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Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei Jugendlichen. Zunehmende Mündlichkeit der Chat-Sprache via WhatsApp

Titel: Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei Jugendlichen. Zunehmende Mündlichkeit der Chat-Sprache via WhatsApp

Hausarbeit , 2024 , 19 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Linguistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit zielt darauf ab, ein tieferes Verständnis für die Auswirkungen der digitalen Kommunikation auf die Unterscheidung zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit von Jugendlichen zu erlangen und sie zuzuordnen. Zu Beginn der Arbeit wird eine theoretische Grundlage geschaffen, auf die in der Analyse zurückgegriffen wird. Hierbei wird zum einen das Modell der beiden Romanisten, wie auch die Erkenntnisse Dürscheids erklärt. Danach gibt es einen Ausblick in das Web und die Messenger-App WhatsApp. Der Untersuchungsgegenstand, ein Korpus von 15 Chat-Kommunikationen via WhatsApp, werden daraufhin mit Hilfe der Theorien analysiert, um daraufhin ein abschießendes Fazit für die Fragestellung zu formulieren.

Schon im Jahre 1967 hat sich der deutsche Germanist Wilhelm Maximilian Otto Behaghel, Professor an der Universität Heidelberg, Basel und Gießen, mit dem Unterschied zwischen der Mundart und der Schriftsprache des Deutschen beschäftigt. Seit dem sind jedoch einige Jahre vergangen und die Sprachforschung hat eben dieses Thema genauer betrachtet.

Die Digitalisierung hat die Art und Weise, wie Jugendliche miteinander kommunizieren, deutlich verändert. Insbesondere die Verwendung von Messenger-Apps wie WhatsApp hat zu einer neuen Form des Sprachgebrauchs geführt, die sowohl mündliche als auch schriftliche Elemente vereint. Dies wirft die Frage auf, ob der Kontrast von Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der WhatsApp-Kommunikation noch zu erkennen ist. Dabei ist es von besonderem Interesse herauszufinden, ob die Chat-Sprache eine zunehmende Mündlichkeit aufweist. Um dieses Phänomen zu analysieren, wird als theoretischen Rahmen das Modell der "Sprache der Nähe und Sprache der Distanz" von Koch und Oesterreicher verwendet. Das Modell untersucht die Mündlichkeit und Schriftlichkeit auf zwei Ebenen, der medialen und konzeptionellen. Anhand von WhatsApp-Chats, als zentralem Untersuchungsgegenstand, werden die spezifischen Merkmale dieser Form der Kommunikation analysiert. Außerdem wird auch Bezug zu Dürscheids Definition von gesprochener und geschriebener Sprache genommen, um eine genauere Antwort auf die Fragestellung zu finden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Sprache der Nähe- Sprache der Distanz nach Koch/Oesterreicher

2.1. Mündlichkeit und Schriftlichkeit

2.2. Gesprochene und geschriebene Sprache

3. Soziale Netzwerke

3.1. Kommunikationsplattform WhatsApp

3.2. WhatsApp Chats als Untersuchungsgegenstand

4. Analyse der digitalen Kommunikation

4.1. Analyse der Textbeispiele

5. Ergebnis der Analyse

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit die Kommunikation via WhatsApp bei Jugendlichen eine zunehmende Mündlichkeit aufweist und wie sich dieser Sprachgebrauch in das Spannungsfeld zwischen konzeptioneller Mündlichkeit und Schriftlichkeit einordnen lässt.

  • Analyse des "Nähe-Distanz-Modells" nach Koch und Oesterreicher in Bezug auf Messenger-Apps.
  • Untersuchung spezifischer syntaktischer und morphologischer Merkmale in WhatsApp-Chats (z.B. Deixis, Ellipsen, Partikelgebrauch).
  • Betrachtung der Bedeutung von Kontext und Beziehungsstatus für die sprachliche Gestaltung.
  • Kompetenz der Kompensation ökonomischer Nachteile durch Strategien der gesprochenen Sprache.

Auszug aus dem Buch

4.1. Analyse der Textbeispiele

Im Folgenden werden die prototypischen Merkmale der Reihe nach in Bezug zu den gewählten Textbeispielen gesetzt, um eine Regelmäßigkeit, die für zunehmende Mündlichkeit der Schriftsprache spricht, festzustellen. Das vierte Merkmal, dass von Dürscheid genannt wird ist: „In der gesprochenen Sprache werden deiktische Ausdrücke verwendet, die unmittelbar auf die Äußerungssituation Bezug nehmen. […].“ Wohingegen in der geschriebenen Sprache präzise und explizite Ausdrucksweisen verwenden werden sollten, da der Wahrnehmungsraum des Senders und des Empfängers nicht derselbe ist. Deiktische Ausdrücke sind sprachliche Elemente, die ihre Bedeutung im Kontext der Sprechsituation oder des Sprechers verändern. Sie beziehen sich auf Personen, Orte, Zeiten oder Dinge und hängen von der jeweiligen Situation ab, um vollständig verstanden zu werden.

In den Chatverläufen, die dieser Analyse zu Grunde liegen ist allerdings zu erkennen, dass überwiegend deiktische Ausdrücke verwenden werden. Die virtuelle Kommunikation über WhatsApp bringt mit sich, dass sowohl der absende Zeitpunkt als auch der Empfangszeitpunkt gekennzeichnet ist. Dies hat zu Folge, dass die Zeitdeixis verwendet werden kann und auch genutzt wird. Sie muss trotz ihrer schriftlichen Form nicht nochmal genauer definiert werden, da der Empfänger anhand des Zeitstempels erkennen kann, was der Absender, im zeitlichen Sinne, gemeint hat. Verabredungen können mit geringer Angabe getroffen werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Untersuchung des Sprachgebrauchs in Messenger-Diensten ein und stellt die theoretische Basis des "Nähe-Distanz-Modells" vor.

2. Sprache der Nähe- Sprache der Distanz nach Koch/Oesterreicher: Dieses Kapitel erläutert das zentrale theoretische Modell zur Unterscheidung von Mündlichkeit und Schriftlichkeit auf medialer und konzeptioneller Ebene.

3. Soziale Netzwerke: Es wird der Kontext des Web 2.0 sowie die spezifische Funktionalität und Bedeutung der Plattform WhatsApp als Untersuchungsgegenstand aufgearbeitet.

4. Analyse der digitalen Kommunikation: Hier werden die theoretischen Merkmale von Mündlichkeit und Schriftlichkeit auf die ausgewählten Chat-Beispiele angewandt und auf ihre Eignung hin geprüft.

5. Ergebnis der Analyse: Dieses Kapitel fasst die Beobachtungen zur Deixis, Dialogizität und den ökonomischen Anpassungsstrategien in der Chat-Kommunikation zusammen.

6. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass Chat-Sprache eine hybride Form darstellt, die sich durch den geschickten Einsatz von Merkmalen beider Sprachformen der Mündlichkeit annähert.

Schlüsselwörter

WhatsApp, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Chat-Sprache, Koch und Oesterreicher, Nähe-Distanz-Modell, Digitale Kommunikation, Deixis, Dialogizität, Sprachwandel, Messenger-Apps, Sprachdidaktik, Jugendliche, Kommunikation, Analyse

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Wandel der deutschen Sprache durch Messenger-Apps, speziell WhatsApp, und untersucht, ob diese Kommunikationstools eher mündliche oder schriftliche Merkmale aufweisen.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?

Die zentralen Felder sind die linguistische Theorie von Mündlichkeit und Schriftlichkeit sowie deren praktische Anwendung auf moderne, digitale Chat-Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es, herauszufinden, ob in WhatsApp-Chats eine zunehmende Mündlichkeit erkennbar ist und wie sich dieses Phänomen theoretisch in Bezug auf das Nähe-Distanz-Modell einordnen lässt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine qualitative Analyse von 15 ausgewählten Nachrichtenausschnitten aus einem Chat-Korpus (CoMoDa 1.2), die anhand linguistischer Theorien, insbesondere jener von Koch/Oesterreicher und Dürscheid, bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zu Sprache und digitalen Medien erläutert und die ausgewählten Chat-Beispiele systematisch auf Merkmale wie Deixis, grammatikalische Besonderheiten und Dialogizität untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen WhatsApp, Mündlichkeit, Schriftlichkeit, Nähe-Distanz-Modell, Chat-Sprache und Digitale Kommunikation.

Warum spielt die zeitliche Komponente (Zeitstempel) bei WhatsApp eine so große Rolle für die Deixis?

Durch den Zeitstempel in der App können Zeitdeiktika (wie "morgen") ohne explizite Datumsangabe präzise verstanden werden, was die Kommunikation bei gleichzeitiger informeller Nähe effizienter macht.

Inwiefern beeinflusst der Beziehungsstatus der Teilnehmer die Chat-Sprache?

Die Analyse zeigt, dass bei vertrauten Kommunikationspartnern häufiger auf korrekte Interpunktion verzichtet wird und ein "mündlicherer" Stil dominiert, als dies bei weniger bekannten Gesprächspartnern der Fall ist.

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Details

Titel
Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei Jugendlichen. Zunehmende Mündlichkeit der Chat-Sprache via WhatsApp
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Einführung in die Sprachdidaktik
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2024
Seiten
19
Katalognummer
V1463870
ISBN (PDF)
9783389008904
ISBN (Buch)
9783389008911
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Chat-Sprache Mündlichkeit Schriftlichkeit Jugendliche
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2024, Mündlichkeit und Schriftlichkeit bei Jugendlichen. Zunehmende Mündlichkeit der Chat-Sprache via WhatsApp, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1463870
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Leseprobe aus  19  Seiten
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