Die Entwicklung des französischen Fernsehens


Hausarbeit (Hauptseminar), 2007

14 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Von den Anfängen (1930) bis Ende des 2. Weltkrieges (1949) 3-5

III. Von der Nachkriegszeit bis zu den 80ern 5-6

IV. Vom Beginn des modernen Fernsehens bis heute 7-8

V. Ausblick

VI. Quellenverzeichnis

I. Einleitung

Das Fernsehen ist in Frankreich - wie auch in Deutschland - im Laufe des 20. Jahrhunderts zum zweitwichtigsten Massenmedium nach dem Radio avanciert. Innerhalb der einzelnen Phasen seiner Entwicklung schrieb man ihm jeweils eine unterschiedliche Bedeutung zu. In den 30er Jahren beschäftigte man sich noch ausschließlich mit der Technik dieses Gerätes. Die Möglichkeit einer derartigen Bildübertragung war bis dato noch weitgehend unbekannt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg trieb man diese Technik voran. Das neue Ziel war ein Senderadius, der weit über die Umkreis von Paris hinaus reichen sollte. Als man sich einer landesweiten Ausstrahlung näherte, erkannte neben dem reinen Unterhaltungswert eine weitere Eigenschaft des Fernsehmediums, die man bislang mit dem Radio in Verbindung brachte: seine Eignung als politisches Instrument. Die Aufrechterhaltung der staatlichen Programmregelung dauerte bis zu den 80ern an. Erst die linksgerichteten Oppositionsparteien, welche zuvor unter der Zensur und Manipulation gelitten hatten, die Macht übernahmen, wurde der Weg für die Privatisierung, Liberalisierung und Dezentralisierung der Massenmedien geebnet. Hier hat das Fernsehen, so wie man es heute kennt, seinen Ursprung.

In den folgenden Abschnitten sollen die einzelnen Etappen der Entwicklung des französischen Fernsehens aufgezeigt werden. Neben der Darstellung des rapiden technischen Fortschritts soll dabei auf seine gesellschaftliche Funktion und den Übergang vom privaten in den öffentlichen Bereich eingegangen werden.

II. Von den Anfängen (1930) bis Ende des 2. Weltkrieges (1949)

Nachdem in England die ersten Experimente der Bildübertragung stattgefunden hatten, wurde 1930 auch in Frankreich die erste „Fernsehsendung“ ausgestrahlt. Es handelte sich hierbei um eine Demonstration der Technik des Schotten Baird, welche zu diesem Zeitpunkt noch ausschließlich einer Gruppe von Vertretern der Presse vorgeführt wurde.1 Nur zwei Jahre später folgten die ersten öffentlichen Sendungen, welche vom staatlichen Sender des „Paris-PTT (Postes, telegraphes et telephones)“ ausgestrahlt wurden. Der Eifelturm diente hierzu als Sendemast. Ab 1939 wurde aus dem Studio der Rue de Grenelle fünfzehn Stunden Programm pro Woche gesendet. Das PTT beauftragte hierfür Rene Barthelemy und Robert Lyon. Allerdings gab es zu jener Zeit gerade einmal einige Hundert Empfänger.2 Außerdem empfing man die Sendung nur im Umkreis von 60 bis 100 Kilometern Entfernung zum Eifelturm. Deren Inhalt bestand vor allem aus der Übertragung von Kulturprogrammen, wie zum Beispiel Theater- und Musikveranstaltungen.

Angesichts der zunehmenden Radioempfänger und der Entwicklungen in Nazideutschland, wo das Radio als Propagandamittel genutzt wurde, erkannte man in Frankreich das gesellschaftspolitische Potential dieses Mediums, und setzte auf dessen Verstaatlichung.3 Wenngleich man dem Radio eine immer größere Bedeutung beimaß, erwirkte der Ausbruch des 2. Weltkrieges für das „radiovision“4 zunächst das Ende. Erst im Jahre 1943 wurde in Paris - damals unter deutscher Besatzung - wieder gesendet. Neben Nachrichten zeigte der „Fernsehsender Paris“ auch eine Reihe von Künstlern der „Comedie-Fran9aise“ sowie Musikspektakel. In den Genuss des Fernsehens kamen allerdings fast ausschließlich die deutschen Besatzer.5

Nach dem Krieg stand das Fernsehen wieder völlig am Anfang. Trotz der zahlreichen technischen Errungenschaften - neue Empfangs- und Röhrentechniken, sowie immer längere Wellen welche die Qualität und die Reichweite der Übertragung verbesserten - besaßen lediglich 53 Franzosen ein Empfangsgerät. Dabei war Frankreich weltweit das einzige Land, in dem eine Auflösung von 819 Linien-Technik produziert wurde. Man plante sogar die Technik zu exportieren, was jedoch daran scheiterte, dass man sich international auf die amerikanische 625 Linien-Auflösungsnorm einigte. Dies hatte zur Folge, dass man in Frankreich von nun an in zwei verschiedenen Auflösungen sendete. In der Erwartungen einer endgültigen Auflösung verhielt man sich dort beim Kauf eines Gerätes eher zögerlich, was die Verbreitung des Mediums nur langsam vorantrieb.6

[...]


1Vgl. Brochard (1994a: S.534).

2Vgl. Albert (1981 : S.65) bzw. Brochard (1994a: S.537f).

3Vgl. Cazenave/Ulmann-Mauriat (1994: S.99).

4So lautete die frühere französische Bezeichnung für das Fernsehen.

5Vgl. Brochard (1994a: S.600f).

61951 zählt man in Frankreich nur 25000 Fernsehgeräte, wohingegen es beispielsweise in England 1500000 sind. Es sei jedoch zu erwähnen, dass es in Frankreich zu diesem Zeitpunkt nur 2 Sender gab: in Paris und in Lille. Siehe Cazenave/Ulmann-Mauriat (1994: S.136).

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten

Details

Titel
Die Entwicklung des französischen Fernsehens
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltung
Öffentliche Sphäre und Privatsphäre - Medien in Frankreich
Note
1,3
Autor
Jahr
2007
Seiten
14
Katalognummer
V146983
ISBN (eBook)
9783640559879
ISBN (Buch)
9783640560189
Dateigröße
475 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frankreich, Fernsehen, Geschichte, Entwicklung, Fernsehsender, französisch, TV
Arbeit zitieren
Felix Zimmermann (Autor), 2007, Die Entwicklung des französischen Fernsehens, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/146983

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