Die vorliegende Arbeit will die Grundzüge der dominikanischen Varietät der spanischen Sprache darstellen und inhaltlich in einen historischen und geografischen Kontext mit der sprachexternen Geschichte des Landes bringen. Ausgehend von der geografischen Lage und der Geschichte der Einwanderung auf die Insel Hispaniola nach der Entdeckung Amerikas 1492, werden die phonologischen, morphologischen und lexikalischen Besonderheiten dieser sprachlichen Varietät dargestellt und aus den verschiedenen kontroversen Meinungen diverser Forscher heraus präzisiert. Dabei wird immer unterschieden zwischen Charakteristika, welche das dominikanische Spanisch sich mit anderen Karibikstaaten, wie Puerto Rico oder Kuba teilt und rein dominikanischen Merkmalen, sofern sich diese klar voneinander abgrenzen lassen. Ebenfalls ein besonderes Augenmerk erhalten die verschiedenen Substrate oder Adstrate, welche im Laufe der wechselvollen Geschichte der Insel auf die Nationalsprache, das Spanische, einwirkten.
Inhaltliche Gliederung
I. Ziel der Arbeit
II: Die spanische Sprache in der Dominikanischen Republik
II.1. Kleine Geschichte der heutigen dominikanischen Republik
II.2.a) Die historische Einordnung
II.2.b) Die geografische Einordnung
II.3. Sub-und Adstrate
II. 3. a) Amerikanismen/Anglizismen
II. 3. b) Gallizismen
II. 3.c) Indigenismen
II. 3. d) Afrikanismen
III. Sprachinterna durch die Jahrhunderte betrachtet
III.1. Die phonologisch-phonetischen Merkmale und ihre Entstehung in den verschiedenen Jahrhunderten
III.1.a)Vokalismus
III.1.b) Der Konsonantismus im Detail und durch die Jahrhunderte
III.2. Morphologie und Syntax
III.3. Lexik und Semantik
III.4. Suprasegmentalia
IV. Die dominikanischen Dialektzonen
V. Ergebnisse
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die historischen und geografischen Grundlagen der spanischen Sprache in der Dominikanischen Republik, um ihre spezifische Varietät innerhalb des karibischen Sprachraums durch eine linguistische Analyse der phonologischen, morphologischen und lexikalischen Besonderheiten zu präzisieren.
- Historische Entwicklung der Sprache seit der Entdeckung Hispaniolas.
- Einfluss verschiedener Substrate und Adstrate (Indigenismen, Afrikanismen, Anglizismen).
- Phonologisch-phonetische Merkmale und deren diachrone Entwicklung.
- Morpho-syntaktische Charakteristika und der archaische Sprachcharakter.
- Gliederung in spezifische dominikanische Dialektzonen.
Auszug aus dem Buch
II.1. Kleine Geschichte der heutigen dominikanischen Republik
Die Geschichte der sprachlichen Entwicklung in der dominikanischen Republik kann immer nur in Verbindung mit der Geschichte der Stadt Santo Domingo gesehen werden. Diese Stadt erlebte hautnah, wie aus dem einstigen „Eingangstor zur Neuen Welt“(Lipski 1994: 360) eine über lange Zeit vergessene Kolonie wurde. Die Insel Hispaniola wurde von Christoph Kolumbus auf seiner ersten Reise nach Amerika am 5.12. 1492 entdeckt. Er hinterließ 40 Menschen, die eine kleine Ansiedlung an der nördlichen Küste gründeten. Als er jedoch bei seiner zweiten Reise 1493 wieder in „La Navidad“, Spaniens erster Kolonie in der Neuen Welt, ankam, fand er keinen seiner Siedler mehr vor. Kolumbus gründete diesmal im Osten La Villa de Isabela. 1496, als Kolumbus seine Heimreise antreten wollte, blieb sein Bruder als Verwalter zurück, zusammen mit 1500 Siedlern aller gesellschaftlichen Klassen und Professionen. Auch dieser Versuch der Ansiedlung wurde durch Attacken der Taínos und Meinungsverschiedenheiten mit anderen Ureinwohnern zerstört, sodass Bartolomeo Kolumbus Nueva Isabela, das spätere Santo Domingo, an der Südküste gründen musste, und somit die erste lang anhaltende Siedlung der Neuen Welt gründete.
Vor Ankunft der Spanier jedoch war diese Insel die Heimat des Arawak- Stammes der Taíno, einer indianischen Kultur aus präkolumbianischer Zeit, die zwar keine Hochkultur vorzuweisen hatten, jedoch auf dem besten Wege waren, eine zu entwickeln: “eran culturamente más avanzado y eliminaron los remnantes ciboneys„ (Klump 2002:22). Kolumbus beschreibt in den ersten Kontakten mit den Taíno, diese als friedfertig und gesittet. Sie waren Bauern, bauten Maniok, Mais, Süßkartoffeln an und hatten ein geordnetes Gesellschaftssystem mit einem Oberhaupt, der Kazike genannt wurde. Ein weiterer Stamm, der sich vor allem im Osten der Insel angesiedelt hatte, waren die Ciboneys, ein gewalttätiger Stamm von Jäger, Sammlern oder Fischern.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Ziel der Arbeit: Darlegung der Grundzüge der dominikanischen Sprachvarietät im historischen und geografischen Kontext unter Berücksichtigung verschiedener Forschermeinungen.
II: Die spanische Sprache in der Dominikanischen Republik: Untersuchung der historischen Besiedlung, der geografischen Einordnung sowie der Einflüsse von Substraten und Adstraten wie Anglizismen, Gallizismen, Indigenismen und Afrikanismen.
III. Sprachinterna durch die Jahrhunderte betrachtet: Analyse der phonologisch-phonetischen Merkmale, morpho-syntaktischen Strukturen, lexikalischen Besonderheiten und suprasegmentalen Eigenschaften des dominikanischen Spanisch.
IV. Die dominikanischen Dialektzonen: Differenzierung des Sprachgebiets in verschiedene Dialektzonen basierend auf der Arbeit von Linguisten wie Jiménez Sabater und Lipski.
V. Ergebnisse: Zusammenfassende Darstellung der Entstehung und Entwicklung der dominikanischen Sprachvarietät sowie Identifikation von zukünftigem Forschungsbedarf.
Schlüsselwörter
Dominikanische Republik, Spanisch, Karibik, Historische Linguistik, Andalucismo-Theorie, Phonologie, Morphosyntax, Substrat, Adstrat, Dialektzonen, Indigenismen, Afrikanismen, Anglizismen, Sprachwandel, Archaismen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der spanischen Sprache in der Dominikanischen Republik und untersucht deren spezifische sprachliche Charakteristika im historischen Kontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die historische Besiedlung der Insel, der Einfluss externer Sprachen wie Englisch, Französisch und indigener Sprachen, sowie die phonologische und morphosyntaktische Struktur der dort gesprochenen Varietät.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die dominikanische Varietät des Spanischen historisch einzuordnen, ihre Besonderheiten präzise darzustellen und diese von allgemeinen karibischen Merkmalen abzugrenzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, bei der linguistische Erkenntnisse verschiedener Forscher (wie z.B. Klump, Lipski und Henríquez Ureña) zusammengeführt und kritisch bewertet werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Geschichte der Insel, die Einflüsse fremder Sprachen, die detaillierte Betrachtung phonologischer und morphosyntaktischer Entwicklungen über Jahrhunderte hinweg sowie die Bestimmung dominikanischer Dialektzonen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit lässt sich am besten durch Begriffe wie Dominikanisches Spanisch, Karibische Dialektologie, Sprachgeschichte, historische Besiedlung und linguistische Variation beschreiben.
Welchen Einfluss hatten die Taíno auf das dominikanische Spanisch?
Trotz ihres frühen Aussterbens hinterließen die Taíno ein wichtiges Erbe in der Toponymie sowie in Bezeichnungen für lokale Pflanzen und Tiere, die in den spanischen Wortschatz übergingen.
Gibt es einen Einfluss des Afrikanischen auf die Sprache?
Ja, es gibt afrikanische Einflüsse, allerdings sind diese laut der zitierten Forschung (etwa bei Klump) im Vergleich zu Kuba eher gering und finden sich vorwiegend im Soziolekt der unteren sozialen Schichten.
Wie wird das dominikanische Spanisch hinsichtlich seines Alters eingeordnet?
Das dominikanische Spanisch wird oft als archaisch beschrieben, da sich die Varietät bereits in der frühen Kolonialzeit verfestigte und viele mittelalterliche sprachliche Züge bewahrt hat.
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- Jayashri Ghosh (Author), 2009, Entstehung und Entwicklung: Wirkung und Ausbreitung der spanischen Sprache in der Dominikanischen Republik in historischer Analyse, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147201