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Das Privatsprachenargument Wittgensteins

Title: Das Privatsprachenargument Wittgensteins

Presentation (Elaboration) , 2007 , 25 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Carolin Lohre (Author)

Philosophy - Theoretical (Realisation, Science, Logic, Language)
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Die Sprache ist eines der wichtigsten Elemente unserer emotionalen und sozialen Kommunikation. Je besser diese von klein auf ausgebildet ist, umso differenzierter, gewählter und kommunikativer kann sich der Mensch mitteilen. Sprache ist selbstverständlich und alltäglich, ja sogar überlebenswichtig.
Doch wer von uns macht sich während seines üblichen Tagesablaufes schon differenzierte Gedanken über Entstehung, Gebrauch und Nutzen der Sprache?
Ferdinand de Saussure hat Sprache als Zeichensystem konzipiert, Karl Bühler sieht Sprache als „geformtes Gerät“. Für die Pragmatik wiederum ist Sprache ein zweckorientiertes Handlungssystem, das mental verankert ist; für andere das Medium der Gedankenbildung schlechthin (Wilhelm von Humboldt). Auch die Philosophie beschäftigt sich seit geraumer Zeit mit dem Phänomen Sprache, wie wir bestimmte Dinge zum Ausdruck bringen, wie z. B. unsere Gefühle. So wird in den Kognitionswissenschaften erforscht, warum ein Mensch erkennen kann wie sein Gegenüber sich fühlt, wenn er sein lachendes Gesicht sieht.
Der österreichisch-englische Philosoph Ludwig Wittgenstein geht noch viel weiter; er stellt sich die Frage ob es überhaupt möglich ist zu wissen, dass zwei Menschen das Gleiche meinen, wenn sie ein Gefühl, ihr eigenes, individuelles Gefühl z. B. als Glück bezeichnen. Woher kann ich wissen, dass mein Gesprächspartner das Gleiche fühlt wie ich? Und wenn dies nicht der Fall sein sollte, ist es dann überhaupt von Bedeutung? Wie kommen wir überhaupt dazu bestimmte Dinge, wie auch Emotionen mit bestimmten Begriffen zu bezeichnen; könnte nicht jeder sich ein eigenes, individuelles Wort für sein eigenes, individuelles Gefühl „ausdenken“?
Normalerweise wird in der modernen Philosophie die Annahme vorausgesetzt, dass die Bedeutung der Wörter durch das gegeben ist wofür sie stehen (augustinisches Bild) und die geistigen Phänomene nur dem Einzelnem zugänglich sind.
Doch seit Ludwig Wittgenstein ändert sich dieses Verständnis. Er hatdie Sicht auf die Sprachtheorie in interessanter Weise verändert und sich wie kein anderer mit den menschlichen Emotionen und ihren (v. a. sprachlichen) Ausdrucksmöglichkeiten beschäftigt.
Es ist unumstritten, dass dieser Denker erheblichen Einfluss auf die Entwicklung in der Sprachphilosophie genommen und wichtige Denkanstöße, insbesondere in Bezug auf Überlegungen anderer Philosophen wie z. B. Kripke gegeben hat. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort – Sprache und Empfindungen

2. Einleitung – Aufbau der Arbeit

3. Einführung

3.1 Grundannahmen der „Philosophischen Untersuchungen“ im Kontext des Wandels der Wittgensteinschen Philosophie

3.2 Sprachspiele

3.3 Privatheit und private Empfindungen

4. Textüberblick

5. Privatsprachenargumentation

5.2 Das Privatsprachenargument

5.3 Der Bezug zur öffentlichen Sprache

5.4 Zusammenfassende Betrachtung

6. Resümee: Bedeutung und Diskussion

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht das Privatsprachenargument von Ludwig Wittgenstein und hinterfragt die Möglichkeit einer Sprache, die sich ausschließlich auf subjektive, private Erlebnisse bezieht. Das zentrale Ziel ist es, Wittgensteins Argumentation gegen die logische Haltbarkeit einer solchen Privatsprache zu analysieren und aufzuzeigen, wie Sprache als öffentliches, regelgeleitetes Phänomen in unsere Lebensform eingebettet ist.

  • Grundlagen der Sprachphilosophie und der Wandel in Wittgensteins Denken
  • Die Analyse des Begriffs „Sprachspiel“ als regelgeleitete Tätigkeit
  • Untersuchung der Privatheit von Empfindungen und deren Erkenntnisgrenzen
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Idee eines rein subjektiven Wortgebrauchs

Auszug aus dem Buch

5.2 Das Privatsprachenargument

In dem Privatsprachenargument von Ludwig Wittgenstein geht es eigentlich nicht nur um ein Argument, sondern um eine ganze Argumentation. (s.o.) Eines der am häufigsten interpretierten Argumente von Wittgenstein ist folgendes:

„Darum ist der Regel folgen eine Praxis. Und der Regel zu folgen glauben ist nicht: der Regel folgen. Und darum kann man nicht der Regel privatim folgen, weil sonst der Regel zu folgen glauben dasselbe wäre, wie der Regel folgen.“

Da dieses Argument oft als das Privatsprachenargument interpretiert wird und es viele verschiedene Ansätze dazu gibt, können wir auch nur versuchen unseren Ansatz und unsere Interpretation zu verdeutlichen und den Bezug zu Wittgensteins Privatsprachenargumentation herzustellen. In diesem Argument verdeutlicht Wittgenstein, dass es so etwas, wie eine private Regel nicht geben kann.

Damit meint er Regeln, denen nur ein einziger folgt und die nur der Regelfolgende selbst versteht. Denn der Privatsprachler hat eben kein Kriterium für seine Regel. Selbst, wenn er meint, er würde einer Regel folgen, kann er hierüber nicht entscheiden, ob er der Regel wirklich gefolgt ist oder nicht. Sprache ist für Wittgenstein regelfolgendes Verhalten. In diesem Zusammenhang ist Sprache nur dann möglich, wenn man gemeinsam einer Regel folgt. Derjenige, der die Sprache unabhängig von dieser Öffentlichkeit erworben hat, kann nicht behaupten, dass er eine Sprache spricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort – Sprache und Empfindungen: Das Kapitel führt in die Bedeutung von Sprache als emotionales und soziales Kommunikationsmittel ein und stellt die leitende Frage Wittgensteins nach der Möglichkeit einer individuellen, privaten Sprache.

2. Einleitung – Aufbau der Arbeit: Diese Sektion erläutert den inhaltlichen Aufbau der Ausarbeitung, definiert die Zielsetzung und ordnet den analysierten Text biografisch in Wittgensteins Gesamtwerk ein.

3. Einführung: Hier werden die theoretischen Grundlagen gelegt, insbesondere der Wandel vom „frühen“ zum „späten“ Wittgenstein, die Bedeutung des Sprachspiels und die philosophische Definition von Privatheit.

4. Textüberblick: Dieses Kapitel bietet eine strukturierte Übersicht über den untersuchten Originaltext und unterteilt ihn in Sinnabschnitte, um die Analyse im Hauptteil besser verorten zu können.

5. Privatsprachenargumentation: Dieser Abschnitt widmet sich dem Kern der Arbeit, indem er Wittgensteins Argumentation gegen eine Privatsprache detailliert analysiert und die Notwendigkeit öffentlicher Regeln für die Bedeutung von Begriffen hervorhebt.

6. Resümee: Bedeutung und Diskussion: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Bedeutung von Wittgensteins Thesen für die Sprachphilosophie, die Erkenntnistheorie und die Philosophie der Psychologie.

Schlüsselwörter

Ludwig Wittgenstein, Privatsprachenargument, Sprachphilosophie, Sprachspiel, Grammatik, Empfindungen, Regelbefolgung, Öffentliche Sprache, Käferbeispiel, Erkenntnistheorie, Subjektivität, Bedeutung, Lebensform, cartesianisch, Skeptizismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt Wittgensteins Privatsprachenargument und die grundlegende Frage, ob es denkbar ist, dass eine Sprache ausschließlich auf private, subjektive Erlebnisse verweist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen umfassen die Definition von Sprachspielen, das Verhältnis zwischen privatem Empfinden und öffentlicher Sprache sowie die Analyse von Regeln als Basis für sprachliche Bedeutung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Klärung und Analyse von Wittgensteins Argumentation gegen die Möglichkeit einer Privatsprache und die Beantwortung der Frage, ob eine solche Sprache für den Menschen sinnvoll konstruierbar wäre.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine textanalytische Untersuchung des Werkes „Philosophische Untersuchungen“ durchgeführt, ergänzt durch die Rekonstruktion von Wittgensteins Gedankenexperimenten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Privatsprachenargumentation, dem Versuch einer Privatsprache durch den „Privatsprachler“ und dem berühmten „Käferbeispiel“ zur Verdeutlichung der öffentlichen Natur von Sprache.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Privatsprachenargument, Sprachspiel, Regelbefolgung, Lebensform und das Käferbeispiel.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Sprache im „Tractatus“ von den „Philosophischen Untersuchungen“?

Der frühe Wittgenstein sah Sprache als referentielles Abbild der Wirklichkeit, während er später den Fokus auf den Gebrauch von Sprache gemäß grammatischer Regeln innerhalb von Sprachspielen legte.

Welche Rolle spielt die Regelbefolgung für Wittgenstein?

Regelbefolgung ist nach Wittgenstein eine soziale Praxis; eine private Regel kann nicht existieren, da dem Individuum ohne eine öffentliche Instanz der Maßstab für die Richtigkeit der Anwendung fehlt.

Was genau ist mit dem „Käferbeispiel“ gemeint?

Das Käferbeispiel illustriert, dass die private Natur einer Empfindung für das öffentliche Sprachspiel irrelevant ist, da Sprache als öffentliches Mittel funktioniert und das „Innere“ keine Rolle für den Sinn spielt.

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Details

Title
Das Privatsprachenargument Wittgensteins
College
University of Paderborn  (Institut für Humanwissenschaften)
Grade
1,0
Author
Carolin Lohre (Author)
Publication Year
2007
Pages
25
Catalog Number
V144221
ISBN (eBook)
9783640535330
ISBN (Book)
9783656834335
Language
German
Tags
Privatsprachenargument Wittgensteins
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Carolin Lohre (Author), 2007, Das Privatsprachenargument Wittgensteins, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144221
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