Die Soziale Arbeit im Jugendstrafvollzug steht vor der anspruchsvollen Aufgabe, jugendlichen und heranwachsenden Straftätern dabei zu helfen, ein Leben ohne erneute Straftaten zu führen. Diese Zielsetzung ist von besonderer Bedeutung, da sie nicht nur die individuelle Resozialisierung der Gefangenen, sondern auch die Sicherheit und Stabilität der Gesellschaft insgesamt betrifft. In diesem Zusammenhang erweisen sich tiergestützte Interventionen als eine vielversprechende Methode, um den Resozialisierungsprozess zu unterstützen und die Wirksamkeit des Jugendstrafvollzugs zu verbessern.
Das Ziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, die tiergestützte Intervention als eine wirksame Methode der Sozialen Arbeit darzustellen und ihre positive Auswirkung auf den Jugendstrafvollzug in Deutschland aufzuzeigen. Hierbei wird insbesondere die Bedeutung des Resozialisierungsprozesses innerhalb des Jugendstrafvollzugs hervorgehoben. Durch eine systematische Literaturanalyse werden wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen untersucht, um den aktuellen Stand der Forschung zu diesem Thema zu beleuchten und potenzielle Handlungsempfehlungen abzuleiten.
Der Einstieg in die Thematik erfolgt mit einer Klärung der Begrifflichkeiten und Konzepte im Zusammenhang mit tiergestützten Interventionen sowie einer Darstellung der Grundlagen des Jugendstrafvollzugs. Anschließend werden die verschiedenen Dimensionen und Effekte tiergestützter Maßnahmen aufgezeigt. Dabei wird sowohl auf theoretische Erklärungsansätze als auch auf praktische Anwendungen eingegangen, um ein umfassendes Verständnis für das Thema zu vermitteln.
Im weiteren Verlauf der Arbeit werden die spezifischen Herausforderungen und Möglichkeiten der Anwendung tiergestützter Interventionen im Jugendstrafvollzug beleuchtet. Hierbei werden sowohl die Bedeutung für die Insassen als auch für die Institution selbst betrachtet. Die Diskussion und Bewertung der Ergebnisse zielt darauf ab, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie tiergestützte Interventionen den Resozialisierungsprozess unterstützen können und welche weiteren Forschungsschwerpunkte in diesem Bereich von Bedeutung sind.
Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengefasst und ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Herausforderungen gegeben, um den Beitrag tiergestützter Interventionen zur Verbesserung des Jugendstrafvollzugs in Deutschland weiter zu fördern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Tiergestützte Intervention
2.1 Begriffsbestimmung
2.2 Erklärungsansätze
2.3 Wirkungen
3. Jugendstrafvollzug
3.1 Grundlagen
3.2 Soziale Arbeit
3.3 Vollzugsziel Resozialisierung
4. Forschungsdesign
4.1 Methodisches Vorgehen
4.2 Erhebungsverfahren und Literaturauswahl
5. Aktueller Forschungsstand
6. Tiere im Strafvollzug
6.1 Rahmenbedingungen
6.2 Tierarten und deren Einsatzmöglichkeiten
6.3 Ziele und Wirkungen
6.4 Jugendstrafanstalten
7. Bedeutung tiergestützter Interventionen im Strafvollzug
7.1 Bedeutung für den Insassen
7.2 Bedeutung für die Institution
7.3 Beantwortung der Forschungsfrage
8. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwieweit Fachkräfte der Sozialen Arbeit tiergestützte Interventionen nutzen können, um den Resozialisierungsprozess im Jugendstrafvollzug der Bundesrepublik Deutschland positiv zu beeinflussen. Dabei steht die systematische Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstandes sowie der Analyse von Einsatzmöglichkeiten und Wirkweisen im Fokus.
- Theoretische Grundlagen zur tiergestützten Intervention und zum Jugendstrafrecht
- Methodische Einordnung der Facharbeit anhand einer Literaturübersicht
- Analyse von Wirkmechanismen der Mensch-Tier-Beziehung im Freiheitsentzug
- Darstellung konkreter Anwendungsbeispiele in Jugendstrafanstalten
Auszug aus dem Buch
2. Tiergestützte Intervention
Die Bezeichnung tiergestützte Intervention und die dazugehörigen Termini sind sowohl in Deutschland als auch international nicht allgemeingültig und klar definiert. Für den deutschen Sprachraum deutet der Begriff tiergestützte Intervention zunächst darauf hin, dass es um den Einsatz von Tieren geht, unabhängig davon, ob dieser von einem Laien oder einer professionellen Fachkraft begleitet wird (Germann-Tillmann, Merklin, & Stamm Näf, 2019, S. 49). Für die professionelle Ausübung tiergestützter Interventionen benötigen beispielsweise Sozialarbeiter/Sozialpädagogen berufsbegleitende Ausbildungsmöglichkeiten, die in der Regel nach 1,5 bis 2,5 Jahren mit der Zusatzbezeichnung „Fachkraft für tiergestützte Interventionen“ abgeschlossen wird (Wesenberg, 2020, S. 104).
Die vorliegende Arbeit wird nachfolgend auf die Begriffsbestimmungen zweier großer Organisationen eingehen. Zum einen auf die Definition der International Association of Human-Animal Interaction Organizations (IAHAIO) und zum anderen auf die der European Society for Animal Assisted Therapy (ESAAT).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der tiergestützten Arbeit im Freiheitsentzug ein und definiert die zentrale Forschungsleitfrage der Arbeit.
2. Tiergestützte Intervention: Das Kapitel bietet eine terminologische Klärung und differenziert verschiedene Erklärungsansätze für die Mensch-Tier-Beziehung.
3. Jugendstrafvollzug: Es werden die Grundlagen des Jugendstrafrechts, das Tätigkeitsfeld der Sozialen Arbeit und das spezifische Ziel der Resozialisierung beleuchtet.
4. Forschungsdesign: Hier wird das methodische Vorgehen der systematischen Literaturübersicht transparent dargelegt.
5. Aktueller Forschungsstand: Das Kapitel reflektiert den Stand der wissenschaftlichen Forschung und identifiziert die aktuelle Datenlage.
6. Tiere im Strafvollzug: Es werden Rahmenbedingungen, Tierarten und Einsatzmethoden sowie konkrete Jugendstrafanstalten vorgestellt.
7. Bedeutung tiergestützter Interventionen im Strafvollzug: Dieses Kapitel interpretiert die Vorteile und Risiken für Inhaftierte sowie Institutionen und beantwortet die Forschungsfrage.
8. Fazit und Ausblick: Diese Zusammenfassung schließt die Arbeit ab und gibt einen Ausblick auf notwendige zukünftige Entwicklungen im Forschungsfeld.
Schlüsselwörter
Soziale Arbeit, Tiergestützte Intervention, Jugendstrafvollzug, Resozialisierung, Freiheitsentzug, Mensch-Tier-Beziehung, Jugendkriminalität, therapeutische Arbeit, Rückfallprävention, Pädagogik, Literaturanalyse, Haftanstalt, Sozialpädagogik, Wohlbefinden.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Potenzial tiergestützter Interventionen als Arbeitsmethode der Sozialen Arbeit innerhalb des Jugendstrafvollzugs in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentral sind die theoretische Fundierung tiergestützter Konzepte, die rechtlichen und pädagogischen Rahmenbedingungen des Jugendstrafvollzugs sowie der Prozess der Resozialisierung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Die Arbeit zielt darauf ab, zu untersuchen, inwieweit tiergestützte Interventionen den Resozialisierungsprozess junger Straftäter positiv beeinflussen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine systematische Literaturübersicht bzw. Literaturanalyse, die auf Basis einer gezielten Suche relevante Forschungsergebnisse bündelt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Klärung der Intervention, die rechtliche Einordnung des Jugendstrafvollzugs, die Beschreibung der methodischen Durchführung und eine detaillierte Darstellung von Praxisbeispielen sowie Wirkungsweisen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Soziale Arbeit, Tiergestützte Intervention, Jugendstrafvollzug und Resozialisierung sind die Kernbegriffe, die das gesamte theoretische und praktische Feld der Arbeit umspannen.
Welche Rolle spielt das "Beziehungsdreieck" bei der Intervention?
Das Beziehungsdreieck zwischen Tier, Klient (Inhaftiertem) und Fachkraft (Sozialarbeiter) ist die essenzielle Grundlage für einen wirksamen Einsatz, um soziale und therapeutische Veränderungen zu fördern.
Wie bewertet die Anstaltsleitung den Einsatz von Tieren?
Die Befragungen zeigen eine mehrheitlich positive Haltung der Anstalten, wobei jedoch organisatorische Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Hygiene und personeller Mehrbelastung bestehen, die durch gute Planung minimiert werden können.
- Citation du texte
- Anna-Lena Grabbe (Auteur), 2022, Tiergestützte Interventionen im Jugendstrafvollzug. Ein Beitrag zur Resozialisierung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449027