Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Themen Tod und Sterben und spezialisiert sich dabei auf den Umgang mit diesen Themen in der Schule. Dabei werden die Positionen der Philosophen Epikur und Nagel näher beleuchtet. Außerdem wird ein Unterrichtsvorhaben vorgestellt.
Zunächst werden im zweiten Kapitel die Begriffe „Sterben“, „Tod“ und „Trauer“ kurz erklärt. Ebenso wird die gesellschaftliche Tabuisierung von „Tod“ thematisiert. Außerdem wird auf Sterben, Tod und Trauer in der Schule eingegangen.
Im dritten Kapitel folgt die Darstellung der Positionen von Epikur und Thomas Nagel bezüglich ihrer Ansichten hinsichtlich des Todes. Welche Sicht haben sie auf den Tod?
Das vierte Kapitel befasst sich mit den Zielen des Philosophieunterrichts. Hier wird zudem darauf eingegangen, wie die Themen Sterben und Tod in den Philosophieunterricht integriert werden können. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen folgt eine Unterrichtsplanung. Hier sollen die Ansichten der beiden Philosophen nochmals kurz erläutert werden und in eine Philosophiestunde einbezogen werden. Es soll geklärt werden, inwiefern die Ansichten mit den Anforderungen des Philosophieunterrichts einhergehen und ob es didaktisch möglich ist, diese zu behandeln.
Das fünfte Kapitel soll die Arbeit zusammenfassen und einen Ausblick dafür geben, wie es in Zukunft möglich sein kann, die Themen Sterben und Tod in den Schulalltag zu integrieren.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Hintergrund
1.2 Fragestellung und Zielsetzung der Arbeit
1.3 Aufbau und Methodik
2 Sterben, Tod und Trauer
2.1 Begriffserklärungen: Sterben, Tod und Trauer
2.2 Die Tabuisierung von Sterben und Tod in der Gesellschaft
2.3 Sterben, Tod und Trauer in der Schule
3 Epikur’s und Nagel’s Haltung zum Tod
3.1 Epikur: Der Tod geht uns nichts an
3.2 Nagel: Ist der Tod ein Übel?
4 Sensibilisierung der Schüler*innen für die Endlichkeit des Lebens
4.1 Philosophieunterricht
4.2 „Tod und Sterben“ als Themen des Philosophieunterrichts
4.3 Didaktische Überlegungen
5 Schlussbetrachtung
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die philosophischen Positionen von Epikur und Thomas Nagel zum Tod und prüft deren Eignung, um Schüler*innen im Fach Praktische Philosophie für die Endlichkeit des Lebens zu sensibilisieren. Ziel ist die Entwicklung einer fundierten Unterrichtsplanung, die den Umgang mit Tod und Trauer enttabuisiert.
- Philosophische Todeskonzeptionen (Epikur vs. Nagel)
- Gesellschaftliche Tabuisierung von Tod und Sterben
- Didaktische Integration in den Philosophieunterricht
- Förderung der personalen und sozialen Kompetenz von Lernenden
- Konzeption einer fiktiven Unterrichtsreihe zum Thema Hospiz
Auszug aus dem Buch
3.1 Epikur: Der Tod geht uns nichts an
Epikur sah es als Aufgabe der Philosophie an, Menschen durch Denken und Erkenntnissen von Ängsten zu befreien, die sie quälen, aber unbegründet sind. Dazu gehört auch die Angst vor dem Tod. Die zentrale These Epikurs lässt sich gut an folgendem Zitat erkennen:
„ [...] der Tod betrifft uns überhaupt nicht; wenn wir sind, ist der Tod nicht da; wenn der Tod da ist, sind wir nicht. Er betrifft also weder die Lebenden noch die Gestorbenen.“
Seiner Auffassung nach sind Leben und Tod also unabhängig voneinander. Es scheint „sinnlos“ sich mit dem Tod zu beschäftigen. Laut Epikur entsteht und besteht alles Gute und Schlechte in den Empfindungen. Der Tod ist die Aufhebung der Sinneswahrnehmung und Epikur schließt daraus, dass der Tod den Menschen nichts angehe, „da nur das Wahrnehmbare den Menschen betrifft“. Deswegen ist es laut Epikur nicht möglich, negative oder positive Aussagen über den Tod zu äußern, da man diesen nicht warnen kann und daher auch nicht beurteilen kann. Der Tod ist weder etwas Gutes noch etwas Schlechtes. Die Existenz des Individuums endet mit dem Tod, denn nach Epikur lösen sich durch den Tod die Atome des Körpers und der Seele auf. Er war ein Vertreter des Atomismus und der Meinung, dass alles, was in der Welt existiert, aus Atomen besteht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Tabuisierung von Tod und Sterben und begründet die Relevanz des Themas für den institutionalisierten Philosophieunterricht.
2 Sterben, Tod und Trauer: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, analysiert das gesellschaftliche Spannungsfeld zwischen Verdrängung und Akzeptanz und skizziert die Bedeutung für den Schulalltag.
3 Epikur’s und Nagel’s Haltung zum Tod: Hier werden die konträren Positionen der beiden Philosophen gegenübergestellt, wobei Epikurs Atomismus Nagels subjektiv-objektiver Perspektive auf das „Übel“ des Todes gegenübersteht.
4 Sensibilisierung der Schüler*innen für die Endlichkeit des Lebens: Dieser Teil expliziert die Chancen für den Philosophieunterricht und mündet in einer konkreten didaktischen Stundenplanung.
5 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Relevanz der philosophischen Auseinandersetzung für die Identitätsbildung von Heranwachsenden zusammen und gibt einen Ausblick auf zukunftsorientierte Bildungsansätze.
Schlüsselwörter
Sterblichkeit, Tod, Sterben, Trauer, Philosophieunterricht, Epikur, Thomas Nagel, Didaktik, Hospiz, Tabuisierung, Lebensende, Ethik, Existenz, Endlichkeit, Schülerbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Integration der Themen Tod und Sterben in den Philosophieunterricht an Schulen als Beitrag zur Enttabuisierung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind philosophische Todestheorien, die gesellschaftliche Tabuisierung, schulische Didaktik und die Vorbereitung auf Hospizbesuche.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Positionen von Epikur und Thomas Nagel didaktisch aufzubereiten, um Schüler*innen für die eigene Endlichkeit zu sensibilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse der philosophischen Primärtexte sowie fachdidaktische Konzepte zur Unterrichtsplanung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen von Tod und Sterben, vergleicht die Ansätze von Epikur und Nagel und entwirft eine fiktive Unterrichtsstunde.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sterblichkeit, Enttabuisierung, Philosophieunterricht, Endlichkeit und pädagogische Didaktik geprägt.
Wie bewerten Epikur und Nagel den Tod unterschiedlich?
Epikur sieht den Tod als bedeutungslos, da er nicht erlebbar ist, wohingegegen Nagel ihn als Übel definiert, da er die Möglichkeiten des Lebens wegnimmt.
Warum ist das Thema Hospiz in der Unterrichtsplanung einbezogen?
Das Hospiz dient als praktischer Lernort, um die theoretische Auseinandersetzung mit Sterblichkeit in eine reale, lebensweltliche Erfahrung für Schüler*innen zu überführen.
- Quote paper
- Marie-Sophie Balshüsemann (Author), 2024, Sterblichkeit im Schulalltag. Zum Umgang mit Tod und Sterben im Fach "Praktische Philosophie" am Beispiel der Positionen von Epikur und Thomas Nagel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1478794