Diese Hausarbeit untersucht die Bedeutung und Entwicklung des Case Managements im Gesundheitswesen, insbesondere im Kontext der zahnärztlichen Schlafmedizin. Nach einer Einführung in die grundlegenden Konzepte wird der Fokus auf die Anwendung im Gesundheitsbereich gelegt. Ein spezieller Fall aus der zahnmedizinischen Praxis wird detailliert betrachtet, um den Ablauf und die Wirksamkeit von Case Management zu demonstrieren. Abschließend wird die Rolle des Case Managements für die Zahnmedizin reflektiert und dessen Bedeutung zusammengefasst.
Sowohl im Gesundheits- als auch im Sozialwesen kommt es häufig zu Situationen, in denen Menschen überfordert und auf Hilfe angewiesen sind. Sei es ab dem Zeitpunkt der Diagnose einer schweren, chronischen Erkrankung oder auch bei einer plötzlichen Kündigung und der bevorstehenden Arbeitsplatz-Suche. Was Menschen in solchen Fällen benötigen, ist eine auf die Situation abgestimmte, umfangreiche Beratung und Unterstützung.
Inhaltsverzeichnis
4. Einleitung
5. Begriffserklärungen
5.1 Case Management
5.2 obstruktive Schlafapnoe
5.3 zahnärztliche Schlafmedizin
6. Prozessschritte des Case Managements im Gesundheitswesen
6.1 Regelkreis-Modell
6.1.1 Intake
6.1.2 Assessment
6.1.3 Ziel- und Hilfeplanung
6.1.4 Umsetzung und Monitoring
6.1.5 Evaluation
6.2 Anwendung auf die zahnärztliche Schlafmedizin
6.2.1 Vorstellung des Praxisbeispiels
6.2.2 Ablauf des Case Managements im Praxisbeispiel
7. Fazit
Zielsetzung & Themenschwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit und den Nutzen eines strukturierten Case Managements within der zahnärztlichen Schlafmedizin zur Optimierung der Patientenversorgung bei obstruktiver Schlafapnoe anhand eines fiktiven Praxisbeispiels.
- Grundlagen des Case Managements im Gesundheitswesen
- Definition der obstruktiven Schlafapnoe und der zahnärztlichen Schlafmedizin
- Erläuterung des Regelkreis-Modells als Steuerungsinstrument
- Analyse und Strukturierung des Behandlungsprozesses bei Schlafapnoe-Patienten
- Diskussion der Vorteile von Fallmanagement hinsichtlich Patientenadhärenz und Versorgungsqualität
Auszug aus dem Buch
6.2.2 Ablauf des Case Managements im Praxisbeispiel
Der Ablauf des Case-Managements im Praxisbeispiel orientiert sich am Regelkreis-Modell, welches im Abschnitt 6.1 beschrieben wurde.
Da es viel zu aufwändig wäre, jeden Patienten nach bestimmten Symptomen zu fragen, die eventuell auf eine OSA hinweisen könnten, empfiehlt die American Academy of Sleep Medicine jedem erwachsenen Patienten die Frage nach der Schlafzufriedenheit im Rahmen allgemeiner Gesundheitsvorsorgen zu stellen (vgl. Turnbull, 2017, S. 125ff.).
Auch bei der zahnärztlichen Routineuntersuchung kann eine solche Frage integriert werden. Ein erstes Kriterium für Patienten mit einem besonderen Bedarf für die Teilnahme an einem CM ist daher ein schlechter beziehungsweise nicht erholsamer Schlaf. Ebenfalls aufgenommen werden die Punkte (Tages-) Schläfrigkeit, das Aufschrecken im Schlaf, um nach Luft zu schnappen, ständig wiederkehrende, morgendliche Kopfschmerzen und das Schnarchen (vgl. siehe Anhang 2). Nicht alle dieser Kriterien sind hinsichtlich des OSA-Verdachtes sensitiv und spezifisch zugleich, geben allerdings erste und auffällige Hinweise.
Herr Reimann hat bereits auf dem Anamnesebogen angegeben, dass er unter Tagesmüdigkeit leidet und während des Schlafens häufig schnarcht. Aus diesem Grund fragt die Zahnärztin genauer nach. Das Gespräch ergibt, dass der Patient morgens auch oftmals mit Kopfschmerzen aufwacht und das Gefühl hat, sein Schlaf sei nicht erholsam. Dass er im Schlaf panisch aufwacht und nach Luft schnappt, ist ihm noch nicht bekannt. Insgesamt treffen also vier von fünf Kriterien auf den Patienten zu, wodurch er zu der Gruppe Menschen gehört, welcher die Teilnahme an einem CM angeboten wird.
Zusammenfassung der Kapitel
4. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Notwendigkeit von Case Management im modernen Gesundheitswesen ein und beschreibt das spezifische Interesse an der Anwendung innerhalb der zahnärztlichen Schlafmedizin.
5. Begriffserklärungen: Hier werden die zentralen Fachbegriffe Case Management, obstruktive Schlafapnoe und zahnärztliche Schlafmedizin definiert, um ein gemeinsames Verständnis für die weitere Arbeit zu schaffen.
6. Prozessschritte des Case Managements im Gesundheitswesen: Dieses umfangreiche Kapitel erläutert das Regelkreis-Modell mit seinen Phasen von Intake bis Evaluation und überträgt diese Schritte detailliert auf das Fallbeispiel eines Patienten mit Schlafapnoe.
7. Fazit: Das Fazit beurteilt das Case Management als wertvolle Unterstützung in der Zahnmedizin, weist jedoch auf Herausforderungen bei der Finanzierung und Umsetzung hin.
Schlüsselwörter
Case Management, Zahnärztliche Schlafmedizin, obstruktive Schlafapnoe, OSA, Regelkreis-Modell, Patientenversorgung, Unterkieferprotusionsschiene, UPS, Schlafqualität, Therapieadhärenz, Gesundheitswesen, Diagnose, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Qualitätsmanagement, Tagesmüdigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Einführung und Anwendung von Case Management Prozessen in einer Zahnarztpraxis, spezifisch für die Behandlung von Patienten mit schlafbezogenen Atemstörungen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf dem Case Management als Steuerungsinstrument, der klinischen Diagnostik der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) und der zahnärztlichen Therapiemöglichkeiten mittels Schienensystemen.
Was ist das primäre Ziel der Seminararbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie ein komplexer multidisziplinärer Behandlungsprozess durch ein strukturiertes Fallmanagement koordiniert werden kann, um die Versorgung des Patienten zu optimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung und wendet diese Erkenntnisse in einem fiktiven Praxisbeispiel mittels des Regelkreis-Modells an.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Darstellung der Case Management Phasen (Intake, Assessment, Planung, Umsetzung, Evaluation) und deren direkte Anwendung auf den Patientenfall A. Reimann.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Case Management, obstruktive Schlafapnoe, zahnärztliche Schlafmedizin und multidisziplinäre Zusammenarbeit geprägt.
Warum ist Case Management gerade bei der Schlafapnoe sinnvoll?
Da die Behandlung der Schlafapnoe verschiedene medizinische Professionen wie HNO-Ärzte, Schlafmediziner und Zahnärzte erfordert, hilft ein Case Manager, die unterschiedlichen Schnittstellen zu koordinieren und den Patienten zu begleiten.
Welche Instrumente werden im Praxisbeispiel zur Voruntersuchung genutzt?
Zur Identifikation des Bedarfs werden unter anderem Anamnesebögen, der Schläfrigkeits-Fragebogen sowie der STOP-BANG-Fragebogen eingesetzt.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Case Management in der Zahnarztpraxis für zahnärztliche Schlafmedizin, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1449329