Es handelt sich bei dieser Hausarbeit um die Beschaffungsprostitution und die Herausforderungen der Sozialen Arbeit im Kontext Streetwork.
Ich möchte in dieser Studienarbeit das „Gewerbe“ aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten, einen Rückblick zur Entstehung von Prostitution (Zwangsprostitution), insbesondere zu Zeiten des Nationalsozialismus geben und schlussendlich einen Bogen zum Streetwork schlagen.
Während meiner Arbeit als Rettungsassistent habe ich mehrere Einsätze bei Prostituierten gehabt. Sogar Reanimationsversuche bei Professionellen habe ich erlebt. Dabei stellte ich fest, dass Prostituierte oft Drogen konsumieren, welche häufig zum Tode geführt haben, besonders so genannte Downer: Ethanol enthalten in Alkohol, Benzodiazepine. Barbiturate, Baldrian, Codein, Cannabis, Fentanyl, Heroin, Methadon, Morphium und andere Opiate. Auch wenn für manche Drogen Antidote vorhanden sind, werden diese meist zu spät verabreicht.
Die Frage drängt sich auf, wie eine Frau oder ein Mann ihren/seinen Körper für Geld verkaufen kann, und dies mit Hilfe von Drogen.
In meiner Studienarbeit möchte ich beleuchten, wie sich die Prostitution zu einem legalen Job entwickelt hat, denn als Ergebnis der Prostitutionspolitik in Deutschland (1960-2000/2001) gelten die Dienste eines/einer Professionellen als legal (wenn sie freiwillig erbracht werden). Allerdings ist fraglich, ob dadurch eine höhere Sicherheit erreicht wurde, denn im „Spiegel-online“ heißt es, dass z.B. Kondompflicht für Freier bestehen würde, die Einhaltung jedoch schwer nachweisbar sei. [...]
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zwangsprostitution im Nationalsozialismus
3. Prostitutionspolitik in Deutschland
4. Gewalt und „Drogenprostitution“
5. Soziale Arbeit mit Prostituierten
6. Streetwork als Aufsuchende Soziale Arbeit und dessen Methodenpool
7. Streetwork am Beispiel der „Drogenprostituierten“
8. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Studienarbeit untersucht die Methoden der aufsuchenden Sozialen Arbeit im Kontext der Prostitution, mit einem besonderen Fokus auf die Lebensrealitäten und Unterstützungsbedarfe von Drogenprostituierten. Die Arbeit beleuchtet dabei historische Hintergründe, die aktuelle politische Situation in Deutschland sowie spezifische Ansätze der motivierenden Gesprächsführung im Streetwork.
- Historische Einordnung der Zwangsprostitution im Nationalsozialismus
- Analyse der Prostitutionspolitik und ihrer verschiedenen normativen Traditionen
- Gewaltproblematik und Suchtdynamiken in der Drogenprostitution
- Methodik und Kriterien der aufsuchenden Sozialen Arbeit im öffentlichen Raum
- Anwendung motivierender Gesprächsführung als Beratungskonzept
Auszug aus dem Buch
Streetwork am Beispiel der „Drogenprostituierten“
Das Streetwork bietet viele Möglichkeiten zur Motivation von Frauen, Hilfen in Anspruch zu nehmen. Diese werden von Streetworkern auf Institutionen aufmerksam gemacht, vielleicht an diese vermittelt – trotz der meist hohen Schwellenangst Institutionen gegenüber.
Das Streetwork im Prostitutionsgewerbe muss zwingend an die Lebenswelt der Mädchen und Frauen angepasst sein, um diese auch erreichen zu können. Einige Prostituierte befinden sich am Anfang ihrer „Karriere“ – meist noch in Bordellen oder Clubs. Als Problem wird sich herausstellen, dass die Fluktuation dort hoch ist und letztlich bleibt dann als „Ausweg“ der Straßenstrich. Das Streetwork wird seinen Fokus auf den Straßenstrich richten, sicher auch in der Drogenszene aktiv sein oder an Orten, an denen die Prostituierten sich nicht immer freiwillig aufhalten, z.B. in Gefängnissen oder Krankenhäusern (vgl. Narciss 1991, S. 75).
Drogenabhängige halten sich in der Regel tagsüber in der Drogenszene auf, denn ihr Leben und Tagesablauf wird durch die Beschaffung von Drogen bestimmt. Aus diesem Grunde sollte das Angebot des Streetwork am Tage erfolgen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Der Autor führt in die Thematik der Prostitution ein, motiviert durch eigene Erfahrungen im Rettungsdienst und dokumentiert die Intention, historische und aktuelle Aspekte sowie Ansätze der Sozialen Arbeit zu verknüpfen.
2. Zwangsprostitution im Nationalsozialismus: Dieses Kapitel beleuchtet das System der Lagerbordelle als staatlich verordnete Maßnahme zur Kontrolle und Leistungssteigerung von Häftlingen sowie die menschenverachtenden Auswahlkriterien für die betroffenen Frauen.
3. Prostitutionspolitik in Deutschland: Es werden die christlichen, liberalen und feministischen Traditionen der Prostitutionspolitik gegenübergestellt, gefolgt von einer Analyse des rechtlichen Wandels in Deutschland vom 20. Jahrhundert bis zum Gesetzesstand von 2002.
4. Gewalt und „Drogenprostitution“: Der Fokus liegt auf der massiven Gewaltbelastung im Milieu der Drogenprostitution, der Traumatisierung der Frauen und der Schwierigkeit, adäquate rechtliche und soziale Unterstützung zu erhalten.
5. Soziale Arbeit mit Prostituierten: Es wird die Rolle der Sozialen Arbeit erläutert, die vor der Herausforderung steht, Akzeptanz zu schaffen und professionelle Beratung anzubieten, insbesondere wenn Frauen den Ausstieg aus dem Milieu planen.
6. Streetwork als Aufsuchende Soziale Arbeit und dessen Methodenpool: Dieses Kapitel definiert die Anforderungen an die aufsuchende Arbeit im öffentlichen Raum und beschreibt verschiedene Methoden der Kontaktaufnahme sowie die Bedeutung einer wertschätzenden, professionellen Grundhaltung.
7. Streetwork am Beispiel der „Drogenprostituierten“: Hier werden die spezifischen Bedingungen für Streetwork bei drogenabhängigen Frauen analysiert, die Notwendigkeit flexibler Hilfsangebote betont und die Komplexität des Ausstiegsprozesses beschrieben.
8. Fazit: Der Autor resümiert den Erkenntnisgewinn aus der Arbeit, stellt ein Forschungsdefizit hinsichtlich der Prostitution von Männern fest und bekundet sein gestiegenes Interesse am Arbeitsfeld Streetwork.
Schlüsselwörter
Streetwork, Prostitution, Drogenprostitution, Aufsuchende Soziale Arbeit, Motivierende Gesprächsführung, Zwangsprostitution, Gewaltprävention, Suchthilfe, Prostitutionspolitik, Soziale Beratung, Sexarbeit, Empowerment, Ausstiegshilfe, Hilfesystem, Lebensweltorientierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der Prostitution, betrachtet diese historisch, politisch und gesellschaftlich und konzentriert sich besonders auf die Rolle des Streetworks bei der Unterstützung von Drogenprostituierten.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Schwerpunkte liegen auf der Zwangsprostitution der NS-Zeit, den normativen Traditionen der Politik, der Gewaltproblematik im Drogenmilieu sowie den methodischen Ansätzen in der aufsuchenden Sozialen Arbeit.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Verknüpfung der verschiedenen Aspekte der Drogenprostitution darzustellen und fundierte Methoden der Streetwork-Praxis unter Einbeziehung der motivierenden Gesprächsführung zu erläutern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine Literatur- und Studienanalyse durch, um die komplexe Situation von Prostituierten in Deutschland theoretisch zu durchleuchten und Ansätze der Sozialen Arbeit zu begründen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden sowohl theoretische Grundlagen zur Prostitutionspolitik und Gewalt als auch die praktische Arbeit der Streetworker, inklusive konkreter Kontaktaufnahmemethoden und Strategien zur Gesprächsführung, detailreich beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Streetwork, Drogenprostitution, aufsuchende Soziale Arbeit, motivierende Gesprächsführung und Prostitutionspolitik.
Warum wird im Kapitel 2 intensiv auf die NS-Zeit eingegangen?
Um ein umfassendes Bild über die historische Bewertung der Prostitution zu geben, zeigt der Autor auf, wie Zwangsprostitution in Konzentrationslagern als Instrument der Macht und der Disziplinierung missbraucht wurde.
Warum spielt die „motivierende Gesprächsführung“ für Streetworker eine so wichtige Rolle?
Sie dient als Baustein, um Menschen in schwierigen Lebenslagen, die wenig Veränderungsbereitschaft zeigen, empathisch zu begegnen und dabei die Autonomie der Klienten zu wahren, statt eine direkte therapeutische Maßnahme aufzuzwingen.
- Quote paper
- Daniel Rilke (Author), 2016, Methoden von Streetwork. Streetwork am Beispiel der Prostitutionsszene, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1452621