Großstadtprobleme - Smog und Lärm im Rom der Kaiserzeit


Seminararbeit, 2005

10 Seiten, Note: 1


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Literarische Betrachtung – Großstadtprobleme aus der Sicht zeitgenössischer Autoren
2.1. Die Satiren Juvenals
2.2. Die Epigramme Martials

3. Ursachen und Entstehung der Großstadtprobleme
3.1. Lärm am Tag und in der Nacht
3.2. Der Smog und seine Folgen für die Bevölkerung

4. Fazit

5. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Die Stadt kann in der heutigen Zeit als der wichtigste Lebensraum des Menschen bezeichnet werden. Das rasante Bevölkerungswachstum in den Entwicklungs- und Schwellenländern und der sich daraus ergebende Urbanisierungsprozess lassen die Städte zu enormen Ballungszentren anwachsen, die sich zu einer „dicht besiedelten und dauerhaften Niederlassung gesellschaftlich heterogener Individuen“ entwickeln.[1] In wenigen Jahren wird die Hälfte der Weltbevölkerung in Städten leben und schon heute wachsen in Entwicklungsländern bis zu zwei Drittel aller Kinder in Städten oder stadtnahen Gebieten auf.[2] Die Stadt wird also immer mehr zum bevorzugten Lebensraum des Menschen, wobei dem Urbanisierungsprozess nicht nur positive, sondern auch negative und höchst problematische Aspekte anhaften, die ein geordnetes und sicheres Zusammenleben, sowie den Erhalt einer lebenswerten Umwelt in Frage stellen. Überbevölkerung, sozialer Stress, Smog und Umweltschäden sind die Schlagworte dieser zukünftigen Herausforderung, die vor allem in den asiatischen Ballungszentren dringend einer Antwort bedürfen und unser heutiges Bild von der Stadt radikal verändern werden.

All diese Probleme scheinen auf den ersten Blick Symptome der Moderne zu sein. Der „Moloch Großstadt“ ist eine Erfindung des Expressionismus und so wird in der Literatur des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts die Großstadtkritik als Resultat der Industrialisierung begriffen.[3] Umso erstaunlicher ist es dann aber, wenn in den Werken antiker römischer Autoren ähnliche „moderne“ Probleme im Rom der Kaiserzeit beschrieben und aufgedeckt werden. Dies zeigt deutlich, dass literarische Stadtkritik bereits in der Antike existierte, aber auch, dass bereits das antike Rom unter so genannten „Großstadtproblemen“ litt.

Diese Arbeit soll sich mit den Großstadtproblemen im Rom der Kaiserzeit beschäftigen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den drei Aspekten, die die Lebensqualität der Stadtbevölkerung entscheidend beeinträchtigt haben: Überbevölkerung, Smog und Lärm. Aufgrund der knappen Literaturbasis zu diesem speziellen Themengebiet greift die Arbeit auch auf Quellen und das Internet zurück. Hierzu werden in einem ersten, literarischen Teil der Arbeit zunächst die zeitgenössischen Autoren Martial und Juvenal zu Wort kommen, die in ihren Werken zahlreiche Großstadtprobleme ausdrücklich benannt haben. Im zweiten Teil der Arbeit werden dann die Gründe und Entwicklungen dieser Probleme aufgezeigt. Ein abschließendes Fazit rundet die Betrachtung ab und stellt kurze Thesen zur Bedeutung der gewonnenen Erkenntnisse auf.

2. Literarische Betrachtung – Großstadtprobleme aus der Sicht zeitgenössischer Autoren

2.1 Die Satiren Juvenals

Um einen Einstieg in das Thema zu finden ist es zunächst hilfreich bestimme Werke von zeitgenössischen Schriftstellern zu betrachten, die ihre Erfahrungen und Erlebnisse mit den Problemen der Metropole Rom festgehalten haben um bestimme Missstände anzuprangern und die Öffentlichkeit aufzurütteln. In diesem Kontext sind die Satiren des Juvenal[4] von besonderer Bedeutung. In ihnen legt Juvenal die gesellschaftlichen Fehlentwicklungen schonungslos offen und stellt so den allgemeinen „Verfall“ des Römertums zur Schau.[5] Vor allem in der dritten Satire gibt er einen lebendigen Einblick in das bunte Treiben, das tagtäglich in der besonders dicht besiedelten Suburba herrscht.[6] Der folgende Ausschnitt (Juv. 3, 239-267) schildert das zum Teil lebensbedrohliche Getümmel auf den Straßen Roms:

„Der eine stößt mich mit dem Ellbogen, ein anderer versetzt mir einen Schlag mit einer harten Stange; der rammt mir einen Balken gegen den Kopf, der ein großes Tongefäß. Meine Füße sind von Schlamm bespritzt, dauernd werde ich von riesigen Plattfüßen getreten, und im Zeh steckt der Nagel eines Militärstiefels. (…) Ein Langer Tannenstamm, der auf einem Karren daherkommt, wippt auf und nieder, andere Wagen transportieren einen Pinienstamm, schwanken hoch und drohend über den Leuten. Wenn aber bei einem Fahrzeug, (…), die Achse bricht und der ganze Berg auf die Passanten herabstürzt, dann bleibt von denen nichts mehr übrig. Wer findet dann noch die Glieder, die Knochen?“[7]

[...]


[1] vgl. Herlyn, Ulfert: Stadt- und Sozialstruktur, München 1974, S.48.

[2] vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Verstädterung.

[3] Ein Beispiel hierfür ist die Wechselwirkung zwischen der „mechanischen Masse“ und dem „Einzelnen“, wie sie in Döblins „Berlin Alexanderplatz“ beschrieben wird.

[4] Decimus Iunius Iuvenalis (ca. 60-127 n. Chr.), Satirendichter.

[5] vgl. http://www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/phil_Fak_IV/Klass_Phil/Iuvenalallgemeines.htm.

[6] vgl. Neumeister, Christoff: Das Antike Rom. Ein literarischer Stadtführer, München 1991, S.25.

[7] Neumeister: Das Antike Rom, S.26.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Großstadtprobleme - Smog und Lärm im Rom der Kaiserzeit
Hochschule
Universität Bayreuth
Note
1
Autor
Jahr
2005
Seiten
10
Katalognummer
V143900
ISBN (eBook)
9783640769131
ISBN (Buch)
9783640769193
Dateigröße
430 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Großstadtprobleme, Smog, Lärm, Kaiserzeit
Arbeit zitieren
Frank Hoyer (Autor), 2005, Großstadtprobleme - Smog und Lärm im Rom der Kaiserzeit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143900

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