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Erfolgreiche Migranten im deutschen Bildungssytem

Title: Erfolgreiche Migranten im deutschen Bildungssytem

Examination Thesis , 2009 , 109 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Regina Anselm (Author)

Sociology - Politics, Majorities, Minorities
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Summary Excerpt Details

Gegenstand dieser Arbeit ist die Frage, mithilfe welcher struktureller Ressourcen Migranten ihren Bildungserfolg bewältigen. Es soll ebenfalls geklärt werden, von welchen Faktoren diese Bildungsaufsteiger profitieren, wie sie diesen Prozess biografisch deuten sowie mit welchen daraus resultierenden Folgen sie konfrontiert werden und wie sich ihr Umgang damit gestaltet. Dabei soll die These geprüft werden, ob sich Migranten auf ihrem Weg zum Bildungserfolg eines migrationsspezifischen Kapitals bedienen, das ihnen einen sozialen Aufstieg ermöglicht, obwohl die meisten von ihnen aus sogenannten bildungsfernen Familien stammen. Verfügen sie also über erfolgsgenerierende Ressourcen, die einheimischen, in bildungsfernen Familien lebenden, Jugendlichen nicht bereit stehen?
Den Beginn stellt die Skizzierung der Forschungsdesiderate in der Bildungs- und Migrationsforschung bezüglich erfolgreicher Migranten dar. Darauf folgt neben der Einführung in die konflikttheoretische Perspektive, auch eine in die Sozialkapitalperspektive sowie die lebenslauftheoretische Perspektive, da diese Bausteine für einen theoretischen Rahmen zur Analyse von Lebensläufen von Bildungsaufsteigern heranzuziehen sind. Im Anschluss daran werden die wesentlichen Determinanten für einen Bildungserfolg von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund vorgestellt, wobei der Schwerpunkt auf individuelle Merkmale, wie die Sprachkenntnisse und die Kontextmerkmale gelegt wird. In einer Zusammenfassung weiterer erfolgsgenerierender Faktoren wird auf Erkenntnisse und auf den Bildungsaufstieg begünstigende Faktoren eingegangen, die nicht als Determinanten definiert werden können. Eine Typenbildung bildungserfolgreicher Migranten stellt anschließend Gemeinsam-keiten von Einzelfällen sowohl in der Ressourcenausstattung sowie der biografischen Deutung gegenüber. Darauf aufbauend wird der Versuch unternommen, die hier vorgestellte These eines migrationsspezifischen Kapitals zu beantworten. Um sich ein besseres Bild von dem Bildungserfolg von Migranten machen zu können, werden im nächsten Punkt einige lakonische statistische Ergebnisse präsentiert. Nach einem narrativen Interview mit einer bildungserfolgreichen Schülerin, welches in erster Linie zur exemplarischen Bestätigung oder Widerlegung der hier aufgezeigten Theorien und Befunde herangezogen wird, folgt eine Zusammenfassung im Fazit. Schließlich werden bundesweite Projekte erwähnt, die den Bildungserfolg von Migranten fördern.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Forschungslage

3. Theoretischer Rahmen

3.1. Konflikttheoretischer Ansatz

3.1.1. Kulturell-familiäre Ressourcen und implizite institutionelle Ressourcen

3.1.2. Das kulturelle Kapital bei Bourdieu

3.2. Der Sozialkapitalansatz

3.2.1. Sozialkapitalansatz nach Coleman

3.2.2. Intergenerationales soziales Kapital

3.2.2.1. Zusammenhang normativer Erwartungen der Eltern mit dem Bildungserfolg von Kindern mit Migrationshintergrund

3.2.2.2. Empirische Anwendung

3.2.3. Intragenerationales soziales Kapital

3.2.4. Soziales Kapital und Gatekeeper

3.3. Die drei Ebenen des Lebenslaufbegriffs

3.4. Theoretisches Modell zur Analyse von Aufstiegsbiografien

4. Wichtige Determinanten für einen Bildungsaufstieg bei Kindern mit Migrationshintergrund

4.1. Individuelle Merkmale

4.1.1. Sprachkenntnisse

4.1.1.1. Die Beherrschung der deutschen Sprache

4.1.1.2. Zweisprachigkeit

4.1.1.3. Zuwanderungsalter

4.1.2. Selbstkonzept

4.2. Kontextmerkmale

5. Zusammenfassung weiterer erfolgsgenerierender Faktoren

6. Typologie bildungserfolgreicher Migranten

6.1. Die Kollektivisten

6.2. Die Individualisten

6.3. Acht Fälle erfolgreicher Migranten

7. Migrationsspezifisches Kapital als entscheidender Aufstiegsfaktor

8. Bildungserfolg in Zahlen – Statistik

9. Narratives Interview

9.1. Methodisches Vorgehen

9.2. Ergebnisse

10. Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht, mit welchen strukturellen Ressourcen und Faktoren Migranten ihren Bildungserfolg im deutschen Bildungssystem bewältigen, wie sie diesen Prozess biografisch deuten und welche Strategien sie dabei anwenden. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern ein spezifisches „migrationsspezifisches Kapital“ als Motor für sozialen Aufstieg dient.

  • Rolle von kulturellem und sozialem Kapital für Bildungserfolge.
  • Einfluss individueller Merkmale wie Sprachkenntnisse und Selbstkonzept.
  • Bedeutung der Typologie (Kollektivisten vs. Individualisten) für Bildungsbiografien.
  • Die Funktion von Gatekeepern und sozialen Netzwerken bei Bildungsübergängen.
  • Empirische Analyse von Aufstiegsbiografien erfolgreicher Migranten.

Auszug aus dem Buch

3.1.1. Kulturell-familiäre Ressourcen und implizite institutionelle Erwartungen

Laut Randall Collins ist die Institution Schule ein Ort, an dem primär die Vermittlung kultureller Fertigkeiten, die die herrschenden Statusgruppen einer Gesellschaft für legitim erachten, stattfindet. Darunter sind beispielsweise Werte, soziale Umgangsformen, verbale Ausdrucksweisen oder eine bestimmte Art und Weise, sich zu kleiden, zu verstehen (vgl. Collins 1971, 1009). Die Schule als eine Instanz, in der Schüler eigentlich neutral sozialisiert werden sollten, ist demnach ein Ort, an dem die Durchsetzung der Klassifikationen und Deutungen der dominanten Schichten geschehen.

Dabei tritt eine „invisible pedagogy“ (Bernstein 1997, zitiert nach: Raiser 2007, 24) in Erscheinung, die für Nicht-Angehörige der herrschenden Statusgruppen nur schwer zu durchschauen ist und deren Leistungsbewertungskriterien implizit und diskret bleiben. Demzufolge bedarf es für Erfolg im Bildungssystem der intimen Kenntnis seiner enthaltenden Verhaltenserwartungen, wodurch die Rolle der familiären Sozialisation in den Vordergrund gerückt wird und für bildungssoziologische Analysen interessant wird. In Familien erleben Kinder und Jugendliche eine schichtspezifische Sozialisation, in der sie sich spezifische kulturelle Fertigkeiten aneignen, die ihren Umgang mit den Erwartungen des Bildungssystems beeinflussen (vgl. Raiser 2007, 24). Besonders für Schüler mit Migrationshintergrund, die nur in Ausnahmen der herrschenden Gruppe angehören und damit einhergehend selten bereits durch ihre Familien einen souveränen Umgang mit jenen Anforderungen erlernt haben, ist es umso wichtiger, die Selektionskriterien des Bildungssystems zu durchschauen und dieses Wissen strategisch einzusetzen, um erfolgreich sein zu können (vgl. Raiser, 25).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Es wird die Zielsetzung dargelegt, den Diskurs über Bildungsmisserfolge von Migranten aufzubrechen und die Potenziale sowie strukturelle Ressourcen erfolgreicher Bildungsaufsteiger zu beleuchten.

2. Forschungslage: Die Forschung wird als bislang „soziologische Erklärungslücke“ beschrieben, da sie sich primär auf Defizite konzentriert und die Bedeutung familiärer Ressourcen für den Erfolg vernachlässigt hat.

3. Theoretischer Rahmen: Es werden kapitaltheoretische Ansätze (Bourdieu, Coleman) sowie lebenslauftheoretische Konzepte verknüpft, um zu erklären, wie Migranten ihre Startbedingungen kompensieren.

4. Wichtige Determinanten für einen Bildungsaufstieg bei Kindern mit Migrationshintergrund: Individuelle Merkmale, insbesondere Sprache, sowie Kontextmerkmale werden als entscheidende Einflussfaktoren für schulischen Erfolg analysiert.

5. Zusammenfassung weiterer erfolgsgenerierender Faktoren: Es werden ergänzende Erkenntnisse über den Bildungsaufstieg zusammengeführt, wobei der Fokus auf dem effizienten Einsatz von sozialem Kapital liegt.

6. Typologie bildungserfolgreicher Migranten: Es werden zwei Haupttypen – Kollektivisten und Individualisten – sowie acht spezifische Handlungsmuster vorgestellt, die unterschiedliche Strategien des sozialen Aufstiegs widerspiegeln.

7. Migrationsspezifisches Kapital als entscheidender Aufstiegsfaktor: Das Kapitel führt den Begriff des „migrationsspezifischen Kapitals“ ein, welches aus den spezifischen Erfahrungen und der Deutung der Migration resultiert.

8. Bildungserfolg in Zahlen – Statistik: Anhand statistischer Daten wird die Entwicklung des Bildungserfolgs von Migranten und die zunehmende Bedeutung integrierter Schulformen verdeutlicht.

9. Narratives Interview: Die methodische Vorgehensweise und die Ergebnisse eines qualitativen Interviews mit einer Schülerin werden präsentiert, um die theoretischen Thesen empirisch zu stützen.

10. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Bildungserfolg bei Migranten durch das komplexe Zusammenspiel von sozialem Kapital, familiären Normen und der Fähigkeit zur Selbstplatzierung in institutionellen Kontexten erreicht wird.

Schlüsselwörter

Bildungserfolg, Migrationshintergrund, Sozialkapital, kulturelles Kapital, Bildungsaufstieg, Lebenslaufregime, Akkulturation, Sprachkenntnisse, Mehrsprachigkeit, Integration, Migration, Selektionskriterien, Typologie, Bildungsaspirationen, Aufstiegsbiografien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit den Voraussetzungen und Ressourcen, die es Migranten ermöglichen, erfolgreich das deutsche Bildungssystem zu durchlaufen und Bildungsaufstiege zu bewältigen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit analysiert die Rollen von sozialem und kulturellem Kapital, die Bedeutung von Sprache und Mehrsprachigkeit sowie den Einfluss familiärer Erwartungen auf den Schulerfolg.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Fokus von einer rein defizitorientierten Betrachtung von Migranten hin zu einer Analyse ihrer Erfolgspotenziale und Ressourcen zu verschieben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Aufarbeitung bildungssoziologischer Ansätze sowie eine ergänzende empirische Komponente mittels eines narrativen Interviews zur Einzelfallanalyse.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse determinierender Merkmale, eine Typenbildung von Bildungsaufsteigern und eine statistische Auswertung sowie eine Fallstudie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie „migrationsspezifisches Kapital“, „Sozialkapitalansatz nach Coleman“, „Kollektivisten“, „Individualisten“ und „kulturelles Lebenslaufprogramm“ stehen im Zentrum.

Warum ist das "migrationsspezifische Kapital" so wichtig?

Es erklärt, warum Migranten trotz oft schwieriger Ausgangslage Erfolge erzielen können, indem sie die Erfahrung der Migration selbst in eine handlungsleitende Ressource umdeuten.

Wie spielen Geschwister eine Rolle beim Bildungserfolg?

Die Arbeit zeigt, dass ältere Geschwister als "Pioniere" und "Coaches" fungieren, die wertvolles Wissen über das Bildungssystem an jüngere Geschwister weitergeben.

Welchen Einfluss hat die "Deutsch-Pflicht" auf dem Pausenhof?

Die Arbeit diskutiert dies kritisch als eine Maßnahme, die zwar die Integration fördern soll, aber die Wertschätzung der Muttersprache und damit die Identitätsbildung potenziell behindert.

Excerpt out of 109 pages  - scroll top

Details

Title
Erfolgreiche Migranten im deutschen Bildungssytem
College
Justus-Liebig-University Giessen
Grade
1,0
Author
Regina Anselm (Author)
Publication Year
2009
Pages
109
Catalog Number
V143997
ISBN (eBook)
9783640538942
ISBN (Book)
9783656551973
Language
German
Tags
Erfolgreiche Migranten Bildungssytem
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Regina Anselm (Author), 2009, Erfolgreiche Migranten im deutschen Bildungssytem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/143997
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