Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Texte veröffentlichen, Rundum-Service genießen
Zur Shop-Startseite › Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte

Politische Anthropologie bei Aristoteles und Hobbes

Vergleich Politika / Leviathan

Titel: Politische Anthropologie bei Aristoteles und Hobbes

Seminararbeit , 2009 , 16 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Stefan Herden (Autor:in)

Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Beschäftigt man sich unter ideengeschichtlichen Gesichtspunkten mit
politischer Anthropologie wird man wohl nicht an Aristoteles und Thomas
Hobbes vorbeikommen. Aristoteles’ und Hobbes’ Theorien bilden durch ihre
extreme Gegensätzlichkeit schon beinahe den Rahmen jeder
politikanthropologischen Auseinandersetzung. Ist der Mensch ein „Herdentier“
oder ein „Einzelgänger“? Ist er in der Lage, sein Leben selbst zu bestimmen
oder braucht er dazu die Hilfe der Gemeinschaft? Wie viel Freiheit kann dem
Mensch zugemutet werden und wie viel muss ihm zugestanden werden? Kann
der Mensch allein glücklich werden oder kann er es nur im gemeinsamen
Zusammenleben mit Seinesgleichen? Und worin besteht überhaupt das Glück
für den Menschen? Etliche Fragen tun sich auf wenn man die beiden
Philosophen vergleichen will. In dieser Arbeit soll das Menschenbild der
beiden Theorien beleuchtet werden, wobei die Politik von Aristoteles als
Ausgangspunkt gilt. Vor herein werde ich kurz den historischen Aristoteles
vorstellen und darauf den politischen Aristotelismus in kurzen Punkten
darstellen. Im weiteren Teil werden dann die beiden Menschenbilder analysiert
und das Menschenbild Hobbes in Abgrenzung zu dem von dem
Aristotelischen Menschenbild betrachtet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Aristoteles und der politischer Aristotelismus

2.1. Über Aristoteles

2.2. Politischer Aristotelismus

3. Politische Anthropologie bei Aristoteles

4. Politische Anthropologie bei Hobbes in Abgrenzung zu Aristoteles

4.1. Der Mensch als Maschine

4.2. Die Auswirkung von Vernunft, Macht und Glück bei Hobbes

5. Quintessenz

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, das Menschenbild der politischen Theorien von Aristoteles und Thomas Hobbes in einen direkten Vergleich zu setzen, wobei die Politik von Aristoteles als analytischer Ausgangspunkt dient. Dabei wird untersucht, wie sich das Verständnis des Menschen als politisches Lebewesen bei Aristoteles von Hobbes' mechanistischer Auffassung des Menschen als Maschine abgrenzt.

  • Vergleich der politikanthropologischen Grundlagen bei Aristoteles und Hobbes.
  • Analyse der Bedeutung von Logos und Vernunft für das Zusammenleben.
  • Untersuchung des Konzepts der staatlichen Gemeinschaft (Polis vs. mechanistischer Staat).
  • Gegenüberstellung der unterschiedlichen Auffassungen von Glück und Macht.
  • Herausarbeitung der gegensätzlichen Menschenbilder als Rahmen für ideengeschichtliche Debatten.

Auszug aus dem Buch

Der Mensch als Maschine

Bei Hobbes ähnelt der Mensch einer Maschine oder Automaten. Der Mensch ist Teil der physikalischen Welt und damit den gleichen Gesetzen unterworfen, wie alle anderen Dinge auf Erden auch. Aus der Reaktion auf seine Umwelt heraus baut er sich nun eine „Wahrnehmungswelt und Begierdenwelt“ auf, in der er Sachen bewertet und entscheidet, ob er sie anstreben oder vermeiden soll.

Im Hobbesschen System ist der Aufbau der Wahrnehmungs- und Begierdenwelt individuell, so dass es nichts Unveränderliches und für alle Menschen Gültiges existiert. Durch diesen Relativismus verabschiedet sich Hobbes rigoros von der Vorstellung, eine ewig gültige Moralphilosophie aufstellen zu können, die objektiv sagen könne, was gut bzw. schlecht sei. Das Moralische wird in den Bereich der subjektiven Psychologie verschoben und kann damit auch nicht als Grundlage für die Gestaltung eines Gemeinwesens dienen.

„Gut nennt der Mensch jedweden Gegenstand seiner Neigung, böse aber alles, was er verabscheut und hasst, schlecht das, was er verachtet. Es müssen also die Ausdrücke gut, böse und schlecht nur mit Bezug auf den, der sie gebraucht, verstanden werden; denn nichts ist durch sich selbst gut, böse oder schlecht [...].“

Gut ist demnach das, was der Mensch zu erlangen sucht und schlecht bzw. böse das, was er versucht zu vermeiden. Doch von all diesem Relativismus gibt es eine Ausnahme, denn alle Menschen streben gleichermaßen nach demselben Gut, nämlich nach Selbsterhaltung. Da ein funktionsfähiger Körper die Grundlage jeden Strebens ist, gilt es für jeden Mensch als oberste Priorität, diesen zu erhalten. Somit wird die Selbsterhaltung zum obersten Gut menschlichen Strebens und zugleich zum Fundament Hobbes Relativismus der Ziele menschlicher Handlungen. Mit seiner fundamentalen mechanistischen Grundannahme verdrängt Hobbes jedes Element des Normativen, aus dem Aristoteles’ Philosophie der Tugenden und Pflichten im Wesentlichen besteht, zugunsten einer nüchternen Beschreibung der Neigungen und Interessen der Menschen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung stellt die ideengeschichtliche Gegenüberstellung von Aristoteles und Hobbes vor und formuliert die Leitfrage nach dem jeweiligen Menschenbild.

2. Aristoteles und der politischer Aristotelismus: Dieses Kapitel erläutert die biographischen Hintergründe von Aristoteles und definiert fünf zentrale Kriterien, die eine aristotelische politische Position charakterisieren.

3. Politische Anthropologie bei Aristoteles: Hier wird der Mensch als von Natur aus politisches, sprach- und vernunftbegabtes Wesen definiert, dessen Vollendung in der Gemeinschaft der Polis liegt.

4. Politische Anthropologie bei Hobbes in Abgrenzung zu Aristoteles: Dieser Teil kontrastiert Aristoteles' Ansatz mit Hobbes' mechanistischem Weltbild, in dem der Mensch als Maschine agiert und Moral subjektiv sowie relativ bleibt.

5. Quintessenz: Das Fazit fasst zusammen, dass die Theorien zwar unvereinbar bleiben, aber dennoch einen wertvollen philosophischen Rahmen für das Verständnis des Menschen bieten.

Schlüsselwörter

Aristoteles, Thomas Hobbes, Politische Anthropologie, Politik, Leviathan, Menschenbild, Vernunft, Logos, Polis, Eudämonismus, Selbsterhaltung, Machtstreben, Staatsphilosophie, Politische Theorie, Gemeinwesen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht das Menschenbild in den politischen Theorien von Aristoteles und Thomas Hobbes und stellt diese in einen direkten Vergleich.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen umfassen die Definition des Menschen als politisches Lebewesen, die Rolle von Vernunft und Sprache sowie die verschiedenen Konzepte von Macht, Glück und staatlicher Ordnung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die extreme Gegensätzlichkeit der beiden Theorien aufzuzeigen und zu beleuchten, wie Aristoteles' eudämonistischer Ansatz von Hobbes' mechanistischem Menschenbild abgelöst bzw. herausgefordert wird.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor nutzt eine ideengeschichtliche Analyse und einen komparativen Ansatz, um die zentralen Aussagen der Philosophen anhand ihrer Hauptwerke (Politika und Leviathan) gegenüberzustellen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden zunächst die Grundlagen des politischen Aristotelismus erarbeitet, gefolgt von einer detaillierten Analyse der menschlichen Natur bei Aristoteles und einer kritischen Abgrenzung dazu bei Hobbes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Schlüsselwörter wie Aristoteles, Hobbes, Politische Anthropologie, Polis, Leviathan, Vernunft und Macht stehen im Zentrum der Untersuchung.

Warum betrachtet Hobbes den Menschen als Maschine?

Hobbes ordnet den Menschen der physikalischen Welt und deren Gesetzen unter; er ersetzt die metaphysische Begründung von Tugend durch eine mechanistische Beschreibung von Neigungen und Interessen.

Wie unterscheidet sich das Verständnis von Glück bei den beiden Philosophen?

Während für Aristoteles Glück im selbstbestimmten, tugendhaften Leben innerhalb der Gemeinschaft (Polis) besteht, definiert Hobbes Glück als die kontinuierliche und quantitative Befriedigung von Begierden durch Machtanhäufung.

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Politische Anthropologie bei Aristoteles und Hobbes
Untertitel
Vergleich Politika / Leviathan
Hochschule
Universität Hamburg  (Institut für Politische Wissenschaft)
Veranstaltung
Tradition und Innovation – Aristoteles und die Politiktheorie der Prämoderne
Note
2,0
Autor
Stefan Herden (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
16
Katalognummer
V147439
ISBN (eBook)
9783640581405
ISBN (Buch)
9783640581986
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Politische Anthropologie Aristoteles Hobbes Vergleich Politika Leviathan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Stefan Herden (Autor:in), 2009, Politische Anthropologie bei Aristoteles und Hobbes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/147439
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  16  Seiten
Grin logo
  • Grin.com
  • Versand
  • Kontakt
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum