Die Bundesrepublik Deutschland steht in den kommenden Jahren vor einer ihrer größten gesellschaftlichen Herausforderungen - dem demographischen Wandel.
Sinkende Geburtenraten, eine steigende Lebenserwartung sowie Migrationsentwicklungen tragen dazu bei, dass sich das gesellschaftliche Bild in den kommenden Jahrzehnten drastisch verändern wird. Diese Entwicklungen machen den demographischen
Wandel zu einem zentralen Thema der Zukunftsgestaltung in
Deutschland. Nicht zuletzt hat Bundespräsident Horst Köhler im Rahmen seiner Fernsehansprache zur Auflösung des 15. Deutschen Bundestages auf die Problematik hingewiesen: „Wir haben zu wenig Kinder und wir werden immer älter.“
Von den Auswirkungen des demographischen Wandels bleiben auch die in Deutschland tätigen Banken nicht verschont. Doch der deutsche Bankenmarkt ist sehr heterogen. Während international agierende Banken ihre Geschäftsfelder in Wachstumsregionen, in denen eine steigende Nachfrage zu erwarten ist, verlegen
können und somit von der Demographie weniger stark betroffen sein werden, sind die Institute des Sparkassen- und des genossenschaftlichen Verbundes weitaus stärker der Entwicklung ausgesetzt. „Auf Grund des praktizierten Regionalprinzips
können sie nicht auf die Boomregionen ausweichen oder beliebig ihr Geschäftsgebiet ausdehnen.“
In diesem Zusammenhang müssen sich Banken mittel- bis langfristig auf den demographischen Wandel einstellen und ihre Geschäftspolitik dementsprechend anpassen, um auch in Zukunft am Markt bestehen zu können.
Obwohl das Thema „Demographischer Wandel in Deutschland“ mittlerweile omnipräsent ist, hat es bisher kaum Eingang in aktuelle Strategieprozesse der Bankinstitute gefunden.[...]
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Problemstellung und Ausgangssituation
- Zielsetzung und Aufbau der Arbeit
- Generelle Trends und wesentliche Determinanten des demographischen Wandels in Deutschland
- Mortalität
- Fertilität
- Migration
- Konsequenzen des demographischen Wandels für die Bankleistungsnachfrage einer regional tätigen Bank
- Veränderung der Nachfragerstruktur
- Auswirkungen auf die Gestaltung der Finanzberatung
- Auswirkungen auf die Produktnachfrage
- Lebensphasenmodell als Grundlage zur Erklärung der altersspezifischen Produktnachfrage
- Auswirkungen auf das Aktivgeschäft
- Auswirkungen auf das Passivgeschäft
- Auswirkungen auf den Immobilienmarkt
- Auswirkungen auf die Vertriebswegepolitik
- Praxisbeispiel der Nassauischen Sparkasse
- Relevante Entscheidungsparameter für die Marktbearbeitung im Retail Banking
- Phasen des Bankmarketing
- Ansätze zur Kundensegmentierung
- Produktpolitik
- Leistungsartenpolitik
- Leistungsprogrammpolitik
- Vertriebspolitik
- Stationärer Vertrieb
- Ambulanter Vertrieb
- Bankeigener Außendienst
- Bankunabhängiger Außendienst
- Direktvertrieb
- Telefonbanking
- Onlinebanking
- Kommunikationspolitik
- Preispolitik
- Gestaltungsempfehlungen für eine demographiegerechte Neuausrichtung der Marktbearbeitung im Retail Banking einer regional tätigen Bank
- Demographische Ausgangsanalyse in Deutschland
- Empfehlungen für die Kundensegmentierung und Zielgruppenansprache
- Empfehlungen für die Vertriebswegepolitik
- Gestaltung der Geschäftsräume
- Empfehlungen für die Produktpolitik
- Private Altersvorsorge
- Vermögensanlage
- Erbschaft und Vermögensübertragung
- Altersgerechtes Wohnen
- Empfehlungen für die Kommunikationspolitik
- Werbung
- Empfehlungen für die Preispolitik
- Resümee: Anforderungen an eine demographiegerechte Marktbearbeitung im Retail Banking einer Regionalbank
- Der demographische Wandel in Deutschland und seine Auswirkungen auf die Bankleistungsnachfrage.
- Die Relevanz der Kundensegmentierung und Zielgruppenansprache im Kontext des demographischen Wandels.
- Die Bedeutung der Vertriebswegepolitik für die erfolgreiche Marktbearbeitung im Retail Banking.
- Die Anpassung der Produktpolitik an die Bedürfnisse der alternden Gesellschaft.
- Die Entwicklung von Gestaltungsempfehlungen für eine demographiegerechte Neuausrichtung der Marktbearbeitung im Retail Banking.
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Diplomarbeit beschäftigt sich mit den Konsequenzen des demographischen Wandels für die Marktbearbeitung im Retail Banking einer regional tätigen Bank. Sie analysiert die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Bankleistungsnachfrage, die Kundensegmentierung, die Vertriebswegepolitik und die Produktpolitik. Das Ziel der Arbeit ist es, Gestaltungsempfehlungen für eine demographiegerechte Neuausrichtung der Marktbearbeitung im Retail Banking zu entwickeln.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Problemstellung und die Ausgangssituation dar. Im zweiten Kapitel werden die generellen Trends und Determinanten des demographischen Wandels in Deutschland erläutert. Kapitel drei befasst sich mit den Konsequenzen des demographischen Wandels für die Bankleistungsnachfrage einer regional tätigen Bank. Das vierte Kapitel analysiert relevante Entscheidungsparameter für die Marktbearbeitung im Retail Banking. Kapitel fünf enthält Gestaltungsempfehlungen für eine demographiegerechte Neuausrichtung der Marktbearbeitung im Retail Banking.
Schlüsselwörter
Demographischer Wandel, Retail Banking, Bankleistungsnachfrage, Kundensegmentierung, Vertriebswegepolitik, Produktpolitik, Gestaltungsempfehlungen, Regionalbank.
Häufig gestellte Fragen
Wie beeinflusst der demographische Wandel das Retail Banking?
Durch sinkende Geburtenraten und eine alternde Gesellschaft verändert sich die Nachfragerstruktur. Banken müssen Produkte und Beratung auf die Bedürfnisse älterer Kunden zuschneiden.
Warum sind Regionalbanken besonders betroffen?
Regionalbanken wie Sparkassen unterliegen dem Regionalprinzip. Sie können nicht einfach in Boomregionen ausweichen und müssen sich den demographischen Gegebenheiten vor Ort stellen.
Welche Produkte gewinnen durch die Alterung an Bedeutung?
Besonders relevant werden die private Altersvorsorge, Vermögensanlage, Erbschaftsberatung, Vermögensübertragung und Finanzierungen für altersgerechtes Wohnen.
Wie muss sich die Vertriebspolitik ändern?
Es bedarf einer Mischung aus stationärem Vertrieb mit barrierefreien Geschäftsräumen und digitalen Kanälen (Onlinebanking), die auf die Usability für Senioren optimiert sind.
Was ist das Lebensphasenmodell im Bankmarketing?
Das Modell dient dazu, die altersspezifische Produktnachfrage zu erklären, indem es Finanzbedarfe (z.B. Hausbau in jungen Jahren, Entsparen im Alter) den jeweiligen Lebensabschnitten zuordnet.
- Arbeit zitieren
- Denny Stahlberg (Autor:in), 2009, Demographischer Wandel. Konsequenzen für die Marktbearbeitung im Retail Banking einer regional tätigen Bank, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146283