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Gewaltprävention in der Kita als Aufgabe der Führungskraft

Title: Gewaltprävention in der Kita als Aufgabe der Führungskraft

Thesis , 2023 , 26 Pages

Autor:in: Pauline Luja (Author)

Pedagogy - Nursery Pedagogy, Early Childhood Education
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Wie kann die Führungskraft einer Kita mit ihrem Team ein Gewaltschutzkonzept erarbeiten, welches im pädagogischen Alltag umsetzbar ist? Zur Beantwortung der Leitfrage werde ich aufzeigen, in welchen Alltagssituationen Gewalt durch das Personal auftreten kann, und eindringlich darstellen, welche Rechte Kinder in Deutschland haben. Auch werde ich mögliche präventive Maßnahmen aufzählen und mich zum Schluss mit dem Thema eines Kinderschutzkonzepts befassen. Mit dieser Arbeit möchte ich auf die stattfindende Gewalt in Kindertageseinrichtungen aufmerksam machen und verdeutlichen, welche wichtige Rolle die Einrichtungsleitung hierbei spielt, damit Gewalt zukünftig, zumindest in den Einrichtungen, kein Tabu-Thema mehr ist und sensibel bearbeitet wird. In dieser Abschlussarbeit werde ich mich hauptsächlich auf die physische und psychische Gewalt beschränken. Ausführung von Gewalthandlungen aufgrund von psychischen Erkrankungen werde ich allerdings nicht thematisieren.

1.013.048 Personen sind im Jahr 2019 Opfer einer Straftat geworden. 72.772 Betroffene davon waren Kinder unter 14 Jahren. Das sind die offiziellen Zahlen, welche dem BKA übermittelt worden sind. Die Dunkelziffer dürfte hierbei um einiges höher liegen, denn nicht jede Gewalttat wird gemeldet und auch nicht jedes Opfer einer Straftat wird in dieser Statistik aufgelistet. Gewalt kann jeden treffen und kann auch für jeden einzelnen, im Verlauf seines Lebens, ein Thema werden. Entweder weil er selber Gewalt erfahren hat oder jemanden kennt, der solche erlebt. Gewalt in Kindertageseinrichtungen, im vermeintlich „sichersten Ort für Kinder“, ist laut Jörg Maywald immer noch in unserer Gesellschaft ein Tabu-Thema. Es wird viel zu wenig darüber gesprochen, was unter Gewalt zu verstehen ist und wie es passieren kann, dass Gewalt durch das Personal an Kindern ausgeübt wird.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Gewalt

2.1. Definition Gewalt

2.2. Formen von Gewalt

2.2.1. Verbale Gewalt

2.2.2. Psychische Gewalt

2.3. Unterschied zwischen Gewalt und Konflikt

3. Gewalt in der Kita

3.1. Gewalt unter Kindern

3.1.1. Mögliche Entstehungsfaktoren für Gewaltverhalten in Kitas

3.3. Gewalt durch das Personal einer Kita

3.3.1. Gewalt durch Körperliche Bestrafungen

3.3.2. Gewalt beim Essen

3.3.3. Gewalt durch Fixieren

4. Rechtliche Grundlagen

4.1. Das Grundgesetz

4.2. Bürgerliches Gesetzbuch

4.3. Strafgesetzbuch

4.4. UN-Kinderrechtskonvention

4.5. EU-Grundrechtecharta

4.6. Kinder- und Jugendhilfegesetz

5. Führungskraft

5.1. Definition Führungskraft

5.2. Definition Führungskraft einer Kinder-Tages-Einrichtung

5.3. Die wichtige Rolle der Führungskraft

6. Gewaltprävention

6.1. Der Begriff Prävention

6.2. Ebenen der Gewaltprävention nach Holger Pressel

6.2.1. Die kulturelle und organisationale Ebene

6.2.2. Die zwischenmenschlichen Ebene

6.2.3. Die individuelle Ebene

6.3. Formen der Gewaltprävention nach Stefan Werner

6.3.1. Primäre Gewaltprävention

6.3.2. Sekundäre Gewaltprävention

6.3.3. Tertiäre Gewaltprävention

6.4. Präventive Maßnahmen gegen Gewalt nach Jörg Maywald

6.4.1. Präventive Maßnahmen für Kinder

6.4.2. Fortbildungen als präventive Maßnahme

6.4.3. Zusammenarbeit im Team

6.5. Zusammenspiel der Konflikt- und Gewaltprävention

7. Das Gewaltschutzkonzept

7.1. Unterschiedliche Reichweiten

7.2. Schrittweise zum Gewaltschutzkonzept nach Jörg Maywald

7.3. Die Bausteine eines Gewaltschutzkonzepts aufgezeigt an einem Fallbeispiel

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie Führungskräfte in Kindertageseinrichtungen gemeinsam mit ihrem Team ein in der Praxis umsetzbares Gewaltschutzkonzept entwickeln können. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie Gewalt durch pädagogisches Personal identifiziert, präventiv bearbeitet und durch organisatorische Maßnahmen sowie eine gelebte professionelle Haltung verhindert werden kann.

  • Analyse der verschiedenen Gewaltformen (physisch, psychisch, verbal) im Kita-Alltag.
  • Darstellung der rechtlichen Rahmenbedingungen und Kinderschutzvorgaben.
  • Bedeutung der Führungskraft als Bindeglied und Impulsgeber für Gewaltprävention.
  • Strategien zur Implementierung eines Gewaltschutzkonzepts nach aktuellen fachlichen Standards.
  • Bedeutung von Partizipation, Team-Reflexion und Beschwerdemanagement für den Kinderschutz.

Auszug aus dem Buch

3.3.1. Gewalt durch Körperliche Bestrafungen

Laut Jörg Maywald können körperliche Bestrafungen in der Kita in Form von einem „Klaps auf den Po“ oder Ohrfeigen auftreten. An das Personal einer Kita werden, zu Recht, besonders hohe Ansprüche hinsichtlich der erzieherischen Fähigkeiten und einer gewaltfreien Erziehung gestellt. Stressige Situationen im Kitaalltag können dazu führen, dass das Personal beispielsweise als Reaktion auf ein provokantes Verhalten nicht angemessen reagiert. Sollte dies geschehen, muss sich die beteiligte Person als erstes bei dem betroffenen Kind entschuldigen, anschließend müssen die Erziehungsberechtigten über das Geschehen und die bereits getroffenen Maßnahmen informiert werden und darauffolgend sollte in einer Teamsitzung besprochen werden, wie zukünftig mit provokantem Verhalten umgegangen wird. Dies setzt voraus, dass die Einrichtungsleitung darüber in Kenntnis gesetzt wurde. Diese muss das Geschehene anschließend in einem Mitarbeitergespräch thematisieren und gegebenenfalls weitere Maßnahmen treffen, wie Schulungen oder aber auch eine Abmahnung, denn Körperstrafen sind unzulässig und erfordern Konsequenzen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Gewalt als Tabuthema in Kitas und formuliert die Leitfrage nach der Erarbeitung eines praxistauglichen Gewaltschutzkonzepts.

2. Gewalt: Dieses Kapitel definiert den Gewaltbegriff, grenzt ihn von Konflikten ab und differenziert verschiedene Gewaltformen wie verbale und psychische Gewalt.

3. Gewalt in der Kita: Hier werden spezifische Erscheinungsformen von Gewalt zwischen Kindern sowie durch pädagogisches Personal beleuchtet, wobei auch Entstehungsfaktoren analysiert werden.

4. Rechtliche Grundlagen: Das Kapitel gibt einen Überblick über die gesetzliche Verankerung des Kindesschutzes in Deutschland, inklusive Grundgesetz, SGB VIII und UN-Kinderrechtskonvention.

5. Führungskraft: Die Rolle der Einrichtungsleitung wird als zentrale Schnittstelle für die Identifikation von Gewaltproblematiken und die Gestaltung einer gewaltfreien Kultur hervorgehoben.

6. Gewaltprävention: Es werden verschiedene Präventionsebenen nach Pressel und Werner sowie praktische Maßnahmen nach Maywald dargestellt, um Gewalt strukturell entgegenzuwirken.

7. Das Gewaltschutzkonzept: Dieses Kapitel erläutert die Notwendigkeit, Reichweiten und schrittweise Umsetzung eines Gewaltschutzkonzepts, ergänzt durch ein praktisches Fallbeispiel.

8. Fazit: Das Fazit führt die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die Notwendigkeit der Enttabuisierung sowie der Professionalisierung des Personals im Umgang mit Alltagsgewalt.

9. Literaturverzeichnis: Umfasst die verarbeitete Fachliteratur, Internetquellen und rechtliche Grundlagen.

Schlüsselwörter

Gewaltprävention, Kinderschutzkonzept, Führungskraft, Kindertageseinrichtung, pädagogisches Handeln, psychische Gewalt, Rechtliche Grundlagen, Teamarbeit, Gefährdungsanalyse, Partizipation, Beschwerdemanagement, Kindeswohl, berufliche Reflexion, Konfliktmanagement, Gewaltformen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Abschlussarbeit im Kern?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik von Gewalt durch pädagogisches Personal in Kindertageseinrichtungen und wie man durch professionelle Führung und Schutzkonzepte präventiv und intervenierend handeln kann.

Welche Gewaltformen werden in der Kita thematisiert?

Die Autorin betrachtet primär physische und psychische Gewalt, streift dabei jedoch auch verbale Aspekte sowie das Thema der Verletzung von Kindeswohl durch Grenzverletzungen im Alltag.

Welches übergeordnete Ziel verfolgt das Gewaltschutzkonzept?

Das primäre Ziel ist es, Kindern einen sicheren Ort zu bieten, die Handlungssicherheit des Teams durch klare Strukturen zu erhöhen und das Tabu-Thema "Gewalt in Kitas" aktiv zu bearbeiten.

Welche Rolle nimmt die Führungskraft bei der Gewaltprävention ein?

Die Führungskraft fungiert als Vorbild, Bindeglied zwischen Träger und Personal und ist initiierende Instanz bei der Erstellung des Schutzkonzepts sowie der Etablierung einer offenen Gesprächskultur.

Welche wissenschaftlichen Methoden und Ansätze werden genutzt?

Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse aktueller fachwissenschaftlicher Erkenntnisse, etwa von Jörg Maywald, Holger Pressel und Stefan Werner, ergänzt durch eine beispielhafte Fallkonstruktion.

Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter der Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Gewaltprävention, Gewaltschutzkonzept, Führungskraft, Kinderschutz und pädagogische Professionalität im Kindertagesstätten-Alltag.

Warum ist das Thema "Gewalt in Kitas" nach Ansicht der Autorin noch immer ein Tabu?

Es wird oft als "sicherster Ort für Kinder" missverstanden, weshalb über Vorfälle oder subtile Formen von Gewalt durch pädagogische Fachkräfte zu wenig gesprochen wird.

Was zeichnet die beschriebene "Schritt-für-Schritt"-Erarbeitung eines Gewaltschutzkonzepts aus?

Sie beginnt bei der Motivierung des Teams, reicht über eine fundierte IST-Analyse der Einrichtung bis hin zur Zieldefinition, Umsetzung, Kommunikation gegenüber Eltern und regelmäßiger Evaluation.

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Details

Title
Gewaltprävention in der Kita als Aufgabe der Führungskraft
Author
Pauline Luja (Author)
Publication Year
2023
Pages
26
Catalog Number
V1442642
ISBN (PDF)
9783964877567
ISBN (Book)
9783964877574
Language
German
Tags
gewaltprävention kita aufgabe führungskraft Erzieher Prävention
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Pauline Luja (Author), 2023, Gewaltprävention in der Kita als Aufgabe der Führungskraft, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1442642
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