Die Arbeit befasst sich mit dem Arbeitsfeld der sozialen Arbeit im Krankenhaus. Beleuchtet werden die gesetzlichen Grundlagen sowie die Handlungs- und Kompetenzbereiche der Fachdisziplin in diesem Arbeitsfeld. Illustriert wird dies anhand eines Fallbeispiels einer 78-jährigen, demenziell erkrankten Frau, die nach einem Sturz akutmedizinisch behandelt wurde. Die Angehörigen präferieren eine Überweisung in die Gerontopsychiatrie, während der Kostenträger eine ambulante Versorgungsform, wie eine Demenz-Wohngemeinschaft, bevorzugt. Die Rolle der Sozialen Arbeit in diesem Kontext wird analysiert, einschließlich der verschiedenen involvierten Kostenträger. Darüber hinaus werden die Kosten für Krankenhausaufenthalte, gerontopsychiatrische Einrichtungen und Demenz-Wohngemeinschaften pro Tag exemplarisch dargestellt.
In Krankenhäusern werden Patienten mit einer Vielzahl von teils schwerwiegenden, akuten oder chronischen Erkrankungen und Verletzungen behandelt und betreut. Der Krankenhausaufenthalt stellt für die betroffenen Personen oft einen bedeutenden Wendepunkt dar. Dieser unterbricht ihren gewohnten Alltag abrupt und kann erhebliche Auswirkungen auf ihre persönliche Situation sowie auf die Lebensplanung haben. Über die medizinische und pflegerische Versorgung hinaus entstehen dadurch häufig Fragestellungen, insbesondere bezüglich der Unsicherheit, wie es nach dem stationären Aufenthalt weitergeht. Die Entlassung aus dem Krankenhaus stellt aufgrund komplexer Diagnosen, unklarer häuslicher und sozialer Verhältnisse sowie familiärer Krisen oft eine Herausforderung dar und markiert eine besonders kritische Phase in der Behandlungs- und Versorgungskette für die betroffenen Patienten.
In unserem Fallbeispiel wird eine 78-jährige Frau, die wir Beate nennen, nach einem Sturz im Krankenhaus akutmedizinisch versorgt. Die Herausforderung besteht darin, nach Abschluss der akuten Behandlungsphase eine adäquate Weiterbetreuung für Beate zu organisieren, die aufgrund ihres aggressiven Verhaltens sowie einer demenziellen Erkrankung besondere Anforderungen stellt. Während ihre Familie eine Unterbringung in einer gerontopsychiatrischen Einrichtung bevorzugt, tendiert der Kostenträger zu einer ambulanten Betreuungsform, beispielsweise innerhalb einer Demenz-Wohngemeinschaft.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Rechtliche und Strukturelle Verankerung
3 Entlassmanagement – nahtlose Versorgung in einem komplizierten und oft unübersichtlichen System
3.1 Erwartungen der beteiligten Akteure an das Entlassmangement
3.2 Die wesentlichen Handlungsschritte im Entlassmanagement
3.2.1 Aufnahme und initiales Assessment
3.2.2 Zustimmung des Patienten
3.2.3 Detaillierte Bedarfsermittlung und Planung
3.2.4 Entlassungsplan
3.2.5 Koordination, Schulung und Übergabe
3.2.6 Evaluation
4 Involvierte Kostenträger
4.1 Krankenhaus:
4.2 Gerontopsychatrie
4.3 Demenz-Wohngemeinschaft
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle der Sozialen Arbeit im Krankenhaus am Beispiel eines komplexen Fallmanagements bei einer demenziell erkrankten Patientin. Das primäre Ziel ist es, die rechtlichen Rahmenbedingungen und die Prozessschritte des Entlassmanagements zu analysieren sowie die unterschiedlichen Kostenstrukturen bei der Anschlussversorgung gegenüberzustellen.
- Strukturelle und rechtliche Einordnung der Sozialen Arbeit im Gesundheitswesen
- Prozessanalyse des klinischen Entlassmanagements vom Assessment bis zur Evaluation
- Betrachtung der Rolle der Sozialen Arbeit in Konfliktsituationen bei der Entlassung
- Vergleichende Analyse von Finanzierungsmodellen (aG-DRG, PEPP, ambulante Wohngemeinschaften)
- Analyse der Kostenträger bei stationären und ambulanten Versorgungsformen
Auszug aus dem Buch
3.2 Die wesentlichen Handlungsschritte im Entlassmanagement
Im Rahmen des Entlassmanagements im Krankenhaus sind verschiedene wichtige Prozessschritte zu beachten, die dazu beitragen, eine effiziente und patientenzentrierte Entlassung zu gewährleisten.
3.2.1 Aufnahme und initiales Assessment
Bei der Aufnahme von Beate ins Krankenhaus erfolgt zunächst ein initiales Assessment, um ihren individuellen Versorgungsbedarf nach der Entlassung zu ermitteln. Besonders berücksichtigt wird dabei das Risiko einer problematischen Anpassung von der stationären zur ambulanten Pflege oder ins häusliche Umfeld (vgl. Lingnau et al. 2021, S. 92). Dieses Assessment bewertet verschiedene Schlüsselfaktoren, darunter Beates Alter, bestehende Vorerkrankungen, geplante medizinische Eingriffe sowie ihre soziale und häusliche Situation, einschließlich Leistungsansprüche und Versicherungsstatus. Ein Fokus liegt auf der Beurteilung ihrer Selbstständigkeit und dem Bedarf an Unterstützung bei täglichen Aktivitäten. Hierfür werden spezialisierte Screening-Instrumente eingesetzt, um eine systematische Einschätzung vorzunehmen (vgl. DVSG 2022, S. 18).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Vorstellung des Themas, des Fallbeispiels der 78-jährigen Patientin und der methodischen Vorgehensweise der Arbeit.
2 Rechtliche und Strukturelle Verankerung: Erörterung der Funktionsbereiche der Sozialen Arbeit im Krankenhaus und deren Einbettung in das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz.
3 Entlassmanagement – nahtlose Versorgung in einem komplizierten und oft unübersichtlichen System: Detaillierte Darstellung der Prozessschritte des Entlassmanagements und der Erwartungen der beteiligten Akteure.
4 Involvierte Kostenträger: Analyse der Finanzierungsstrukturen von Krankenhausaufenthalt, gerontopsychiatrischer Versorgung und Betreuung in Demenz-Wohngemeinschaften.
5 Fazit: Zusammenfassende Diskussion über die Relevanz der Sozialen Arbeit und die Notwendigkeit einer stärkeren rechtlichen Verankerung.
Schlüsselwörter
Sozialer Arbeit, Demenz Wohngemeinschaft, Gerontopsychiatrie, Krankenhaussozialarbeit, Entlassungsmanagement, Fallanalyse, Patientenversorgung, SGB V, PEPP-System, DRG, Finanzierung, Pflegeversicherung, Case Management, psychosoziale Beratung, Gesundheitswesen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle der Sozialen Arbeit im Krankenhaus anhand einer Fallanalyse eines Entlassmanagements bei einer demenziell erkrankten Patientin.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Arbeit behandelt rechtliche Rahmenbedingungen, den strukturierten Prozess des Entlassmanagements und die Finanzierungsstrukturen bei verschiedenen Versorgungsformen.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Soziale Arbeit den Übergang von stationärer Behandlung in eine lückenlose Nachsorge koordiniert und welche Kostenträger dabei beteiligt sind.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Methodisch stützt sich die Arbeit auf eine fundierte Literaturrecherche sowie die Anwendung theoretischer Erkenntnisse auf ein praktisches Fallbeispiel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Prozessphasen des Entlassmanagements und eine Untersuchung der Kostenstrukturen in verschiedenen Versorgungseinrichtungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Entlassungsmanagement, Krankenhaussozialarbeit, Gerontopsychiatrie, Demenz-Wohngemeinschaft und Finanzierungsmodelle wie PEPP und DRG.
Warum wird im Entlassmanagement ein Assessment durchgeführt?
Es dient dazu, den individuellen Versorgungsbedarf sowie das Risiko einer problematischen Anpassung nach dem Krankenhausaufenthalt frühzeitig zu erkennen.
Wie unterscheiden sich die Finanzierungsmodelle von Krankenhaus zu Demenz-WG?
Das Krankenhaus rechnet primär über DRGs und Pflegebudgets ab, während bei der Demenz-WG eine Mischfinanzierung aus SGB XI, eigenen Mitteln und gegebenenfalls SGB XII greift.
- Quote paper
- Joscha Winkhardt-Enz (Author), 2024, Soziale Arbeit im Krankenhaus. Eine Fallanalyse des Entlassmanagements, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1472308