Die Globalisierung der Welt Die Welt wächst zusammen. Aufgrund globaler Probleme, die von den Regierungen der Einzelstaaten alleine nicht mehr gelöst werden können, gibt es Bestrebungen, den Nationalstaat durch internationaler bzw. supranationaler Organisationen zu ersetzen. Der Nationalstaat, wie er im 19.und frühen 20. Jahrhundert propagiert wurde, verliert immer mehr an
Souveränität. Inter- bzw. supranationale Organisationen erhalten mehr Befugnisse, wodurch die finanziellen Ressourcen sowie die politische Macht des Nationalstaates langsam schwindet. Aber wo bleibt der Bürger innerhalb dieser Globalisierung? Der Bürger, der sich immer mit dem Nationalstaat, indem er lebte, identifiziert hatte und sich mehr als „Deutscher“, „Franzose“ oder „Italiener“ anstatt als „Europäer“ identifizierte, muß sich in der heutigen Zeit und insbesondere in der Zukunft umorientieren. In Europa ist diese Entwicklung gerade in den letzten Jahren besonders gut zu beobachten. Europa wächst immer mehr zusammen. Die Europäische Union, die jetzt mit der Einführung einer einheitlichen
Währung die Souveränität des Staates weiter einschränkt und eine multikulturelle Gesellschaft noch weiter fördert, hebt die staatlichen Barrieren in Europa Zug um Zug auf.
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Inhaltsverzeichnis
1. Die Globalisierung der Welt
2. Ursachen der Ausländerfeindlichkeit
2.1. Einführung in die Problemstellung
2.1.1. Was ist ein Ausländer?
2.1.2. Ausländer- bzw. Fremdenfeindlichkeit als gesellschaftliches Problem
2.2. Erklärungsversuche
2.2.1. Ethnozentrismus und die Bedeutung der Ausländerzahl
2.2.2. Xenophobie
2.2.3. Soziale Ungleichheit
2.2.4. Die Sündenbock-Hypothese
2.3. Die Rolle der Politik
2.3.1. Die Ausländerpolitik
2.3.2. Die Asylpolitik
3. Rechtsextremismus und Fremdenhaß
3.1. Entstehungsbedingungen
3.2. (Kultur)Rassismus
3.3. Antisemitismus
4. Möglichkeiten zur Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit
4.1. Politische Bildung
4.2. Die Verantwortung der Medien
4.3. Jugendarbeit und Erziehung zur Toleranz
4.4. Integration
4.4.1. Was heißt Integration?
4.4.2. Probleme bei der Integration und Reintegration
4.4.3. Politische Instrumente zur Integration
4.4.4. Probleme und Möglichkeiten der Integration in einem Großbetrieb
5. Das Verhältnis zwischen Nationalität und Multikulturalität
5.1. Zusammenfassung
5.2. Ausblick
Zielsetzung und Themenfelder
Diese Arbeit untersucht die komplexen Ursachen für Fremdenfeindlichkeit und Rechtsextremismus in der Bundesrepublik Deutschland sowie deren Wechselwirkung mit einer zunehmend multikulturell geprägten Gesellschaft. Ziel ist es, durch die Analyse gesellschaftlicher, politischer und ökonomischer Faktoren Ansätze zur Bekämpfung dieser Problematiken aufzuzeigen.
- Ursachenanalyse von Ausländerfeindlichkeit und rechtsextremer Ideologie
- Die Rolle politischer Rahmenbedingungen und Asylpolitik
- Verantwortung von Medien und politischer Bildung
- Herausforderungen und Möglichkeiten der Integration in Gesellschaft und Betrieb
Auszug aus dem Buch
2.2.4. Die Sündenbock-Hypothese
Der Begriff „Sündenbock“ bezieht sich auf die „Frustrations-Aggressions-Hypothese“ von Dollard. Diese stützt sich auf folgende Annahme, daß Aggression immer eine Folge von Frustration ist. In der Bundesrepublik sind Ausländer die Sündenböcke für die wirtschaftliche Misere vieler einheimischen Menschen. Arbeitslose sehen in den Ausländern Konkurrenten, die mit ihnen um die wenigen Arbeitsplätze kämpfen. Es wird aber außer acht gelassen, daß die meisten Jobs der Ausländer eine Tätigkeit beinhalten, die Deutsche nie machen würden. Einheimische leiten aufgrund der staatlichen Unterscheidung zwischen In und Ausländer imaginäre Rechte ab, die sie bei der Wohnungs- und Arbeitsuche bevorzugen. Ausländer müssen als eine Art „Ersatzobjekt“ für die Notsituation vieler Menschen herhalten, während die eigentlichen Verursacher dadurch in den Hintergrund geraten. Dabei ist aber zu bedenken, daß nur eine Gruppe als „Sündenbock“ betrachtet wird, die schon vorher mit Vorurteilen zu kämpfen hatte. Sie auch noch für eine andere Misere verantwortlich zu machen, ist nicht schwer.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Die Globalisierung der Welt: Beschreibt den Prozess des globalen Zusammenwachsens und die damit einhergehende schwindende Souveränität des Nationalstaates, die bei den Bürgern Unsicherheit erzeugt.
2. Ursachen der Ausländerfeindlichkeit: Analysiert verschiedene soziologische und psychologische Erklärungsansätze für Fremdenfeindlichkeit, wie Ethnozentrismus, soziale Ungleichheit und die Sündenbock-Hypothese.
3. Rechtsextremismus und Fremdenhaß: Untersucht die Entstehungsbedingungen rechtsextremer Ideologien, insbesondere vor dem Hintergrund von Nationalismus, (Kultur)Rassismus und Antisemitismus.
4. Möglichkeiten zur Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit: Diskutiert konkrete Lösungsansätze durch politische Bildung, Medienverantwortung, Jugendarbeit und gelungene Integrationskonzepte.
5. Das Verhältnis zwischen Nationalität und Multikulturalität: Fasst die Erkenntnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf die Notwendigkeit einer pluralistischen Gesellschaftsordnung unter Wahrung gegenseitiger Toleranz.
Schlüsselwörter
Ausländerfeindlichkeit, Rechtsextremismus, Integration, Multikulturalität, Globalisierung, Sündenbock-Hypothese, Soziale Ungleichheit, Politische Bildung, Medienverantwortung, Xenophobie, Ethnozentrismus, Asylpolitik, Nationale Identität.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen der nationalen Identität und einer zunehmend multikulturellen Gesellschaft in Deutschland.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Themen sind die Ursachen von Ausländerfeindlichkeit, der Rechtsextremismus, die Rolle der Politik bei der Integration sowie die Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Prävention.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die tieferliegenden Gründe für Fremdenfeindlichkeit zu verstehen und Strategien aufzuzeigen, wie durch Bildung, politische Maßnahmen und Integration ein friedliches Zusammenleben ermöglicht werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Analyse soziologischer Theorien, aktueller gesellschaftspolitischer Entwicklungen und nutzt exemplarische Fallbeispiele, um theoretische Konzepte in die Praxis zu übersetzen.
Was wird im Hauptteil detailliert behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Ursachen von Fremdenfeindlichkeit, die Untersuchung rechtsextremer Tendenzen sowie eine umfangreiche Darstellung von Bekämpfungsstrategien und Integrationsmodellen.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Fremdenfeindlichkeit, Integration, Rechtsextremismus, Sündenbock-Hypothese und die Identitätsbildung in einer globalisierten Welt.
Wie bewertet der Autor die Rolle der Medien?
Der Autor kritisiert, dass Medien durch eine einseitige oder sensationalistische Berichterstattung teilweise existenzielle Ängste schüren und unbeabsichtigt als Auslöser für ausländerfeindliche Angriffe fungieren können.
Welches Fazit zieht der Autor zur Integration im Großbetrieb am Beispiel von BMW?
Der Autor stellt fest, dass Integrationsmaßnahmen oft als "von oben oktroyiert" empfunden werden und der Erfolg maßgeblich von der Sprachkompetenz und der gegenseitigen Bereitschaft zur kulturellen Annäherung abhängt.
- Quote paper
- Mike Offermanns (Author), 1998, Zwischen Nationalität und Multikulturalität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1457