufen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Mensch und die Gerechtigkeit

2.1. Der Staat als wichtigste, menschliche Gesellschaft

3. Tyrannen bei Cicero

3.1. Warum Tugend nützlich ist

3.2. Die Motivation von Menschen(massen)

3.3. Wenn Gerechtigkeit und Nutzen kollidieren

4. „Gerechte“ Strafen für Tyrannen?

5. Fazit

6. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Argumentation von Marcus Tullius Cicero in „De Officiis“ hinsichtlich der Rechtfertigung von Tyrannenmord. Zentrale Fragestellung ist dabei, ob Cicero den Mord an einem Tyrannen als bürgerliche Pflicht konsistent mit seinen eigenen ethischen Ansprüchen begründen kann oder ob hier ein Widerspruch zu seinem gerechten Handeln vorliegt.

  • Das menschliche Verständnis von Gerechtigkeit und Tugend
  • Die soziale und staatliche Gemeinschaft bei Cicero
  • Die psychologischen Triebfedern menschlicher Motivation
  • Das Spannungsfeld zwischen Nutzen und Moral bei politischen Akteuren
  • Die ethische Zulässigkeit aktiver Gewalt gegen Tyrannen

Auszug aus dem Buch

3.2. Die Motivation von Menschen(massen)

Wozu diese Ausführung über die Tugend dient, zeigt sich in seinem nächsten Abschnitt, wo sich Cicero mit der Motivation von Menschen und Menschenmassen auseinandersetzt. Denn damit Menschen sich gegenseitig nützlich sind, bedarf es einer Motivation, die auf fünf verschiedene Weisen erlangen werden kann.

Zunächst einmal kann jemand die Menschen durch Sympathie (benivolentia) und Zuneigung zu etwas motivieren. Ein oder mehrere Menschen führen also eine bestimmte Handlung aus, weil sie für jemanden getan wird, der von diesen Menschen gemocht wird.

Die zweite Motivation ist die Motivation aus der Achtung vor jemandem heraus. Dies bezieht sich vor allem auf ungleiche (soziale) Stellungen, bei dem der Handelnde auf den Motivator hinaufblickt und Achtung vor seiner Persönlichkeit und seinen tugendhaften Taten empfindet.

Die dritte Art der Motivation ist die Motivation aus dem Vertrauen heraus, dass sich der Motivator für eine gute Angelegenheit einsetzt. Erachtet jemand also einen Menschen als besonders vertrauenswürdig, so handelt dieser gerne für ihn, da er den Motiven dieses Menschen vertraut.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in das Werk „De Officiis“ und Darstellung des historischen Kontextes um Gaius Julius Caesar sowie der leitenden Fragestellung zur moralischen Rechtfertigung des Tyrannenmordes.

2. Der Mensch und die Gerechtigkeit: Analyse des ciceronianischen Menschenbildes, das vernunftbegabtes Handeln und das Streben nach einer gerechten Gemeinschaft als naturgegeben definiert.

2.1. Der Staat als wichtigste, menschliche Gesellschaft: Untersuchung der Bedeutung des Vaterlandes und der sozialen Strukturen wie Ehe und Familie für die Aufrechterhaltung des Gemeinwohls.

3. Tyrannen bei Cicero: Erörterung der negativen Rolle von Tyrannen, die durch Selbstsucht und Machtstreben den Zusammenhalt der menschlichen Gemeinschaft gefährden.

3.1. Warum Tugend nützlich ist: Untersuchung des Verhältnisses zwischen dem Nützlichen und dem Moralischen, wobei Cicero betont, dass echtes Nutzen nur im Einklang mit der Tugend steht.

3.2. Die Motivation von Menschen(massen): Kategorisierung der fünf Motivationsformen menschlichen Handelns und Kritik der Motivation durch Angst, wie sie bei Tyrannen auftritt.

3.3. Wenn Gerechtigkeit und Nutzen kollidieren: Reflexion über das Auseinanderfallen von Moral und Nützlichkeit bei Politikern und die damit einhergehende Verwerflichkeit herrschsüchtiger Handlungen.

4. „Gerechte“ Strafen für Tyrannen?: Eingehende Betrachtung der expliziten Befürwortung Ciceros, Tyrannen aus Gründen der Staatsräson und zum Schutz der Gemeinschaft zu töten.

5. Fazit: Zusammenfassende Antwort auf die Forschungsfrage, die den Tyrannenmord bei Cicero als ambivalente „Ausnahme“ innerhalb seines Ethiksystems einordnet.

6. Literaturverzeichnis: Auflistung der verwendeten Quellen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Cicero, De Officiis, Tyrannenmord, Gerechtigkeit, Tugend, Gemeinwohl, Politik, Gaius Julius Caesar, Moral, Nützlichkeit, Sozialnatur, Menschenwürde, Staatsräson, Bürgerkrieg, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Ciceros ethische Position zu Tyrannen und die Frage, unter welchen Umständen er den Tyrannenmord als "edle Tat" oder bürgerliche Pflicht rechtfertigt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt das Verhältnis zwischen Naturrecht, Gerechtigkeit, zwischenmenschlicher Gemeinschaft und den moralischen Abwägungen politischer Machtausübung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, inwiefern Ciceros Argumentation für den Tyrannenmord widerspruchsfrei mit seinen moralischen Ansprüchen (insbesondere dem Verbot, aus Zorn zu handeln) vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Begriffsanalyse der Primärquelle "De Officiis" im Dialog mit aktueller Sekundärliteratur und unter Berücksichtigung des historischen Kontextes (Caesar).

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung menschlicher Natur und Gerechtigkeit, die Kritik an tyrannenhaftem Verhalten und die Diskussion über die Anwendung von Gewalt als "letztes Mittel" zum Schutz des Staates.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Tyrannenmord, Gerechtigkeit, Gemeinwohl, Tugend, Moral, Cicero und Staatsräson.

Wie bewertet Cicero die Rolle des Staates?

Cicero sieht den Staat als die wichtigste menschliche Gemeinschaft an, deren Erhalt und Unversehrtheit oberste Priorität hat, weshalb Handlungen gegen diesen als höchstes Verbrechen gelten.

Gibt es einen klaren Widerspruch in Ciceros Argumentation?

Ja, die Arbeit stellt heraus, dass Cicero zwar Hass und Zorn als Basis für Handlungen ablehnt, den Tyrannenmord aber gerade aufgrund seines persönlichen Abscheus gegen solche Herrscher als Ausnahme rechtfertigt.

Inwiefern beeinflusste Caesar die Argumentation?

Das persönliche Miterleben von Caesars politischen Aufstieg und dem anschließenden Bürgerkrieg prägte Ciceros Abneigung gegen Machtstreben, die er in "De Officiis" verallgemeinert.

Ist Tyrannenmord nach Cicero immer "nützlich"?

Cicero argumentiert, dass er in extremen Fällen für das Gemeinwohl zwar nützlich und moralisch begründbar ist, stellt sich dabei jedoch in ein Spannungsverhältnis zu seinem allgemeinen Dogma, dass Mord an einem Menschen niemals gerecht sein kann.

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Details

Title
Der Tyrannenmord in "De Officiis" von Marcus Tullius Cicero. Rechtfertigung des Tyrannenmords?
College
Ruhr-University of Bochum  (Philosophisches Institut)
Course
Ciceros "De Officiis"
Grade
2,3
Author
Chayenne Liepertz (Author)
Publication Year
2023
Pages
26
Catalog Number
V1438997
ISBN (PDF)
9783346997968
ISBN (Book)
9783346997975
Language
German
Tags
tyrannenmord officiis marcus tullius cicero rechtfertigung tyrannenmords
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Chayenne Liepertz (Author), 2023, Der Tyrannenmord in "De Officiis" von Marcus Tullius Cicero. Rechtfertigung des Tyrannenmords?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1438997
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