Der Zusammenhang von Armut und Gesundheit


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
18 Seiten, Note: 2

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Kapitel 1 Armut
Definitionen

Kapitel 2 Empirie
2.1. Morbidität
2.2 Mortalität
2.2 Subjektive Gesundheit
2.3 Gesundheitsverhalten
2.3.1 Tabakkonsum
2.3.2 Sportliche Beteiligung
2.3.2 Inanspruchnahme der ärztlichen Versorgung

Kapitel 3 Fazit
3.1. Diskussionsansätze

Literatur
Zeitschriften
Internet

Anhang

Einleitung

Das Thema der vorliegenden Verschriftlichung ist: „Soziale Ungleichheit – Fokus Armut“ und dies alles betrachtet im großen Themenkomplex „Gesundheit und Lebenslagen“.

Der Rückgriff auf den Großkomplex zeigt auf, um welchen Zusammenhang es im Detail gehen soll: den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit.

Im ersten Kapitel meiner Arbeit möchte ich einige wissenschaftliche Definitionen von Armut vorstellen, bevor ich im zweiten Kapitel auf die Empirie zu sprechen komme und anhand von wissenschaftlichen Untersuchungen des Robert Koch-Instituts den Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit aufzeige. Mein Schwerpunkt liegt hier bei der Morbidität, der Mortalität, der subjektiven Gesundheit und dem Gesundheitsverhalten. Im abschließenden Fazit werde ich die Ergebnisse der Untersuchungen zusammenfassen und mögliche Entwicklungen aufzeigen.

Kapitel 1 Armut

Definitionen

In der Forschung gibt es verschiedene Herangehensweisen, um Armut zu differenzieren und zu klassifizieren. Allen diesen Herangehensweisen ist jedoch gleich, dass sie einen Mangel beschreiben.

So beschreibt ein Lehrbuch der Ökonomie Armut als „Zustand, in dem Menschen unzureichende Einkommen beziehen.“[1] Ein weiterer ökonomischer Ansatz ist die Armutsdefinition der Weltbank, die Menschen als arm bezeichnet, die „über weniger als einen US-Dollar pro Tag an Einkommen verfügen“.[2] Eine weitere Unterscheidung ist die zwischen absoluter und relativer Armut.

Als absolute Armut wird Armut bezeichnet, die „durch Unfähigkeit zum physischen Überleben infolge von Hunger, Unterernährung und schlechten Lebensverhältnissen“[3] gekennzeichnet ist. Diese krasse Form der Armut tritt in den industrialisierten westlichen Staaten kaum auf und ist eher in Entwicklungsländern zu beobachten.

Armut in den Industriestaaten wird in der Forschung als relative Armut bezeichnet und bezeichnet ein gesellschaftlich definiertes, soziokulturelles Existenzminimum,[4] dass, je reicher ein Staat ist, auch umso höher angesetzt ist.

Nach der Definition des Rates der Europäischen Gemeinschaft bedeutet „in relativer Armut lebend“ folgendes: „Arm sind Personen, Familien und Haushalte, die über so geringe (materielle, kulturelle und soziale) Mittel verfügen, dass sie von der Lebensweise ausgeschlossen sind, die in dem Mitgliedsstaat, in dem sie leben, als Minimum annehmbar ist.“[5]

Für Deutschland heißt das folgendes: Nach den EU-Kriterien für die Armutsgefährdungsgrenze liegt die bundesdeutsche Grenze demnach bei 10.274 € jährlich, bzw. 856 € monatlich. Jede Person, die unter diese Verdienstgrenze fällt, gilt als arm.[6]

Nach diesen Zahlen, sind in den alten Bundesländern 12% und in den neuen Bundesländern 17% der Menschen armutsgefährdet. Und bereits in relativer Armut leben ca. 13% der deutschen Gesamtbevölkerung.[7]

Trotz ihrer begrifflichen Abgrenzung zur absoluten Armut ist auch die relative Armut ein Phänomen, das erhebliche gesundheitliche Auswirkungen auf die Betroffenen haben kann. Dieser Zusammenhang ist keine Erkenntnis der Neuzeit, sondern wurde bereits 1923, in den Untersuchungen von Alfred Grotjahn festgestellt. Grotjahn, Mitbegründer der Sozialhygiene, sagte: „Die sozialen Verhältnisse schaffen oder begünstigen die Krankheitsanlage, sind Träger der Krankheitsbedingungen, vermitteln Krankheitsursachen und beeinflussen den Krankheitsverlauf.“[8] Diese Untersuchungen über die Lebens- und Arbeitswelt der Fabrikarbeiter und die daraus gewonnenen Erkenntnisse, lassen sich im Prinzip auch auf die heutige Zeit anwenden.

[...]


[1] Paul A. Samuelson, William D. Nordhaus: Volkswirtschaftslehre, Übersetzung der 15. Auflage, Wien 1998, S. 427.

[2] http://www.millenniumkampagne.de/index.php?id=13

[3] Bardelmann J.; Dietz, B.: Armutsbericht der Universitätsstadt Gießen. Magistrat der Stadt Gießen. Sozialdezernat (Hrsg.). Gießen 1993

[4] Lehmkühler, Stephanie H.: Die Giessener Ernährungsstudie über das Ernährungsverhalten von Armutshaushalten (GESA) – quantitative Fallstudien, Justus-Liebig-Universität Gießen, 2002, S. 22.

[5] Kommission der Europäischen Gemeinschaften: Schlussbericht des Zweiten Europäischen Programms zur Bekämpfung der Armut, Brüssel, 1991, S. 4.

[6] Statistisches Bundesamt: Armut und Lebensbedingungen – Ergebnisse aus Leben in Europa für Deutschland 2005, Berlin, 2006, S. 18.

[7] Lampert, Thomas; Ziese, Thomas: Armut, soziale Ungleichheit und Gesundheit – Expertise des Robert Koch-Instituts zum zweiten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung, Berlin, 2005.

[8] Aus Politik und Zeitgeschichte: Gesundheit und soziale Ungleichheit, Nr. 42/2007, S. 4.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Der Zusammenhang von Armut und Gesundheit
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Note
2
Autor
Jahr
2009
Seiten
18
Katalognummer
V144168
ISBN (eBook)
9783640535071
ISBN (Buch)
9783640535200
Dateigröße
901 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Zusammenhang, Armut, Gesundheit
Arbeit zitieren
Sebastian Prignitz (Autor), 2009, Der Zusammenhang von Armut und Gesundheit, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144168

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