Diese Arbeit gibt sowohl einen aktuellen Überblick über das Autismus-Spektrum als auch einen Einblick in die beruflichen Schwierigkeiten von Menschen in diesem Spektrum. Wie sieht die Realität von Menschen im Autismus-Spektrum wirklich aus? Um diese Fragen zu beantworten, widmet sich die Arbeit zunächst der Frage, was unter Autismus zu verstehen ist. In den letzten Jahrzehnten ist eine große Anzahl an Publikationen zu dem Thema erschienen. In diesem Text werden die, in den Publikationen enthaltenen, Ergebnisse dargestellt, um damit ein grundlegendes Verständnis vom Autismus-Spektrum zu ermöglichen. Anschließend wird die vorhandene Literatur zur beruflichen Situation und zu beruflichen Herausforderungen von autistischen Menschen dargestellt.
Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, neben den bereits bekannten Herausforderungen im beruflichen Kontext auch neue Erkenntnisse zu dem Thema zu gewinnen. Zu diesem Zweck wurden autistische Menschen in einer Studie zu ihren persönlichen Herausforderungen im beruflichen Kontext befragt. Die Ergebnisse der Studie dienen, gemeinsam mit der vorhandenen Literatur, der Beantwortung der Forschungsfrage: Welche besonderen Herausforderungen im beruflichen Kontext haben Menschen im hochfunktionalen Bereich des Autismus-Spektrums? Menschen im Autismus-Spektrum haben häufig mit komorbiden Störungen zu kämpfen. Auch deren Auswirkungen auf das berufliche Leben der Probanden wurde in der Studie der vorliegenden Arbeit überprüft, um die Forschungsfrage „Inwiefern haben komorbide Störungen Einfluss auf das berufliche Leben der Betroffenen?" zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Hintergrund
3. Das Autismus-Spektrum
3.1 Begriffsbestimmung und Klassifikation
3.2 Definition des Forschungsgegenstandes
3.3 Intelligenz im Kontext des Autismus-Spektrum
3.4 Prävalenz
3.5 Ätiologie
3.6 Komorbidität
3.7 Neuropsychologie
4. Autismus und Beruf
4.1 Arbeit
4.2 Beschäftigungssituation von Menschen im Autismus-Spektrum
4.3 Besondere Herausforderungen
5. Methodik
5.1 Forschungsdesign
5.2 Anwendung von Gütekriterien
5.3 Auswahl und Konstruktion der Forschungsinstrumente
5.4 Stichprobenkonstruktion und Durchführung
5.5 Datenanalyse
6. Ergebnisse
6. 1 Darstellung der Stichprobe und der quantitativen Daten
6.2 Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse
7. Diskussion der Ergebnisse
7.1 Vorüberlegungen
7.2 Einordnung der Ergebnisse
7.3 Zusammenfassende Darstellung
8. Fazit
8.1 Zusammenfassung
8.2 Beantwortung der Forschungsfrage
8.3 Kritische Betrachtung
8.4 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel der Arbeit ist es, die spezifischen Herausforderungen im Berufsleben von Menschen im hochfunktionalen Autismus-Spektrum zu identifizieren, wobei der Einfluss komorbider Störungen sowie die subjektive Wahrnehmung der Betroffenen durch eine eigene qualitative Studie beleuchtet werden.
- Berufliche Teilhabe und Herausforderungen für autistische Menschen
- Neurobiologische Sichtweisen und Ansätze der Neurodiversität
- Analysen zu komorbiden Störungen wie ADHS, Depressionen und Angststörungen
- Methodische Erhebung persönlicher Erfahrungen im Berufskontext
- Unterstützungssysteme und Möglichkeiten der Arbeitsplatzgestaltung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
“If you’ve met one person with autism, you’ve met one person with autism.” (Stephen Shore; zitiert aus DeCourcy (2018))
Beschäftig man sich mit den wichtigsten Personen des öffentlichen Lebens der letzten Jahre, so wird früher oder später vermutlich der Name Greta Thunberg fallen. Umweltaktivistin, „Person of the year 2019“ des Time Magazine (Jung et al. 2020, S. 1 von 17 im PDF) und, nach eigener Aussage, Asperger-Autistin. Ihr Outing zog ein stark gestiegenes öffentliches Interesse am Autismus und dem Apserger-Syndrom nach sich (vgl. Hartwell et al. 2020, S.3). Aktuelle Forschung zeigt, dass sich ca. 1% der Bevölkerung im Autismus-Spektrum befindet, was deutlich mehr ist, als noch vor einigen Jahren angenommen wurde (vgl. Abschnitt 3.4).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das öffentliche Interesse an Autismus durch prominente Persönlichkeiten und führt in die Fragestellung nach der beruflichen Realität für Menschen im Autismus-Spektrum ein.
2. Geschichtlicher Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge des Begriffs Autismus und die wissenschaftliche Arbeit der Pioniere Kanner und Asperger.
3. Das Autismus-Spektrum: Es werden Klassifikationssysteme (ICD-10, DSM-IV, DSM-V, ICD-11) und die Theorie der Neurodiversität umfassend diskutiert.
4. Autismus und Beruf: Dieses Kapitel analysiert die Beschäftigungssituation sowie spezifische Herausforderungen am Arbeitsplatz für Menschen im Autismus-Spektrum.
5. Methodik: Hier wird das qualitative Forschungsdesign der Masterarbeit begründet, das auf problemzentrierten Interviews basiert.
6. Ergebnisse: Die Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse werden präsentiert, basierend auf den Antworten aus den Fragebögen.
7. Diskussion der Ergebnisse: Die Befunde werden interpretiert, mit bestehender Fachliteratur verglichen und in das Modell von Theunissen eingeordnet.
8. Fazit: Das Fazit fasst die Arbeit zusammen, beantwortet die Forschungsfrage und kritisiert das methodische Vorgehen sowie den Ausblick auf zukünftige Forschung.
Schlüsselwörter
Autismus-Spektrum, Hochfunktionaler Autismus, Beruf, Arbeitsmarkt, Komorbidität, Neurodiversität, qualitative Inhaltsanalyse, berufliche Herausforderungen, Sensorische Wahrnehmung, Spezialinteressen, Unterstützungssysteme, Inklusion, berufliche Wiedereingliederung, Stigmatisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Masterarbeit untersucht die besonderen Herausforderungen, denen sich Menschen im hochfunktionalen Autismus-Spektrum im beruflichen Kontext gegenübersehen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die berufliche Beschäftigungssituation, die Auswirkungen komorbider Störungen, sensorische Besonderheiten im Berufsalltag sowie das Lern- und Problemlösungsverhalten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Welche besonderen Herausforderungen im beruflichen Kontext haben Menschen im hochfunktionalen Bereich des Autismus-Spektrums?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Verwendet wird ein qualitatives Forschungsdesign, das auf einer strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse basierend auf problemzentrierten schriftlichen Befragungen basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Darstellung des Autismus-Spektrums und der beruflichen Situation sowie eine praktische Studie, die diese theoretischen Annahmen durch Probandeninterviews überprüft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Autismus-Spektrum, Beruf, Arbeit, berufliche Inklusion, Komorbidität, sensorische Wahrnehmung und Neurodiversität.
Wie unterscheidet sich die Arbeit in ihrer Sichtweise auf Autismus?
Die Arbeit bezieht sich auf neuere Ansätze der Neurodiversität, die Autismus nicht primär als Defizit oder Störung begreifen, sondern als eine „Form des menschlichen Seins“.
Welche Rolle spielt die Corona-Pandemie laut den Ergebnissen?
Obwohl nicht explizit abgefragt, nannten die Probanden die Corona-Pandemie als Herausforderung aufgrund ständiger Veränderungen, die deren Bedürfnis nach Struktur und Beständigkeit entgegengesetzt standen.
- Citation du texte
- Jonas Walther (Auteur), 2021, Besondere Herausforderungen für Menschen im Autismus-Spektrum im beruflichen Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478390