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Familie, Identität und Körper in Karen Duves "Dies ist kein Liebeslied"

Titel: Familie, Identität und Körper in Karen Duves "Dies ist kein Liebeslied"

Hausarbeit , 2022 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit im Rahmen des Seminars „Essen und Ich“ befasst sich mit dem Thema Familie, Identität und Körper im Adoleszenzroman "Dies ist kein Liebeslied" von Karen Duve. Die Adoleszenz stellt sich als die Phase, die den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter markiert , dar. Diese Phase bezieht sich zumeist auf das Alter zwischen elf und zwölf Jahren bis Mitte oder Ende zwanzig Jahren und gilt als ein Prozess der Identitäts- und Sinnsuche. In dieser Zeit gelten die Problemfelder der Ablösung von der Familie, die Entwicklung eigener Werte, erste sexuelle Erfahrungen und der Aufbau eigener Sozialkontakte als wichtig. Charakteristisch für die Adoleszenzliteratur ist, dass der Prozess der Identitätsfindung oftmals nicht endgültig gelöst wird, sondern als ein scheiternder oder offener Vorgang dargestellt wird. Des Weiteren rückt die spätmoderne Leistungs- und Konsumgesellschaft vor allem das äußere Erscheinungsbild des Menschen als Kriterium zur Ausgrenzung in den Fokus , so dass auch dieser Konflikt in Duves Roman Betrachtung findet.
Die erstmalige Lektüre des Romans erfolgte innerhalb des Hauptseminars. Zur Konkretisierung des Themas und zur Erarbeitung einer Zielsetzung erfolgte eine Relektüre des Buches sowie der Ermittlung und Sichtung relevanter Forschungsliteratur.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die familiären Beziehungen der Protagonistin

2.1 Die Mutter-Tochter-Beziehung

2.2 Die Vater-Tochter-Beziehung

2.3 Die Beziehung zur Schwester

3. Selbst- und Fremdwahrnehmung Annes Körpers

4. Identitätsbildung über Körperlichkeit

4.1 Annes Konflikt mit ihrem Körper

4.2 Annes Körpermanipulation in der familiären Beziehung

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit analysiert den ständigen Konflikt der Protagonistin Anne Strelau aus Karen Duves Roman „Dies ist kein Liebeslied“ mit ihrem eigenen Körper und ihrer Identität. Dabei wird insbesondere untersucht, wie dieser innere Konflikt untrennbar mit ihrer Suche nach familiärer Liebe und Anerkennung verknüpft ist.

  • Die familiäre Prägung und deren Einfluss auf die Identitätsentwicklung
  • Die psychologische Bedeutung von Selbst- und Fremdwahrnehmung des Körpers
  • Identitätsbildungsprozesse in der Adoleszenz
  • Zusammenhang zwischen Essstörungen und dem Bedürfnis nach Aufmerksamkeit
  • Einfluss gesellschaftlicher Rollenbilder auf das weibliche Körperempfinden

Auszug aus dem Buch

4.2 Annes Körpermanipulation in der familiären Beziehung

Anne beginnt bereits in ihrer frühen Jugend die Manipulation ihres Körpers zu nutzen, um die Aufmerksamkeit ihrer Familie zu erhalten, die ihr ansonsten nicht zu Teil wird:

Wann immer irgend etwas schiefgehen würde, konnte ich einfach krank werden. Richtig krank, ernstlich und nachweislich – nicht nur so ein bißchen Temperatur oder vorgetäuschte Bauchschmerzen. Die Masern, die Röteln, Windpocken oder Scharlach konnte ich bekommen – und das allein durch Willenskraft. Ein wunderbares Leben lag vor mir. Denn wenn es mir schlecht ging, ging es mir richtig gut. Die Masern bedeuteten ein neues Rätselheft, Kekse und Sunkist ans Bett und daneben eine Kuhglocke, mit der ich nur zu läuten brauchte, und meine Mutter kam angesprungen und brachte mir, was ich sonst noch wollte.

Mit der Gabe von Süßigkeiten in negativen Situationen unterstützt die Mutter gleichzeitig das verzerrte Verhältnis zu Essen von Anne. Konfrontiert mit den typischen Konflikten einer jungen Frau in der Adoleszenz, lernt Anne, dass es Krankheit zu sein scheint, die ihr die benötigte Aufmerksamkeit beschert und die letztendlich immer eine Ausrede darstellt:

Krankheit! Krankheit war das einzige, was einen entschuldigte. Wer bloß zuviel gefressen hatte, war zum Abschuss freigegeben. Und wirklich in Sicherheit war nur, wer dünn war.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Adoleszenzroman im Kontext der Identitätssuche und skizziert die methodische Analyse des Romans „Dies ist kein Liebeslied“ hinsichtlich des Körperkonflikts von Anne Strelau.

2. Die familiären Beziehungen der Protagonistin: Dieses Kapitel charakterisiert das schwierige Verhältnis Annes zu ihren Eltern und ihrer Schwester, welches durch emotionale Distanz und mangelnde Anerkennung geprägt ist.

3. Selbst- und Fremdwahrnehmung Annes Körpers: Hier wird aufgezeigt, wie Annes gestörtes Selbstbild durch die Familie gefestigt wird und wie sie sich in eine isolierte Innenwelt zurückzieht.

4. Identitätsbildung über Körperlichkeit: Dieses Kapitel verknüpft gesellschaftliche Rollenerwartungen mit Annes individuellem Scheitern an diesen Idealen, was zu Essstörungen und manipulativen Verhaltensweisen führt.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Annes Körpermanipulation eine direkte Folge der elterlichen Zurückweisung ist und bestärkt die Bedeutung von emotionaler Zuwendung für die Identitätsbildung.

Schlüsselwörter

Adoleszenz, Identität, Körperbild, Familienbeziehung, Essstörung, Karen Duve, Dies ist kein Liebeslied, Selbstwahrnehmung, Fremdwahrnehmung, Körpermanipulation, Sozialisation, Rollenbilder, Pubertät, Identitätskrise, Kindheit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen Identitätsfindung, familiären Konflikten und der gestörten Körperwahrnehmung der Protagonistin Anne Strelau in dem Roman „Dies ist kein Liebeslied“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Adoleszenz, die familiäre Bindungsdynamik, die Auswirkungen einer verzerrten Körperwahrnehmung und die daraus resultierende Entwicklung einer Essstörung.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Analyse des ständigen Konflikts der Protagonistin mit ihrem Körper und ihrer Identität unter Berücksichtigung der destruktiven familiären Beziehungen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mittels relevanter Forschungsliteratur zu Adoleszenz und Identitätstheorien interpretiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Beziehungsdynamiken zur Familie, die Selbst- und Fremdwahrnehmung Annes sowie die Identitätsbildung über das Körpererleben und Manipulationsstrategien detailliert ausgearbeitet.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Adoleszenz, Identität, Körperbild, Familienbeziehung, Essstörung und Sozialisation.

Wie beeinflusst die Mutter-Tochter-Beziehung Annes Entwicklung?

Die Mutter ignoriert Annes emotionale Bedürfnisse und reagiert auf Konflikte oft verständnislos, was Anne dazu drängt, ihren Körper zu manipulieren, um überhaupt Aufmerksamkeit zu erhalten.

Warum spielt die Krankheit für Anne eine so zentrale Rolle?

Krankheit dient Anne als Schutzraum und als einziges Mittel, um von ihrer Familie Fürsorge und Zuwendung zu bekommen, da sie sich in ihrem Alltag nicht gewollt fühlt.

Wie verändert sich Annes Verhalten gegenüber Männern durch ihre Identitätskrise?

Sie verbindet sexuelle Begegnungen häufig mit Scham und Ekel und flüchtet sich oft in oberflächliche Beziehungen, da sie ihren eigenen Körper als Hindernis für zwischenmenschliche Nähe empfindet.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Familie, Identität und Körper in Karen Duves "Dies ist kein Liebeslied"
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Note
1,0
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
21
Katalognummer
V1474277
ISBN (PDF)
9783389025741
ISBN (Buch)
9783389025758
Sprache
Deutsch
Schlagworte
familie identität körper karen duves dies liebeslied
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Familie, Identität und Körper in Karen Duves "Dies ist kein Liebeslied", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1474277
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Leseprobe aus  21  Seiten
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