Unternehmensgründung einer freien KFZ-Werkstatt

Am Beispiel der Gründung in ländlicher Umgebung


Seminararbeit, 2002
16 Seiten, Note: Schein bestanden! (keine Note)

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Dienstleistungsspektrum

2 Standortauswahl
2.1 Marktanalyse
2.2 Zukünftige Entwicklung des Marktgebietes
2.3 Risiken und andere Einflüsse
2.4 Lage des Betriebes
2.5 Anforderungen an das Grundstück

3 Betriebsplanung
3.1 Baurecht
3.2 Arbeitssicherheit und Unfallverhütung
3.3 Brandschutz
3.4 Umweltschutz
3.5 Betriebsausstattung

4 Investitionsplanung
4.1 Grundlagen der Investitionsrechnung
4.2 Grundlagen der Finanzierung
4.3 Ermittlung des Kapitalbedarfs
4.4 Rentabilitätsvorschau

Quellenverzeichnis

1 Dienstleistungsspektrum

Die Planung einer Existenzgründung im Kfz-Gewerbe geschieht in der heutigen Zeit vor dem Hintergrund gesättigter Märkte. Um so wichtiger ist es, Gedanken zum Unternehmensziel und dem damit verbundenen Marktpotential bereits im Vorfeld der Investitionsentscheidung zu entwickeln. Die gewählte Strategie muss darauf abzielen, durch geschickte Kombination von angebotenen Dienstleistungen ein Unternehmenskonzept zu entwickeln, das die im Markt vorhandenen Lücken besetzt. Durch ein spezialisiertes oder überdurchschnittliches Leistungsangebot kann Kundenpotential gewonnen und dauerhaft an den Betrieb gebunden werden.

Die Gründung einer Kfz-Werkstatt, die ausschließlich auf Wartung und Reparatur orientiert ist, bringt insbesondere bei Existenzgründungen einige Vorteile. Das maximale Marktpotential für diese „Freie Werkstatt“ besteht aus allen Fahrzeughaltern im Einzugsbereich. Es fällt somit leichter einen Kundenkreis aufzubauen.

Die notwendigen Investitionen verringern sich, da z. B. der Bau von Ausstellungsräumen entfällt. Die Kapitalbindung hierfür, und die damit evtl. verbundene Finanzierung des Neu- und Gebrauchtwagenbestandes entfällt. Nachteilig ist der je nach Umfang der zu betreuenden Fahrzeugpalette hohe Aufwand zur Beschaffung der technischen Informationen, Werkstattausstattung und Mitarbeiterqualifikationen. Grundsätzlich gilt, dass die Kunden mit ihren Fahrzeugen erst nach Ablauf der Garantiezeit die Freie Werkstatt aufsuchen. Das heißt, die Kundengewinnung ist unabhängig vom Neuwagenverkauf und erfordert zusätzlichen Aufwand.

Ist die Entscheidung für die Freie Werkstatt gefallen, bestehen innerhalb dieses Marktsegments die Möglichkeiten, als Generalist, d. h. Durchführung sämtlicher Reparaturen an allen Fahrzeugen im Einzugsgebiet, oder als Spezialist aufzutreten. Die Spezialisierung kann einmal hinsichtlich der zu betreuenden Marken erfolgen, zum anderen können lukrative Dienstleistungssparten besetzt werden (z. B. Klimaanlagen, Standheizungen usw.).

2 Standortauswahl

Die Auswahl eines geeigneten Standortes ist die erste wichtige Festlegung nach dem Entschluss, eine Freie Werkstatt zu gründen. Der Betrieb sollte in seiner Umgebung möglichst viele Kunden für die angebotenen Dienstleistungen vorfinden und für sie leicht und bequem erreichbar sein.

Die Standortqualität hat einen entscheidenden Anteil am Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens und kann in der Regel später nicht nachgebessert werden.

2.1 Marktanalyse

Die Ermittlung des vorhandenen Marktpotentials ist Voraussetzung für die Festlegung der Betriebsgröße und für die Ertragsvorschau der nächsten Jahre.

Die Marktanalyse entsteht aus der sinnvollen Verknüpfung von ortsbezogenen Zahlen, statistischen Größen und Erfahrungswerten:

- Einwohnerzahl: Sie ist statistischen Veröffentlichungen zu entnehmen oder bei der zuständigen Behörde (Einwohnermeldeamt, Kreisbehörde) zu erfragen.
- Motorisierungsgrad (Anzahl der Fahrzeuge pro Einwohner): Es gibt Studien und Prognosen zur Entwicklung der Motorisierung (Veröffentlichungen und Einschätzungen von Verbänden und Forschungsinstituten für eine langfristige Prognose. Quelle: z. B. Shell-Studie).
- Zulassungszahlen: Sie sind bei der Zulassungsstelle oder der Kreisbehörde zu erfragen. Diese Zahlen sind vergangenheitsbezogen, aber exakt.
- Betreuungsfaktor: Er wird durch das Kundenverhalten bestimmt. Für Freie Werkstätten können Marktanalysen zufolge ca. 20 % angenommen werden (Quelle z. B. DAT-Kundendienstreport).
- Wartungs- und Reparaturbedarf je Fahrzeug: Für PKW können nach Marktanalysen ca. 5 Stunden angenommen werden (Quelle: z. B. DAT-Kundendienstreport, TÜV-Report).
- Anzahl und Angebot der konkurrierenden Betriebe (Wettbewerber): Eigenanalyse des Standortes.

Eine Marktanalyse ergibt folgende Zahlen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tabelle 1 (Quelle: In Anlehnung an das Deutsche Kraftfahrzeuggewerbe: Marktanalyse für verschiedene Dienstleistungsbetriebe. In: Planung und Einrichtung von Kfz-Betrieben. Hrsg. Wirtschaftsgesellschaft des Kraftfahrzeuggewerbes mbH. 3. Aufl. Bonn 1998, S. 16)

Das Einzugsgebiet, das den Fahrzeugbestand und die Konkurrenzsituation bestimmt, ist nur mit Ortskenntnis eindeutig festzulegen. Es gilt: 20 % der Fahrzeughalter lassen Wartungs- und Reparaturarbeiten in einer Freien Werkstatt durchführen.

Zur Ermittlung der Anzahl der in der Werkstatt benötigten Monteure wird die Werkstattleistung (in Stunden pro Jahr) durch die Anzahl der produktiven Monteurstunden pro Jahr geteilt; diese schwanken je nach Bundesland (Feiertage) und Tarifvereinbarungen zwischen 1.300 und 1.500 Stunden pro Jahr.

2.2 Zukünftige Entwicklung des Marktgebietes

In die Überlegungen muss die zukünftige Entwicklung des Marktgebietes einbezogen werden. Als verlässliche Grundlage dient hier der Bebauungsplan, der mittelfristig Planungssicherheit bietet. Eine weitere Quelle können Gemeinderatsbeschlüsse sein, entweder durch direkte Kontakte oder durch Nachlesen der Sitzungsprotokolle. Diese noch nicht festgeschriebenen Informationen, Absichtserklärungen und Planungswünsche sollten in die langfristige Planung einbezogen werden, denn große Straßenbauten und die Errichtung von Wohn- und Gewerbegebieten verändern das Umfeld entscheidend.

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Unternehmensgründung einer freien KFZ-Werkstatt
Untertitel
Am Beispiel der Gründung in ländlicher Umgebung
Hochschule
Hochschule Albstadt-Sigmaringen; Sigmaringen  (BWL)
Note
Schein bestanden! (keine Note)
Autor
Jahr
2002
Seiten
16
Katalognummer
V14486
ISBN (eBook)
9783638198776
ISBN (Buch)
9783638787758
Dateigröße
392 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unternehmensgründung, KFZ-Werkstatt, Umgebung
Arbeit zitieren
Matthias Arnold (Autor), 2002, Unternehmensgründung einer freien KFZ-Werkstatt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14486

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