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Sozialkritik am Beispiel des Hundes Bello in "Hundeherz" von Michail Bulgakow

Title: Sozialkritik am Beispiel des Hundes Bello in "Hundeherz" von Michail Bulgakow

Intermediate Examination Paper , 2005 , 23 Pages , Grade: 2

Autor:in: Antonia Kostretska (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Das Thema der vorliegenden Arbeit ist die Untersuchung, wie es dem russischen Schriftsteller Bulgakow in seiner Novelle "Hundeherz" gelingt, mittels einer Gestalt, die sich für kurze Zeit vom Hund zum Menschen wandelt, satirisch auf die Schwächen und Unzulänglichkeiten des neuen sozialistischen Systems und seiner einschlägigen Träger hinzuweisen. Zunächst wird die Beziehung zwischen Mensch und Hund historisch dargestellt und anschließend dieses Verhältnis sowohl harmonisch als auch unharmonisch beleuchtet. Die zahlreichen Darstellungen des Hundes in Religion, Kultur und Literatur legen nahe, dass dieses Tier einen besonders hohen moralischen Status beim Menschen einnimmt.

Die Figur Bulgakows nimmt in der russischen (sowjetischen) Literatur eine besondere Stellung ein, wobei jede nicht legitimierten Veröffentlichung zur Sensation in der UdSSR wurde. Das Tier in Bulgakows Werk besitzt dieselbe Position wie der Mensch. Eine raffinierte Mischung aus phantastischen und realistischen Elementen zusammen mit den tierischen Gestalten in seinem Werk dient als Codierungsschlüssel, mit dem der Autor die nackte antisowjetische Wahrheit verschlüsselt hat.

Die zeitgeschichtliche und ökonomische Reform des Moskauer Alltags in der Sowjetmacht sind Gegenstand von Bulgakows Überlegungen. Der Grundgedanke des Dichters liegt im Streben nach Wahrheit in Bezug auf Sozial-, Gesellschafts- und Zivilisationskritik. Die Literatur soll als Mittel zur positiven gesellschaftlichen Veränderung eingesetzt werden.

Des Weiteren wird Bulgakows Werk "Hundeherz" im Hinblick auf Gesellschaftskritik betrachtet. Dies erfolgt anhand der Tier-Mensch-Beziehung und der Mensch-Tier-Beziehung, wobei die Schwerpunkte der Arbeit auf der Karikatur des menschlichen Lebens, der Kritik am sozialistischen System sowie der Doppelgesichtigkeit der sowjetischen Nomenklatur und des gesamten Systems liegen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Tier als Haustier

2.1 Tier als Teil ursprünglicher Harmonie

2.2 Tier als Ausdruck seelischer Disharmonie

2.3 Tier als Produkt der Ironie

2.4 Tier als Medium der Gesellschaftskritik

3. Tierischer Blick - Interpretation aus der Perspektive der Hundedarstellungen

3.1 Hund in Religion und Kult

3.2 Hundedarstellungen in der deutschen Literatur

3.3 Mensch und Hund - eine paradoxe Beziehung

3.4 Aspekte der Beziehung zwischen Mensch und Hund

3.5 Moralischer Status des Hundes

4. Michail Bulgakow in der russischen Literatur

4.1 Traditionen der russischen Literatur

4.2 Position Bulgakows als Dissident – Schriftsteller

4.3 Tiere in Bulgakows Werk

5. Sozialkritik am Beispiel des Hundes Bello im Hundeherz von Michail Bulgakow

5.1 Werk

5.2 Groteske in Hundeherz

5.3 Fantasiestück als scharfe Satire

5.4 Kritik am sozialistischen Systems: Zerrüttung und Selbstzerstörung

5.5 Animalische im Mensch und Menschliche im Tier

5.6 Mensch aus der Sicht des Hundes

5.7 Untersuchungen der Sozialkritik

5.8 Karikatur vom menschlichen Leben, seinen Schwächen und Lasten

6. Schlussbemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie es dem russischen Schriftsteller Michail Bulgakow in seiner Novelle Hundeherz gelingt, durch die Transformation eines Hundes zum Menschen eine satirische Gesellschaftskritik am sowjetischen System zu üben. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie Bulgakow das Tier-Mensch-Verhältnis als Spiegel gesellschaftlicher Missstände einsetzt.

  • Die literarische Tradition der Hundedarstellung und deren Symbolik.
  • Bulgakows Position als kritischer Autor innerhalb der sowjetischen Literaturlandschaft.
  • Die Analyse der Novelle Hundeherz als politisches und soziales Satirestück.
  • Die Darstellung von Entmenschlichung und moralischer Korrosion im Sowjetalltag.

Auszug aus dem Buch

2.3 Tier als Produkt der Ironie

Mit der Zeit wird das Tier zum bedeutenden Protagonist und Rollenspieler. Es zeigt die Typencharakterisierung, die die Möglichkeit hat, die nackte Menschenwahrheit zu zeigen (u.a. Fabeln von Gotthold Ephraim Lessing, Märchen von Brüdern Grimm oder Reineke Fuchs von Johann Wolfgang von Goethe).

Bei den komödenhaften Skizzen geht es meist darum, eine Person mittels des Tieres zu zeigen, sie lächerlich zu machen oder ihren Charakter aufzuzeigen.

Beardsley spricht über die humoristischen Spuren, „[...] die dieses oder jenes Tier kraft seines grotesken Aussehens, des wunderlichen Gebärdenspiels und der ungewöhnlichen Laute, die es von sich gibt, hinterlässt. Schon die Tiere, die dem wundersam-süchtigen Romantiker gelegen kommen, verraten somit ihre Potenz zum Schabernack und Unsinn, zur Burleske und Humoreske, zur Ironie und Satire, zum Hohn und Spott, kurz zur Komik, auf der das Schwergewicht in diesem Teil liegt.“ (Beardsley: 1985, 127)

Tierdichtung ist schon immer ein beliebtes Genre zur Verspottung menschlicher Schwächen und Laster sowie der Anprangerung sozialer Missstände gewesen. Diese Entwicklungslinie zieht sich von Äsop, La Fontaine, E.T.A. Hoffmanns Kater Murr bis hin zu Orwells Animal Farm. (vgl. Levin: 1975, 33)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein, wie Bulgakow das Tier-Mensch-Bild in der Novelle Hundeherz zur Satire auf das sowjetische System nutzt.

2. Tier als Haustier: Dieses Kapitel beleuchtet historisch die Entwicklung der Beziehung zwischen Mensch und Tier vom domestizierten Begleiter bis zum literarischen Motiv.

3. Tierischer Blick - Interpretation aus der Perspektive der Hundedarstellungen: Der Abschnitt analysiert die kulturelle und religiöse Bedeutung des Hundes über verschiedene Epochen hinweg und dessen literarische Funktion.

4. Michail Bulgakow in der russischen Literatur: Hier wird Bulgakows biografischer und literarischer Kontext in der Sowjetunion sowie die Tradition der russischen Satire dargestellt.

5. Sozialkritik am Beispiel des Hundes Bello im Hundeherz von Michail Bulgakow: Das Kernkapitel untersucht die Novelle detailliert hinsichtlich ihrer grotesken Elemente, der Satire auf den Sowjetalltag und der Charakterisierung der Figuren.

6. Schlussbemerkungen: Das Fazit resümiert Bulgakows Technik, Tiere als Träger von Gesellschaftskritik einzusetzen, und hebt seine Sonderstellung als satirischer Autor hervor.

Schlüsselwörter

Sozialkritik, Michail Bulgakow, Hundeherz, russische Literatur, Satire, Tiermotivik, Sowjetunion, Groteske, Mensch-Tier-Verhältnis, Tierdarstellung, Politische Satire, Literaturwissenschaft, Dissidententum, Systemkritik, Symbolik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Michail Bulgakows Novelle Hundeherz als satirisches Werk, das durch die Metamorphose eines Hundes gesellschaftliche Zustände in der Sowjetunion kritisiert.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die literarische Hundesymbolik, die sowjetische Sozialstruktur sowie die Anwendung von Satire und Groteske zur Gesellschaftskritik.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Bulgakow die Verwandlung eines Tieres in einen Menschen nutzt, um eine tiefgreifende Kritik am sowjetischen System und seinen Akteuren zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Text vor dem Hintergrund der russischen Literaturtradition und politischer Gegebenheiten der 1920er Jahre interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Untersuchung der Novelle, der Funktion der grotesken Darstellung und der Spiegelung sowjetischer Lebensrealitäten durch das Wirken der Hauptfigur Bello.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sozialkritik, Bulgakow, Hundeherz, Satire, Groteske, Systemkritik und Mensch-Tier-Verhältnis.

Wie spielt die Groteske in Hundeherz eine Rolle?

Die Groteske fungiert als zentrales narratives Mittel, um durch die absurde Ausgangslage – die Transplantation menschlicher Organe in einen Hund – reale gesellschaftliche Missstände pointiert hervorzuheben.

Warum wählt Bulgakow ausgerechnet die Metapher des Hundes?

Die Wahl fällt auf den Hund, da er als traditionelles Motiv für Treue und Unterordnung dient, was den Kontrast zur satirischen Entmenschlichung und den destruktiven Tendenzen des neuen „sowjetischen Menschen“ verstärkt.

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Details

Title
Sozialkritik am Beispiel des Hundes Bello in "Hundeherz" von Michail Bulgakow
College
University of Heidelberg  (Deutsch als Fremdsprache)
Course
Literaturwissenschaft
Grade
2
Author
Antonia Kostretska (Author)
Publication Year
2005
Pages
23
Catalog Number
V1445747
ISBN (PDF)
9783964879325
ISBN (Book)
9783964879332
Language
German
Tags
Sozialkritik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Antonia Kostretska (Author), 2005, Sozialkritik am Beispiel des Hundes Bello in "Hundeherz" von Michail Bulgakow, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1445747
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