Das Thema der vorliegenden Verschriftlichung ist: „Soziale Ungleichheit – Fokus
Armut“ und dies alles betrachtet im großen Themenkomplex „Gesundheit und Lebenslagen“.
Der Rückgriff auf den Großkomplex zeigt auf, um welchen Zusammenhang es im
Detail gehen soll: den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit.
Im ersten Kapitel meiner Arbeit möchte ich einige wissenschaftliche Definitionen
von Armut vorstellen, bevor ich im zweiten Kapitel auf die Empirie zu sprechen
komme und anhand von wissenschaftlichen Untersuchungen des Robert Koch-
Instituts den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit aufzeige. Mein
Schwerpunkt liegt hier bei der Morbidität, der Mortalität, der subjektiven Gesundheit
und dem Gesundheitsverhalten. Im abschließenden Fazit werde ich die Ergebnisse
der Untersuchungen zusammenfassen und mögliche Entwicklungen aufzeigen.
[...]
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Kapitel 1
Armut
Definitionen
Kapitel 2
Empirie
2.1. Morbidität
2.2 Mortalität
2.2 Subjektive Gesundheit
2.3 Gesundheitsverhalten
2.3.1 Tabakkonsum
2.3.2 Sportliche Beteiligung
2.3.2 Inanspruchnahme der ärztlichen Versorgung
Kapitel 3
Fazit
3.1. Diskussionsansätze
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit im Kontext sozialer Ungleichheit. Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Definitionen und empirischer Daten des Robert Koch-Instituts aufzuzeigen, wie sich ökonomische Benachteiligung auf die Morbidität, Mortalität sowie das gesundheitsrelevante Verhalten von Individuen auswirkt und welche Rolle die soziale Herkunft bei der Entstehung von gesundheitlichen Risiken spielt.
- Wissenschaftliche Definitionen von absoluter und relativer Armut
- Analyse des Zusammenhangs zwischen Einkommen und Morbidität
- Einfluss ökonomischer Faktoren auf die Mortalitätsrate
- Subjektive Gesundheit und deren soziale Determinanten
- Gesundheitsverhalten (Tabakkonsum, sportliche Aktivität, ärztliche Versorgung)
Auszug aus dem Buch
2.1. Morbidität
Im vorliegenden Kapitel werde ich vier Untersuchungsschwerpunkte des Robert Koch-Instituts (RKI) vorstellen, die sich mit dem Zusammenhang zwischen Einkommen und Gesundheit beschäftigen. Erster Untersuchungsschwerpunkt des RKI ist der Zusammenhang zwischen Einkommen und Morbidität.
In der Abbildung auf Seite 6 (Abbildung 3.2.) wurde die Morbiditätsrate für Herzinfarkte bei 60- bis 69-jährigen pflichtversicherten und freiwillig versicherten GEK-Mitgliedern im Zeitraum zwischen 1990 und 2003 verglichen. Die freiwillig Versicherten sind die privatversicherten Patienten, bei denen von einem höheren Einkommen ausgegangen werden kann. Es fällt auf, dass zum einen Männer sehr viel stärker betroffen sind als Frauen, was aber medizinische Gründe hat. Dann fällt auf, dass pflichtversicherte Patienten in einem weitaus höheren Maß von Herzinfarkten betroffen sind als freiwillig versicherte Patienten. Diese Entwicklung ist bei Männern und Frauen gleichermaßen zu beobachten.
Beinahe identische Kurvenverläufe sind auch bei Lungenkrebs, Leberzirrhose, Diabetes, Bronchitis und Adipositas zu beobachten. Freiwillig versicherte Männer und Frauen haben eine deutlich geringere Morbiditätsrate als pflichtversicherte Männer und Frauen.
Gründe für die höhere Morbiditätsrate sind oftmals in mangelnder Bildung und dem daraus resultierenden Verhalten der Betroffenen zu suchen. So führt Fehlernährung oder mangelnde Bewegung zu erhöhten gesundheitlichen Risiken, wie eben beim Herzinfarkt oder Adipositas und übermäßiger Tabakkonsum zu erhöhten Werten beim Lungenkrebs.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in das Thema „Soziale Ungleichheit – Fokus Armut“ und Darlegung des geplanten Untersuchungsaufbaus.
Kapitel 1: Vorstellung theoretischer Ansätze und wissenschaftlicher Definitionen von Armut, insbesondere der Differenzierung zwischen absoluter und relativer Armut.
Kapitel 2: Empirische Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Einkommen und Gesundheitsfaktoren wie Morbidität, Mortalität und Verhalten.
Kapitel 3: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Diskussion bildungspolitischer Ansätze zur Verbesserung gesundheitlicher Chancen.
Schlüsselwörter
Soziale Ungleichheit, Armut, Gesundheit, Morbidität, Mortalität, Gesundheitsverhalten, Einkommen, Prävention, Lebenslagen, Robert Koch-Institut, Armutsrisikogruppe, Bildungsbenachteiligung, Gesundheitsförderung, Sozioökonomischer Status, Sozialhygiene
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den komplexen Zusammenhang zwischen dem sozialen Status – hier fokussiert auf Armut – und der gesundheitlichen Situation von Menschen in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen Armutsdefinitionen, die Morbidität (Krankheitshäufigkeit), die Mortalität (Sterblichkeit), die subjektive Wahrnehmung der eigenen Gesundheit sowie gesundheitsrelevantes Verhalten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach dem Einfluss der Armut auf die Gesundheit und wie sich soziale Ungleichheit konkret in gesundheitlichen Kennzahlen manifestiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Literaturanalyse sowie auf empirische Daten und Untersuchungen des Robert Koch-Instituts, um den Zusammenhang zwischen Einkommen und Gesundheit zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil präsentiert Daten zur Morbidität und Mortalität, vergleicht diese nach Einkommensgruppen und analysiert das Gesundheitsverhalten, etwa hinsichtlich Tabakkonsum und Sportaktivitäten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Soziale Ungleichheit, Armutsrisikogruppe, Morbidität, Mortalität, Gesundheitsverhalten und die „Armutsspirale“.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen absoluter und relativer Armut?
Absolute Armut wird als Mangel an existenzsichernden Ressourcen (Hunger/Unterernährung) definiert, während relative Armut den Ausschluss von der in einem Staat als Minimum annehmbaren Lebensweise beschreibt.
Warum spielt Bildung laut dem Fazit eine so große Rolle?
Der Autor argumentiert, dass Bildung die Handlungsoptionen der Menschen erweitert und somit unabhängig vom Einkommen zu informierteren Entscheidungen bezüglich der eigenen Gesundheit führt.
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- Sebastian Prignitz (Author), 2009, Der Zusammenhang von Armut und Gesundheit, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144168