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Art. 18 GG: Die Verwirkung von Grundrechten

Titel: Art. 18 GG: Die Verwirkung von Grundrechten

Seminararbeit , 2023 , 23 Seiten

Autor:in: Jakob Werling (Autor:in)

Jura - Öffentliches Recht / Staatsrecht / Grundrechte
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Diese Proseminararbeit im Seminar "Rechtskritik" untersucht die historische Entwicklung des Art. 18 Grundgesetz.

Analysiert wird dabei die Auslegung des Begriffs der Grundrechtsverwirkung und es wird auf die rechtlichen Feinheiten eingegangen, die diesen Artikel prägen. Die Arbeit bietet eine gründliche Betrachtung und kritische Analyse dieses zentralen Instruments unserer wehrhaften Demokratie.

Im Anschluss beschäftigt sich der Autor zunächst mit den Grundrechten an sich, gefolgt von einer genaueren Betrachtung von Art. 18. Dabei wird die systematische Stellung, der historische Kontext sowie die Wirkung und Bedeutung der Grundrechtsverwirkung für unsere Demokratie näher analysiert. Das Ziel der Arbeit ist dabei eine kritische Auseinandersetzung mit Art. 18 und seiner Auslegung.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A. Problemaufriss

B. Art. 18 GG, Verwirkung von Grundrechten

I. Grundrechte

1. Freiheitsbegriff des Grundgesetzes

2. Funktion der Grundrechte

3. Einschränkbarkeit von Grundrechten

II. Verwirkung von Grundrechten

1. Die Idee der wehrhaften Demokratie

2. Historie des Art. 18 GG

3. Systematische Stellung des Art. 18 GG

4. Tatbestand des Art. 18 GG

a. Normenadressat

b. Schutzgut: freiheitlich demokratische Grundordnung (fdGO)

c. Missbrauchsbegriff

d. Rechtsfolge des Art. 18 GG

i. Verwirkung der Schutzdimension eines Grundrechts

ii. Verwirkung der politischen Dimension

iii. Verwirkung des speziellen Grundrechts in Bezug auf die missbräuchliche Handlung (Identitätslehre)

iv. Verhältnismäßigkeit der Entscheidung

v. Verhältnis zu Art. 2 I GG.

e. Verfahren

III. Kritik an Art. 18 GG

1. Kritik an der Auslegung des Missbrauchsbegriffs

2. Problematik des Menschenwürdekerns der Grundrechte

3. Problem der fehlenden Wirksamkeit der Verwirkung

a. Gefahrenbegriff

b. BVerfG als das ausführende Gericht

c. Art. 18 GG im Vergleich zu anderen Normen

C. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit Art. 18 GG auseinander, der die Verwirkung von Grundrechten regelt. Das primäre Ziel ist es, die systematische Stellung, den historischen Kontext sowie die Bedeutung dieses Schutzmechanismus für die wehrhafte Demokratie in Deutschland zu analysieren und seine praktische Relevanz sowie die damit verbundenen verfassungsrechtlichen Probleme zu bewerten.

  • Grundlagen des Freiheitsbegriffs und der Grundrechtsfunktion
  • Wirkweise und Tatbestandsmerkmale des Art. 18 GG
  • Rolle von Art. 18 GG im Rahmen der streitbaren Demokratie
  • Kritische Analyse der Missbrauchsauslegung und des Menschenwürdekerns
  • Effektivität und Kritik an der Verfahrenspraxis

Auszug aus dem Buch

3. Problem der fehlenden Wirksamkeit der Verwirkung

Art. 18 wird oftmals lediglich eine wertesystematische Rolle als Signal und Apell Funktion zugeschrieben. Er dient als Ausdruck für unsere streitbare Demokratie ohne eine praktische Relevanz zu besitzen.

a. Gefahrenbegriff

Kritisch zu betrachten ist der Gefahrenbegriff, der dem Art. 18 I zugrunde liegt. Aufgrund der langen Verfahrensdauer wird einer betroffenen Person ermöglicht, ihre Handlungen zu unterlassen, wodurch eine Gefährlichkeitsprognose deutlich erschwert werden kann. Die Betroffene handelt dabei möglicherweise nur deshalb nicht staatsschädigend, da sie im Vorhinein durch ihr eigenes Verfahren gewarnt wurde. Wegen der notwendigen restriktiven Auslegung kombiniert mit der langen Verfahrensdauer, scheint eine tatsächliche Verwirkung unwahrscheinlich und deshalb möglicherweise ineffektiv.

b. BVerfG als das ausführende Gericht

Aus Sorge, dass Verwaltungsbehörden sich auf Art. 18 berufen könnten, was einer Grundrechtsverwirkung durch Rechtsakt ähneln würde, entschied der Verfassungsgeber, dass ausschließlich das BVerfG über eine derartige Verwirkung entscheiden dürfe.

Pluralistische Gesellschaften müssen auch radikal andere Gedanken zulassen, ohne sie als existenzielle Bedrohung zu verstehen. Sieht man seinen politischen Gegner immer als Feind, gar als Verfassungsfeind, kann der Schutz der Freiheit der Bürger in den Hintergrund geraten.

Zusammenfassung der Kapitel

A. Problemaufriss: Dieses Kapitel verortet das Instrument der Grundrechtsverwirkung im Kontext der wehrhaften Demokratie und beleuchtet die Notwendigkeit, Freiheiten nicht nur zu gewährleisten, sondern auch gegen intolerante Bestrebungen zu verteidigen.

B. Art. 18 GG, Verwirkung von Grundrechten: Der Hauptteil analysiert die Systematik, Historie und die spezifischen Tatbestandsvoraussetzungen für die Verwirkung von Grundrechten nach Art. 18 GG.

C. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Bewertung, dass Art. 18 GG zwar ein scharfes Schwert zum Schutz der FDGO bleibt, dessen Einsatz jedoch strengen Anforderungen unterliegen muss, um eine willkürliche Einschränkung bürgerlicher Freiheiten zu verhindern.

Schlüsselwörter

Grundrechte, Art. 18 GG, Verwirkung von Grundrechten, wehrhafte Demokratie, freiheitlich demokratische Grundordnung, fdGO, Bundesverfassungsgericht, Missbrauchsbegriff, Menschenwürde, Verhältnismäßigkeit, Verfassungsschutz, Rechtsstaat, Grundrechtsfähigkeit, Identitätslehre, politischer Meinungskampf.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit dem verfassungsrechtlichen Instrumentarium der Grundrechtsverwirkung gemäß Art. 18 GG und dessen Rolle als Schutzschild für die freiheitliche demokratische Grundordnung.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die historische Genese des Artikels, die Interpretation des Missbrauchsbegriffs sowie die verfassungsrechtliche Einordnung der Verwirkungsfolgen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist eine kritische Auseinandersetzung mit der Auslegung des Art. 18 GG, um zu hinterfragen, wie eine Demokratie wehrhaft bleiben kann, ohne ihre eigenen freiheitlichen Prinzipien zu untergraben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Analyse von Verfassungstexten, Kommentaren, Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts sowie der einschlägigen rechtswissenschaftlichen Fachliteratur.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Grundrechte, die detaillierte Tatbestandsprüfung des Art. 18 GG sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Wirksamkeit dieses Rechtsinstituts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist insbesondere durch Begriffe wie "wehrhafte Demokratie", "Grundrechtsverwirkung", "fdGO" und eine kritische Haltung zur "Auslegung des Missbrauchsbegriffs" geprägt.

Warum wird dem Bundesverfassungsgericht das Verwirkungsmonopol zugesprochen?

Dies dient dem Schutz vor einer missbräuchlichen Ausnutzung durch Verwaltungsbehörden, um sicherzustellen, dass Grundrechtsträger nicht durch administrative Akte willkürlich sanktioniert werden können.

Inwieweit schränkt Art. 18 GG den politischen Meinungskampf ein?

Die Arbeit warnt davor, dass der Artikel bei weiter Auslegung dazu missbraucht werden könnte, Oppositionen durch Brandmarkung als "verfassungsfeindlich" zu unterdrücken, anstatt sich sachlich mit ihnen auseinanderzusetzen.

Was bedeutet das "stumpfe Schwert" im Fazit?

Die Autorin argumentiert, dass Art. 18 GG zwar existieren muss, seine Schärfe aber durch restriktive Auslegung "stumpf" gehalten werden sollte, um keine Gefahr für die legitime Freiheit der Bürger darzustellen.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Art. 18 GG: Die Verwirkung von Grundrechten
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Veranstaltung
Proseminar: Rechtskritik
Autor
Jakob Werling (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
23
Katalognummer
V1472072
ISBN (PDF)
9783389025765
ISBN (Buch)
9783389025772
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Jura Rechtswissenschaft Art. 18 GG Grundrechte Verwirkung von Grundrechten Grundrechtsverwirkung GG
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jakob Werling (Autor:in), 2023, Art. 18 GG: Die Verwirkung von Grundrechten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1472072
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  23  Seiten
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