Die vorliegende Arbeit gliedert sich in zwei Teile: einem Theorieteil sowie einer empirischen Analyse, wofür jeweils fünfzig deutsch- und französischsprachige digitale Anzeigen der Tourismusbranche herangezogen und hinsichtlich unterschiedlicher Aspekte untersucht werden. Hierfür werden im Vorfeld einige Hypothesen aufgestellt, die anschließend mit Hilfe der Untersuchung bestätigt bzw. widerlegt werden sollen. Als Grundlage und Orientierung dient unter anderem die Arbeit von Vera Ermakova, die sich in ihrem Werk mit Destinationsporträts im hypertextuellen Kontext auseinandersetzt.
Um ein vollständiges Verständnis seitens des Lesers zu garantieren, geht der erste Teil näher auf die Textsorte Anzeige ein, ihr Aufbau und ihre Funktion werden erläutert. Anschließend folgt eine kurze Darstellung der in der Wissenschaft bis dato erlangten Kenntnisse über Werbung. Der Fokus umfasst auch die Begriffe der Multimodalität sowie der Hypertextualität um den Übergang der analogen zur digitalen Textsorte zu erfassen. Ausgewählte Beispiele des Korpus veranschaulichen die Aussagen und Ergebnisse und garantieren somit die Verständlichkeit.
Die Arbeit schließt mit einer Systematisierung der erlangten Analyseergebnisse und gibt einen Ausblick auf die Fragen, mit denen sich die Sprachwissenschaft in den kommenden Jahren möglicherweise umfassender beschäftigen wird.
Inhaltsverzeichnis
1 ABSTRACT
2 EINLEITUNG
3 TEXTSORTE (REISE)ANZEIGE
3.1 Entstehung und Entwicklung der Anzeige
3.2 Der klassische Aufbau
3.2.1 Headline
3.2.2 Slogan
3.2.3 Fließtext
3.3 Kommunikationsfunktionen
4 WERBUNG
4.1 Definition/Arten von Werbung
4.2 Die Sprache der Werbung
4.3 Bilder in der Werbung
4.4 Werbung im Internet
5 MULTIMODALITÄT UND HYPERTEXTUALITÄT
5.1 Definition und Entwicklung
5.2 Hypertext als Forschungsgegenstand
5.3 Chancen und Herausforderungen
6 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG
6.1 Forschungsstand
6.2 Zielsetzung und Fragestellung
6.3 Vorgehensweise: Korpus und Methode
6.4 Makrostrukturelle Analyse
6.4.1 Headlines & Subheadlines
6.4.2 Bilder & Ikons
6.4.3 Video & Audio
6.4.4 Typographische Karten
6.4.5 Sonstige Mittel zur Interaktion
6.5 Mikrostrukturelle Analyse
6.5.1 Satzlänge
6.5.2 Anrede
6.5.3 Rhetorische Mittel und sprachliche Besonderheiten
7 SYSTEMATISIERUNG DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die sprachlichen und strukturellen Besonderheiten digitaler Tourismusanzeigen im Internet. Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen der Hypertextualität und Multimodalität auf diese Textsorte zu untersuchen und dabei Gemeinsamkeiten sowie kulturspezifische Unterschiede zwischen deutsch- und französischsprachigen Anzeigen zu identifizieren.
- Strukturelle Analyse von Online-Reiseanzeigen als Hypertexte
- Untersuchung des Zusammenspiels von Text, Bild, Video und Audio (Multimodalität)
- Vergleich der sprachlichen Strategien in der Tourismuswerbung (deutsch vs. französisch)
- Einfluss der Digitalisierung auf das Nutzerverhalten und die Kundenbindung
- Kritische Reflexion der "digitalen Reiseanzeige" im Vergleich zur analogen Form
Auszug aus dem Buch
6.4.1 Headlines & Subheadlines
Zunächst einmal gilt zu betonen, dass sich in Bezug auf Headlines keine nennenswerte Unterschiede zwischen den jeweiligen Sprachen erkennen lassen. Die deutschen Headlines bestehen durchschnittlich aus 4,94 Wörtern, die französischen aus 6,4 Wörtern. Inhaltlich ist auffällig, dass in beiden Sprachen in ungefähr 90% der Headlines das Reiseziel genannt wird. Zum Teil besteht die Headline lediglich aus der Nennung des Reiseorts (vgl. beispielsweise D9, D32, F5, F28).
Es ist somit wichtig, zwischen Headlines von Reiseanzeigen und weiteren Werbeheadlines zu unterscheiden. Da die Rezipienten bei digitalen Reiseanzeigen meist gezielt auf die jeweiligen Webseiten gelangen und nicht per Zufall von ihr Kenntnis nehmen, ist es nicht Aufgabe der Headline, die Aufmerksamkeit des Lesers zu gewinnen und somit durch Originalität sowie Kreativität aufzufallen.
Ebenfalls in Bezug auf die verwendeten Subheadlines lässt sich feststellen, dass sich die deutsch- sowie französischsprachigen Anzeigen in Anzahl und Betitelung stark ähneln. Im Schnitt gibt es ungefähr 4-5 Subheadlines. Am häufigsten sind sie direkt unterhalb der Headline im oberen Bereich der Anzeige angesiedelt und erlangen durch ihre Größe, ihr Schrift und den teilweise auffälligen Farbeinsatz schnell die Aufmerksamkeit des Betrachters. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die Subheadlines am seitlichen Rand der Anzeigen platziert sind (vgl. beispielsweise F1, F2).
Bei der Betitelung der einzelnen Subheadlines sind am häufigsten die Kategorien ‚Beschreibung/Description‘, ‚Preise/Dates et Tarifs‘, ‚Reiseverlauf/Programme‘, ‚Unterkunft/Hébergement‘ sowie ‚Weitere Infos/Informations pratiques‘ aufzulisten, jedoch hängen diese stark vom jeweiligen Reiseangebit ab. Bei einer Surfreise, einem Wanderurlaub oder beispielsweise einem Städtetrip unterscheiden sich die für den Rezipienten interessanten Infos stark voneinander. Jeder Reiseveranstalter muss die Anzeige somit an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 ABSTRACT: Kurze Zusammenfassung der Arbeit und Erkenntnisse auf Französisch.
2 EINLEITUNG: Einleitung in die Thematik der digitalen Transformation in der Tourismusbranche und Erläuterung des Forschungsziels.
3 TEXTSORTE (REISE)ANZEIGE: Historische Entwicklung der Anzeige und Darstellung der klassischen Komponenten wie Headline, Slogan und Fließtext.
4 WERBUNG: Definition der Werbesprache, ihre Funktionen und die besondere Bedeutung von visuellen Elementen sowie Internetwerbung.
5 MULTIMODALITÄT UND HYPERTEXTUALITÄT: Definition der Begriffe und Analyse des Wandels von analogen Texten hin zu hypertextuellen, multimodalen Strukturen im Web.
6 EMPIRISCHE UNTERSUCHUNG: Vorstellung des Korpus, der Vorgehensweise und detaillierte makro- sowie mikrostrukturelle Analyse der untersuchten Anzeigen.
7 SYSTEMATISIERUNG DER ERGEBNISSE UND AUSBLICK: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse, Abgleich mit den Hypothesen und Ausblick für zukünftige sprachwissenschaftliche Forschung.
Schlüsselwörter
Tourismuswerbung, Digitalisierung, Hypertextualität, Multimodalität, Werbesprache, Online-Marketing, Sprachvergleich, Textsortenlinguistik, Reiseanzeigen, Kundenbindung, visuelle Kommunikation, Sprachfunktionen, digitale Transformation, Internetwerbung, Interaktivität
Häufig gestellte Fragen
Was ist das grundlegende Thema dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht digitale Reiseanzeigen im Internet und analysiert, wie sich klassische Werbeelemente durch die neuen technischen Möglichkeiten wie Hypertext und Multimodalität verändern.
Welche Disziplinen fließen in die Untersuchung ein?
Die Untersuchung basiert auf der Textlinguistik und der Multimodalitätsforschung, um die Struktur und sprachliche Gestaltung der Reiseanzeigen zu beleuchten.
Was ist die zentrale Forschungsfrage der Studie?
Die Arbeit fragt nach den Besonderheiten und Konventionen digitaler Reiseanzeigen und untersucht, ob sich kulturspezifische Unterschiede zwischen dem deutschen und französischen Sprachraum feststellen lassen.
Welche Methode wird zur Datenauswertung verwendet?
Es wird eine synchrone, kontrastive Korpusanalyse von 100 Reiseanzeigen (50 deutsche, 50 französische) durchgeführt, die sowohl makrostrukturelle als auch mikrostrukturelle Elemente untersucht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung zu Werbung, Hypertextualität und Multimodalität sowie eine umfangreiche empirische Untersuchung von Werbeelementen wie Headlines, Bildern, Videos, Karten und sprachlichen Stilen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Hypertextualität, Multimodalität, Werbesprache, Tourismusbranche, Kontrastive Linguistik und digitale Textwelten.
Welches Ergebnis liefern die Sprachvergleiche der Headlines?
Es konnten kaum nennenswerte Unterschiede zwischen den Sprachen festgestellt werden; in beiden Fällen steht das Reiseziel in etwa 90% der Headlines im Vordergrund.
Wie unterscheidet sich die Bildverwendung in dem analysierten Korpus?
Bei deutschen Anzeigen werden 75% der Bilder in Galerien präsentiert, während das Verhältnis bei französischen Anzeigen mit 56% (Galerie) zu 43% (Fließtext) deutlich ausgeglichener ist.
Welche Rolle spielen Audio- und Videokomponenten online?
Obwohl diese Komponenten ein hohes emotionales Potenzial zur Kundenbindung bieten, werden sie in den untersuchten Anzeigen (10% deutsche, 24% französische) nur selten genutzt.
Warum tendieren die untersuchten Texte eher zu langen Sätzen?
Es wird vermutet, dass Kunden, die gezielt nach Reiseinformationen suchen, fundierte und ausführliche Texte bevorzugen und somit komplexere Satzstrukturen akzeptieren.
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- Anonym (Author), 2019, Digitale Reiseanzeigen. Eine synchrone Analyse deutsch- und französischsprachige Anzeigen der Tourismusbranche im Internet, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1473154