Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke

Eine theoretische Fundierung des Modells auf der Basis der Konsistenztheorie Grawes


Diplomarbeit, 2009

131 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke - ein Überblick
2.1 Entwicklungslinie des HKT
2.2 Aktueller Entwicklungsstand des HKT
2.3 Nachhaltige Implementierung des HKT

3 Die Konsistenztheorie nach Grawe
3.1 Grundzüge der Konsistenztheorie
3.1.1 Das Streben nach Kongruenz
3.1.2 Das Streben nach Konsistenz
3.1.3 Der funktionale Zusammenhang zwischen Kongruenz und Konsistenz
3.2 Positive Effekte der Grundbedürfnisbefriedigung
3.2.1 Gesundheit
3.2.2 Wohlbefinden
3.2.3 Optimale Leistungsfähigkeit
3.2.4 Zusammenführung der positiven Effekte - die integrative Kraft der Grundbedürfnisorientierung
3.3 Ressourcenorientierung als zentrale konsistenztheoretische Förderungsstrategie

4 Theoretische Fundierung des HKT auf der Basis der Konsistenztheorie
4.1 Zielsetzung, Grundsätze und Hauptmerkmale des HKT aus konsistenz-theoretischer Perspektive
4.1.1 Die übergeordnete Zielsetzung des HKT
4.1.2 Der Trainingsaspekt im HKT
4.1.3 Das methodische Prinzip der Parallelität von digitalen und analogen Denk- und Erlebensprozessen
4.1.4 Die Pluripotenz des Heidelberger Kompetenztrainings
4.1.5 Der HKT-Prozess - Grundstruktur und Ergebnis
4.2 Ausführliche Darstellung und theoretische Fundierung des HKT-Prozesses
4.2.1 Prozessschritt 1: Ziele formulieren
4.2.1.1 Ziele nach Zielkriterien exakt formulieren können
4.2.1.1.1 Positive Zielformulierung / Annäherungsziele formulieren
4.2.1.1.2 Eigenverantwortliche Erreichbarkeit
4.2.1.1.3 Ziele auf innere und äußere Widersprüche „ökologisch“ überprüfen
4.2.1.1.4 Ziele konkret formulieren
4.2.1.1.5 Sinnlich erlebbar
4.2.1.1.6 Methodische Umsetzung der exakten Zielformulierung nach Zielkriterien
4.2.1.2 Die Zielerreichung mental erleben können
4.2.1.2.1 Methodisches Vorgehen
4.2.1.2.2 Theoretische Fundierung des methodischen Vorgehens
4.2.1.3 Grundbedürfnisbezogene Betrachtung der Zielarbeit
4.2.2 Prozessschritt 2: Sich konzentrieren
4.2.2.1 Methodisches Vorgehen
4.2.2.2 Konsistenztheoretische Fundierung des Konzentrationsbausteins
4.2.3 Prozessschritt 3: Seine Stärken aktivieren
4.2.3.1 Methodisches Vorgehen
4.2.3.1.1 Seine Stärken kennen
4.2.3.1.2 Die Stärken bewusst aktivieren können
4.2.3.2 Konsistenztheoretische Fundierung des Stärkenbausteins
4.2.4 Prozessschritt 4: Die Zielintention abschirmen
4.2.4.1 Methodisches Vorgehen
4.2.4.1.1 Lösungsstrategien für mögliche Störungen formulieren können
4.2.4.1.2 Möglichkeiten der mentalen Abschirmung anwenden können
4.2.4.2 Konsistenztheoretische Fundierung des Abschirmungsbausteins
4.2.4.2.1 Die Bildung von Wenn-dann-Plänen als effektive Selbststeuerungs-/Abschirmstrategie...
4.2.4.2.2 Die Übungen „Circle of Concentration“ und „Zielstärke entwickeln“ als Abschirmstrategien
4.2.4.2.3 Grundsätzliche Abschirmungseffekte des HKT-Vorgehens

5 Resümee und Ausblick

Literaturverzeichnis

Anhang

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Das HKT-Modell

Abbildung 2: Das konsistenztheoretische Modell des psychischen Geschehens

Abbildung 3: Das Zusammenspiel der beiden zentralen Beweger des psychischen Geschehens - Konsistenz und Kongruenz

Abbildung 4: Der zweifache gesundheitliche Wert der Grundbedürfnisbefriedigung

Abbildung 5: Kurz-, mittel- und langfristige emotionale Effekte der Grundbedürfnisbefriedigung

Abbildung 6: Die positiven Effekte des aktivierten Annäherungssystems als Grundlage einer optimalen Leistungsfähigkeit

Abbildung 7: Grundbedürfnisbefriedigung als Auslöser leistungssteigernder Aufwärtsspiralen

Abbildung 8: Pluripotenz der Grundbedürfnisbefriedigung

Abbildung 9: Förderungsoptionen aus konsistenztheoretischer Sicht

Abbildung 10: Ursachen der Pluripotenz des HKT

Abbildung 11: Grundstruktur motivationaler Ann ä herungsschemata

Abbildung 12: Die Grundstruktur eines HKT-Annäherungsschemas zur Befriedigung des Kontrollbedürfnisses59

Abbildung 13: Analoge Darstellung der vier Komponenten des HKT-Prozesses

Abbildung 14: Grundstruktur eines HKT-Annäherungsschemas zur Befriedigung des Kontrollbedürfnisses - Zwischenstand nach dem ersten Teilschritt

Abbildung 15: Grundstruktur eines HKT-Annäherungsschemas zur Befriedigung des Kontrollbedürfnisses - Zwischenstand nach dem zweiten Teilschritt

Abbildung 16: Ressourcenaktivierung als Schl ü sselstrategie zur Initiierung bedürfnisbefriedigender und zielführender Prozesse auf neuronaler und psychischer Ebene

Abbildung 17: Grundstruktur eines HKT-Annäherungsschemas zur Befriedigung des Kontrollbedürfnisses - Zwischenstand nach dem dritten Teilschritt

Abbildung 18: Grundstruktur eines HKT-Annäherungsschemas zur Befriedigung des Kontrollbedürfnisses - Endstand nach dem vierten Teilschritt

Tabellenverzeichnis

Tabelle 1: Gegenüberstellung der Eigenarten von Erfahrungsverstand und rationalem Verstand

Tabelle 2: Übersicht über aktuelle HKT-Einsatzfelder

1 Einleitung

Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) ist ein Mentaltrainings-Ansatz, der seit 2005 an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg entwickelt wird. Er verfolgt das Ziel, über den Aufbau bzw. die Stärkung solcher Selbststeuerungskompetenzen, deren Verfügbarkeit für die erfolgreiche Realisierung insbesondere ambitionierter Zielsetzungen (wie sie v.a. im schuli- schen, beruflichen, sportlichen und gesundheitlichen Kontext angestrebt werden) eine wesent- liche Voraussetzung darstellt und darüber hinaus zur Befriedigung zentraler psychischer Grundbedürfnisse beiträgt, Menschen zugleich in ihrem Ziel- und Bedürfnisbefriedigungs- streben zu unterstützen.

Die bisherige Entwicklung des HKT ist gekennzeichnet durch eine stetige Weiterentwicklung, die v.a. dadurch vorangetrieben wird, dass die in der praktischen Anwendung dieses Modells gemachten Erfahrungen als Impulse aufgegriffen werden, um dieses „Praxismodell“ weiter zu optimieren. Sowohl die in der Praxis aufgetretenen Herausforderungen - z.B. die Frage, wie sich das HKT nachhaltig in einer Schule implementieren lässt oder wie sich das HKT so stan- dardisieren lässt, dass es flexibel an unterschiedliche Personengruppen und Kontexte an- gepasst werden kann - als auch die Ausweitung der Anwendungsfelder des HKT - so hat das HKT längst seinen ursprünglichen Schulkontext überschritten und kommt aktuell auch im Bereich des Reha-Wesens und in der betrieblichen Gesundheitsförderung zum Einsatz - stell- ten in jüngster Zeit solche die Weiterentwicklung vorantreibenden Praxisimpulse dar, da sie die Notwendigkeit verdeutlichten, „die theoretische Fundierung des HKT klarer heraus- zuarbeiten“ (Knörzer, Rupp & Heinrich, in Druck), um von dieser theoretischen Basis aus dann wissenschaftlich begründbare Lösungen für solche Herausforderungen entwickeln zu können.

Dieser Weiterentwicklungsschritt der ausführlichen theoretischen Fundierung des HKT, der die Grundlage dafür bilden soll, die praktische Weiterentwicklung des HKT theoriebasiert vorantreiben zu können, soll mit der vorliegenden Arbeit geleistet werden. Um diese überge- ordnete Zielsetzung zu realisieren, wird auf die Konsistenztheorie Grawes zurückgegriffen, die jüngst zur „Basistheorie“ des HKT erklärt wurde (vgl. Knörzer, Rupp & Heinrich, in Druck), da sie bereits von Beginn der HKT-Entwicklung an die zentrale theoretische Grund- lage des HKT bildet, auch wenn dies bisher nur in den Bezugsmodellen des HKT - dem Inte- grativen Mentaltraining (Amler, Bernatzky & Knörzer, 2006) und dem Modell der kompe- tenzorientierten Prävention und Gesundheitsförderung (Knörzer, 2006) - angedeutet wurde, ohne dies näher zu explizieren. Die dieser Arbeit zugrunde liegende Fragestellung lässt sich somit folgendermaßen fassen: Wie lässt sich das Heidelberger Kompetenztraining konsistenz- theoretisch fundieren? Oder genauer: Wie lassen sich Zielsetzungen, Inhalte, Grundsätze und Methoden/Vorgehensweisen des HKT konsistenztheoretisch begründen und darstellen? Gerade im Hinblick auf die Ausweitung der Anwendungsfelder des HKT soll im Rahmen der konsistenztheoretischen Grundlegung des HKT theoriebasiert auch eine Antwort auf die Frage gefunden werden, was das HKT mit seinem Trainingsprogramm leistet: Was leistet das HKT aus konsistenztheoretischer Sicht?

Die Beantwortung dieser Fragestellungen wird auf dem Wege einer durchgängig hermeneuti- schen Vorgehensweise angestrebt. Aus Grawes Hauptschriften zur Konsistenztheorie (2000; 2004) sowie einschlägigen Zeitschriftenartikeln werden zunächst die Grundlagen der Konsis- tenztheorie herausgearbeitet. Dasselbe Textmaterial wird anschließend daraufhin ausgewertet, welche positiven Effekte die Befriedigung der psychischen Grundbedürfnisse mit sich führt. Die hier gewonnenen Erkenntnisse bilden eine zentrale Grundlage für die Beantwortung der Fragestellung, was das HKT aus konsistenztheoretischer Sicht leistet, strebt dieses doch eine Befriedigung der psychischen Grundbedürfnisses an. Anschließend wird durch einen weiteren Bearbeitungsschritt anhand der oben aufgeführten Textbasis ein Erkenntnisgewinn darüber angestrebt, welche grundsätzlichen Anforderungen sich aus Sicht der Konsistenztheorie für die Absicht ergeben, zu einer Förderung menschlicher Potentiale beizutragen.

Mit der auf diese Weise erarbeiteten konsistenztheoretischen Wissensbasis wird dann an das HKT herangetreten, um die Hauptfragestellung der vorliegenden Abhandlung, wie das HKT (konsistenz-)theoretisch fundiert werden kann, zu beantworten. Die Fundierung erfolgt in zwei Schritten. Zunächst werden übergeordnete Zielsetzungen und Grundsätze des HKT vor- gestellt und theoretisch begründet. Im Anschluss daran wird das HKT schrittweise in seinen einzelnen Bausteinen detailliert vorgestellt und konsistenztheoretisch untermauert.

2 Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke - ein Überblick

Dieses Kapitel gibt eine erste Orientierung hinsichtlich der Entwicklung, des aktuellen Stands, der Zielsetzung, Umsetzung und Implementierung des Heidelberger Kompetenztrainings. Eine ausführliche Darstellung erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im Rahmen der theoretischen Fundierung des Heidelberger Kompetenztrainings (siehe Kapitel 4).

Die bisherige Entwicklung des Heidelberger Kompetenztrainings (HKT) ist gekennzeichnet durch eine stetige Weiterentwicklung im Dialog mit den Praxisakteuren1 dieses Konzepts, was die Entwickler des HKT „im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses als wichtigen Beitrag zur Qualitätsentwicklung [verstehen]“ (Knörzer, Amler & Rupp, 2009, S. 47). Dieser dynamische Prozess ist auch daran abzulesen, dass die Textbasis, die den aktuel- len Entwicklungsstand des HKT wiedergibt und die deshalb zur Erstellung dieses Kapitels herangezogen wird, zum Zeitpunkt der Fertigstellung dieser Arbeit gerade erst veröffentlicht wurde (Knörzer, Amler & Rupp, 2009) bzw. kurz vor der Veröffentlichung steht (Knörzer, Rupp & Heinrich, in Druck).

2.1 Entwicklungslinie des HKT

Aufgrund des dynamischen Entwicklungsprozesses soll zunächst die Entwicklungslinie des HKT skizziert werden. Das Heidelberger Kompetenztraining wird seit 2005 an der Pädagogi- schen Hochschule Heidelberg entwickelt. Ausgangspunkt war ein Programm „Sportler mental stark machen“, dessen Ziel es ist, durch systematisches Mentaltraining die Persönlichkeit so zu entwickeln, dass jugendliche Sportler stark genug werden, ihre Leistungsmöglichkeiten umfassend auszuschöpfen, Dopingversuchungen zu widerstehen und parallel zur leistungs- sportlichen Entwicklung über ihre schulische und berufliche Entwicklung ein zweites Stand- bein aufzubauen (vgl. Knörzer, Amler, Bernatzky & Breuer, 2006). In dieser Entwicklungs- phase orientierte sich das HKT in erster Linie am Konzept des „Integrativen Mentaltrainings im Sport“ (Amler, Bernatzky & Knörzer, 2006), dessen übergeordnete Zielsetzung es ist, Sportler dabei zu unterstützen, einen Zustand idealer Leistungsfähigkeit zu erreichen und auf- rechtzuerhalten.

Mit der Implementation des Mentaltrainings in verschiedenen Schulen, meist Partnerschulen des Olympiastützpunktes Rhein-Neckar, in denen die jugendlichen Leistungssportler unter- richtet wurden, zeigte sich, dass das Mentaltraining nicht nur von diesen sehr positiv aufge- nommen wurde, sondern ebenso von deren Mitschülern, die keinen Leistungssport betrieben. Diese konnten ihre Erfahrungen aus dem Mentaltraining vor allem in Klassenarbeits- und Prüfungssituationen erfolgreich umsetzen (vgl. Knörzer, Amler, Bernatzky & Breuer, 2006). Die Weiterentwicklung des Konzeptes wurde daher nicht mehr nur auf jugendliche Leistungs- sportler, sondern auf alle Schüler ausgerichtet. Es wurde nun ein spezielles Trainingspro- gramm für Schüler entwickelt, das „Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke“.

2.2 Aktueller Entwicklungsstand des HKT

Der Prozess der HKT-Weiterentwicklung verdeutlichte die Notwendigkeit, die theoretische Fundierung des Konzeptes weiter voranzutreiben. Die Entscheidung bezüglich einer geeigneten theoretischen Basis fiel dabei auf die Konsistenztheorie nach Grawe (2000; 2004). Orientierung für die Entscheidung war in der Tradition systemisch-konstruktivistischen Denkens das Konstrukt der „Viabilität“ (Glaserfeld, 1987), d.h., eine Theorie ist dann besonders geeignet, wenn sie eine Problemstellung komplex zu lösen verspricht. Mit dieser konsistenztheoretischen Ausrichtung wird nun auch die übergeordnete Zielsetzung des HKT gegenüber früheren Beschreibungen (vgl. Knörzer, 2008a; 2008b) neu formuliert:

„Ziel des HKT ist es, Menschen zu befähigen, Inkongruenzen ressourcenorientiert zu lösen.“ (Knörzer, Amler & Rupp, 2009, S. 44)

„Der Begriff Inkongruenz […] meint Abweichungen zwischen den Wahrnehmungen der Realität auf der einen Seite und aktivierten Zielen, Erwartungen und Überzeugungen auf der anderen Seite“ (Grawe, 2004, S. 235).

Ausgangspunkt hierbei ist die in zahlreichen Studien nachgewiesene Problematik, dass es vielen Menschen, selbst wenn sie hoch motiviert sind, nicht gelingt, ihre selbstgesetzten Ziele zu realisieren (vgl. Achtziger & Gollwitzer, 2006, S. 289). Erfolgreiches Zielstreben stellt aufgrund der zahlreichen potentiellen internen (z.B. Zielkonflikte) und externen Hindernisse (z.B. Ablenkungen), die sich diesem in den Weg stellen können, hohe Anforderungen an die Selbststeuerungsfähigkeit der Menschen. Da viele Menschen diese Fähigkeit nicht in ausrei- chendem Maße vorweisen oder nutzen können, machen sie während ihres Zielstrebens immer wieder Wahrnehmungen entgegen ihren Zielen - sie erleben Inkongruenz. Das HKT will nun mit dem gezielten Aufbau von Selbststeuerungskompetenzen Menschen dabei unterstützen, ihr Zielstreben erfolgreich zu gestalten, sodass sie ihre Realitätswahrnehmungen mit ihren Zielsetzungen zur Deckung (Kongruenz) bringen können.

Zugleich wird mit dem Aufbau der hier geschulten und trainierten Kompetenzen eine gute Befriedigung der psychischen Grundbedürfnisse angestrebt, stellen diese Kompetenzen doch nach Ansicht der HKT-Entwickler maßgebliche Ressourcen dar, um mit dem eigenen Verhal- ten bedürfnisbefriedigende Erfahrungen herbeiführen zu können. Die mit der Bedürfnis- befriedigung verbundenen positiven Effekte - Wohlbefinden, psychische Leistungsfähigkeit und Gesundheit - stellen weitere Zielsetzungen des HKT dar (vgl. Knörzer, Rupp & Heinrich, in Druck).

Um die aufgezeigten Ziele zu erreichen, folgt der HKT-Prozess vier Schritten:
- Ziele formulieren
- Sich konzentrieren
- Seine Stärken aktivieren
- Die Zielintention abschirmen

Die vier Schritte werden als Teilziele verstanden, die erreicht werden sollen, um die oben formulierten übergeordneten Ziele des HKT zu verwirklichen. Dabei ist der Weg zu den ein- zelnen Teilzielen nicht eindeutig festgelegt. Je nach Zielgruppe, Rahmenbedingungen und Ausrichtung (z.B. Leistungsoptimierung oder Lebensstiländerung) kann und wird er durchaus variieren. Mit dieser Outcome-Standardisierung werden wesentliche Ideen der aktuellen päda- gogischen Diskussion aufgegriffen (vgl. Rolff, 2004; Helmke, 2008; Ziener, 2009). Zur Eva- luierung der HKT-Teilziele wurden diese exakter ausformuliert. Sie beschreiben zugleich die Selbststeuerungskompetenzen, die im HKT aufgebaut bzw. gestärkt werden sollen:

Ziele nach Zielkriterien exakt formulieren und die Zielerreichung mental erleben kön- nen.

Die Zugangswege zur Konzentration kennen und sich konzentrieren können. Seine Stärken kennen und diese bewusst aktivieren können.

Lösungsstrategien für mögliche Störungen formulieren und Möglichkeiten der mentalen Abschirmung anwenden können.

Eine weitere Ausdifferenzierung nach Messindikatoren und Messinstrumenten erfolgte in Anlehnung an das von Amler, Bernatzky & Knörzer (2006, S. 79ff.) entwickelte Evaluations- modell. Die vier Teilziele werden in jedem HKT-Trainingsprogramm angestrebt. Dabei kön- nen die methodischen Wege zur jeweiligen Zielerreichung durchaus variieren. Allerdings sol- len alle HKT-Trainingsprogramme ein methodisches Prinzip umsetzen, nämlich das der Parallelität von digitalen und analogen Denk- und Erlebensprozessen (vgl. Bateson, 1985, S. 376ff.). Neben den ‚digitalen‘, verbal-analytischen Methoden werden gleichwertig ‚analoge‘, d.h. bildhaft-metaphorische und körperlich-emotionale, Methoden berücksichtigt.

„Wir sprechen also dann von HKT-Trainingsprogrammen, wenn die vier o.g. Teilziele angestrebt werden und zwar sowohl mit digitalen wie auch mit analogen Methoden.“ (Knörzer, Amler & Rupp, 2009, S. 45)

Entsprechend der analogen Ausrichtung wird das HKT-Modell folgendermaßen abgebildet:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Das HKT-Modell

Quelle: Knörzer, Amler & Rupp, 2009, S. 45

Auf der Grundlage der beschriebenen Outcome-Konzeptbildung konnten und können nun HKT-Programme für unterschiedliche Zielgruppen und in unterschiedlichen Kontexten entwickelt werden. Dies ist bereits im schulischen Rahmen geschehen ebenso wie im Bereich des Reha-Wesens und in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Starke Beachtung fand dabei auch die Integration des HKT in das Unterrichtsfach „Glück“ in der zweijährigen Berufsfachschule der Willy-Hellpach-Schule in Heidelberg (vgl. Fritz-Schubert, 2008).

2.3 Nachhaltige Implementierung des HKT

Bleibt die Frage zu klären, wie das Heidelberger Kompetenztraining nachhaltig in Schulen und anderen Organisationen implementiert werden kann. Knörzer, Amler & Rupp (2009) skizzieren dies am Beispiel der Schulen, da der Einsatzschwerpunkt des HKT bisher in die- sem Bereich lag. Die Ausführungen können und sollen aber auch auf andere Einrichtungen übertragen werden.

Ausgangspunkt waren die wenig befriedigenden Erfahrungen, die in der ersten Implemen- tierungsphase mit dem Einsatz externer Expertenteams gemacht wurden, die das HKT- Programm im Rahmen von fünf Doppelstunden pro Schulhalbjahr unterrichteten. Dazwischen wurde das Thema nicht wieder aufgegriffen, da die unterrichtenden Lehrkräfte nicht über eine entsprechende Qualifikation verfügten, um die HKT-Inhalte und -methoden weiterzuführen bzw. diese in ihren Unterricht flexibel zu integrieren (vgl. Knörzer, Rupp & Heinrich, in Druck).

Die weiteren Überlegungen zur Lösung wurden auf der Grundlage systemischer Organisa- tionsentwicklung (vgl. Argyris & Schön, 1999; Königswieser & Exner, 1999; Ruep, 1999) sowie des Setting-Ansatzes der Gesundheitsförderung (vgl. Knörzer & Steen, 2006) ent- wickelt, mit dem Ergebnis, dass das HKT nur dann in Schulen implementiert werden sollte, wenn:

Die Schulleitung dies aktiv unterstützt.

Das gesamte Kollegium über das Projekt ausreichend informiert wird.

Mindestens 20% des Kollegiums in einem Zeitraum von drei Jahren an den HKTFortbildungen teilnehmen.

Pro Halbjahr mindestens ein HKT-Projekt durchgeführt und dem Netzwerk der HKTSchulen zur Verfügung gestellt wird.

Das HKT ausgewiesener Teil der Schulkultur wird und sich dies etwa im schulischen Leitbild oder Schulportfolio niederschlägt.

Ist dies im Vorfeld gewährleistet, wird zunächst ein Kontrakt unterschrieben, in dem sich die Schule zur Einhaltung o.g. Punkte verpflichtet. Als Gegenleistung erhält sie die entsprechen- den Fortbildungsplätze sowie Beratung und Supervision. Die Information des Gesamt- kollegiums erfolgt in der Regel in Form einer Präsentation im Rahmen einer Gesamtlehrer- konferenz, aber auch als ganztägige Fortbildung im Kontext einer schulinternen Lehrerfort- bildung.

Pro Schulhalbjahr findet mindestens eine viertägige Fortbildungsveranstaltung statt. Jede Fortbildungsgruppe umfasst 30 Teilnehmende, es werden Lehrer und Studierende gemeinsam fortgebildet.

Das Weiterbildungskonzept umfasst zwei zweitägige Blöcke mit einem Zwischenraum von ca. sechs bis acht Wochen, in dem die Teilnehmer bereits einzelne Elemente des HKT an den Schulen erproben. Es ist nach dem Konzept des mehrstufigen Dozententrainings nach Wahl & Wölfing (1991) entwickelt. Am Ende der Fortbildung werden konkrete HKT-Projekte ge- plant, die dann gemeinsam von den Lehrkräften und Studierenden an den jeweiligen Schulen umgesetzt werden.

Mit Unterstützung einer Internetplattform wird derzeit ein Netzwerk der beteiligten Schulen aufgebaut.

3 Die Konsistenztheorie nach Grawe

Dieses Kapitel verfolgt nachstehende Zielsetzungen:

Es gibt einen Überblick über zentrale Begriffe, Aussagen und Annahmen der Konsistenztheo- rie (3.1).

Über die Darstellung der zahlreichen positiven Effekte, die sich aus konsistenztheoretischer Sicht durch eine Befriedigung psychischer Grundbedürfnisse ergeben, soll die Grundbedürf- nisbefriedigung als besonders lohnendes Ziel individuumbezogener Förderungsmaßnahmen herausgestellt werden. Zugleich wird mit den dargestellten positiven Effekten der Grundbe- dürfnisbefriedigung eine erste Antwort auf die Fragestellung gegeben, was das HKT leistet, wenn es, wie intendiert, zu einer guten Befriedigung der Grundbedürfnisse beiträgt (3.2).

Abschließend werden grundsätzliche Anforderungen formuliert, die sich aus Sicht der Konsis- tenztheorie für die Bestrebung ergeben, auf den Menschen förderlich einzuwirken. Hierbei wird die Ressourcenorientierung als zentrale konsistenztheoretische Förderungsstrategie vor- gestellt (3.3).

3.1 Grundzüge der Konsistenztheorie

Nachfolgende Ausführungen zur Konsistenztheorie beziehen sich auf die aktuellste Gesamtdarstellung Grawes (2004, S. 183ff.). Abweichende Quellen werden explizit angegeben.

Grawe legt mit der Konsistenztheorie eine spezifische Sichtweise des psychischen Funktio- nierens vor, die er aus der Perspektivenverschränkung zweier Forschungsrichtungen gewinnt. Er verknüpft Befunde und Modelle, die in der empirisch ausgerichteten Psychologie weite Akzeptanz finden, mit einer neurowissenschaftlich fundierten Sicht des psychischen Gesche- hens. Dabei gilt es gleich zu Beginn herauszustellen, dass trotz des psychotherapeutischen Kontextes, in dem dieser Ansatz entstanden ist, es sich bei der Konsistenztheorie um ein „Modell des normalen seelischen Funktionierens“ (Grawe, 2000, S. 449) und nicht um ein psychopathologisches Modell handelt. Damit einher geht der Anspruch, dass die hier entwi- ckelten Aussagen über das psychische Funktionieren für den Menschen generell gelten (vgl. ebd.).

Ein wesentliches Charakteristikum der Konsistenztheorie Grawes ist, dass sie sich über die bloße Beschreibung der Abläufe des psychischen Geschehens hinaus darum bemüht, zu einer inhaltlichen Bestimmung dessen beizutragen, was den Menschen „im Positiven wie im Nega- tiven bewegt“.

Grawe konzipiert in der Konsistenztheorie zwei zentrale „Beweger“ des psychischen Gesche- hens, die das konkrete Erleben und Verhalten des Menschen maßgeblich beeinflussen und die gewissermaßen neurobiologisch vorgegebene Standards darstellen, denen jeder Mensch auf individuelle Art entsprechen muss, will er sich gut entwickeln, gesund leben und sich erfolgreich mit seiner Umwelt auseinandersetzen.

Zum einen muss der Mensch in der Interaktion mit seiner Umwelt seine psychischen Grundbedürfnisse befriedigen (Streben nach Kongruenz). Zum anderen muss er unter seinen vielen gleichzeitig aktivierten internen psychischen und neuronalen Abläufen eine gewisse Ordnung und Harmonie herstellen (Streben nach Konsistenz).

Die nähere Charakterisierung dieser beiden zentralen Beweger des psychischen Geschehens und die Klärung ihres funktionalen Zusammenhangs kennzeichnen nachfolgenden Dreischritt.

3.1.1 Das Streben nach Kongruenz

Das Streben nach Kongruenz verknüpft die unteren drei Ebenen Grawes hierarchisch aufge- bauten konsistenztheoretischen Modells zu einer funktionalen Einheit (vgl. Abbildung 2). Um seine angeborenen psychischen Grundbedürfnisse zu befriedigen, bildet jeder Mensch im Laufe seiner Sozialisation motivationale Schemata - bestehend aus motivationalen Zielen und Mitteln zu deren Realisierung - aus, die das konkrete Erleben und Verhalten so ausrich- ten, dass in der Person-Umwelt-Interaktion möglichst die motivationalen Ziele (als die zentra- len Komponenten der motivationalen Schemata) und damit die hinter ihnen stehenden Grund- bedürfnisse verwirklicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2: Das konsistenztheoretische Modell des psychischen Geschehens

Quelle: in Anlehnung an Grawe, 2004, S. 189

Zentraler Ausgangspunkt dieses Strebens nach Realisierung der motivationalen Ziele sind die psychischen Grundbedürfnisse. Darunter werden Bedürfnisse gefasst, „die bei allen Menschen vorhanden sind und deren Verletzung oder dauerhafte Nichtbefriedigung zu Schädigungen der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens führen“ (S. 185).

Auf der Basis psychologischer und neurobiologischer Forschungsergebnisse werden vier psy- chische Grundbedürfnisse postuliert, die eine breite empirische Evidenz aufweisen (vgl. S. 192ff.):

Ein Bedürfnis nach Orientierung und Kontrolle

Dies ist das Bedürfnis, mit dem eigenen Verhalten erfolgreich Wirkungen im Sinne bestimmter Ziele herbeiführen zu können. Es macht den Menschen bedürftig danach, etwas zu können, was zur Herbeiführung und Aufrechterhaltung der eigenen Ziele wichtig ist. Dies macht den Kompetenzaspekt dieses Bedürfnisses aus. Wirksame Kontrolle setzt allerdings voraus, dass der Mensch in der Lage ist, sich einen zutref- fenden Überblick über die Situationen zu verschaffen, in denen er sich befindet - sich also zu orientieren. Dies ist die kognitive Komponente dieses Bedürfnisses.

Ein Bedürfnis nach Lustgewinn/Unlustvermeidung

Dieses Bedürfnis betrifft das Bestreben, eine möglichst positive Lust-Unlust-Bilanz zu erzielen, also erfreuliche/lustvolle Erfahrungen herbeizuführen und zu erleben und schmerzhafte/unangenehme Erfahrungen zu vermeiden.

Ein Bedürfnis nach Bindung, das die grundlegende Angewiesenheit des Menschen auf nahe Bezugspersonen für sein Wohlergehen betont. Über das soziale Eingebundensein erfährt der Mensch Nähe, Vertrautheit und emotionale Sicherheit.

Ein Bedürfnis nach Selbstwerterhöhung/-schutz, das den Menschen bedürftig nach selbstaufwertenden Wahrnehmungen macht. Er möchte sich von einer positiven/vorteilhaften Seite sehen können und so auch von an- deren wahrgenommen werden - beispielsweise als kompetent, wertvoll und von ande- ren geliebt.

Diese vier Grundbedürfnisse „sind gewissermaßen die Standards, an denen sich die gesamte psychische Aktivität ausrichtet“ (Grawe, 2000, S. 383). Ihre tiefe Verankerung im menschli- chen Nervensystem und ihre herausgehobene Bedeutung für eine gute Entwicklung, für Wohlbefinden und Gesundheit des Menschen (siehe Kapitel 3.2) machen verständlich, wes- halb das psychische System von seiner grundlegenden Funktionsweise her andauernd darauf ausgerichtet ist, diese Grundbedürfnisse zu befriedigen oder vor Verletzungen zu schützen.

Ihren Einfluss auf das konkrete Erleben und Verhalten des Menschen gewinnen die Grundbe- dürfnisse nur indirekt, vermittelt über die motivationalen Schemata (siehe auch Kapitel 4.1.5). Diese „sind die Mittel, die das Individuum im Laufe seines Lebens entwickelt, um sei- ne Grundbedürfnisse zu befriedigen und sie vor Verletzungen zu schützen“ (S. 188). Während die Grundbedürfnisse auf einer abstrakteren Ebene (oberhalb konkreter Situationen) lediglich die Grundausrichtung der psychischen Aktivität determinieren, stellen die motivationalen Schemata auf bestimmte Situationen oder Klassen von Situationen bezogene Konkretisierun- gen der vier Grundbedürfnisse dar, die deren Realisierung im konkreten Erleben und Verhal- ten dienen. So entwickelt der Mensch im Laufe seiner Sozialisation, abhängig von der konkre- ten Lebensumwelt und den darin gemachten Lebenserfahrungen, um jedes der vier Grund- bedürfnisse herum konkrete motivationale Ziele und entsprechende Mittel (zielgerichtete Verhaltensweisen und Handlungspläne) zur Realisierung dieser Ziele - eben motivationale Schemata -, die im Gegensatz zu den bei allen Menschen gleichen Grundbedürfnissen hochindividuell ausgeprägt sind. Je nachdem, ob motivationale Schemata die Herbeiführung bedürfnisbefriedigender Erfahrungen oder den Schutz vor bedürfnisverletzenden Erfahrungen anstreben, ob sie als Zielkomponente also ein Annäherungs- oder ein Vermeidungsziel haben, wird zwischen Annäherungs- und Vermeidungsschemata differenziert.

Auf der Ebene des konkreten situativen Erlebens und Verhaltens entstehen im Verlauf der Interaktion des Individuums mit seiner Umgebung kontinuierlich Wahrnehmungen darüber, inwieweit die jeweils aktivierten motivationalen Ziele erreicht oder verfehlt - und damit die entsprechenden Grundbedürfnisse befriedigt oder verletzt - werden. Aufgrund der hohen Be- deutung der Bedürfnisbefriedigung für den Menschen ist das psychische Geschehen fortwäh- rend darauf ausgerichtet, Wahrnehmungen im Sinne aktivierter motivationaler Ziele zu erzeu- gen. Es strebt somit nach Übereinstimmung zwischen seinen realen Wahrnehmungen und seinen aktivierten motivationalen Zielen - es strebt nach Kongruenz. „Das Streben nach der Befriedigung und dem Schutz der Grundbedürfnisse kann [somit] als Streben nach Kongruenz zwischen Wahrnehmungen und motivationalen Zielen aufgefasst werden“ (Grosse Holtforth & Grawe, 2003, S. 315f.).

Entsprechend steht in der Konsistenztheorie der Begriff Inkongruenz für Nichtüberein- stimmung/Abweichung der realen Erfahrungen mit den aktivierten motivationalen Zielen. Gelingt es einem Menschen nicht, in der Interaktion mit seiner Umwelt seine aktuellen moti- vationalen Ziele zu realisieren, so entsteht nicht nur Inkongruenz hinsichtlich der jeweiligen Ziele, sondern auch hinsichtlich der korrespondierenden Grundbedürfnisse, denn Grawe be- zieht den Begriff „Inkongruenz“ nicht nur auf motivationale Ziele, sondern fasst ihn allge- meiner als „eine Unvereinbarkeit gleichzeitig aktivierter psychischer Prozesse, wovon einer dieser Prozesse die Wahrnehmung der Realität beinhaltet“ (S. 239). Inkongruenz liegt im psy- chischen Geschehen also immer dann vor, wenn es zu Diskrepanzwahrnehmungen zwischen der subjektiven Umwelt und aktivierten motivationalen Zielen, aktivierten Grundbedürfnissen oder aber auch aktivierten bedeutsamen Zielen kommt, die keine bedürfnisbezogene inhaltli- che Ausrichtung haben.

Während das Erreichen des vom psychischen System angestrebten Zustandes der Kongruenz mit dem Erleben positiver Emotionen einhergeht, sind Zustände der Inkongruenz von starken negativen Emotionen und Stressreaktionen begleitet - ein Umstand, der großteils den gesund- heitlichen Wert bzw. die Gefahr dieser beiden Zustände ausmacht. Allerdings gilt es hierbei, das Konstrukt der Inkongruenz differenzierter zu betrachten. Grawe unterscheidet eine „kon- trollierbare“ von einer „unkontrollierbaren“ Inkongruenz (vgl. S. 235ff.). Während sich eine kontrollierbare Inkongruenz dadurch auszeichnet, dass das Individuum im Prinzip über Mittel und Wege verfügt, um die bestehende Inkongruenz zu lösen, und sie sich ihm deshalb eher als Herausforderung und Entwicklungsantrieb stellt, kennzeichnet eine unkontrollierbare Inkon- gruenz das Fehlen von Mitteln, um die bestehende Inkongruenz mit eigener Aktivität reduzie- ren zu können. Dieser Zustand stellt für den Organismus einen starken Stressor dar und wird entsprechend von starken negativen Emotionen und einer überschießenden Stressreaktion begleitet.

3.1.2 Das Streben nach Konsistenz

Neben den Grundbedürfnissen und dem auf sie zurückzuführenden Streben nach Kongruenz postuliert die Konsistenztheorie als zweiten zentralen „Beweger“ des psychischen Geschehens das Streben nach Konsistenz. Grawe konzipiert dieses „grundlegende Prinzip innerorganismischer Regulation“ (S. 186) als eine den Grundbedürfnissen übergeordnete, oberste Instanz des psychischen Geschehens (vgl. Abbildung 2).

Konsistenz bezieht sich auf einen Zustand des psychischen Systems, der durch eine Übereinstimmung bzw. Vereinbarkeit der vielen gleichzeitig ablaufenden neuronalen/psychischen Prozesse gekennzeichnet ist, die entweder eine interne Funktion zur Aufrechterhaltung oder Herstellung bestimmter Systembedingungen oder eine externe Funktion zur Außenanpassung an die Umgebungsbedingungen haben.

„Je mehr die gleichzeitig ablaufenden Prozesse miteinander konsistent sind, je mehr sie also gut vereinbar miteinander und gut aufeinander abgestimmt sind, sich gegenseitig fördern und in die gleiche Richtung zielen, desto erfolgreicher ist das Individuum in seiner Auseinandersetzung mit seiner Umgebung.“ (Grosse Holtforth & Grawe, 2004, S. 9)

Dieser Zustand der Passung ist ebenso wie der Zustand der Kongruenz grundlegende Voraus- setzung für Wohlbefinden, (psychische) Gesundheit und optimale Auseinandersetzung mit der Umgebung. Dies wird v.a. dann ersichtlich, wenn es dem Organismus nicht gelingt, diese Vereinbarkeit psychischer/neuronaler Prozesse herzustellen, wenn also Inkonsistenz vor- herrscht. Diese „beeinträchtigt das Wohlbefinden, sie reduziert die Effektivität psychischer Prozesse und sie kann längerfristig zur Ausbildung psychischer und körperlicher Störungen führen“ (S. 326), da sich die gleichzeitig aktivierten, miteinander schlecht zu vereinbarenden Prozesse in ihrem Ablauf gegenseitig behindern. So verwundert es nicht, dass der Organismus dem Zustand der Konsistenz im psychischen Geschehen oberste Priorität einräumt, ihn stark bevorzugt und viele Mechanismen entwickelt, um Inkonsistenz - die Unvereinbarkeit, Dis- krepanz, Nichtübereinstimmung gleichzeitig aktivierter psychischer/neuronaler Prozesse - zu vermeiden.

3.1.3 Der funktionale Zusammenhang zwischen Kongruenz und Konsistenz

Es gilt nun zu klären, auf welche Art und Weise die beiden obersten Orientierungspunkte des psychischen Funktionierens, das Streben nach Kongruenz und das Streben nach Konsistenz, im Zusammenhang stehen.

Auf den ersten Blick erscheint es so, als würden die beiden Strebungen divergieren. Während das Streben nach Kongruenz den Blick auf die Außenwelt lenkt, in der das Individuum über eine Au ß enanpassung seine Grundbedürfnisse zu befriedigen sucht, fokussiert das Streben nach Konsistenz interne psychische Abläufe, die in Form einer Binnenregulation eine Vereinbarkeit aller gleichzeitig ablaufenden psychischen/neuronalen Prozesse des Individuums anstreben. Trotz dieser unterschiedlichen Ausrichtung sind beide Strebungen funktional eng aneinander gebunden, wie die nachstehenden Ausführungen zeigen.

Eine gelungene Bedürfnisbefriedigung ist letztlich das Kennzeichen einer erfolgreichen Au- ßenanpassung/Person-Umwelt-Interaktion. Diese setzt jedoch, wie gezeigt, einen internen Zustand des Organismus voraus, der durch Vereinbarkeit und Übereinstimmung der gleich- zeitig aktiven psychischen/neuronalen Prozesse gekennzeichnet ist (Konsistenz) und somit eine optimale Auseinandersetzung mit der Umgebung erst ermöglicht. Demnach ist also der interne Zustand der Konsistenz eine unabdingbare Voraussetzung für die Herstellung von Kongruenz in der Person-Umwelt-Interaktion. Daraus ergibt sich auch, dass „Inkonsistenz, die längere Zeit aufrechterhalten bleibt, daher zusätzlich in Inkongruenz und damit in einer beeinträchtigten Bedürfnisbefriedigung [resultiert]“ (S. 191). Bei genauer Betrachtung des Strebens nach Kongruenz - des Zur-Deckung-Bringens von motivationalen Zielen und Wahr- nehmungen der Realität - wird erkennbar, dass es sich dabei letztlich auch um ein Streben nach Vereinbarkeit zweier gleichzeitig aktivierter psychischer Prozesse - eben von aktivierten motivationalen Zielen (Prozess 1) und Wahrnehmungen der Realität (Prozess 2) - handelt, womit sich Kongruenz als eine spezifische Form der Konsistenz herausstellt. Da also das Konstrukt der Konsistenz das der Kongruenz mit umfasst, „kommt man zur Formulierung, dass das Streben nach Konsistenz die eigentliche bewegende Kraft im neurona- len/psychischen Geschehen ist“ (S. 191).

Ein dritter Zusammenhang der beiden psychischen Beweger ergibt sich aus folgendem Sach- verhalt: „Angesichts dessen, dass permanent mindestens vier Grundbedürfnisse gleichzeitig befriedigt werden wollen, stellt die gleichzeitige Aktivierung mehrerer motivationaler Sche- mata im Seelenleben den Normalfall dar“ (Grawe, 2000, S. 428). Damit es nun dem Men- schen gelingt, „die Bedürfnisse im Sinne eines Sowohl-als-auch statt im Sinne eines Entwe- der-oder“ (ebd., S. 429) zu befriedigen, muss er eine Vereinbarkeit bzw. Übereinstimmung der gleichzeitig aktivierten motivationalen Schemata (= psychische Prozesse) anstreben. Mit anderen Worten: Der Mensch muss auch beim Streben nach Kongruenz / Bedürfnisbefriedi- gung dem Konsistenzprinzip Rechnung tragen und versuchen, seine vier Grundbedürfnisse miteinander verträglich, eben konsistent, zu befriedigen, will er eine effektive Person- Umwelt-Interaktion erreichen. Somit fungiert das Konsistenzprinzip als übergeordnete Koor- dinations- bzw. Steuerungsinstanz, welche die vier Einzelbedürfnisse nach Bindung, Lust, Selbstwerterhöhung und Kontrolle eng aneinander bindet und aufeinander bezieht (siehe Ab- bildung 2). Es verweist darauf, dass Grundbedürfnisbefriedigung stets als dynamisches Wech- selspiel zu verstehen ist, das sich idealerweise in einer Harmonisierung der vier Grundstre- bungen zeigt.

Die drei Zusammenhänge lassen sich entsprechend der Abfolge ihrer Besprechung in drei Kurzformeln fassen:

- Konsistenz im psychischen Geschehen ist die Voraussetzung für erfolgreiches Streben nach Kongruenz.
- Konsistenz ergibt sich aus einem erfolgreichen Streben nach Kongruenz.
- Konsistenz - verstanden als das Bestreben, die Grundbedürfnisse miteinander vereinbar, also in konsistenter Weise zu befriedigen - ist der notwendige DurchführungsModus erfolgversprechenden Kongruenzstrebens, das bei der Grundbedürfnisbefriedigung auf ein „Sowohl-als-auch“ zielt.

Die enge Verwiesenheit beider Zustände veranschaulicht folgende Abbildung:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 3: Das Zusammenspiel der beiden zentralen Beweger des psychischen Geschehens - Konsistenz und Kongruenz

Quelle: eigene Darstellung

Angesichts der Tatsache, dass hinter beiden Strebungen (Konsistenz und Kongruenz) letztlich die psychischen Grundbedürfnisse stehen, da diese ja „gewissermaßen die Standards [darstel- len], an denen sich die gesamte psychische Aktivität ausrichtet“ (Grawe, 2000, S. 383), kann man zusammenfassend festhalten, dass es das zentrale Anliegen der psychischen Aktivität ist, die psychischen Grundbedürfnisse miteinander vereinbar/konsistent zu befriedigen, was dann wiederum eine positive Entwicklung, Wohlbefinden, psychische Gesundheit und letztlich eine erfolgreiche Auseinandersetzung mit der Umwelt befördert, wie es das nächste Kapitel ausführlich darstellen wird.

3.2 Positive Effekte der Grundbedürfnisbefriedigung

Dieses Kapitel stellt die positiven Effekte heraus, die sich aus konsistenztheoretischer Sicht aus der Befriedigung der psychischen Grundbedürfnisse ergeben. Das Kapitel steht damit v.a. im Dienste der theoriebasierten Beantwortung einer zentralen Fragestellung dieser Arbeit - was leistet das HKT, wenn es (wie intendiert) zu einer guten Befriedigung der Grundbedürf- nisse beiträgt? Die Effekte der Bedürfnisbefriedigung werden in den drei Dimensionen Ge- sundheit, Wohlbefinden und psychische Leistungsfähigkeit behandelt. Abschließend werden die drei Dimensionen zusammengeführt und in ihren wechselseitigen Bezügen beleuchtet.

3.2.1 Gesundheit

Die Konsistenztheorie bildet das Herzstück Grawes Bestrebungen, Psychotherapie neurowissenschaftlich zu fundieren. Daher ist die Klärung der Frage, was die psychische Gesundheit fördert und was sie gefährdet, ihr zentrales Anliegen.

Die Kernaussage der Konsistenztheorie, dass die Befriedigung der zentralen psychischen Grundbedürfnisse die psychische Gesundheit fördert und ihre Nichtbefriedigung dagegen zu psychischen Schädigungen führt, wurde inzwischen empirisch gut belegt.

So verweist Grawe (2004) beispielsweise auf eine Untersuchung an 200 Normalpersonen (also keine Patienten), bei der die Korrelation zwischen Inkongruenz und psychopathologischer Symptombelastung .75 betrug, woraus er schließt: „Wem es nicht gelingt, seine motivationalen Ziele [und damit seine dahinterstehenden Grundbedürfnisse; R.R.] zu realisieren, hat ein großes Risiko, psychopathologische Symptome zu entwickeln“ (S. 344f.).

Umgekehrt konnte Grawe (ebd., S. 379ff.) in umfassenden Studien die Grundbedürfnisbefriedigung als den zentralen Wirkfaktor erfolgreicher Psychotherapie nachweisen. Ob es einer Therapie gelingt, die psychische Gesundheit eines Menschen zu bessern, hängt danach maßgeblich davon ab, inwiefern sie dem Menschen bedürfnisbefriedigende Erfahrungen eröffnen kann. Dabei erhebt Grawe die Befriedigung der psychischen Grundbedürfnisse in den Stand einer „conditione sine qua non“ (ebd., S. 406) für die Förderung psychischer Gesundheit und schließt sein Werk mit der Feststellung ab: „Die beste Art, das Gehirn gesünder zu machen, ist eine bessere Bedürfnisbefriedigung“ (ebd., S. 448). Den gesundheitlichen Wert der Grundbedürfnisbefriedigung expliziert Grawe in zwei Richtungen.

Zum einen stellt er eine präventive Komponente der Bedürfnisbefriedigung heraus, wenn er betont: „Hohe Konsistenz, was gleichbedeutend mit sehr guter Bedürfnisbefriedigung ist, schützt vor der Entwicklung psychischer Störungen“ (ebd., S. 376). Diese Aussage untermauert Grawe mit Untersuchungsergebnissen, die eine „hohe negative Korrelation zwischen Inkongruenz und vielen Aspekten psychischer Gesundheit“ aufzeigen und damit Kongruenz als „natürlichen Gegenspieler psychischer Störungen“ ausweisen (ebd., S. 370).

Zum anderen betont er, dass sich die Herbeiführung bedürfnisbefriedigender Lebens- erfahrungen unmittelbar positiv auf das Befinden und den Gesundheitszustand auswirkt (vgl. ebd., S. 345), was sich als die gesundheitsfördernde Komponente der Bedürfnisbefriedigung bezeichnen lässt. Dieser Wirkzusammenhang macht verständlich, weshalb sich „seelisch sehr gesunde Menschen“ v.a. dadurch auszeichnen, „dass sie ihre Bedürfnisse in Übereinstimmung miteinander, also in konsistenter Weise befriedigen können“ (Grawe, 2000, S. 421).

Der zweifache gesundheitliche Wert der Grundbedürfnisbefriedigung lässt die Möglichkeit erkennen, auch in nichttherapeutischen, gesundheitsfördernden Anwendungsbereichen mit einer Förderung der Bedürfnisbefriedigung zugleich und integrativ Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung zu betreiben. Ausgehend von der Annahme eines Gesundheits- Krankheits-Kontinuums, auf dem jeder Mensch zu einem bestimmten Zeitpunkt eine be- stimmte Position innehat, zielt Prävention darauf ab, eine Positionsverschiebung auf dem Kontinuum in Richtung Krankheitspol zu verhindern, während Gesundheitsförderung eine Verschiebung in Richtung Gesundheitspol anstrebt (vgl. Becker, 2006, S. 227ff.).

Grawes Befunde zeigen nun eindeutig, dass über eine Förderung der Grundbedürfnisbefriedigung beide Effekte zugleich und integrativ verfolgt werden können. Eine gute Grundbedürfnisbefriedigung verhindert eine Positionsverschiebung des Individuums in Richtung Krankheitspol und befördert den Menschen zugleich auf dem Kontinuum weiter nach links in Richtung einer höheren/besseren Gesundheit (vgl. Abbildung 4).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 4: Der zweifache gesundheitliche Wert der Grundbedürfnisbefriedigung

Quelle: Darstellung in Anlehnung an Becker, 2006, S. 228

In den Gesundheitswissenschaften ist es bisher eher üblich, Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung als „unterschiedliche Interventionsformen“ mit einer je eigenen „Eingriffslogik“ zu fassen, die eher alternativ, additiv und nebeneinanderher betrieben werden (vgl. Hurrelmann, Klotz & Haisch, 2007), sodass sich der nach der Konsistenztheorie möglich scheinende integrative Weg über eine Förderung der Grundbedürfnisbefriedigung durchaus als eine innovative Strategie bezeichnen lässt.

Bisher wurde der Fokus hauptsächlich auf die psychische Gesundheit gerichtet. Dies liegt nahe, stehen doch die psychischen Grundbedürfnisse zunächst einmal dem psychischen Ge- schehen näher als dem physischen. Doch verweist Grawe (2004) selbst mehrfach darauf, dass sich die Befriedigung und Nichtbefriedigung der psychischen Grundbedürfnisse ebenso auf der körperlichen Ebene niederschlagen:

„Wenn es nicht gelingt, Zustände von Inkonsistenz abzubauen, sondern wenn Inkon- sistenz im psychischen Geschehen über längere Zeit fortbesteht [was gleichbedeutend mit schlechter Bedürfnisbefriedigung ist; R.R.], hat sie jedoch negative Auswirkungen. Sie beeinträchtigt das Wohlbefinden, sie reduziert die Effektivität psychischer Prozesse und sie kann längerfristig zur Ausbildung psychischer und körperlicher Störungen füh- ren.“ (S. 326)

Als Bindeglied zwischen psychischem Geschehen, insbesondere der Grundbedürfnisbefriedigung/-verletzung, und körperlichen Reaktionen können die Emotionen angesehen werden. „Zielerreichung geht mit positiven Emotionen, Inkongruenz mit negativen Emotionen einher“ (Grawe, 2004, S. 189). Die Aktivierung der Emotionen wiederum führt „zu einer ganzen Kaskade physiologischer, hormoneller und neuronaler Reaktionen“ (ebd., S. 190), die je nach der Qualität der Emotionen als „höchst komplexer Stresszustand“ oder Wohlbefindenszustand nachhaltig auf den Körper Einfluss nehmen.

Grawes Aussagen werden von den Erkenntnissen Beckers unterstützt, der aufgrund eigener empirischer Arbeiten - und ausgehend von einer fast identischen Fassung psychischer Grundbedürfnisse - zu der Feststellung kommt: „Meines Erachtens kann inzwischen davon ausgegangen werden, dass es sich bei der individuellen Bedürfnisbefriedigung um eine gesundheitsrelevante Schlüsselvariable handelt. Dies gilt gleichermaßen für die körperliche wie die psychische Gesundheit“ (2006, S. 11).

Es können nun am Ende dieses Kapitels folgende, empirisch gut gesicherte Aussagen getroffen werden:

Eine Befriedigung der psychischen Grundbedürfnisse ist eine unabdingbare Voraussetzung zur Erhaltung und Steigerung der Gesundheit des Menschen.

Grundbedürfnisbefriedigung entfaltet eine zweifache gesundheitsrelevante Wirkung, da sie sowohl die Gesundheit unmittelbar befördert als auch vor der Entstehung von Krankheiten schützt.

Die Grundbedürfnisbefriedigung entfaltet ihre gesundheitsfördernden Wirkungen gleichermaßen auf physischer wie auf psychischer Ebene.

3.2.2 Wohlbefinden

Eine weitere Dimension positiver Auswirkungen der Grundbedürfnisbefriedigung dreht sich um die Begriffe positive Emotionen, Wohlbefinden und Glück. Diese Dimension ist nicht losgelöst von der zuvor besprochenen Gesundheitsdimension zu betrachten, sondern steht in enger Verbindung zu ihr. Dies wird v.a. dann ersichtlich, wenn man sich am Gesundheits- verständnis der Weltgesundheitsorganisation (WHO) orientiert. Diese definiert bereits 1946 in ihrer Verfassung: „Gesundheit ist der Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlbefindens und nicht nur das Freisein von Krankheit und Gebrechen.“ Auf der Basis dieses Gesundheitsverständnisses kann es bis heute in der Prävention und Gesundheits- förderung als „oberstes Ziel“ gelten, „Inhalte und Methoden zu vermitteln, die dabei helfen können, den Zustand des Wohlbefindens zu erlangen und zu erhalten“ (Knörzer & Steen, 2006, S. 136), was den engen Zusammenhang der beiden Dimensionen Gesundheit und Wohlbefinden unterstreicht.

Grawe stellt in der Konsistenztheorie einen engen funktionalen Zusammenhang her zwischen Bedürfnisbefriedigung, Emotionen, Wohlbefinden und Glück:

„Der jeweilige Stand der Bedürfnisbefriedigung schlägt sich […] im emotionalen Zustand des Individuums nieder. […] hier ist ein langfristiger Effekt auf das Wohlbefinden, bzw. glücklich oder unglücklich sein, zu unterscheiden von einem kurzfristigen Einfluss der aktuellen Bedürfnisbefriedigung oder -enttäuschung auf die aktuellen Emotionen.“ (Grawe, 2000, S. 442)

Es soll zunächst der kurzfristige Einfluss der Grundbedürfnisbefriedigung/Kongruenz näher betrachtet werden. Hier gilt die einfache Formel: „Zielerreichung [Kongruenz; R.R.] geht mit positiven Emotionen, Inkongruenz mit negativen Emotionen einher“ (Grawe, 2004, S. 189). Aufgrund der hohen Bedeutung der Grundbedürfnisbefriedigung für das Individuum handelt es sich dabei um starke Emotionen, die - unabhängig davon, ob ein subjektiv klar erlebtes Gefühl eintritt - über physiologische, hormonelle und neuronale Reaktionen nachhaltig auf das Individuum einwirken (vgl. ebd., S. 190).

Der unmittelbare positive Effekt der Grundbedürfnisbefriedigung liegt also im Erleben (star- ker) positiver Emotionen. „Das ist wiederum eine positive Erfahrung für das Bedürfnis nach Lustgewinn und Unlustvermeidung, also wiederum eine bedürfnisbefriedigende Erfahrung. Es kommt zu [einem] positiven Aufschaukelungsprozess“ (ebd., S. 408). Die positiven, bedürf- nisbefriedigenden Erfahrungen, die das Individuum im Zuge dieses Aufschaukelungsprozes- ses macht, aktivieren sein Annäherungssystem. Dieses motivationale System des Menschen befördert „eine Tendenz zu positiven Emotionen und zu annäherndem Verhalten, [welches wiederum die Voraussetzung darstellt für weitere Zielerreichungen und damit für weitere be- dürfnisbefriedigende Erfahrungen; R.R.]. Negative Emotionen und Vermeidungsreaktionen werden dagegen abgeschwächt“ (ebd., S. 383). Es kommt also über aktuelle Bedürfnisbefrie- digung ein positiver Aufschaukelungsprozess in Gang, der sich selbst stabilisiert und weitere bedürfnisbefriedigende Erfahrungen und damit positive Emotionen wahrscheinlich macht.

Die emotionalen Zustände des Wohlbefindens und des Glücks - die er oftmals synonym ge- braucht - verbindet Grawe, wie bereits angedeutet, eher mit mittel- und langfristigen Effekten der Grundbedürfnisbefriedigung. Danach führt ein Kongruenzerleben über einen längeren Zeitraum - also die Erfahrung, dass es mir immer wieder bzw. regelmäßig gelingt, in der Auseinandersetzung mit der Umwelt meine vier Grundbedürfnisse zu realisieren - über einen kumulativen Effekt zu Wohlbefindens- und Glückszuständen (vgl. Grawe, 2000, S. 441ff.). Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass es dem Individuum gelingt, alle vier Grundbedürf- nisse miteinander vereinbar zu befriedigen (siehe Konsistenzprinzip 3.1.2), denn: „Gutes Wohlbefinden ist das Resultat einer ausgewogenen Befriedigung aller Grundbedürfnisse“ (Grawe, 2004, S. 303). Hier wird deutlich, dass Wohlbefinden/Glück nach der Konsistenzthe- orie weniger das Resultat eines rein hedonistischen Luststrebens ist (Bedürfnis nach Lust), sondern vielmehr als Anzeiger für ein gutes, geglücktes Leben gelten kann, in dem alle vier Grundstrebungen des Menschen zu ihrem Recht kommen.

Die konsistenztheoretische Annahme, dass Grundbedürfnisbefriedigung/Kongruenz zu Wohlbefinden führt, konnte inzwischen empirisch gut abgesichert werden. Zur Messung des Inkongruenzstatus eines Individuums wurde auf der Basis der Konsistenztheorie ein Inkongruenzfragebogen (INK; Grosse Holtforth, Grawe & Tamcan, 2003) entwickelt. Dessen Skalen wurden bei verschieden großen Stichproben von Normalpersonen und klinisch gestörten Personengruppen mit den Skalen des Berner Fragebogens zum Wohlbefinden Erwachsener (BFW/E; Grob, 1995) korreliert. Dabei wurden durchweg „außerordentlich hohe“ negative Korrelationen zwischen Inkongruenz und Wohlbefinden gefunden:

„Bei einer gemischten Stichprobe von Normalpersonen und verschiedenen klinischen Gruppen mit einem N von über tausend beträgt die Korrelation sogar -.87. Das heißt, dass das Wohlbefinden fast ganz davon abhängt, wieweit es einem gelingt, seine moti- vationalen Ziele [und damit die Grundbedürfnisse; R.R.] zu realisieren.“ (Grawe, 2004, S. 344)

Diese Ergebnisse werden durch Studien von Deci & Ryan gestützt, die auf der Basis der Selbstbestimmungstheorie von drei psychischen Grundbedürfnissen ausgehen - Bedürfnis nach Kompetenz, Autonomie und sozialer Eingebundenheit (vgl. 1993, S. 229) -, die letztlich mit den beiden konsistenztheoretischen Bedürfnisdimensionen Kontrolle und Bindung iden- tisch sind. In zahlreichen Untersuchungen konnten sie ebenfalls signifikante Korrelationen zwischen dem Grad der Grundbedürfnisbefriedigung und dem Wohlbefindensstatus der Men- schen feststellen, was sie zusammenfassend so ausdrücken: „we subsequently showed that the experienced satisfaction of these three needs was directly related to psychological health and well-being“ (2000, S. 244).

Gelingt es einem Menschen langfristig, Bedürfnisbefriedigung/Kongruenz in seinem Leben zu etablieren, so resultiert daraus nach Grawe ein positives Grundlebensgefühl, das letztlich in positiven Grundüberzeugungen bezüglich Selbst- und Weltbild und einem positiven IchGefühl kumuliert (vgl. 2000, S. 441ff.).

Die bisher dargestellten Zusammenhänge lassen sich auf einer Zeitachse wie folgt darstellen:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 5: Kurz-, mittel- und langfristige emotionale Effekte der Grundbedürfnisbefriedigung

Quelle: eigene Darstellung in Anlehnung an Grawe, 2000, S. 441ff.

Abbildung 5 lässt auf der Basis der glückspsychologischen Denkschulen Hedonismus und Eudämonie (vgl. Ryan & Deci, 2001) erkennen, dass Grundbedürfnisbefriedigung ein zweifa- ches Glückspotential birgt. Ihr hedonistisches Glückspotential eröffnet sich situativ, im Mo- ment der Befriedigung eines Grundbedürfnisses, der vom Erleben starker, positiver Emotio- nen begleitet wird. Das eudämonische Glückspotential hingegen eröffnet sich über eine länge- re Lebensspanne, die von einer konsistenten und überdauernden Befriedigung aller vier Grundbedürfnisse geprägt ist, sodass im Menschen die Überzeugung heranreift, ein gutes, erfülltes Leben zu führen, was sich wiederum in einem positiven Grundlebensgefühl nieder- schlägt.

Am Ende diese Kapitels lässt sich festhalten, dass:

- Kongruenz/Grundbedürfnisbefriedigung sich in positiven emotionalen Zuständen - Wohlbefinden/Glück - niederschlägt, welche die Tendenz zur Selbststabilisierung und Verstärkung aufweisen
- die Fähigkeit zur konsistenten und überdauernden Befriedigung der Grundbedürfnisse sowohl die Anzahl der als glücklich erfahrenen Momente im Leben erhöht als auch nachhaltig positiv auf Selbst-, Weltbild und Grundlebensgefühl wirkt und so das „gute Leben“ befördert

3.2.3 Optimale Leistungsfähigkeit

Neben der gesundheitsfördernden Wirkung, der Steigerung von Wohlbefinden und Lebensglück soll nun eine optimale Leistungsfähigkeit als dritte bedeutsame Effektdimension einer gelingenden Bedürfnisbefriedigung/Kongruenz vorgestellt werden.

Trotz der hier vorgenommenen Trennung stehen alle drei Bereiche in einem engen Wechselverhältnis und bedingen sich gegenseitig (siehe nächstes Kapitel). Dieser Zusammenhang zeigt sich besonders deutlich für die Dimensionen Wohlbefinden und optimale Leistungsfähigkeit. Es wird in diesem Kapitel u.a. dargestellt, dass Grundbedürfnisbefriedigung nicht nur, wie bereits gezeigt, zum Erleben positiver Emotionen führt, sondern dass die sich einstellenden positiven Emotionen selbst wiederum den Ausgangspunkt für Prozesse darstellen, die sich mit der Bezeichnung „optimales Funktionieren“ fassen lassen.

Wie im letzten Kapitel bereits aufgezeigt, führen positive Emotionen und die sie verursachen- den bedürfnisbefriedigenden Erfahrungen zu einer Aktivierung des Annäherungssystems. Das Annäherungssystem ist ein Motivationssystem, welches den Menschen aufgrund positiver emotionaler Situations- und Reizbewertungen in seiner psychischen Aktivität und in seinen Verhaltenstendenzen auf Annäherung ausrichtet - im Gegensatz zum Vermeidungssystem, das aufgrund negativer Situationsbewertungen und bedürfnisverletzender Erfahrungen akti- viert wird und den Menschen auf Vermeidung ausrichtet (vgl. Grawe, 2004, S. 265ff.). Befin- det sich das Individuum in einem solchen „Annäherungsmodus“, dann verfolgt es Annähe- rungsziele mit dem Format: „Ich möchte X erreichen!“ Diese Ausrichtung hat im Gegensatz zur Verfolgung von Vermeidungszielen - mit dem Format: „Ich möchte X vermeiden!“ oder „Ich möchte nicht, dass …“ - im Vermeidungsmodus zahlreiche Vorteile (ausführliche Be- schreibung siehe Kapitel 4.2.1.1). Die psychische Aktivität ist im Annäherungsmodus ganz auf das ausgerichtet, was man erreichen will - auf die Annäherungsziele. Die Zielverfolgung kann dabei sehr effektiv gestaltet und kontrolliert werden, da Annäherungsziele eine klare Richtung vorgeben. Zudem werden Annäherungen an das Ziel und die Zielerreichung von positiven Emotionen begleitet. Dagegen ist die Aufmerksamkeit im Vermeidungsmodus auf das ausgerichtet, was man vermeiden möchte. Die Aufmerksamkeit ist somit am Negativen gebunden und nicht frei für die Verfolgung von Zielen, die man anstreben möchte. Eine rich- tige Zielerreichung oder Bedürfnisbefriedigung ist in diesem Modus nicht möglich, da man lediglich bestimmte Situationen oder Reize meidet, aber dadurch noch lange kein Ziel er- reicht, das man anstrebt. Dieser Modus geht mit negativen Emotionen einher, da ständig das Negative im psychischen Geschehen präsent gehalten wird. Zudem ist die Zielverfolgung kaum kontrollierbar, da das Ziel nur negativ formuliert wird - „ich möchte nicht …“

„Aufgrund dieser qualitativen Unterschiede zwischen Annäherungs- und Vermeidungszielen ergibt sich die Schlussfolgerung, dass Vermeidungsziele ungünstige Ziele sind, was die Mög- lichkeit der Zielerreichung und ihre Funktion für eine gute Bedürfnisbefriedigung angeht“ (Grawe, 2004, S. 279). Das Agieren im Annäherungsmodus hingegen kann aufgrund der zahl- reichen Vorteile bezüglich einer effizienten Zielverfolgung als eine Form des „optimalen Funktionierens“ bezeichnet werden, die sich durch folgenden Zustand auszeichnet: „Die gan- ze psychische Aktivität ist eher positiv und auf Annäherung ausgerichtet statt auf Abwehr und Vermeidung“ (ebd., S. 409). Mit dieser psychischen Verfassung ist die Grundlage geschaffen für eine optimale Leistungsfähigkeit, die sich in erfolgreicher Zielrealisierung niederschlägt.

Wie bereits angedeutet, gelangt der Mensch in diesen erstrebenswerten Zustand über bedürfnisbefriedigende Erfahrungen und daraus resultierende positive Emotionen, die das Annäherungssystem aktivieren und vorbahnen. Grawe bezeichnet diesen Vorgang als „motivationales Priming“ bzw. „Annäherungspriming“, das auf neurophysiologischer Ebene zu einer gesteigerten Übertragungsbereitschaft der beteiligten Nervenzellverbände führt und so das Annäherungssystem und die damit verknüpften Systeme in erhöhte Aktivität/Funktionsbereitschaft versetzt (vgl. ebd., S. 382f.). Daraus resultieren:

- eine Tendenz zu weiteren positiven Emotionen und annäherndem Verhalten
- eine aktive Hemmung des Vermeidungssystems und daraus folgend eine Hemmung negativer Emotionen wie Angst
- eine Bahnung und damit erhöhte Aktivität und Abrufbarkeit von Assoziationen, Repräsentationen und Verhaltensprogrammen, die mit dem Annäherungssystem verknüpft sind und die Realisierung von Annäherungszielen unterstützen

Die zentralen Zusammenhänge sind nachfolgend nochmals in Form einer Übersichtsdarstellung usammengestellt, die verdeutlichen soll, dass Grundbedürfnisbefriedigung let tlich einen sich selbst erhaltenden und stabilisierenden Mechanismus indu iert, der aus konsisten theoretischer Sicht höchst erstrebenswert ist. Dabei resultiert der positive rückwirkende Effekt des aktivierten Annäherungssystems auf die Grundbedürfnisbefriedigung (dicker Pfeil) daraus, dass auch motivationale Ziele – über deren Erreichung die Grundbedürfnisse ja befriedigt werden – im Annäherungsmodus effektiver verfolgt und daher auch häufiger erreicht werden.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 6: Die positiven Effekte des aktivierten Annäherungssystems als Grundlage einer optimalen Leistungsfähigkeit

Quelle: eigene Darstellung

Mitarbeiter Grawes (Flückiger & Grosse Holtforth, 2007) verweisen jüngst darauf, dass „das aktivierte Annäherungssystem nicht nur einen unmittelbaren Einfluss auf das Verhalten und Erleben in der aktuellen Situation hat, sondern auch weitere Handlungen [bestimmt]“ (S. 35). Sie stützen sich dabei auf die broaden-and-build theory von Fredrickson (2002), die auf der Basis einer Übersicht über empirische Arbeiten und eigener Studien sowohl unmittelbare als auch längerfristige positive Effekte des Erlebens positiver Emotionen aufzeigen kann.

Danach erweitert sich durch das Erleben positiver Emotionen das momentane Denk- Handlungs-Repertoire einer Person. Dieser „Broadening-Effekt“ ist auf der „Denk-Seite“ gekennzeichnet durch einen ausgeweiteten Aufmerksamkeitsfokus, eine erhöhte Flexibilität, Kreativität und Rezeptivität im Denken sowie einen vergrößerten kognitiven Suchbereich (vgl. ebd., S. 123ff.). Positive Emotionen setzen also unmittelbar mentale Ressourcen frei.

Das geweitete Handlungsrepertoire schlägt sich dagegen in einer gesteigerten Tendenz zum Spielen, Explorieren, Genießen, Integrieren sowie daraus folgend in kreativen und variablen Handlungen nieder (vgl. ebd.).

Durch den Broadening-Effekt gelangen Menschen also in den Zustand optimalen Funktionie- rens und suchen zugleich verstärkt herausfordernde Handlungssituationen auf. Über die Be- wältigung solch herausfordernder (Spiel-, Explorations-, …) Situationen im Zustand optima- len Funktionierens bauen sie sich dann dauerhafte personale Ressourcen im physischen, sozi- al-emotionalen und intellektuellen Bereich auf, die nachhaltig ihre Persönlichkeitsentwick- lung vorantreiben. Dies macht den „Building-Effekt“ der broaden-and-build theory aus (vgl. ebd., S. 125ff.).

Fredrickson (2002) zeigt also mit ihrer broaden-and-build theory auf, dass positive Emotio- nen - trotz ihrer Kurzlebigkeit - nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig/ dauerhaft eine optimale Leistungsfähigkeit des Menschen befördern. Sie fasst ihre Befunde folgendermaßen zusammen: „So, through experiences of positive emotions people transform themselves, be- coming more creative, knowledgeable, resilient, socially integrated, and healthy individuals“ (S. 123).

Nach der Konsistenztheorie ist die Befriedigung der psychischen Grundbedürfnisse die zent- rale Quelle des Erlebens positiver Emotionen. Somit ergibt sich aus einer Perspektiven- verschränkung von Konsistenz- und Broaden-and-build-Theorie, dass Grundbedürfnis- befriedigung, vermittelt über das Eröffnen positiver Emotionen, nicht nur das Annäherungs- system aktiviert (s.o.), sondern darüber hinaus „Broadening- und Building-Effekte“ initiiert. Grundbedürfnisbefriedigung optimiert somit unmittelbar und langfristig die Leistungs- und Funktionsfähigkeit des Menschen und trägt damit auch nachhaltig zu seiner Persönlichkeits- entwicklung bei. Diese Zusammenhänge sind in nachstehender Abbildung dargestellt. Die Abbildung verdeutlicht auch, dass Grundbedürfnisbefriedigung letztlich Aufwärtsspiralen erzeugt in Richtung weiterer bedürfnisbefriedigender Erfahrungen und positiver Emotionen.

[...]


1 Da eine ständige Aneinanderreihung von weiblichen und männlichen Bezeichnungen die Lesbarkeit beeinträchtigt, habe ich mich dazu entschlossen, in dieser Arbeit die männliche Bezeichnung zu verwenden. Damit sind selbstverständlich auch alle Frauen mitgedacht und eingeschlossen.

Ende der Leseprobe aus 131 Seiten

Details

Titel
Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke
Untertitel
Eine theoretische Fundierung des Modells auf der Basis der Konsistenztheorie Grawes
Hochschule
Pädagogische Hochschule Heidelberg
Note
1,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
131
Katalognummer
V145416
ISBN (eBook)
9783640561186
ISBN (Buch)
9783640560844
Dateigröße
1624 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Mentaltraining, Ressourcenorientierung, psychische Grundbedürfnisse, Konsistenztheorie, Heidelberger Kompetenztraining HKT
Arbeit zitieren
Robert Rupp (Autor), 2009, Das Heidelberger Kompetenztraining (HKT) zur Entwicklung mentaler Stärke, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145416

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