Dieser Sammelband enthält fünf Hausarbeiten.
Die erste Arbeit wird sich genauer mit der Frage beschäftigen, inwiefern es im Rahmen der res publica restituta zu Veränderungen innerhalb der römischen Elite oder gar zu einer aktiven Umgestaltung derselben durch Augustus kam. Um dies zu beantworten, werden sowohl die Gruppe der homines novi als Vertreter einer ‚neuen‘ Elite als auch die ‚alte‘ Elite in Gestalt des Senatorenstands vorgestellt. Dabei werden beide Akteursgruppen daraufhin analysiert, welche Beweggründe hinter einer Beteiligung an dem transformierten System standen.
In der zweiten Seminararbeit liegt der Fokus vorwiegend auf der Beziehung zwischen Augustus und dem Senat, die zwischen den Jahren 33 und 18 v. Chr., mehrfache Veränderungen mit sich brachte. Innerhalb der Epoche von Augustus‘ Herrschaft nimmt die analysierte Thematik eine wesentliche Rolle ein, da hier ersichtlich wird, auf welcher Grundlage der Princeps seine verfassungsmäßigen Rechte erweitern und gleichzeitig die wiederhergestellte Macht der Senatsaristokratie stetig verkleinern konnte.
Die dritte Arbeit soll sich mit einigen Neuerungen und Veränderungen in der Administration des Römischen Reiches unter Augustus befassen. Dabei sollen diese Leitfragen im Vordergrund stehen: Was waren die Motive und Gründe für die Veränderungen und Neuerungen innerhalb der Verwaltung? Inwieweit lässt sich eine Kontinuität mit den Verwaltungsstrukturen der Republik feststellen? Welchen Neuheitsgehalt besaßen diese Neuerungen und Veränderungen?
In der vierten Ausarbeitung soll der Frage nachgegangen werden, ob Sueton mit seiner Einschätzung, Augustus habe Rom als Lehmziegelstadt vorgefunden und marmorn hinterlassen, Recht behält. Anhand des Forum Romanum werden exemplarisch die grundlegenden Veränderungen des städtebaulichen Erscheinungsbildes Roms beleuchtet.
Livia Drusilla gehörte als Ehefrau des Kaisers Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) und Mutter von Tiberius (42 v. Chr. bis 37 n. Chr.) zum Zentrum der Macht in der Übergangsphase von der Römischen Republik zum Prinzipat. Bei der Betrachtung ihrer Geschichte stellt sich die Frage, inwiefern diese Frau an der Macht ihrer Männer beteiligt war. Wie groß war ihr Einfluss auf die politischen Entwicklungen im Römischen Reich? Konnte sie als Frau überhaupt an diesen mitwirken? Und wenn ja, welche Formen der Einflussnahme waren ihr gegeben?
Inhaltsverzeichnis
1. Die Transformation der Republik
2. Die Umgestaltung der römischen Elite im Rahmen der augusteischen res publica restituta
2.1 Die homines novi – Das neue Elitenpotenzial
2.2 Der Senatorenstand – die alte Elite
2.3 Augustus – Die zentrale Figur der res publica restituta
3. Fazit
1. Einleitung
2. Der politische Sieg gegen Antonius (33 – 31 v.Chr.)
2.1 Der Kampf um die Gunst des Senats
2.2 Octavians rechtliche Stellung nach Ende des zweiten Triumvirats
3. Der Ausbau der Machtbefugnisse gegenüber dem Senat (30 – 27 v.Chr.)
3.1 Das anfängliche Verhältnis zur Senatsaristokratie
3.2 Veränderungen durch den Beginn des Principat
4. Die Etablierung der Alleinherrschaft (23 v.Chr. – 18 v.Chr.)
4.1 Die Aufgabe des Consulats
4.2 Die faktische Entmachtung der römischen Führungsschicht
5. Ritterstand als Konkurrenz zum Senatsadel?
6. Zur rechtlichen Bewertung des Principats
7. Fazit
1. Einleitung
2. Grundriss der staatlichen Verwaltungsstruktur des Römischen Reiches zur Zeit der Republik
3. Die Neuerungen in der Verwaltung unter Augustus
3.1 Die Kaiserliche Reichsadministration
3.2 Die Teilung und Verwaltung der Provinzen unter Augustus
3.3 Die Einführung des Ritterstandes in die Verwaltung
4. Fazit
1. Einleitung
2. Marmor als Baumaterial im antiken Rom
3. Die Veränderung des Forum Romanums unter Augustus
3.1 Die Zeit des Triumvirats bis zum Sieg bei Actium
3.2 Vom actischen Sieg bis zum Tode Agrippas
3.3 Vom Tod des Agrippa bis zum Tod des Augustus
3.4 Grundriss des Forum Romanums nach dem Tod des Augustus
4. Fazit
1. Einleitung
2. Hauptteil
2.1. Frauen der Antike und ihre politische Einflussnahme
2.2. Livias Herkunft und die Heirat mit Augustus
2.3. Livias politische Rolle als Frau des Augustus
2.4. Livias politische Rolle nach Augustus' Tod
3. Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeitssammlung untersucht die Transformation der römischen Republik unter Augustus, wobei der Schwerpunkt auf der geschickten Machtausweitung des Princeps und der gleichzeitigen Entmachtung der traditionellen Senatsaristokratie liegt. Die Analysen beleuchten, wie Augustus durch administrative Neugestaltungen, eine gezielte Baupolitik und die Integration neuer Eliten seinen Herrschaftsanspruch legitimierte und festigte.
- Die Umgestaltung der römischen Elite und Integration von homines novi.
- Die systematische Aushöhlung der politischen Macht des Senats durch rechtliche und administrative Maßnahmen.
- Administrative Neuerungen und die ritterliche Verwaltung im römischen Imperium.
- Die Baupolitik als Mittel zur architektonischen Manifestation einer neuen dynastischen Herrschaft.
- Die politische Rolle der Kaiserin Livia als Vermittlerin und Stütze der augusteischen Ordnung.
Auszug aus dem Buch
Die Transformation der Republik
„Und seitdem hatte er […] zuletzt über vierundvierzig Jahre hinweg ohne Kollegen die Herrschaft über den Staat.“ (Sueton Augustus 8)
Dass spätestens mit der Herrschaft des Octavian, der der Nachwelt vor allem unter seinem Ehrentitel ‚Augustus‘ im Gedächtnis bleiben sollte, das Ende der römischen Republik besiegelt und der Kaiserherrschaft der Weg geebnet war, gilt im wissenschaftlichen Diskurs als gesichert. Über die Entwicklung, die zur Umgestaltung der res publica hin zu dieser faktischen Alleinherrschaft führte, über die das Suffix restituta kaum hinwegtäuschen konnte und die Sueton wie oben in seinen Kaiserviten sicherlich nicht unkritisch beschreibt, herrscht hingegen weit weniger Einigkeit. Tatsächlich scheint dem augusteischen Staatsumbau statt eines statischen, abrupt-revolutionären Konzepts vielmehr ein Konglomerat von kontextbedingten Strategien und Herrschaftstechniken zugrunde zu liegen (Dettenhofer 2000: 24f.).
Einen elementaren Bestandteil der durch Augustus initiierten sogenannten res publica restituta bildet gewiss die römische Elite. Allgemein lassen sich Eliten als Personenminderheiten definieren, deren herausgehobene gesellschaftliche Stellung durch einen bestimmten Selektionsund Konkurrenzprozess begründet und legitimiert wird. Auch heute wird ihnen eine wichtige Rolle bei Regimetransformationen zuerkannt (Kaina 2009: 386f.).
Vor diesem Hintergrund ist auch im Rahmen der Transformation der römischen res publica die Untersuchung der Eliten ein lohnendes Unterfangen.
Die vorliegende Arbeit wird sich hierbei genauer mit der Frage beschäftigen, inwiefern es im Rahmen der res publica restituta zu Veränderungen innerhalb der römischen Elite oder gar zu einer aktiven Umgestaltung derselben durch Augustus kam.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Transformation der Republik: Untersuchung der Entwicklung von der Republik zur faktischen Alleinherrschaft unter Augustus, unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der römischen Elite als Akteursgruppe.
Die Umgestaltung der römischen Elite im Rahmen der augusteischen res publica restituta: Analyse der Einbindung neuer Akteure (homines novi) und der Notwendigkeit, auch die alte Elite des Senatorenstands in das neue System zu integrieren.
Augustus – Die zentrale Figur der res publica restituta: Zusammenfassende Betrachtung der Etablierung des augusteischen Herrschaftssystems durch geschickte politische Gestaltung ohne die soziale Elite vollständig zu demontieren.
Schlüsselwörter
Augustus, res publica restituta, Prinzipat, Römische Republik, Senatsaristokratie, homines novi, Livia, Politische Elite, Alleinherrschaft, Verwaltung, Forum Romanum, Machtmanifestation, Kaiserin, Senat, Machtbefugnisse.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeitssammlung grundlegend?
Die Arbeitssammlung widmet sich der systematischen Untersuchung der politischen und administrativen Veränderungen unter Augustus, die zur Entstehung des Prinzipats und der faktischen Alleinherrschaft führten.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Zentral sind die Machtverhältnisse zwischen Princeps und Senat, die Rekonfiguration der römischen Elite, die Entwicklung der imperialen Verwaltung und die politische Bedeutung historischer Bauprojekte.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeiten?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Augustus innerhalb der republikanischen Fassade eine effektive Alleinherrschaft etablieren konnte, ohne durch einen allzu radikalen Bruch mit der Tradition zu starken Widerstand zu provozieren.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Arbeiten stützen sich primär auf die Auswertung antiker Quellen (u.a. Sueton, Tacitus, Cassius Dio) und deren kritische Reflexion unter Einbeziehung moderner politikwissenschaftlicher und historischer Forschungsliteratur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit zur Baupolitik primär behandelt?
Es wird analysiert, wie Augustus durch gezielte Eingriffe in das Stadtbild Roms – besonders am Forum Romanum – architektonisch einen dynastischen Herrschaftsanspruch manifestierte und den Bruch mit der Republik als glanzvolle Ära inszenierte.
Welche Charakteristika definieren die Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch eine interdisziplinäre Sichtweise auf Macht aus, die ökonomische, soziologische (Eliteanalyse) und architektonische Faktoren der augusteischen Zeit miteinander verknüpft.
Welche spezielle politische Rolle nahm Livia ein?
Livia fungierte als einflussreiche Ehefrau an der Seite des Augustus, die durch ihre öffentliche Präsenz und ihre Rolle als Vermittlerin die Stellung des Kaiserhauses legitimierte und ausbaute.
Gab es Widerstand gegen die Neuerungen des Augustus?
Ja, die Arbeit thematisiert, dass die Veränderung der Machtverhältnisse bei der Senatsaristokratie Ressentiments hervorrief, auf die Augustus mit strategischen Maßnahmen wie Senatssäuberungen und Patronage reagierte.
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- GRIN Verlag (Hrsg.) (Editor), Carla Herrmann (Author), Marco Römpp (Author), Domenic de Coco (Author), Mario Kulbach (Author), Beke Detlefsen (Author), 2024, Augustus und die Umgestaltung der res publica. Das römische Prinzipat, die Verdrängung der Senatsaristokratie und die politische Rolle der Livia, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1470662