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Drogenkriminalität in Lateinamerika: Der richtige Weg aus der Armut?

Title: Drogenkriminalität in Lateinamerika: Der richtige Weg aus der Armut?

Term Paper , 2010 , 13 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Jakob Weber (Author)

Politics - Region: Middle and South America
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Die Armut auf der Welt hat viele Gesichter. Allen von ihr betroffenen Menschen ist jedoch gemein, dass sie versuchen, dieser zu entkommen, um ihre Lebensumstände zu bessern. In vielen Staaten Lateinamerikas existiert eine Schattenwirtschaft, die auf dem Drogenhandel basiert - die auf diesem Gebiet tätigen Organisationen erwirtschaften Gewinne, die mit einem Beruf in der regulären Wirtschaft undenkbar wären. Zudem sind die Chancen auf eine reguläre Arbeit wegen der schlechten Bildungsmöglichkeiten vielerorts gering. In der lokalen Drogenkriminalität sehen daher viele Menschen eine Möglichkeit, ihrer Armut zu entfliehen. Dabei sind insbesondere drei Regionen zu nennen, in denen eine hohe Armutsrate in Verbindung mit einer weit entwickelten Drogenwirtschaft in Erscheinung tritt: Kolumbien, Mexiko und Rio de Janeiro. Diese drei Schauplätze werden hier exemplarisch aufgrund ihrer Unterschiedlichkeit bezüglich der lateinamerikanischen Drogenwirtschaft als Fallstudien herangezogen, da sie das weite Spektrum dieser abdecken: vom Anbau, über den Transit, hin zum Konsum. In den genannten Ländern große Teile der Bevölkerung in Armut. Es soll analysiert werden, ob der Drogenhandel für die in Armut lebende Bevölkerung Kolumbiens, Mexikos und Rio de Janeiros ein sinnvoller Ausweg aus der Armut ist. Zur Messung und Beurteilung, ob sich die Lebensumstände der Menschen verbessert oder verschlechtert haben, die mit dem Einstieg in die Drogenkriminalität ihrer Armut entfliehen wollen, wird vor allem auf den daraus resultierenden Lebenswandel Bezug genommen, sowohl auf individueller als auch gesellschaftlicher Ebene. Es wird der Frage nachgegangen, ob die Partizipation am Drogenhandel bei den Beteiligten zu einer Verbesserung ihrer Einkünfte und Lebensverhältnisse führt, oder ob trotz eines steigenden Verdienstes mit einer Verschlechterung der Lebensumstände zu rechnen ist, die auf einer veränderten Lebensführung in der Drogenwirtschaft fußt. Können die in Armut lebenden Bevölkerungsschichten überhaupt von ihrer Beteiligung im Milieu profitieren, oder werden die Gewinne auf oberer Leitungsebene abgeschöpft? Gelingt die Flucht aus der Armut mithilfe einer Beschäftigung in der Drogenkriminalität, ohne gleichzeitig gravierende Nachteile in der persönlichen Lebensführung in Kauf nehmen zu müssen? Die Leitfrage lautet daher: Ist die Drogenkriminalität der richtige Weg aus der Armut?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Kokainindustrie in Kolumbien

2. Transitland Mexiko

3. Der Drogenmarkt in den Favelas von Rio de Janeiro

4. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert kritisch, ob die Partizipation am Drogenhandel für die in Armut lebende Bevölkerung in Kolumbien, Mexiko und den Favelas von Rio de Janeiro einen gangbaren Weg aus der Armut darstellt. Dabei wird untersucht, wie sich die Lebensbedingungen unter dem Einfluss der Drogenkriminalität verändern und ob die damit verbundenen persönlichen Risiken in einem vertretbaren Verhältnis zum potenziellen finanziellen Aufstieg stehen.

  • Analyse der sozioökonomischen Auswirkungen des Drogenhandels
  • Fallstudien zur Drogenwirtschaft in Kolumbien, Mexiko und Brasilien
  • Untersuchung der Lebensrealität in von Armut geprägten Regionen
  • Bewertung von Partizipationsmöglichkeiten und deren Konsequenzen
  • Vergleich von Armutssituationen und kriminellen Wirtschaftsstrukturen

Auszug aus dem Buch

1. Die Kokainindustrie in Kolumbien

Als weltgrößter Produzent von Kokain leben und arbeiten in Kolumbien unterschiedliche Organisationen und Menschen in der Drogenwirtschaft. Das Spektrum reicht hier von Kokabauern, der Guerilla, über Paramilitärs, Drogenkartelle, hin zu korrupten Staatsdienern. Dabei zeichnen sich bei den verschiedenen Parteien eine ganz unterschiedliche Motivation und Ausgangslage ab, die zu ihrer Beteiligung in der Drogenkriminalität führen.

Bauern, die in den ländlichen Regionen Kolumbiens leben, die entweder von der Guerilla oder den Paramilitärs kontrolliert werden, sehen sich aufgrund mangelnder Alternativen dazu gezwungen, auf ihren Äckern teilweise oder ausschließlich Koka anzupflanzen. Neben der Armut sind es im Wesentlichen die in der Region operierenden Organisationen, die das Gewaltmonopol des Staates untergraben, und die Bauern oftmals dazu drängen, Koka zu kultivieren. Ob sie gezwungen werden oder nicht, ist für die sie betreffenden Auswirkungen jedoch irrelevant. Die getrocknete Kokapaste, die aus der Kokapflanze gewonnen wird, garantiert den Bauern ihr Einkommen. Sie wird entweder als direktes Zahlungsmittel in der Region akzeptiert, oder von Unterhändlern aufgekauft, die ihrerseits eine Steuer von zirka 30% an Guerilla oder Paramilitärs zu entrichten haben. Die Kokapflanze sichert den Bauern somit ein Grundeinkommen, das mit dem Anbau von legalen Nutzpflanzen, wie Weizen, nicht zu erwirtschaften wäre, da die Erlöse aus dem Verkauf nicht zum Überleben reichen würden. Zudem ist Koka äußerst resistent gegen Umwelteinflüsse und Pestizide, so dass eine reiche Ernte wahrscheinlicher ist. Zwar ermöglicht der Kokaanbau den Bauern ihr Überleben, eine Flucht aus der Armut kann damit jedoch nicht erreicht werden. Die Kokabauern sehen sich zudem mit weiteren negativen Auswirkungen ihrer Verstrickung in die Drogenkriminalität konfrontiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Armutsproblematik und führt die zentrale Fragestellung ein, ob der Drogenhandel als Ausweg aus der Armut für die Bevölkerung in drei lateinamerikanischen Fallstudien dienen kann.

1. Die Kokainindustrie in Kolumbien: Dieses Kapitel beschreibt die Akteure der Kokainproduktion und zeigt auf, dass Koka zwar ein Überlebensmittel für die ländliche Bevölkerung darstellt, jedoch keine nachhaltige Flucht aus der Armut ermöglicht.

2. Transitland Mexiko: Die Analyse konzentriert sich auf die verheerenden Auswirkungen des Drogenkriegs in Mexiko, bei dem die Hoffnung auf persönlichen Reichtum durch kriminelle Karrieren meist in Gewalt und Destabilisierung der Gesellschaft endet.

3. Der Drogenmarkt in den Favelas von Rio de Janeiro: Das Kapitel untersucht den Mikrokosmos der Favelas, in dem Kinder und Jugendliche als Söldner in den Drogenhandel hineinwachsen und soziale Strukturen durch Drogenbosse kontrolliert werden.

4. Schluss: Der Schluss fasst zusammen, dass eine Beteiligung am Drogenhandel die Armutsstrukturen festigt, anstatt sie aufzubrechen, und für die Betroffenen meist in Gewalt und dem Verlust persönlicher Freiheit mündet.

Schlüsselwörter

Drogenhandel, Armut, Kolumbien, Mexiko, Favelas, Koka, Drogenkartelle, Guerilla, Gewaltmonopol, soziale Ungleichheit, Drogenkrieg, Lebensstandard, Kriminalität, Drogenökonomie, lateinamerikanische Staaten.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, ob die Beteiligung am Drogenhandel ein effektiver Weg für die in Armut lebende Bevölkerung in ausgewählten lateinamerikanischen Ländern ist, um ihre Lebensumstände zu verbessern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind die ökonomischen Zwänge der Bevölkerung, die Dynamiken der Drogenwirtschaft, der Einfluss von Gewalt auf gesellschaftliche Strukturen sowie das Scheitern legaler Alternativen.

Welches Ziel oder welche Forschungsfrage verfolgt der Autor?

Das Ziel ist zu analysieren, ob der Drogenhandel für Menschen in extremer Armut einen sinnvollen Ausweg darstellt oder ob er sie langfristig in einer Spirale aus Gewalt und illegalen Strukturen gefangen hält.

Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?

Es handelt sich um eine vergleichende Fallstudienanalyse, die soziale und ökonomische Indikatoren in Kolumbien, Mexiko und den Favelas von Rio de Janeiro gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in drei Fallstudien, die die spezifischen Bedingungen der Drogenkriminalität und deren Folgen für die dortige Bevölkerung in den jeweiligen Ländern beleuchten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Drogenhandel, Armut, soziale Mobilität, Gewaltspirale, Drogenkartelle, Favelas und sozioökonomische Entwicklung.

Warum wird die Flucht aus der Armut durch den Drogenhandel laut Autor nicht erreicht?

Der Autor argumentiert, dass der Einstieg in die Illegalität mit der Aufgabe persönlicher Freiheit, hoher körperlicher Gefahr und der Bindung an ausbeuterische Strukturen verbunden ist, die keine nachhaltige Verbesserung des Lebensstandards zulassen.

Welche Rolle spielt die Korruption in diesem Zusammenhang?

Korruption, insbesondere innerhalb staatlicher Organe wie der Polizei, wird als Faktor identifiziert, der den Drogenhandel begünstigt und den staatlichen Schutz der Bevölkerung weiter untergräbt.

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Details

Title
Drogenkriminalität in Lateinamerika: Der richtige Weg aus der Armut?
College
Free University of Berlin  (Lateinamerika-Institut)
Course
Kriminalität und Entwicklung
Grade
1,0
Author
Jakob Weber (Author)
Publication Year
2010
Pages
13
Catalog Number
V144366
ISBN (eBook)
9783640541898
ISBN (Book)
9783640542024
Language
German
Tags
Lateinamerika Südamerika Mittelamerika Zentralamerika Mexiko Rio de Janeiro Rio Sao Paulo Brasilien Drogen Drogenwirtschaft Drogenhandel Drogenökonomie Armut Armutsforschung Drogenkriminalität Globalisierung Friedensforschung Favela Favelas Ghetto Slum Kokain Koks Coke Cocaine Kokainindustrie Kokainhandel Drogenschmuggel Kokainschmuggel USA Guerilla Paramilitär Paramilitärs FARC AUC ELN Plan Colombia Medellin Cali Sinaloa Pablo Escobar Mara Maras Mara 18 Plata O Plomo Policia Militar BOPE Korruption Drogenkartell
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jakob Weber (Author), 2010, Drogenkriminalität in Lateinamerika: Der richtige Weg aus der Armut?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/144366
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