In dieser Arbeit wird untersucht, welche Rolle Banken zukommt und wie ein Bankensystem aufgebaut sein kann. Dies erfolgt exemplarisch am Beispiel Deutschlands. Zudem wird geprüft, welchen Risiken Banken im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit ausgesetzt sind und wie sie diese kontrollieren können. Im Nachgang wird Vergütung auf ihren Einfluss zur Risikoübernahme betrachtet, bevor einzelne Instrumente zur Risikoadjustierung der Vergütung näher analysiert werden. Abschließend wird geprüft, inwieweit sich das Controlling an der Aufgabe der Risikoadjustierung beteiligen kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einführung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Das Bankensystem
2.2 Risiken der Banken
2.3 Vergütung als Form des Anreizes
3 Risikoadjustierung der Vergütung
4 Die Rolle des Controllings
4.1 Risikomanagement
4.2 Vergütungsmanagement
5 Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert kritisch, wie risikoadjustierte Vergütungssysteme im Bankensektor gestaltet sein sollten, um sowohl Anreize für eine nachhaltige Unternehmensführung zu setzen als auch die mit dem Bankgeschäft verbundenen Risiken angemessen zu berücksichtigen und dabei die Rolle des Controllings hervorzuheben.
- Grundlagen des Bankensystems und der damit verbundenen Risikostruktur.
- Die Prinzipal-Agent-Theorie im Kontext von Anreizsystemen.
- Modelle zur Risikoadjustierung der Vergütung, wie Bonusbanken und Bonuspools.
- Die Funktion des Controllings in der Risikosteuerung und Risikokontrolle.
- Anforderungen an eine nachhaltige und risikoorientierte Vergütungspolitik.
Auszug aus dem Buch
3 Risikoadjustierung der Vergütung
Trotz dieser neuen Regeln zur Berücksichtigung aller Risiken des jeweiligen Geschäftes, vor allem auch Liquiditäts- und Reputationsrisiken sowie Kapitalkosten, ist deren Bewertung oftmals komplex, was durch die meist bestehenden Interdependenzen zwischen den Risikoarten zusätzlich erschwert wird. Zudem gibt es zum Teil dafür noch keine einheitlichen Messinstrumente bzw. fehlen diese vollständig.
Die Zusammensetzung der Vergütung soll im Einklang mit den eingegangenen Risiken stehen, wobei dies von der Verantwortungsstufe des Mitarbeiters abhängig ist und davon auszugehen ist, dass die Festlegung der Vergütung auf höchster Ebene Auswirkungen auf die Vergütung der nachgeordneten Hierarchieebenen haben wird.
Ein erheblicher Teil der Vergütung soll demnach variabel sein und auf der individuellen Leistung bzw. der des Geschäftsbereiches oder der Gesamtbank basieren. Bei negativen Erfolgsbeiträgen zum Gesamterfolg soll diese entsprechend gekürzt werden (Malus-Klausel). Gleichzeitig soll aber auch das Festgehalt einen so hohen Anteil an der Gesamtvergütung haben, der bislang nicht genauer definiert ist, dass gegebenenfalls auch auf die Zahlung einer variablen Vergütung verzichtet werden kann.
Zudem sollen ca. 40-60 Prozent der variablen Vergütung, bzw. bei entsprechender Verantwortung und Dienstgrad auch darüber hinaus, für einen mit der Dauer des Risikos kongruenten Zeitraum zurückbehalten werden, mindestens jedoch 3 Jahre. Nach Ablauf der Sperrfrist soll die Auszahlung zeitanteilig erfolgen. Sind während der Sperrfrist durch den Mitarbeiter oder seinen Geschäftsbereich negative Erfolgsbeiträge geleistet worden, so sind durch entsprechend Clawback-Klauseln noch gesperrte Beträge zurückzufordern.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Finanzkrise 2007/2008 als Auslöser für eine kritische Hinterfragung bisheriger Vergütungssysteme im Bankensektor.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert das Bankensystem, die spezifischen Risiken des Bankgeschäfts sowie die theoretische Fundierung von Anreizsystemen.
3 Risikoadjustierung der Vergütung: Hier wird analysiert, wie Vergütungen an Risiken gekoppelt werden können, unter Einbeziehung von Malus-Klauseln, Clawbacks und Bonus-Modellen.
4 Die Rolle des Controllings: Das Kapitel beschreibt Aufgaben des Controllings bei der Überwachung von Risiken und der Gestaltung eines risikoorientierten Vergütungsmanagements.
5 Fazit: Die Arbeit schließt mit einer kritischen Reflexion über offene Herausforderungen bei der Regulierung und Messung von Risiken in Vergütungssystemen.
Schlüsselwörter
Bankensektor, Vergütungssysteme, Risikomanagement, Controlling, Finanzkrise, variable Vergütung, Anreizsysteme, Risikoadjustierung, Malus-Klausel, Clawback-Klausel, Bonusbank, Bonuspool, Risikokontrolle, Corporate Governance, wertorientierte Unternehmensführung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen Vergütungsstrukturen im Bankensektor und dem Eingehen von Risiken, insbesondere vor dem Hintergrund der Erkenntnisse aus der Finanzkrise.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind Risikostruktur von Banken, Gestaltung von variabler Vergütung, regulatorische Anforderungen sowie die Steuerungsfunktionen des Controllings.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Vergütungssysteme so auszurichten sind, dass Bankmitarbeiter zu nachhaltigem Handeln motiviert werden, statt kurzfristige Risiken zu maximieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin nutzt eine Literatur- und Theorieanalyse sowie die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Regulierungsansätzen internationaler Gremien wie dem Financial Stability Board.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, Methoden der Risikoadjustierung der Vergütung sowie die spezifische Rolle des Controllings bei der Risikoüberwachung und Mitarbeitersteuerung.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit am besten?
Besonders prägend sind die Begriffe Risikoadjustierung, Vergütungsmanagement, Bonusmodelle und die Rolle des Risikocontrollings.
Warum wird das "Bonusbank-Modell" diskutiert?
Das Bonusbank-Modell dient als Instrument zur zeitlichen Streckung von Auszahlungen, um Anreize zur Kurzfristoptimierung zu reduzieren und Mitarbeiter stärker an das Unternehmen zu binden.
Wie unterscheidet sich die "Malus-Klausel" von einer "Clawback-Klausel"?
Während die Malus-Klausel bereits bei negativen Erfolgsbeiträgen zu einer Kürzung zukünftiger Boni führt, ermöglichen Clawback-Klauseln die Rückforderung bereits gesperrter Ansprüche bei eingetretenen Fehlentwicklungen.
- Quote paper
- Constanze Krasselt (Author), 2011, Vergütung zwischen Verantwortung und Rendite. Eine kritische Analyse risikoadjustierter Vergütungssysteme am Beispiel des Bankensektors, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1459397