Wie spiegelt das Gedicht „Mir schlug das Herz…“ sowie „Willkommen und Abschied“ von J. W. v. Goethe unter Berücksichtigung seiner literaturgeschichtlichen und biografischen Hintergründe die Epoche des Sturms und Drangs, sowie die damaligen gesellschaftlichen Normen in Bezug auf Liebe und Trennung wider?
Die vorherrschende Forschung hat sich bereits ausgiebig mit Goethes frühen Werken beschäftigt. Man ist sich zum größten Teil einig, dass das Gedicht Mir schlug das Herz… und seine Spätfassung der Epoche des Sturm und Drang zuzuordnen sind. Wie die Epoche als solche zu bewerten ist bleibt umstritten. Es wurde auch schon umfassend die Beziehung zu Friederike Brion analysiert und in den Kontext seiner Werke gebracht. Der Autor Perels sieht die Person Brion als eine der Schlüsselfiguren in Goethes Leben.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Analyse und Interpretation
Vergleich der Versionen von 1771 und 1788
Betrachtung der Stimmung und Emotionen des Ich-Erzählers
Lokalisierung dieser Aspekte im Kontext des Sturm und Drang
Verortung in den gesellschaftlichen Normen zu Liebe und Trennung
Einordnung der Ergebnisse in einen Gesamtkontext
Zusammenhang zwischen literaturgeschichtlichem und biografischem Hintergrund
Fazit
Bibliographie
Anhang
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht Goethes Gedichte "Mir schlug das Herz..." (1771) und "Willkommen und Abschied" (1788) im Hinblick auf deren Einordnung in die Epoche des Sturm und Drang. Dabei soll geklärt werden, wie die Gedichte unter Berücksichtigung literaturgeschichtlicher und biografischer Hintergründe sowie gesellschaftlicher Normen jener Zeit das Lebensgefühl der Epoche widerspiegeln.
- Analyse der formale Struktur und der Motivik beider Fassungen
- Vergleich der inhaltlichen Unterschiede und deren Bedeutung
- Untersuchung der emotionalen Darstellung des Ich-Erzählers
- Kontextualisierung im Sturm und Drang und im gesellschaftlichen Normengefüge
- Reflektion der biografischen Einflüsse durch die Beziehung zu Friederike Brion
Auszug aus dem Buch
Analyse und Interpretation
Mir schlug das Herz… ist ein Gedicht, welches Johann Wolfgang von Goethe im Jahre 1771 verfasste. Erstmals wurde es 1775 ohne Titel in der Zeitschrift Iris veröffentlicht. Das Gedicht handelt über ein Lyrisches-Ich, seinem nächtlichen Treffen mit einem Lyrischen-Du und dem abschließenden Abschied von diesem. Seine Gefühle bewegen sich dabei zwischen Begeisterung und Trauer.
Wenn man die formale Struktur des Gedichts betrachtet, ist es aus vier Strophen mit je acht Versen aufgebaut. Es ist zum größten Teil in einem jambischen Metrum verfasst. Die weitere metrisch-rhythmische Gestaltung weist alternierende Kadenz auf. Für die Wahl dieser Kadenz lässt sich argumentieren, dass die Abwechslung zwischen männlicher und weiblicher Kadenz auf die Protagonisten anspielen soll. Ein anderes Argument für diese Wahl bezieht sich auf den gleichmäßigen Rhythmus, der dadurch vermittelt wird. Das verwendete Reimschema entspricht dem des Kreuzreims, es verleiht dem Gedicht, wie auch schon die Kadenz, einen fortlaufenden Rhythmus und Struktur. Am Anfang erzeugt das Reimschema dadurch einen beweglichen Rhythmus, der dem Traben eines Pferdes ähnelt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Themas und der zentralen Forschungsfrage bezüglich der Spiegelung der Sturm-und-Drang-Epoche in Goethes Gedichten.
Analyse und Interpretation: Untersuchung der formalen Struktur, der Metrik, der rhetorischen Mittel und der inhaltlichen Charakteristika des Gedichts.
Vergleich der Versionen von 1771 und 1788: Analyse der editionsgeschichtlichen Unterschiede und deren Auswirkung auf die Rollenkonstellation und die emotionale Wirkung.
Betrachtung der Stimmung und Emotionen des Ich-Erzählers: Analyse der Stimmungswechsel im Gedichtverlauf und der verwendeten Indikatoren für Emotionen.
Lokalisierung dieser Aspekte im Kontext des Sturm und Drang: Prüfung, inwiefern das Gedicht den literarischen Konzepten der Epoche, wie dem Geniebegriff, entspricht.
Verortung in den gesellschaftlichen Normen zu Liebe und Trennung: Analyse der gesellschaftlichen Erwartungshaltungen an die Liebe und der Brüche, die durch die jungen Liebenden entstehen.
Einordnung der Ergebnisse in einen Gesamtkontext: Einbettung der Gedichte in das politische und kulturelle Umfeld des 18. Jahrhunderts.
Zusammenhang zwischen literaturgeschichtlichem und biografischem Hintergrund: Diskussion des Einflusses der Person Friederike Brion auf Goethes persönliches und dichterisches Leben.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Beantwortung der Ausgangsfrage.
Bibliographie: Auflistung der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.
Anhang: Originaltexte der Gedichte "Mir schlug das Herz. (1771)" und "Willkommen und Abschied (1788)".
Schlüsselwörter
Goethe, Mir schlug das Herz, Willkommen und Abschied, Sturm und Drang, Lyrikanalyse, Friederike Brion, Erlebnislyrik, Epoche, Literaturgeschichte, Biografie, Emotionen, Liebesgedicht, Textvergleich, 18. Jahrhundert, Subjektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Hausarbeit primär?
Die Arbeit behandelt zwei Fassungen eines Gedichts von J.W. v. Goethe und untersucht deren Bezug zur Literaturepoche des Sturm und Drang.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?
Zentral sind der Vergleich der Fassungen von 1771 und 1788, die emotionale Entwicklung des lyrischen Ichs sowie der biographische Hintergrund der Sesenheimer Zeit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Gedicht unter Einbeziehung biographischer und literarischer Hintergründe die Normen und Strömungen des Sturm und Drang widerspiegelt.
Welche wissenschaftliche Methode nutzt die Autorin?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse und Interpretation unter Einbeziehung des aktuellen Forschungsstandes durchgeführt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden neben der Formanalyse insbesondere die Fassungsunterschiede, die Stimmungsdarstellung und die gesellschaftliche Einordnung der Liebeskonstellation behandelt.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit?
Besonders prägend sind Begriffe wie Leidenschaft, Subjektivität, Sturm und Drang, sowie die Unterscheidung zwischen Früh- und Spätfassung der Goethischen Lyrik.
Wie unterscheidet sich die Frühfassung von der Spätfassung?
In der Frühfassung ist das lyrische Ich aktiver und emotionaler präsent, während die Spätfassung durch Rollentausch und eine größere Distanz zum Leser gekennzeichnet ist.
Welche Rolle spielte Friederike Brion für Goethe?
Sie gilt als entscheidende Inspiration für Goethes Sesenheimer Zeit, wobei die Forschung ihre Rolle und den Einfluss auf sein Werk durchaus differenziert und teils kritisch betrachtet.
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- Sabrina Loth (Autor:in), 2023, Goethes "Mir schlug das Herz…". Ein Gedicht im Spiegel des Sturm und Drang, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1466160