Embedded Journalism

Entwicklungen der Kriegsberichterstattung an den Beispielen Vietnamkrieg, Golfkrieg 1990/91 und Irakkrieg 2003


Hausarbeit (Hauptseminar), 2009
10 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 „Zensurlos im Wohnzimmer“ - Berichterstattung im Vietnamkrieg

3 Das „Pool-System“ - Berichterstattung im Golfkrieg 1990/91

4 „Embedded Journalism“ - Berichterstattung im Irakkrieg 2003

5 Fazit

6 Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Von Kriegsreportern wird immer erwartet, im Krieg den Überblick zu behalten. Oft wird dabei vergessen, dass die Journalisten nicht nur an der Front stehen, sondern auch zwischen den Fronten – der Öffentlichkeit und dem Militär. Der Reporter muss den Zuschauern oder Lesern ein verständliches und umfassendes Bild der aktuellen Lage geben. Doch auch die Militärs haben gewisse Erwartungen an diese Berichterstattung. Für sie sind die Berichte Teil des Krieges: Informationen als Kampfmittel. Die eigene Bevölkerung soll von der Richtigkeit und vom Erfolg des Krieges überzeugt und der Gegner möglichst eingeschüchtert werden. Das hatte bereits bei Julius Cäsar funktioniert, und er blieb nicht der Letzte, der die Medien im Kriegsfall zu instrumentalisieren versuchte (vgl. Kirgis 2004: 48).

In dieser Hausarbeit sollen die Entwicklungen der Kriegsberichterstattung an folgenden Kriegen veranschaulicht werden: Vietnamkrieg 1959-1975, Golfkrieg 1990/91 und Irakkrieg 2003. Da an allen genannten Kriegen die USA beteiligt waren, soll am Beispiel der USA der Einfluss der Regierung und der Militärs auf die Medien in diesen drei Kriegen aufgezeigt werden. Im Folgenden möchte ich darstellen, wie sich die Aufgaben und Arbeitsweisen der Kriegsreporter verändert haben und wie die neueste Veränderung zum „embedded journalist“ zu bewerten ist.

2 „Zensurlos im Wohnzimmer“ - Berichterstattung im Vietnamkrieg

Der Vietnamkrieg (1959-1975) stellte in der Berichterstattung in vielerlei Hinsicht ein Novum dar. Es war der erste „Fernsehkrieg“, über den kontinuierlich mit neuen Bildern in den Nachrichten berichtet wurde. Die Bevölkerung war zum ersten Mal „hautnah“ dabei. Daher wird der Vietnamkrieg auch häufig „Der Krieg im Wohnzimmer“ genannt (vgl. Carruthers 2000: 108f.). Auch war es der erste Krieg, der ohne Zensur für die Medien stattfand. Die Gründe hierfür lagen teilweise beim US-Militär selbst. So betrug die Zahl der für das Kriegsgebiet akkreditierten Journalisten zu Hochzeiten knapp 700 – zu viele für das Militär, um sie vollständig kontrollieren zu können und gleichzeitig noch den Krieg zu gewinnen (vgl. Klein 2006: 194). Zudem wurde Vietnam durch die USA nie offiziell der Krieg erklärt, somit befand sich die USA rein rechtlich auch gar nicht in der Position, um Zensuren vorzunehmen (vgl. Klein 2006: 202).

Trotz der fehlenden Zensur war die Berichterstattung nicht problemlos. Die Reporter mussten sich an die vom Militär vorgegebenen Voluntary-Guidelines halten, die zwar keine wirkliche Zensur beinhalteten, aber zumindest garantieren sollten, dass das Militär durch die Arbeit der Reporter nicht gefährdet wurde. So durften zum Beispiel Änderungen von Truppenbewegungen nicht ohne offzielle Freigabe veröffentlicht werden. Darüber hinaus wurde den Reportern der Zugang zu Informationen überhaupt erschwert. Zwar gab es tägliche Pressekonferenzen des US-Militärs, sie brachten allerdings kaum neue und vor allem wahre Informationen und wurden als „Five O'Clock Follies“ tituliert (vgl. Schwarte 2007: 14ff.).

Vor allem Berichte über den Luftkrieg in Vietnam gestalteten sich schwierig für die Reporter, konnte man sich doch nur auf Interviews mit Piloten berufen. Beim Bodenkrieg hingegen war es den Reportern möglich, direkt im Kampfgebiet dabei zu sein, indem sie Einsätze verschiedener Einheiten begleiteten. Nicht selten führte dieser enge Kontakt zwischen Soldaten und Reportern zu Verbrüderungen – ein Aspekt, den sich die USA bei den späteren „embedded journalists“ noch zu Nutze machen sollte (vgl. Schwarte 2007: 18ff.).

Beim Vietnamkrieg wird oft den Medien eine Mitschuld an der Niederlage gegeben. Aufgrund der gesendeten Bilder von teilweise grausamen Kriegsgeschehnissen soll die Bevölkerung damals demoralisiert worden sein. Dabei wurden in den ersten Jahren des Krieges kaum Bilder von Kämpfen im Fernsehen gezeigt. Erst nach der Tet-Offensive im Jahr 1968 änderte sich dies. Dieser Großangriff auf das US-Militär erschütterte sowohl die Soldaten als auch die heimische Bevölkerung. Zudem fanden die Kampfhandlungen nun vermehrt in Vietnams städtischen Regionen statt und ermöglichten bessere Bilder für die Fernsehsender. Die Kriegsfolgen für die Zivilisten in Vietnam wurden nun auch den Menschen in den USA bewusst (vgl. Schwarte 2007: 24ff.). Diese Bilder sind jedoch für Autorin Kristina Schwarte nicht der Grund für die Niederlage:

„Vielmehr scheinen die entsprechenden Bilder und Berichte das Aufbäumen der

öffentlichen Meinung gegen die Kriegspolitik der US-Regierung, parallel im Zuge

der wachsenden Antikriegsbewegung und der vorherrschenden politischen Dynamik,

nicht initiiert, sondern untermalt und widergespiegelt zu haben.“ (Schwarte 2007: 29)

[...]

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Embedded Journalism
Untertitel
Entwicklungen der Kriegsberichterstattung an den Beispielen Vietnamkrieg, Golfkrieg 1990/91 und Irakkrieg 2003
Hochschule
Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen
Note
1,3
Autor
Jahr
2009
Seiten
10
Katalognummer
V148226
ISBN (eBook)
9783640581665
ISBN (Buch)
9783640581825
Dateigröße
479 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Embedded Journalism, Embedded Journalist, Kriegsjournalist, Kriegsjournalismus
Arbeit zitieren
Jenny Beyen (Autor), 2009, Embedded Journalism, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148226

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Titel: Embedded Journalism


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