Adjektive der räumlichen Dimension und ihre metaphorischen Verwendungen


Seminararbeit, 2009

16 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Adjektive der räumlichen Dimension
2.1. Abgrenzung der Dimensionsadjektive
2.2. Der Richtungsbezug
2.3. Mediumorientiertheit
2.4. Antonymie
2.5. Normabhängigkeit
2.6. Dimensionsadjektive als relative und transparente Adjektive
2.7. Die Verwendung im Satz
2.8. Valenz
2.9. Morphologische Aspekte
2.10. Elf Merkmale von Dimensionsadjektiven

3. Eigenschaften metaphorisch verwendeter Dimensionsadjektive
3.1. Die Metaphorisierung von Dimensionsadjektiven
3.2. Die untersuchten Beispiele
3.3. Die Qualifizierung der Bezugselemente
3.4. Antonyme metaphorisierter Dimensionsadjektive
3.5. Normabhängigkeit bei metaphorisch verwendeten Dimensionsadjektiven
3.6. Ihre syntaktische Verwendbarkeit
3.7. Morphologische Merkmale metaphorisierter Dimensionsadjektive

4. Zusammenfassung

5. Literatur

1. Einleitung

Ziel dieser Arbeit ist eine semantische, syntaktische und morphologische Beschreibung, der Dimensionsadjektive des Deutschen, aus der gemeinsame Eigenschaften von Dimensionsad-jektiven entwickelt werden sollen. Hierbei werden zunächst nur Verwendungen von Dimen-sionsadjektiven betrachtet, bei denen diese in ihrem ursprünglichen, raumbezogenen Sinn ver-wendet werden. Die im Literaturverzeichnis genannten Veröffentlichungen von Bierwisch, Tribushinina, Robering und Helbig und Buscha liegen diesem Teil der Arbeit zugrunde.

In einem zweiten Teil werden einige metaphorische Verwendungen von Dimensionsadjektiven daraufhin überprüft, ob die gemeinsamen Eigenschaften von Dimen-sionsadjektiven in räumlicher Verwendung auch auf sie zutreffen. Bei der Auswahl der Bei-spiele wurde teilweise auf das Duden Wörterbuch und die angeführte Veröffentlichung von Lafrenz zurückgegriffen.

2. Adjektive der räumlichen Dimension

Nach semantischen Gesichtspunkten können räumliche Dimensionsadjektive innerhalb der Adjektive zu einer besonderen Gruppe zusammengefasst werden. Sie gehören zu den quali-tativen Adjektiven und zeichnen sich durch gemeinsame syntaktische und morphologische Merkmale aus.

2.1. Abgrenzung der Dimensionsadjektive

Dimensionsadjektive benennen räumliche Dimensionen. Zu ihnen zählt Bierwisch groß, klein, lang, kurz, hoch, niedrig, breit, schmal, tief, flach, dick, dünn, weit, nah und eng.[1] Er erwägt außerdem die Zugehörigkeit des Adjektivs steil zu den Dimensionsadjektiven. Lafrenz weist darauf hin, dass auch stark ein Dimensionsadjektiv sein kann, wenn es im Sinn von Dicke be-nutzt wird.[2] Robering charakterisiert auch die nicht-räumlichen Altersadjektive wie jung oder neu, sowie Temperaturadjektive wie warm, kalt oder heiß als Dimensionsadjektive.[3] Hier soll jedoch nur die Gruppe der von Bierwisch aufgezählten räumlichen Dimensionsadjektive be-trachtet werden, die sich "auszeichnet durch den gemeinsamen Bezug auf räumliche Dimen-sionen, die durch Proportion und Orientierung voneinander unterschieden" wird.[4]

2.2. Der Richtungsbezug

Sie sind semantisch durch ihren Richtungsbezug charakterisiert als vektorielle Adjektive wie hoch, lang oder breit, die eine Richtung von einem Gravitationszentrum, beziehungsweise zu einem Gravitationszentrum hin, benennen oder skalare Adjektive wie groß oder klein, die in den meisten Fällen eine Ausdehnung nach mehreren Richtungen hin benennen.[5] Welches Di-mensionsadjektiv einem Nomen zugeordnet wird, kann vom Fokus der Betrachtung oder der Lage des Objekts abhängen, wie folgende Beispiele illustrieren:

(1) (a) Das Auto ist hoch

(b) Das Auto ist breit

(c) Das Auto ist lang

(d) Das Auto ist groß

(e) Das Auto ist nah

(f) Die Stange ist hoch

(g) Die Stange ist lang[6]

2.3. Mediumorientiertheit

Während etwa ein Farbadjektiv wie rot maximumorientiert angewendet wird, wird ein Di-mensionsadjektiv wie hoch mediumorientiert benutzt.[7]

Dabei gibt es bei Tribushinina zur Mediumorientiertheit die Idee eines Absoluten Nullpunkts ("Absolute Zero"), ab dem Dimension überhaupt erst feststellbar ist, der Punkt also, an dem ein Gegenstand für den Betrachter wahrnehmbar räumlich zu existieren beginnt.[8]

Ein anderer Punkt, oder besser eine Spanne, markiert bei Tribushinina den Kognitiven Null-punkt ("Cognitive Zero") oder das Medium, das heißt, einen Bereich, in der die Dimension ei-nes Gegenstands einer prototypischen Norm entspricht, der Gegenstand also weder als hoch, noch als niedrig wahrgenommen wird.[9] Wird dieser Kognitive Nullpunkt oder die Norm oder das Medium erkennbar überschritten, wird ein Gegenstand als hoch wahrgenommen und be-nannt werden. Bei Unterschreitung wird er bis hin zum Absoluten Nullpunkt entsprechend als niedrig wahrgenommen. Hoch und niedrig beziehen sich dabei "auf die gleiche Dimension, legen aber auf der Skala entgegengesetzte Vergleichsrichtungen fest".[10]

2.4. Antonymie

Aus der Mediumorientiertheit ergibt sich, dass für jedes Dimensionsadjektiv ein Antonym existieren muss, manchmal auch mehrere in Form einer Antonymengabel. So kann weit - je nach Verwendung - nah oder eng als Antonym haben.

Bierwisch illustriert die semantische Besonderheit der Verhältnisse von Antonymen bei den Dimensionsadjektiven mit folgendem Beispiel:

(2) (a) Hans ist so groß wie sein Bruder.

(b) Hans ist so klein wie sein Bruder.

(c) Hans ist so glücklich wie sein Bruder.

(d) Hans ist so unglücklich wie sein Bruder.[11]

Während (b) besagt, dass Hans und sein Bruder klein sind und sich damit so wie die nicht-dimensionalen Adjektive in (c) und (d), die beide Brüder als glücklich, beziehungsweise un-glücklich charakterisieren, verhält, sagt (a) nicht aus, dass Hans und sein Bruder tatsächlich groß sind, sondern nur, dass sie die gleiche Größe haben. Beide Glieder des Antonymenpaars in (a) und (b) sind also nicht gleichwertig. Bierwisch bezeichnet Adjektive wie groß in diesem Zusammenhang als (+Pol) marked Elements, klein entsprechend als (-Pol) marked Element.[12]

(3) (a) Der Tisch ist doppelt so lang wie die Bank.

(b) *Der Tisch ist doppelt so kurz wie die Bank.

(c) Der Faden ist doppelt so dünn wie ein Haar.

Satz (a) kann problemlos gebildet werden, denn lang ist ein (+Pol) marked Element. der glei-che Satz kann aber nicht mit dem (-Pol) marked Element kurz wie in (b) gebildet werden. Dass Ausnahmen existieren, zeigt (c).

Lafrenz sieht lang als ein Hyperonym an, dem zwei antonyme Kohyponyme untergeordnet sind, nämlich kurz und wiederum lang.[13]

Nicht-Gleichwertigkeit der Antonyme ist ein typisches Merkmal von Dimensionsadjektiven.

2.5. Normabhängigkeit

Dimensionsadjektive sind durch ihre Normabhängigkeit charakterisiert, das heißt, dass ein Gegenstand klein oder hoch gemessen an "einer kontextuell vorgegebenen Norm"[14] ist, wobei diese Norm nicht unmittelbar zur Bedeutung des Adjektivs gehört.[15] Bäume, Türme oder Häuser scheinen beim erwachsenen Sprecher prototypische Vertreter hoher oder großer Ge-genstände zu sein.[16] Im Vergleichskontext kann er aber problemlos von einem kleinen Haus oder einem niedrigen Turm sprechen. Was als groß oder hoch bezeichnet wird, ist für den Sprecher relativ.[17] "Eine große Katze ist immer kleiner als ein kleines Pferd".[18] Er hat von Di-mensionswahrnehmung kein so genaues Konzept von Größe und Höhe, wie er das etwa bei der Farbwahrnehmung hat.[19]

2.6. Dimensionsadjektive als relative und transparente Adjektive

Dimensionsadjektive sind immer qualifizierende Adjektive. Sie zählen innerhalb dieser Grup-pe zu den relativen Adjektiven. Sie formulieren eine Eigenschaft, die sich aus einer Klasse betrachteter Objekte ergibt, allerdings nicht aus einer bestimmten bewertbaren Eigenschaft der Klasse. Bei Änderung der Bezugsklasse ändert sich auch die Eigenschaft.[20] Dimensionsadjektive zählen deshalb innerhalb der relativen Adjektive zu den transparenten Adjektiven. Den Unterschied zwischen nicht-relativ und relativ, sowie transparent und nicht-transparent illustriert Bierwisch mit folgendem Beispiel.

(4) a) Ein verheirateter Tennisspieler

b) Ein kleiner Tennisspieler

c) Ein schlechter Tennisspieler[21]

Ein verheirateter Tennisspieler bleibt verheiratet, auch wenn er nicht mehr Tennis spielt. Er ist auch ein verheirateter Fußgänger oder Handwerker. Das Adjektiv legt eine vom Nomen unab-hängige Bedingung fest und ist deshalb nicht-relativ. Der schlechte Tennisspieler ist nur schlecht in Bezug auf sein Tennisspiel, nicht aber in anderen Feldern. Das Adjektiv ist des-halb relativ, aber nicht transparent. Bei dem kleinen Tennisspieler ist nicht sein Tennisspiel klein. Er ist nur klein in einer betrachteten Gruppe von Tennisspielern. In einer anderen Grup-pe kann er groß sein. Das Adjektiv klein ist deshalb relativ und transparent.[22]

2.7. Die Verwendung im Satz

Helbig und Buscha definieren ein Wort dadurch als Adjektiv, dass es sich syntaktisch so in einen Satzrahmen einfügen kann, dass man von attributiver Verwendung oder von prädikati-ver Verwendung sprechen kann.[23]

Die typische Reihenfolge bei der attributiven Verwendung lautet Artikel-Adjektiv-Nomen. Dabei ist das Adjektiv nicht satzgliedfähig.

(5) Das große Haus

Attributiv verwendete Adjektive können auch bei einem Adjektiv oder Adverb stehen.

Die typische Reihenfolge bei prädikativer Verwendung lautet Artikel - Nomen - Kopula - Adjektiv.

(6) Das Haus ist groß.

Der Duden kennt außerdem die Möglichkeit der adverbialen Verwendung von Adjektiven[24], während Helbig und Buscha adverbial verwendete Adjektive nicht zu den Adjektiven, son-dern zu den Adverbien rechnen. Bei adverbialer Verwendung spezifiziert das Adjektiv ein Verb, während es bei attributiver und prädikativer Verwendung das Nomen spezifiziert. Die typische Reihenfolge der Wörter im Satz bei adverbialer Verwendung eines Adjektivs lautet Artikel - Nomen - Verb - Adjektiv.

(7) Der Mann sieht klein aus.

Nicht jedes Verb kann auf jede Weise verwendet werden. Für die Dimensionsadjektive gilt, dass sie attributiv und prädikativ verwendet werden können. Am Beispiel groß verdeutlichen dies die Beispiele (6) und (7). Lokaladjektive, die nicht prädikativ verwendet werden können, zählen nicht zu den Dimensionsadjektiven.

(8) (a) Der äußere Baum

(b) Die obere Wohnung

Eine adverbiale Verwendung ist ebenfalls prinzipiell möglich. Das Repertoire an Verben, auf die sich Dimensionsadjektive in ihrer ursprünglichen räumlichen Bedeutung beziehen können, ist jedoch begrenzt. Zum einen stehen für einige Adjektive Verben zur Verfügung, die eine Bewegung im Raum ausdrücken. Hierzu zählen springen, fliegen, fallen, steigen, wachsen, schrumpfen, dehnen, ziehen, strecken und tauchen. Außerdem möglich sind einige Verben wie ausfallen, geraten, wirken, erstrecken, aussehen, anfühlen, abfallen und aufragen, die lo-kale Verhältnisse oder deren Wahrnehmbarkeit ausdrücken. Die meisten Verben, mit denen ein Dimensionsadjektiv in räumlicher Bedeutung adverbial verwendet werden kann, sind nicht-agentivisch. Passivkonstruktionen sind nicht möglich. Ausnehmen bilden Verben wie dehnen, ziehen und strecken.

Da das Verb aussehen mit allen Dimensionsadjektiven zu einem Satz mit adverbialer Ver-wendung des Adjektivs verbunden werden kann, kann man davon ausgehen, dass adverbiale Verwendbarkeit ein Merkmal aller Dimensionsadjektive ist.

2.8. Valenz

Dimensionsadjektive können als sekundäre Valenzträger fungieren und adverbiale Akkusative an sich binden.[25]

(9) (a) Das Auto ist vier Meter lang.

(b) Dieser Baum ist drei Meter niedriger.

(c) Der Zug ist 12 Wagen lang.

Bierwisch nennt solche Satzkonstruktionen Measure Phrases und verweist darauf, dass nur (+Pol) marked Elements zur Konstruktion einer Measure Phrase benutzt werden können.[26] Dies hat seinen Ursprung in der Nicht-Gleichwertigkeit der Antonyme und lässt den Schluss zu, dass die Eigenschaft, als Valenzträger fungieren zu können, kein einheitliches Merkmal aller Dimensionsadjektive ist.

2.9. Morphologische Aspekte

Wie jedes Qualitätsadjektiv ist auch jedes Dimensionsadjektiv flektierbar, wenn es attributiv verwendet wird. Es richtet sich dabei nach dem Kasus und dem Genus seines Bezugsnomens. Dessen Artikel bestimmt, ob das Adjektiv stark, wie mit unbestimmtem Artikel und Nullarti-kel, oder schwach, wie mit bestimmtem Artikel, flektiert.[27] Bei Namensbestandteilen kommen Fälle vor, bei denen trotz attributiver Verwendung die Flexion entfällt, wie zum Beispiel bei Groß Berlin oder Klein Doofi.[28] Attributiv verwendete Adjektive können auch bei einem Ad-jektiv oder Adverb stehen und werden in diesen Fällen nicht flektiert.

Das Dimensionsadjektiv hoch verändert bei der Deklination den Auslautkonsonanten.[29]

Der hohe Berg

Dimensionsadjektive sind außerdem immer graduierbar.[30] Die Graduierbarkeit bezieht "sich auf das Ausmaß der jeweils spezifizierten Dimension."[31] Die Adjektive können so zusätzlich auch in prädikativer oder adverbialer Verwendung eine Flexion erfahren. Groß, kurz, hoch und nah verändern bei der Graduierung den Vokal, hoch und nah außerdem auch den Aus-lautkonsonanten.[32]

2.10. Elf Merkmale von Dimensionsadjektiven

Zusammengefasst verfügen alle räumlichen Dimensionsadjektive in ihrer engen, raumbezo-genen Bedeutung außer ihrer Raumbezogenheit folgende weitere gemeinsame Merkmale:

1. Sie geben qualifizierende Eigenschaften an.
2. Sie sind relative Adjektive.
3. Sie sind transparente Adjektive.
4. Sie werden mediumorientiert benutzt.
5. Man kann von einem absoluten Nullpunkt ausgehen.
6. Jedes Dimensionsadjektiv hat mindestens ein konträres Antonym.
7. Die Antonymenpaare sind nicht gleichwertig.
8. Es besteht Normabhängigkeit.
9. Sie sind prädikativ, attributiv und adverbial verwendbar.
10. Sie sind deklinierbar.
11. Sie sind graduierbar.

3. Eigenschaften metaphorisch verwendeter Dimensionsadjektive

Das Konzept räumlicher Dimension kann auf Wörterkombinationen übertragen werden, bei denen das Bezugsnomen keinen Bezug zu räumlicher Ausdehnung zulässt, zum Beispiel auch auf Abstrakta oder auf abstrakte Aspekte von Personen oder Gegenständen. Da die bisher ent-wickelten Merkmale den Dimensionsadjektiven nur für solche Verwendungen zugeschrieben werden können, bei denen sich die Adjektive tatsächlich auf räumliche Ausdehnung beziehen, gilt es nun zu prüfen, ob die Merkmale auch dann noch nachweisbar sind, wenn dieser räumli-che Aspekt entfällt.

3.1. Die Metaphorisierung von Dimensionsadjektiven

Es können, auf Bedeutungsähnlichkeiten beruhende, Bedeutungsübertragungen stattfinden. Die betreffenden Adjektive werden dann metaphorisch verwendet.[33] Groß kann so zum Bei-spiel als Intensitätspartikel, auf reine Gradfunktion reduziert, mit "Eigenschafts-, Zustands- und Tätigkeitsbezeichnungen, [...] die eine semantische Affinität zu gross [sic!] aufweisen,"[34] verbunden werden, wie bei große Angst. Lafrenz nennt folgende mögliche Sinnentsprechun-gen für das Adjektiv groß: in hohem Grade, stark, von starker Intensität, heftig, sehr, viel, begeistert, geschickt, berüchtigt, hingegeben, wichtig, bedeutend, berühmt, edel, selbstlos, wesentlich, Haupt-, hauptsächlich, seelisch vornehm, vornehm, maßgeblich, mit überdurch-schnittlichem Aufwand verbunden, mit überdurchschnittlicher Wirkung verbunden, großartig, glanzvoll, von hoher Qualität, von besonderer Fähigkeit, großmütig, bewundernswert, her-vorragend, erhaben und von entscheidender Bedeutung.[35] Natürlich kann groß in Verbindung mit verschiedenen Kolokationspartnern dabei verschiedene Bedeutungen annehmen, aber nicht alle der angeführten Bedeutungen.

3.2. Die untersuchten Beispiele

20 solcher metaphorischer Verwendungen von Dimensionsadjektiven in nicht-räumlichen Zu-sammenhängen wurden daraufhin untersucht, ob bei ihnen die gemeinsamen semantischen, syntaktischen und morphologischen Merkmale von Dimensionsadjektiven, die diese aufwei-sen, wenn sie in räumlichen Zusammenhängen benutzt werden, auch feststellbar sind.

Einige dieser Beispiele wurden während der Untersuchung gelöscht. Zum Beispiel verhielt sich Großer Wein in Bezug auf die Merkmale genauso wie Großer Dichter, weil das Adjektiv groß in beiden Fällen im Sinn von bedeutend verwendet wird. Auch alle Verwendungen, die nur adverbial vorkommen, wurden ersetzt, da sie sich als nicht überprüfbar auf zu viele Merk-male hin herausstellten.

Untersucht wurden schließlich folgende 20 Wörterkombinationen mit metaphorisch und attri-butiv verwendeten Dimensionsadjektiven: dicke Freunde, flacher Film, große Gefühle, gro-ßer Fehler, großer Dichter, hohes Maß, hohe Ideale, hoher Offizier, hohe Dosis, hohe Tempe-ratur, hohes Mittelalter, hoher Ton, kurze Zeit, langer Brief, niedrige Beweggründe, niedrige Hemmschwelle, schmales Budget, tiefe Wahrheit, tiefer Schlaf und tiefes Blau.

[...]


[1] Siehe: Manfred Bierwisch: Dimensionsadjektive als strukturierender Ausschnitt des Sprachverhaltens. In: Manfred Bierwisch und Ewald Lang (Hrsg.): Grammatische und konzeptuelle Aspekte von Dimensionsadjektiven. Berlin 1987. S. 11.

[2] Siehe: Peter Goerges Lafrenz: Zu den semantischen Strukturen der Dimensionsadjektive in der deutschen Gegenwartssprache. Göteborg 1983. S. 17.

[3] Siehe: Klaus Robering: Dimensionsadjektive. In: David Alan Cruse, Franz Hundsnurscher, Peter Rolf Lutzeier und andere (Hrsg.): Lexikologie. Ein internationales Handbuch zur Natur und Struktur von Wörtern und Wortschätzen. Teilbd. 2. Berlin und New York 2002. S. 1550.

[4] Bierwisch 1987, S. 12.

[5] Siehe Robering, S. 1548

[6] Siehe: Manfred Bierwisch: Some semantic universals of German adjectivals. In Patrick Hanks (Hrsg.): Lexicology. Critical Concepts in Linguistics. Band 2, London und New York 2008. S. 360ff.

[7] Siehe Bierwisch 1987, S. 359 und Elena Tribushinina: Cognitive reference points. Semantics beyond the prototypes in adjectives of space and colour. Utrecht 2008. S. 120.

[8] Siehe Tribushinina, S. 122.

[9] Siehe ebd., S. 121.

[10] Bierwisch 1987, S. 16.

[11] Siehe: Bierwisch 1987, S. 16.

[12] Siehe: Bierwisch 2008, S. 256.

[13] Siehe Lafrenz, S. 24.

[14] Siehe: Robering, S. 1548

[15] Siehe Bierwisch 2008, S. 357.

[16] Siehe Tribushinina, S. 126.

[17] Siehe: Tribushinina, S. 354.

[18] Lafrenz, S. 17.

[19] Siehe: Tribushinina, S. 354.

[20] Siehe Bierwisch 1987, S. 13.

[21] ebd.

[22] Siehe ebd., S. 13f.

[23] Siehe Gerhard Helbig und Joachim Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht. Leipzig, Berlin und München 1994. S. 308.

[24] Siehe Dudenredaktion (Hrsg.): Duden. Grammatik der deutschen Gegenwartssprache. Mannheim, Leipzig, Wien und Zürich 1998. S. 262.

[25] Siehe: Helbig und Buscha. S. 310.

[26] Siehe: Bierwisch 2008, S. 356.

[27] Siehe: Helbig und Buscha. S. 301.

[28] Siehe: Igor Trost: Das deutsche Adjektiv. Hamburg 2006. S. 303.

[29] Siehe: Helbig und Buscha. S. 302.

[30] Siehe Bierwisch 1987. S. 12.

[31] ebd. S. 16.

[32] Siehe: Helbig und Buscha. S. 305.

[33] Siehe: Ulrike Demske: Sprachwandel. In: Jörg Meibauer (Hrsg.): Einführung in die germanistische Linguistik. Stuttgart 2002. S. 325.

[34] Lafrenz. S. 39.

[35] Siehe: Lafrenz. S. 39ff.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Adjektive der räumlichen Dimension und ihre metaphorischen Verwendungen
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für deutsche Sprache und Linguistik)
Note
2,0
Autor
Jahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V146131
ISBN (eBook)
9783640574728
ISBN (Buch)
9783640575251
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Dimensionsadjektive, Adjektiv, Dimensionsadjektiv, groß, klein, breit, eng, schmal, weit, hoch, niedrig, Metapher, Metaphorisierung, metaphorisch, Wortart, Wortklasse, Dimension, Bierwisch, Lafrenz, räumliche Dimension
Arbeit zitieren
Dirk Kranz (Autor), 2009, Adjektive der räumlichen Dimension und ihre metaphorischen Verwendungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146131

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