Gemeinweseneinbindung von Menschen mit Behinderung


Hausarbeit, 2010

20 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhalt

1. Einleitung

2. Inklusion
2.1. Allgemeines
2.2. Konzept
2.3. Unterschiede zwischen Integration und Inklusion

3. Empowerment
3.1. Bedeutung
3.2. Definition
3.3. Fünf Leitlinien von Empowerment

4. Community Care
4.1. Bedeutung
4.2. Entstehung
4.3. Inklusionspädagogen im Community Care Programm
4.4. Die vier Lebensweltbereiche

5. Beispiel: JB GmbH
5.1. Allgemeines
5.2. Mitarbeiter: Ralf P.

6. Deutsche Heilpädagogische Gesellschaft e. V.
6.1. Einführung
6.2. Chancen im Sozialgesetzbuch IX
6.3. Forderungen bei behinderten Menschen mit Hilfebedarf

7. Schlussbemerkung

8. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

In meiner Hausarbeit „Gemeinweseneinbindung von Menschen mit Behinderung“ möchte ich mich hauptsächlich auf folgende Frage beziehen: Wie kann man Menschen mit Behinderung besser in das Gemeinwesen integrieren?

Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da es aktuell ist. Außerdem habe ich ein Jahr mit behinderten Kindern gearbeitet und bin zurzeit in einer Wohngruppe mit behinderten Menschen zwischen 24 und 50 Jahren tätig. Mir gefällt die Atmosphäre dort sehr gut, da die Bewohner auf das selbstständige Leben vorbereitet werden und es mir großen Spaß macht, sie dabei zu unterstützen. Allerdings merkt man sehr oft, dass viele „normale Dinge“ wie Schnürsenkel kaufen so gut wie unmöglich ist…

Ich wollte beispielsweise mit einem Bewohner, der im Rollstuhl sitzt Schnürsenkel kaufen gehen. Die Fahrt bis zum Schuhgeschäft war für den Rollstuhlfahrer schon sehr unangenehm, da auf dem kompletten Weg in der Stadt kein ebener Boden war. Zum einen war es somit schwer für ihn vorwärts zu kommen und zum anderen wurde er „durchgeschüttelt“. Am Laden angekommen wartete das nächste Problem: Eine Treppe mit 10 Stufen, ohne irgendeine Möglichkeit mit dem Rollstuhl dort hoch zu kommen. Wie soll man unter diesen Bedingungen den behinderten Menschen zur Selbstständigkeit verhelfen? Wir sind daraufhin in einen anderen Laden, der noch weiter weg war, der allerdings keine Treppe hatte.

Integration ist leider in vielen Geschäften, sowie Kneipen und Restaurants ein Fremdwort. Geschäfte mit Rolltreppen, Kneipen im Keller, bei denen es einige Stufen zu überwältigen gibt, Restaurants bei denen Treppen steigen muss um auf eine Toilette zu kommen, keine Toiletten auf die Rollstuhlfahrer problemlos kommen, das ist leider die momentane Realität.

Das Community Care Konzept beschäftigt sich damit, wie man die behinderten Menschen integrieren kann. Es soll beispielsweise einen Inklusionspädagogen geben, der den behinderten Menschen unterstützt, beispielsweise bei Behördengängen.

Ziel meiner Hausarbeit soll sein, dass man erfährt, wie man behinderte Menschen besser integriert und selbst dazu beiträgt, dass alle, die möchten in Diskotheken und Restaurants gehen können. Hiermit meine ich, dass jeder einen Teil dazu beitragen kann, damit einige Freizeitmöglichkeiten auch für Menschen mit Behinderung möglich werden.

Am Anfang meiner Hausarbeit erläutere ich die Begriffe Integration und Inklusion. Wozu auch der Inklusionsbegriff gehört. Anschließend möchte ich kurz die Wichtigkeit von Empowerment klären. Diese beiden Aspekte spielen beim Community Care Konzept eine wichtige Rolle, worauf ich danach eingehe und es mit einigen Beispielen erkläre. Hierzu stelle ich eine Brauerei vor, die deutlich macht, dass Integration (im Bereich Arbeit) für behinderte Menschen möglich ist. Zum Schluss ist die Deutsche Heilpädagogische Gesellschaft nennenswert. Dieser Verein setzt sich für die Rechte behinderter Menschen ein.

In den letzten Jahren hat sich gesetzlich einiges geändert. Das Sozialgesetzbuch IX ist beispielsweise von großer Bedeutung bei der Integration von Menschen mit Behinderung. In meiner Hausarbeit werde ich dies noch näher erläutern.

2. Inklusion

2.1. Allgemeines

Inklusion leitet sich vom englischen Wort „inclusion“ ab. Dieser hat sich seit etwa 1990 im Englischen durchgesetzt und den Begriff „mainstreaming“ für die Gemeinsamkeit von Menschen mit und ohne Behinderung abgelöst. Inklusion meint die institutionelle Veränderung, die die Verschiedenheiten der einzelnen Menschen als positiv ansieht. Wobei Integration eher den an ein Defizit einer Person geknüpften Bedarf kennzeichnet.[1]

Der damit verbundene Inklusionsbegriff bedeutet im soziologischen Kontext „…den Versuch sich in unterschiedlichen Aspekthaftigkeiten unseres Lebens unter den Bedingungen einer komplexen Gesellschaft zu organisieren“.[2]

2.2. Konzept

Das Konzept der Inklusion besteht aus fünf wichtigen Punkten:

1. Es gibt eine untrennbare Lerngruppe, die aus Menschen mit Behinderung und aus „normalen“ Menschen besteht.
2. Es werden nicht nur die Einschränkungen der behinderten Menschen beachtet sondern viele darüber hinaus, wie beispielsweise die Geschlechterrolle oder das soziale Umfeld.
3. Die emotionale und die soziale Ebene des gemeinsamen Lebens und Lernens.
4. Jeder Mensch soll Wertschätzung und Anerkennung bekommen.
5. Klassen und Schulen als Ganzes bekommen Ressourcen, da sie den höchsten sonderpädagogischen Förderbedarf haben.[3]

2.3. Unterschiede zwischen Integration und Inklusion

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Ein Beispiel: Ein Rollstuhlfahrer geht immer in dasselbe Restaurant zum Essen. Monate später wird dieses umgebaut und renoviert, vor allem aber wird die Tür breiter gemacht. Somit wird aus einem „Integrations-Community-Care“ Modell ein „Inklusions-Community-Care“ Modell.

3. Empowerment

3.1. Bedeutung

Empowerment trägt einen Teil dazu bei, Inklusion in gesellschaftliche Teilsysteme und eine bessere Integration von Menschen mit Behinderung zu schaffen.

Empowerment lässt sich mit „Selbstbemächtigung“ übersetzen und bedeutet die Gewinnung bzw. Wiedergewinnung von Stärke, Ausdauer, Autonomie und Phantasie als Voraussetzung, das eigene Leben aktiv zu gestalten. Die Ursprünge des Empowermentkonzeptes kommen aus den USA der 1960er Jahre und sind eng verbunden mit der Bürgerrechtsbewegungen, der Frauenbewegung und den Selbsthilfebewegungen im Allgemeinen. Empowerment ist keine sozialpädagogische Methode im engeren Sinn, sondern eine professionelle Haltung. Für die Soziale Arbeit bedeutete das Empowermentkonzept einen Perspektivenwechsel, von der Defizitorientierung weg, hin zur Ressourcen- und Stärkenorientierung, von der Einzelförderung zur Stärkung von Individuen in Gruppen und politischen Kontexten, und von der Beziehungsarbeit zur Netzwerkförderung.[5]

Zu berücksichtigen ist, dass der „Ausgangspunkt von Empowerment-Prozessen stets das Erleben von Machtlosigkeit und Fremdbestimmung ist – die Erfahrung also, ausgeliefert zu sein, „mit dem Rücken an der Wand zu stehen, die Fäden der eigenen Lebensgestaltung aus der Hand zu verlieren“[6]..

3.2. Definition

„Der Begriff ‚Empowerment’ bedeutet Selbstbefähigung und Selbstbemächtigung, Stärkung von Eigenmacht, Autonomie und Selbstverfügung. Empowerment beschreibt mutmachende Prozesse der Selbstbemächtigung, in denen Menschen in Situationen des Mangels, der Benachteiligung oder der gesellschaftlichen Ausgrenzung beginnen, ihre Angelegenheiten selbst in die Hand zu nehmen, in denen sie sich ihrer Fähigkeiten bewusst werden, eigene Kräfte entwickeln und ihre individuellen und kollektiven Ressourcen zu einer selbstbestimmten Lebensführung nutzen lernen. Empowerment – auf eine kurze Formel gebracht – zielt auf die (Wieder-) Herstellung von Selbstbestimmung über die Umstände des eigenen Alltags“.[7]

[...]


[1] Vgl. Biewer 2000, S. 21

[2] Vgl. Bude 2000, S. 8-9

[3] Schablon 2005, S. 1

[4] Vgl. Hinz 2002, S. 359

[5] Vgl. Galuske, 2002, S. 263-269

[6] Vgl. Herriger, 2002, S. 52

[7] Zit. Herriger, 2002, S.18

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Gemeinweseneinbindung von Menschen mit Behinderung
Hochschule
Technische Universität Dortmund
Veranstaltung
community care
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
20
Katalognummer
V145065
ISBN (eBook)
9783640549184
ISBN (Buch)
9783640553167
Dateigröße
530 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gemeinweseneinbindung, Menschen, Behinderung
Arbeit zitieren
Marianne Schwarz (Autor:in), 2010, Gemeinweseneinbindung von Menschen mit Behinderung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145065

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