Jacqueline Cochran. Die "schnellste Frau der Welt"


Fachbuch, 2010

61 Seiten


Leseprobe

Ernst Probst

Jacqueline Cochran

Die „schnellste Frau der Welt“

Jacqueline Cochran (1906–1980)

gewidmet

Zu den bekanntesten und kühnsten Fliegerinnen Amerikas gehörte Jacqueline Cochran

(1906–1980), geborene Pittman, verheiratete Odlum. Die aus einfachen Verhältnissen stammende Pilotin stellte insgesamt 58 Flugrekorde auf und galt bis zu ihrem Tod als „schnellste Frau der Welt“. Außerdem wählte man sie als erste Frau zur Präsidentin der „Fédération Aeronautique Internationale“ („FAI“).

Jacqueline Cochran kam am 11. Mai 1906 in Muscogee (Florida) als jüngstes von fünf Kindern einer sehr armen Familie zur Welt. Nach ihrer Geburt hieß sie eigentlich Bessie Lee Pittman. Ihr Vater war der Maschinenschlosser Ira Pittman, ihre Mutter dessen Ehefrau Maria Pittman, geborene Grant.

Am 13. November 1920 heiratete die schwangere Jacqueline Cochran in Blakely (Georgia) den jungen Flugzeugmechaniker Robert Cochran, der am Marinestützpunkt Pensacola (Florida) arbeitete. Drei Monate später brachte sie am 21. Februar 1921 den Sohn Robert Cochran jun. zur Welt. Das junge Paar zog nach Miami und lebte dort vier Jahre lang bis zur Scheidung.

Danach zog Jacqueline Cochran nach DeFuniak Springs (Florida), wo ihre Eltern damals lebten. Ihr kleiner Sohn Robert starb im Alter von fünf Jahren auf tragische Weise, als seine Kleidung beim Spielen auf einem Hinterhof plötzlich Feuer fing und niemand dabei war, der ihm helfen konnte.

In vielen Artikeln und Büchern heißt es fälschlicherweise, Jacqueline Cochran sei zwischen 1906 und 1910 in der Gegend von Pensacola (Florida) zur Welt gekommen. Ihr genaues

Geburtsdatum sei nicht bekannt. Sie sei als Findelkind in großer Armut bei Pflegeeltern aufgewachsen, die ein Wanderleben führten. Den Namen Jacqueline Cochran habe sie aus dem Telefonbuch gewählt. Ihre angeblichen Stiefeltern und Stiefgeschwister hätten sie „Jackie“ gerufen.

Doch die Menschen, die als „Jackie’s“ Stiefeltern und Stiefgeschwister bezeichnet werden, waren in Wirklichkeit ihre richtigen Eltern und leiblichen Geschwister. Offenbar wollte „Jackie“ vor der Öffentlichkeit die ersten Kapitel ihres Lebens verheimlichen, was ihr zu Lebzeiten auch gelang.

In der Literatur kursieren zahlreiche phantasievolle Geschichten über die Kindheit von Jacqueline Cochran. Ihr Zuhause soll zeitweise eine baufällige Hütte ohne Fensterscheiben gewesen sein. Bis zu ihrem achten Lebensjahr musste „Jackie“ angeblich barfuß laufen, weil sie keine Strümpfe und Schuhe besaß. Ein Strohsack soll ihr als Bett und ein ehemaliger Mehlsack als einziges Kleidungsstück gedient haben. Wenn sie Hunger hatte, suchte sie angeblich oft im Wald etwas Essbares.

Auch über den Start ins Berufsleben von „Jackie“ kursieren unterschiedliche Versionen. Nach einer Lesart soll sie Laufmädchen in einer Baumwollfabrik in Ohio, „Mädchen für alles“ in einem Schönheitssalon, Arbeitskraft zur Bedienung eines Dauerwellenapparates in Montgomery (Alabama), Mitarbeiterin eines Landarztes in Florida, Krankenschwester im Südwesten der USA, Verkäuferin von Schnittmustern und Kurzwaren sowie Mitinhaberin eines Kosmetiksalons und Schönheitssalons gewesen sein.

Irgendwann zog sie nach New York City und nannte sich dort „Miss Jackie Cochran“. In New York City arbeitete die selbstbewusste „Jackie“ im Sommer in einem der führenden Schönheitssalons, nämlich Antoines „Saks-Fifth Avenue Salon“, und im Winter in Antoines Salon in Miami (Florida).

In Miami wurde 1932 der 40-jährige verheiratete amerikanische Millionär Floyd Bostwick Odlum (1892–1976) auf die 14 Jahre jüngere Frau aufmerksam. Er war der Gründer der

Atlas-Flugzeugwerke („Atlas Corporation“), der Chef der Filmgesellschaft „RKO“ in Hollywood und galt als einer der zehn reichsten Männer der Welt. Er verliebte sich schnell in „Jackie“ und wollte ihr helfen, ihren Berufswunsch als selbstständige reisende Kosmetikverkäuferin zu verwirklichen. Allerdings riet er ihr, sie müsse statt mit einem langsamem Auto mit dem Flugzeug reisen, wenn sie auf Dauer konkurrenzfähig sein wolle.

Bereits nach der ersten Flugstunde auf dem „Roosevelt Field“ in Garden City auf Long Island (New York) war Jacqueline Cochran von der Fliegerei begeistert. Schon am dritten Tag wagte sie einen Alleinflug. Nach dreiwöchigem Unterricht während eines Urlaubs erwarb sie 1932 den Pilotenschein. Damit gewann sie ihre Wette mit dem Millionär Odlum, der die Kursgebühr von 495 Dollar zahlen wollte, wenn „Jackie“ die Fluglizenz in drei Wochen erhalten würde. Hinterher absolvierte sie einen Jahresflugkurs in Kalifornien und trainierte bei den amerikanischen Marinefliegern. Dank dieser Ausbildung konnte sie außer Zivil- und Verkehrsflugzeugen auch Bomber und Jagdflugzeuge steuern.

Die erste Notlandung ließ nicht lange auf sich warten. In Kalifornien fuhr Jacqueline Cochran mit dem Flugzeug quer über eine Landstraße, durchbrach einen Zaun und streifte das parkende Auto eines Verkehrsrichters, der ihr kurioserweise eine Geldbuße von 25 Dollar wegen „Parkens an verbotener Stelle“ aufbrummte.

1933 erwarb Jacqueline Cochran ein ausrangiertes Langstrecken-Flugzeug des Typs „Gamma“, das zur Postbeförderung eingesetzt worden war, um damit am Wettrennen von England nach Australien teilzunehmen. Nach einigen Notlandungen und kostspieligen Reparaturen vercharterte sie diese Maschine an den exzentrischen Piloten Howard Hughes (1905–1976), der damit problemlos einen amerikanischen Transkontinental-Rekord aufstellte.

1934 beteiligte sich Jacqueline Cochran – neben der Engländerin Amy Johnson-Mollison (1903–1941) und der Deutschen Thea Rasche (1899–1971) – mit einem Flugzeug des Typs „Gee Bee“ als eine von drei Frauen am „MacRobertson-Wettflug“ von London (England) nach Melbourne (Australien). Als „Jackie“ während der ersten Etappe nach Bukarest (Rumänien) über den Karpaten den Treibstoff aus einem Tank in den anderen leitete, setzte der Motor aus. Ihr Kopilot Wesley Smith wollte deswegen mit dem Fallschirm abspringen, doch die Cockpithaube war verklemmt und ging nicht auf. „Jackie“ bewegte die Treibstoffschalter in verschiedenen Richtungen und plötzlich setzte der Motor wieder ein. Die Hersteller hatten die Schalterbeschriftungen für „Offen“ und „Zu“ verwechselt. Bei der Landung in Bukarest ließ sich eine Landeklappe nur wenig und die andere gar nicht bewegen, weshalb die Maschine zeitweise die Balance verlor. „Jackie“ gab wegen des Versagens der „Bee Gee“ das Rennen auf.

In den folgenden Jahren siegte Jacqueline Cochran bei vielen Weltflügen und stellte zahlreiche Rekorde auf. 1935 gründete sie ein eigenes Unternehmen („Jacqueline Cochran Cosmetics“), in dem sie bis 1963 arbeitete. 1936 heiratete sie Floyd Bostwick Odlum nach dessen Scheidung und führte mit ihm eine glückliche Ehe. 1937 machte sie als erste Frau der Welt eine Instrumentenlandung (Blindflug). Im Dezember 1937 flog sie in der Rekordzeit von 4 Stunden 12 Minuten nonstop von New York City nach Miami.

Im Langstreckenjäger-Prototyp „Seversky AP-7“ mit 1.200 PS und Zusatztanks in den Tragflächen gewann Jacqueline Cochran 1938 als erste Frau das „Bendix Transcontinental Air Race“. Für die 3.286 Kilometer von Los Angeles (Kalifornien) nach Cleveland (Ohio) benötigte sie 8 Stunden 10 Minuten 31 Sekunden, was einer Durchschnittsgeschwindigkeit von mehr als 400 Stundenkilometern entsprach. Und dies, obwohl bald nach dem Start der Zufluss des Treibstoffs aus dem rechten Flügel zum Motor nicht recht funktionierte, weshalb „Jackie“ das Flugzeug immer wieder schief stellen musste. In der Fabrik stellte man später fest, dass sich dicht am Auslass des rechten Flügels ein Klumpen Packpapier befand.

Ab 1938 wurde Jacqueline Cochran drei Mal hintereinander als „beste Fliegerin der Welt“ mit der „Internationalen Harmon Trophy“ ausgezeichnet. Diese Ehre widerfuhr ihr 1953 und 1961 noch einmal. 1939 stellte sie einen Höhen-Weltrekord für Frauen auf. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges brach sie zahlreiche Rekorde, unternahm Testflüge für viele amerikanische Flugzeugfirmen und kümmerte sich nebenher um ihre Firma „Jacqueline Cochran Cosmetics“, zu der ein Schönheitssalon in Chicago und ein chemisches Laboratorium in New Jersey gehörten. Von 1941 bis 1943 war sie Präsidentin der „Ninety Nines“.

Nach dem Eintritt der USA in den Zweiten Weltkrieg 1941 meldete sich Jacqueline Cochran zum Flugzeugüberführungskommando, das schwere Bomber nach England zu schaffen hatte. Doch man wies sie ab, weil ihre männlichen Kollegen keine Frau unter sich haben wollten. Aber sie ließ nicht locker und überführte im Juni 1941 als erste Frau einen Bomber des Typs „Lockheed Hudson V“ von Kanada über den Atlantik nach Großbritannien. Im Juli 1941 kehrte sie in die USA zurück und rekrutierte dort 25 amerikanische Fliegerinnen als Überführungspilotinnen für die britische „Air Transport Auxiliary“ („ATA“).

Mit Unterstützung von General Henry Harley („Hap“) Arnold (1886–1950), dem Chef der Heeresluftwaffe („Army Air Force“), gründete Jacqueline Cochran 1942 das „Women’s Pilot Training Program“ in Houston (Texas). Dieses zog später nach Sweetwater (Texas) um. Im Herbst 1942 entstand in den USA unter Aufsicht des Lufttransportkommandos der Heeresluftwaffe eine Überführungsabteilung von amerikanischen Pilotinnen, die „Women’s Auxiliary Ferrying Squadron“ („WAFS“), deren Kommandantin Nancy Harkness Love (1914–1976) war. Im Juli 1943 wurde die „WAFS“ der neuen Organisation „Women Airforce Service Pilots“ („WASP“) mit Jacqueline Cochran als Direktorin unterstellt.

Von den 1.830 Frauen, die zu den WASP-Lehrgängen zugelassen wurden, schlossen 1.074 auf dem ehemaligen Flugplatz „Avenger Field“ in Sweetwater (Texas) mit Erfolg ihre Ausbildung ab. Sie überführten 12.650 Flugzeuge von 77 verschiedenen Typen. Insgesamt legten die Pilotinnen mehr als 60 Millionen Kilometer bei diesen und anderen Einsätzen zurück. 38 verloren bei der Ausübung ihres Dienstes ihr Leben.

Während des Zweiten Weltkrieges überquerte Jacqueline Cochran für die amerikanischen Streitkräfte insgesamt mehr als hundert Mal den Atlantik.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Jaqueline Cochran von einer amerikanischen Zeitschrift eingestellt, um über wichtige Ereignisse der Nachkriegszeit zu berichten. In dieser Funktion stand sie im Sommer 1945 auf den Philippinen bei der Unterzeichnung der japanischen Kapitulationsurkunde an der Seite von General Douglas MacArthur (1880–1964). Außerdem beobachtete sie die „Nürnberger Prozesse“ gegen ehemalige Nazi-Größen in Deutschland.

In der Nachkriegszeit kümmerte sich Jacqueline Cochran wieder um ihre Kosmetikfirma und um ihre Farm im Coachella Tal. Auf ihrer Farm hätte sie bereits vor dem Krieg gerne Elefanten gehalten, aber ihr Ehemann wollte dies nicht. Außerdem reiste sie in viele Länder (Guam, Japan, China, Ägypten, Persien, Deutschland) und traf berühmte Persönlichkeiten wie Madame Tschiang Kai-scheck, Mao Tse Tung (1893–1976) und den jungen Thronfolger Reza Pahlevi (1919–1980).

1951 galt Jacqueline Cochran als eine der 25 herausragenden Unternehmerinnen in den USA. Von der Nachrichtenagentur „Associated Press“ („AP“) wurde sie 1951 und 1953 zur „Woman of the Year in Business“ erkoren. Zu ihrem Freundeskreis gehörten bedeutende Persönlichkeiten aus Luftfahrt, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik.

Jacqueline Cochran und ihr Ehemann Floyd Bostwick Odlum unterstützten 1952 finanziell die Präsidentschaftskandidatur des ehemaligen Generals Dwight D. Eisenhower (1890–1969) für die Republikaner. Eisenhower war von 1953 bis 1961 der 34. Präsident der USA und ein enger Freund von „Jackie“ und ihrem Mann. Politisch blieb sie konservativ und war keine Feministin.

Am 4. Juni 1953 erreichte Jacqueline Cochran mit einem Düsenjäger des Typs „F-86 Sabre“ eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 1042,5 Stundenkilometern und durchbrach dabei in Sturzflügen aus 14.000 Meter Höhe als erste Frau zwei Mal die Schallmauer (Mach 1). Sie übertraf den Geschwindigkeitsrekord für Frauen, den vorher Jacqueline Auriol (1917–2000), die Schwiegertochter des französischen Staatspräsidenten Vincent Auriol (1884–1966), hielt, und zugleich den von einem Mann gehaltenen Geschwindigkeitsrekord für Düsenflugzeuge auf einer 100-Kilometer-Strecke.

Eine ihrer wenigen Niederlagen erlebte Jacqueline Cochran 1956 bei einem kurzen Ausflug in die Politik, als sie sich um einen Sitz im Kongress der Vereinigten Staaten bewarb. Bei der Nominierung für die Republikaner schlug sie zwar fünf männliche Konkurrenten, unterlag aber bei der Wahl knapp dem ersten asiatisch-amerikanischen Kongressabgeordneten Dalip Singh Saund (1899–1973).

In den 1960-er Jahren sponserte Jaqueline Cochran das von ihr finanzierte private „Mercury 13“-Programm“. Dabei testete man die Fähigkeiten von 13 Pilotinnen für eine Verwendung als Astronautinnen. Einige der Kandidatinnen übertrafen sogar die Ergebnisse männlicher Astronauten. Das Projekt scheiterte am männlichen Widerstand von Militär und Raumfahrt.

Mit 1.356 Stundenkilometern brach Jacqueline Cochran 1961 erneut einen zuvor Jacqueline Auriol aufgestellten Weltrekord. Den miteinander befreundeten Pilotinnen Cochran und Auriol wurde damals abwechselnd der Ehrentitel „Schnellste Frau der Welt“ verliehen. Am 22. Juni 1962 übertrumpfte Auriol mit 1.849 Stundenkilometern wieder Cochran und noch im selben Jahr Cochran mit 1.937,15 Stundenkilometern Auriol. Mit einem Militärjet des Typs „Northrop T-38“ brach Cochran 1962 neun internationale Rekorde für Geschwindigkeit, Höhe und Distanz.

Im Alter von 57 Jahren erreichte Jacqueline Cochran 1963 mit einem „Lockheed F-104 Starfighter“ eine Geschwindigkeit von 1.263,686 Meilen in der Stunde. Das sind umgerechnet rund 2.020 Stundenkilometer bzw. „Mach 2“. 1964 schaffte sie mit rund 2.300 Stundenkilometern einen neuen Weltrekord. Sie blieb bis zu ihrem Tod die „schnellste Frau der Welt“, weswegen man sie „Speed Queen“ nannte.

1956 wurde Jacqueline Cochran zur Vizepräsidentin und 1958 zur Präsidentin der „Fédéral Aeronautique Internationale“ gewählt. 1971 nahm man sie als erste Frau in die „Aviation Hall of Fame“ in Dayton (Ohio) auf. Damals machte sie auf dem „Pariser Luftfahrtsalon“ ihren letzten Flug. Ihre fliegerische Karriere wurde aus gesundheitlichen Gründen durch einen Herzschrittmacher beendet.

Jacqueline Cochran erzählte ihre spannende Lebensgeschichte in ihrem Buch „The Stars at Noon“ (1954, deutsch: „Mein Weg zu den Sternen“). Sie brachte keine eigenen Kinder zur Welt, sondern adoptierte fünf Waisenkinder.

Am 9. August 1980 starb Jacqueline Cochran im Alter von 74 Jahren in ihrem Haus in Indio (Kalifornien), das sie gemeinsam mit Floyd Odlum bewohnt hatte. Man setzte sie im Coachella Valley bei. Nach ihr wurden ein 100 Kilometer großer Krater auf dem Planeten Venus und der Flughafen „Jacqueline Cochran Regional Airport“ bei Palm Springs in Kalifornien benannt. 1996 ehrte die US-Post sie mit einer 50-Cent-Briefmarke und 2003 „Women in Aviation International“ sie als eine der 100 wichtigsten Frauen in der Luftfahrt.

Daten und Fakten aus der Luftfahrt

4. Juni 1784: Die französische Opernsängerin Elisabeth Thible, nach anderer Schreibweise auch Tible, fliegt in Lyon als erste Frau in einem Heißluftballon (Montgolfière) mit.

10. November 1798: Die Französin Jeanne Labrosse (1775–1845), die Ehefrau des Luftakrobaten André-Jacques Garnerin (1769–1823), unternimmt als erste Frau selbstständig einen Flug in einem Ballon.

12. Oktober 1799: Jeanne Labrosse wagt als erste Frau der Welt aus einer Höhe von rund 900 Metern einen Fallschirmsprung.

7. Juli 1819: Die erste professionelle Luftschifferin Frankreichs, Madeleine Sophie Blanchard (1778–1819), kommt in Paris bei einer Ballonfahrt als erste Frau beim Fliegen ums Leben.

Um 1850: Die französische Fallschirmspringerin Rosalie Poitevin (1819–1908) stellt in Parma (Italien) mit einem Sprung aus rund 2.000 Metern einen Frauenrekord auf, der erst 1931 von der Deutschen Lola Schröter (1906–1953) überboten wird.

4. Juli 1880: Mary Hawley Myers (1849–1932) unternimmt in Little Falls (New York) als erste Amerikanerin einen Alleinflug mit einem Ballon.

19. Juli 1893: Käthe Paulus (1868–1935) unternimmt in Nürnberg (Bayern) zusammen mit ihrem Verlobten Hermann Lattemann (1852–1894) ihren ersten Ballonflug. Sie gilt als erste Luftschifferin in Deutschland.

1893: Die Luftschifferin Käthe Paulus wird in Elberfeld bei Wuppertal die erste deutsche Fallschirmspringerin.

9. Juli 1903: Die Amerikanerin Aida de Acosta (1884–1962) unternimmt in Paris als erste Frau einen Alleinflug in einem lenkbaren Luftschiff.

1906: Die Amerikanerin E. Lillian Todd (1865–1937) entwirft und baut als erste Frau ein Flugzeug, das allerdings nie fliegt.

8. Juli 1908: Die französische Bildhauerin Therésè Peltier (1873–1926) unternimmt in Turin (Italien) an Bord eines Doppeldeckers zusammen mit dem französischen Piloten Léon Delagrange (1873–1910) den ersten Flug mit einem weiblichen Passagier.

7. Oktober 1908: Edith Berg fliegt als erste Amerikanerin in Le Mans (Frankreich) in einem Flugzeug mit. Sie ist eine Passagierin des amerikanischen Luftpioniers Wilbur Wright (1867–1912) und die Ehefrau von Hart O. Berg, des europäischen Agenten von Wright.

26. Oktober 1909: Die Französin Marie Marvingt (1875–1963) fliegt als erste Frau mit einem Ballon von Frankreich nach England.

8. März 1910: Die französische Schauspielerin Raymonde de Laroche (1844–1919) wird die erste Pilotin der Welt.

9. April 1910: Hélène Dutrieu (1877–1961) wird die erste Pilotin in Belgien.

19. April 1910: Hélène Dutrieu fliegt als erste Frau der Welt einen Passagier.

Sommer 1910: Hilda Hewlett (1864–1943) wird Mitbegründerin der ersten Flugschule in England.

2. September 1910 (oder 6. September oder Mitte Oktober): Blanche Stuart Scott (1889–1970) wird angeblich die erste amerikanische Pilotin. Ihr Flug wird von der „Aeronautical Society of America“ nicht anerkannt, weil er zufällig erfolgt.

16. September 1910: Bessica Medlar Raiche (1875–1932) wird angeblich die erste amerikanische Pilotin.

8. November 1910: Marie Marvingt wird die dritte Frau mit Pilotenlizenz in Frankreich.

1. August 1911: Harriet Quimby (1875–1912) wird die erste Amerikanerin mit Pilotenlizenz.

10. August 1911 (4. September 1911) : Lidija Swerewa (1890–1916) wird die erste Pilotin in Russland.

17. August 1911: Matilde Moissant (1878–1964) wird die zweite Amerikanerin mit Pilotenlizenz.

29. August 1911: Hilda Hewlett wird erste Britin mit Pilotenlizenz.

4. September 1911: Harriet Quimby unternimmt als erste Frau einen Nachtflug.

13. September 1911: Melli Beese-Boutard (1886–1925) legt als erste Deutsche die Pilotenprüfung ab.

10. Oktober 1911: Beatrix de Rijk (1883–1958) wird eine der ersten Pilotinnen in Holland.

Dezember 1911: Die Amerikanerinnen Harriet Quimby und Matilde Moisant (1878–1964) unternehmen als erste Pilotinnen einen Flug über Mexiko.

16. April 1912: Harriet Quimby überfliegt als erster weiblicher Pilot den Ärmelkanal (Englischer Kanal).

Juli 1912: Lilly Steinschneider (1891–1975) wird die erste Pilotin in Österreich-Ungarn.

2. September 1912: Die Französin Jeanne Pallier (1871–1939) fliegt bei ihrer Pilotenprüfung als erste Frau über Paris.

1912: Die Pilotin Ruth Law (1887–1970) fliegt als zweite Amerikanerin bei Nacht.

21. November 1912: Die russische Pilotin Ljuba Galanschikoff (1884–1968) stellt einen Höhenweltrekord für Frauen auf. Sie erreicht mit einem geliehenen Fokker-Eindecker eine Höhe von 2.000 Metern.

5. Januar 1913: Rosina Ferrario (1888–1959) wird die erste Pilotin in Italien, die vor dem Ersten Weltkrieg eine Fluglizenz erhält,

31. Juli 1913: Die amerikanische Pilotin Alys McKey („Tiny“) Bryant (1880–1954) unternimmt in Vancouver den ersten Flug einer Frau in Kanada. Ihre Flüge in Kanada waren Teil des Unterhaltungsprogramms für den Prinzen von Wales und den Herzog von York, die Vancouver und Victoria besuchen.

20. August 1913: Ljuba Galanschikoff unternimmt zusammen mit dem Piloten Léon Letort (1888–1913) den ersten Flug innerhalb eines Tages von Berlin nach Paris.

September 1913: Katherine Stinson (1891–1977) betätigt sich in Montana als erste Luftpostpilotin der USA.

1913: Hélène Dutrieu wird erstes weibliches Mitglied der „Pariser Luftwache“ und schützt die französische Hauptstadt im Ersten Weltkrieg (1914–1918) vor Angriffen deutscher Flugzeuge und Militärluftschiffe.

19. Mai 1914: Die russische Pilotin Lydija Swerewa (1890–1916) fliegt in Riga (Litauen) als erste Frau einen Looping (Kunstflugfigur in senkrechter Kreisbahn).

6. Juni 1914: Else Haugk (geboren 1889) wird die erste Pilotin der Schweiz.

1914: Prinzessin Eugenie Michailowna Shakhovskaya (1889–1920) wird die erste russische Militärpilotin. Sie unternimmt als Fähnrich im Dienste des Zaren etliche Aufklärungsflüge.

1915: Marjorie Stinson (1896–1975 und Katherine Stinson (1891–1977) betreiben mit ihrer Mutter Emma Beaver Stinson in Texas die erste von Frauen geleitete Flugschule.

17. Januar 1915: Ruth Law (1887–1970 wagt in Daytona Beach (Florida) als erste amerikanische Pilotin einen Looping. Katherine Stinson glückt dieses Kunststück am 18. Juli 1915 über dem Flugplatz „Cicero Field“ in Chicago.

1915: Nahdeshda Degtera, deren Geburts- und Todesdatum unbekannt sind, ist die erste russische Pilotin, die bei einem Kampfeinsatz im Ersten Weltkrieg verwundet wird.

1916: Die Deutsche Käthe Paulus erfindet den zusammenlegbaren Fallschirm.

12. Juli 1919: Raymonde de Laroche stellt einen Höhenrekord für Frauen auf (4.800 Meter).

[...]

Ende der Leseprobe aus 61 Seiten

Details

Titel
Jacqueline Cochran. Die "schnellste Frau der Welt"
Autor
Jahr
2010
Seiten
61
Katalognummer
V145858
ISBN (eBook)
9783640571420
ISBN (Buch)
9783656851622
Dateigröße
1488 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Schlagworte
Jacqueline Cochran, Fliegerin, Pilotin, Fliegerinnen, Pilotinnen, Frauenbiografien, Biografien, Fliegerei, Luftfahrt, Ernst Probst, Kurziografien
Arbeit zitieren
Ernst Probst (Autor), 2010, Jacqueline Cochran. Die "schnellste Frau der Welt", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/145858

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