"Wer das lesen könnt": Inzest in Georg Büchners >Woyzeck< - Analyse eines literarischen Testaments


Essay, 2006
28 Seiten

Leseprobe

„Skandal“, schrieb der renommierte Germanist Reinhold Grimm der Büchnerforschung 1979 ins Stammbuch, weil sie den Eros in Büchners Werken nahezu vollständig ausgeblendet hatte: „[...] Keine von den vielen Dutzend von Studien, Monographien und Dissertationen, die über diesen Dichter vorliegen, befasst sich wirklich mit der Liebe; und unter den Hunderten und Aberhunderten von Essays und Aufsätzen, die zu Büchner veröffentlicht wurden, findet sich, laut Auskunft der Bibliographien, auch der allerjüngsten Realienbücher oder Kommentare, sage und schreibe ein einziger kurzer Artikel, der ihr in seiner Gesamtheit gewidmet ist. [...]“[1] Grimms Fazit - „Tierische Triebhaftigkeit, der Sexus in seiner niedrigsten Form, und menschliche Gutmütigkeit, die Herzensgüte noch gegenüber der unvernünftigen Kreatur, sind hier geradezu programmatisch vereinigt“[2] - entgeht indes immer noch der spezifische Charakter der „tierischen Triebhaftigkeit“, vor allem in Büchners literarischem Testament, dem „Woyzeck-Fragment“. Und auch Brigitte Kronauer, die Büchner-Preisträgerin des Jahres 2005, misst mit ihrer „gekonnten und geglückten Interpretation des literarischen Schaffens Georg Büchners“ unter dem Motto „Jeder Mensch ist ein Abgrund“ (Frankfurter Rundschau vom 07.11.2005) die Tiefe des Abgrundes noch nicht aus - der sich gar nicht einmal besonders getarnt darstellt, öffnete sich die Rezeption nur erst der tiefenpsychologischen Dimension in Büchners Werken, was wiederum in Anbetracht der offenkundigen Vorliebe des Autors für psychische Grenzerfahrungen („Lenz“, „Woyzeck“) eigentlich selbstverständlich sein sollte. Das Erotische in „vollstem Umfang und jeglicher Gestalt“, das Reinhold Grimm „im Werk wie im Leben“[3] registriert haben will geht allerdings weit über das von ihm Dargestellte hinaus und umfasst im „Woyzeck“: Pädophilie, Inzest von Vater und Tochter sowie Mutter und Sohn. Dieses Thema ist für das gängige Verständnis des Dichters als Revolutionär und Sprachrohr der Unterprivilegierten, trotz Grimms spätem ersten Ansatz einer perspektivischen Öffnung, noch immer Tabu. Das zwanzigste Jahrhundert hat sich auf die politisch-soziale Dimension in Büchners Werk fixiert[4], gegebenenfalls mit Berücksichtigung des Metaphysischen, pessimistischer oder auch religiöser Provenienz. Eine zweite, in gewisser Hinsicht grundlegendere Dimension des Leidens und der „Ausbeutung“ im „Woyzeck“, die emotionale, wird nur sehr partiell und am Rande registriert. In Teilen der Literaturwissenschaft wird damit ein prekäres Tabu fortgeschrieben, das in der öffentlichen Diskussion in den letzten drei Jahrzehnten zunehmend abgebaut wurde. Der Psychoanalytiker und Therapeut Matthias Hirsch resümiert in seinem Standardwerk „Realer Inzest“ im Jahre 1986: „Das Vorkommen des Inzests kann also nicht mehr geleugnet werden, es betrifft alle sozialen Schichten gleichermaßen und kann nicht dadurch abgegrenzt werden, dass er in Bereiche der >Asozialität< verwiesen wird, die dem >Normalbürger< so fern liegen, dass er jedenfalls nicht betroffen ist.“[5]

Der emanzipatorischen Qualität des Büchnerschen Werkes wird mit der bisherigen Lesart die Spitze abgebrochen. Sein kritisches Potential ist weitaus brisanter und geht wesentlich tiefer, als es die Projektion des Gegensatzprinzips auf ein gesellschaftliches Feindbild bzw. sachlich-ökonomische Unterdrückungsmechanismen wahrhaben will. Die damals wie heute (jenseits lautstarker Schlagzeilen) vorherrschende „Tabuisierung des Tabubruchs“[6] verbietet die Kommunikation des Inzestes um die Kulissen zwischenmenschlicher Beziehungen und eine gewisse innere Stabilität zu wahren; die entsprechenden Autoritäten sowie die inneren Hemmungen sind heute genauso so wirkungsvoll wie zu Büchners Zeiten. Dessen Figuren im „Woyzeck“, das ist das sprachlich revolutionäre, stammeln und schreien das Unaussprechliche hinaus, kommunizieren die psychische Zerstörung des Menschen und zwar nicht nur als traumatische Erfahrung zugefügter Gewalt sondern auch in der Ambivalenz innerer Triebimpulse. Das verschlungene Dickicht äußerer wie innerer Dynamik von katastrophaler Traumatisierung bis hin zur sinnlichen Faszination entgrenzter Erotik ist eines der zentralen Anliegen von Büchners Gestaltungswillen.

Der hier vorgelegte Aufsatz bezieht sich als entscheidenden Zugang zu dem Dichter auf seinen letzten Text. Damit wird – im Gegensatz zu dem üblichen Verständnis Büchners - der Autor nicht von dem Ausgangspunkt seiner künstlerischen Entwicklung, seiner politischen Agitation, sondern von ihrem Endpunkt her verstanden. Ins Blickfeld rückt – mit dem Wahnsinn des Protagonisten – das Unbewusste. Dass Büchner im „Woyzeck“ paradigmatisch dessen bildersprachliche Ausdrucksweisen einsetzt, beweist die Binnenerzählung in Märchenform. Davon wird noch zu reden sein. Dieses offenkundige Einbeziehen einer traumspezifischen Symbolsprache macht es unumgänglich, den Dramentext hinsichtlich einer latenten Bedeutung, d.h. verdeckten „Andersrede“ zu hinterfragen und Metaphern, Symbole, Allegorien usw. dementsprechend zu untersuchen. Das Ergebnis ist schockierend. Aber es geht weniger um den Skandal, sei er allgemein oder sogar autobiographisch fundiert. Im „Woyzeck“ verschränken sich Ästhetik, Sprache, Selbsterkenntnis und psychologische Analyse zu einer faszinierenden Einheit. Die sprachliche Ambivalenz der Symbole, Allegorien und Metaphern und der psychisch-intellektuelle Genuss eines – aktiv zu erarbeitenden - Bewusstseinsfortschritts bleiben dem Rezipienten verschlossen, wenn er sich nicht der Thematisierung des sexuellen Tabubruchs öffnet - dafür muss er allerdings die quasi romantische Idealisierung des sozialrevolutionären Dichters preisgeben.

Die Grundlage des populären und auf den Bühnen durchgängig präsenten Dramas sind vier unvollendete Handschriftenentwürfe, die man nachträglich zu „Lese – und Bühnenfassungen“ zusammenfasste. Der Stoff geht auf zwei historische Fälle und psychiatrische Gutachten zurück, in denen die Morde des Johann Christian Woyzeck bzw. Daniel Schmolling (bei Woyzeck an seiner zeitweiligen Geliebten, bei Schmolling an seiner Braut) hinsichtlich der Frage der Zurechnungsfähigkeit der Täter und des Infragekommens der Todesstrafe untersucht wurden - mit unterschiedlichem Ergebnis (in den Revisionsgutachten). Woyzeck wurde hingerichtet, Schmolling bekam den Status der Unzurechnungsfähigkeit zugesprochen. Beide Gutachten wurden von Büchner gleichermaßen im Drama verwendet.

Die Fälle unterscheiden sich. Woyzecks psychische Instabilität mündete, nachdem er ungefähr ein Jahrzehnt eher unauffällig als Soldat gedient hatte, in den sozialen Abstieg mit Arbeits- und Wohnungslosigkeit, Beziehungsstörungen, gelegentlichen Fällen von Trunkenheit und Gewalttätigkeit,. Der 41jährige erstach mit der fünf Jahre älteren Johanna Christiane Woost weniger die Geliebte, als eine, weitere Hilfestellung verweigernde, letzte Bezugsperson. Behauptete Halluzinationen, die soziale Komponente und das (lang zurückliegende) Verhältnis Woyzecks zu einer Geliebten mit einem gemeinsames Kind sind von Büchner in das Drama übernommen worden.

Dem Fall Schmolling entspricht das jüngere Alter der fiktiven Figur, die aktuelle Liebesbeziehung, sowie die nicht akut-problematische soziale Situation (der fiktive Woyzeck ist wie Schmolling nicht arbeits- und wohnungslos) sowie diverse Details der Mordszene. Der „Tobackspinnergeselle“ erstach seine junge Braut aus heiterem Himmel, unmittelbar nach ihrem Treueversprechen, beim abendlichen Picknick im Freien. Die Psychose war hier so offenkundig, dass der Gutachter Schmolling bescheinigte, „die Tat im Anfall >eines bisher versteckten, jetzt zur Reife gediehenen Wahnsinns< begangen [zu] habe[n]..“[7]

Die vier Büchnerschen Entwürfe repräsentieren nach Ansicht der Büchnerforschung chronologischen Entfaltungsstufen. Der erste Entwurf H1, (Zählweise nach der Studienausgabe Stuttgart 2000)[8] enthält drei Kerne: zwei kulturkritische jahrmarktsartige Eingangsszenen, die Märchenparabel und den Mordkomplex mit der halluzinatorischen Antizipation der Gewalttat. Woyzeck ist Soldat und wohnt zusammen mit seinem Kameraden Andres in der Kaserne. Die beiden Hauptfiguren heißen hier noch Louis und Margreth. Der zweite Entwurf H2 widmet sich im Wesentlichen der Ausarbeitung der Charaktere des Protagonisten und seiner Geliebten. Die männliche Hauptfigur, nun Franz genannt, erhält zwei Antagonisten, den vorgesetzten Hauptmann und den Doktor. Die Beziehungen zu ihnen sind durch satirisch-absurde Diskussionen (auch der Nebenfiguren untereinander) bestimmt. Woyzeck bekommt Konturen (gutmütig-angepasst, misstrauisch, nachdenklich) und dient dem Doktor vertragsmäßig, gegen eine geringe Bezahlung, zu einem Ernährungsexperiment mit Erbsendiät und Urinabgabe. Der weiblichen Hauptfigur, die nun Louise heißt, wird Woyzecks Nebenbuhler, der Tambourmajor, an die Seite gestellt und damit der Eifersuchtskomplex etabliert. Vor allem aber gibt ihr der Autor einen etwa einjährigen Säugling auf den Arm, womit die „Erotik in vollstem Umfang und in jeglicher Gestalt“ implizit einen zentrales Objekt erhält. Außerdem wird in H2 eine neue, ziemlich rätselhafte, Dramenexposition mit weiteren Halluzinationen und dunklen Anspielungen des Protagonisten an den Anfang gestellt. Die dritte Stufe H3 enthält nur zwei Szenen, eine Interaktion von Professor/Doktor und Woyzeck vor Studenten und eine kurze Szene des Kindes mit dem Narren/Idioten und Woyzeck, vermutlich nach der Gewalttat handelnd. Die letzte Entwurfstufe H4 schließlich übernimmt die – überarbeitete - neue Exposition aus H2,1 wie auch die Beziehung Franz Woyzecks zu den Nebenfiguren, verstärkt das Latent-Indirekte und intensiviert die Eifersucht des Protagonisten ins Maßlose. Die beiden letzten Szenen H4,16 und H4,17, danach bricht Entwurf ab, stellen in getrennten, monologisierenden Auftritten Leiden und Verzweiflung der beiden Hauptfiguren, die weibliche erhält nun den Namen Marie, dar. Als Ursache des psychischen Zusammenbruchs der weiblichen und der Lebensmüdigkeit der männlichen Figur sieht man üblicherweise die Untreue der Frau, sowie die Unmenschlichkeit von Woyzecks aktueller Umgebung an.[9] Für die Erklärung der Verzweiflung Maries reicht das jedoch nicht aus, während Woyzecks Depression und die sich (in der ersten Handschrift) entladende Wut als „Zurückschwingen“ der ganzen „angesammelten Gewalt [...], die ihm Tag für Tag zugefügt worden ist“[10] nur dann schlüssig würde, wenn sich der Bezug des weiblichen Opfers zu der Gewalterfahrung des Täters in dessen biographischer Frühgeschichte psychisch nachvollziehen ließe. Diese Frage nicht einmal gestellt zu haben ist das Manko fast aller bisherigen Lesarten des Dramas[11]. Marie erliegt momentan dem erotischen Reiz des Tambourmajors. Von mehr, beispielweise dem Verlassen des Kranken (der immerhin sozial integriert ist und seine Familie ernährt) ist nicht die Rede. So bemerkt sie zwischenzeitlich besorgt, dass Woyzeck schon den ganzen Tag, wie auch den vorherigen, ausgeblieben ist (H4,16).

Büchner nimmt aber tatsächlich Bezug auf die Kindheit. Unter anderem deswegen befindet sich der Säugling auf der Bühne. Für Maries extremen Schuldgefühle, für die exorbitante Eifersucht Woyzecks, seine Aggressivität, infantile Abhängigkeit und Schwäche sowie den unterschwelligen Sadismus und Masochismus in den Beziehungen gibt der Autor eine glasklare Erklärung. Codiert zwar, aber wegen der massiven Signale mit immer wieder ein und demselben Bennpunkt, unumgänglich: Woyzeck ersticht in der Geliebten seine Mutter.

Alle Handschriften umkreisen diesen Komplex und spielen mit verschiedenen Mitteln darauf an. In der Szene „Freies Feld“ (H1,6) nennt der Protagonist das spätere Opfer im halluzinatorischen Anfall „die Woyzecke“. In dem rücksichtslos direkten Ausruf liegt der logische Grund, dass der Nachname der Hauptfigur auf der frühesten Entwurfsstufe gelöscht wird, ansonsten wäre die tabuisierte sexuelle Beziehung zur Mutter auf dem Tisch.

Später werden beide Namen so in Beziehung gesetzt werden, dass die Rede sowohl ihrer Identität als auch der Verhüllung derselben gerecht wird: Der Familienname Woyzeck des Agierenden wird genannt, der halluzinierte des Opfers zu „Zickwolf“ verzerrt. (H4,12)

Man lese einmal Maries Ausruf in der Schmerzensszene H4,16 „Das Kind, giebt mir einen Stich in’ s Herz“ nicht als Metapher, sondern wörtlich. Das im Drama breit gestreute Wort- und Metaphernfeld des Messers und dessen Aktualisierung in der unmittelbar vorausgehenden Szene des Messerkaufs („Das kann mehr als Brot schneiden“) fordert diese Lesart durchaus heraus. Entgegen dem Bühnenbild und der manifesten Handlung, in der die verzweifelte Mutter das sich laut Nebentext an sie drängende Kind dem Narren in die Hände gibt, womit die metaphorische Bedeutung des „Stichs ins Herz“ suggeriert wird, evoziert die wörtliche Bedeutung den bald darauf folgenden physischen Stich in den Leib, bezieht sich also nicht auf das Kind auf dem Arm sondern auf den Erwachsenen Woyzeck. Auch er ist Maries Kind. Die rhetorische Finesse des „Stichs“ in seiner metaphorischen und wörtlichen Bedeutung, (Syllepse) markiert nicht nur den inneren dramatischen Höhepunkt der Handlung mit dem plötzlichen Umschlag von metaphorischer (latenter) und wörtlicher (manifester) Ebene, so dass die latente (und unbewusste Dimension) sprachlich in der Vordergrund rückt, sie verleiht auch der Oberfläche, dem Ausbruch grenzenloser Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit, erst einen Sinn. Worauf sollte sich das Unheilbare von Maries Situation ansonsten stützen? Auf die Untreue? Beim Autor des „Danton“? In einer früheren Szene der selben Entwurfsstufe (H4,7) nennt Woyzeck Maries Schuld „Todsünde“ und hat vorher festgestellt: „Es stinkt dass man die Engelchen zum Himmel hinaus räuchern könnt.“ Die Verkleinerungsform „-chen“ der flüchtenden Engel und der Grad der Sünde jenseits einer möglichen Vergebung, wie sie das Christuszitat für die Ehebrecherin ausspricht, spielen auf das an, was als einziger Grund für den schweren Vorwurf und die grenzenlose Verzweiflung der Mutter in Frage kommt: Nicht das Techtelmechtel mit dem Nebenbuhler sondern die Zeugung des Kindes mit dem eigenen Kind.

[...]


[1] Reinhold Grimm: Coœr und Carreau. Über die Liebe bei Georg Büchner. In: Text und Kritik. Sonderband Georg Büchner I/II, edition text + kritik, München 1979, 299-326, hier 299.

[2] Grimm (Anm. 1, 322)

[3] Grimm (Anm. 1, 318)

[4] Exemplarisch Alfons Glück: Der Woyzeck. Tragödie eines Paupers. In: Georg Büchner. Der Katalog. Ausstellung Mathildenhöhe, Darmstadt 2. Aug. bis 27. Sept. 1987, Stroemfeld, Roter Stern, Basel, Frankfurt am Main 1987, 325-332, hier 325: „Nach einem Schock, der Untreue seiner Geliebten, geht dieser bewegungslose Dulder in Bewegung über, tritt in Aktion, in eine >Aktion<, die durch und durch zwanghaft ist und in einen Mord mündet. Eine Eifersuchtstragödie? Der Eifersuchtsparoxysmus im Woyzeck ist auslösendes Moment der Katastrophe und nicht ihre Ursache, schon gar nicht ihre einzige Ursache. Der tragische Grund – das >Schlachtfeld<, auf dem er verschüttet wird – ist die pauperistische Existenz dieses Arbeits- und Versuchstiers: Armut, Arbeitshetze, Drill, Demütigungen und ein medizinisches Experiment, das an ihm durchgeführt wird. Daß er dann auch noch das >Einzige< verliert, was ihm geblieben ist (>hab sonst nichts auf der Welt<, H2,7), gibt ihm den Rest. Dem Woyzeck liegt – wie dem Hessischen Landboten ein System zugrunde: das System der Ausbeutung, Unterdrückung und Entfremdung. Ausbeutung ist der Zweck, Unterdrückung das Mittel, Entfremdung die Folge.“

[5] Mathias Hirsch: Realer Inzest. Psychodynamik des sexuellen Missbrauchs in der Familie. Springer-Verlag, Berlin u.a. 3. Aufl. 1994, 2.

[6] Hartmut Kraft: Tabu. Magie und soziale Wirklichkeit. Walter, Düsseldorf und Zürich 2004, 105.

[7] Burghard Dedner: Das zweite Woyzeck-Gutachten als Strukturquelle. In: Erläuterungen und Dokumente. Georg Büchner, Woyzeck. Philipp Reclam jun., Stuttgart 2000, 117.

[8] Georg Büchner: Woyzeck. Studienausgabe, Philipp Reclam jun., Stuttgart 2002.

[9] Siehe Anm. 4

[10] Gerhard P. Knapp: Georg Büchner, Metzler, Stuttgart, Weimar, 3. Aufl. 2000, 206.

[11] Eine Ausnahme macht Heinz Wetzel: Die Entwicklung Woyzecks in Büchners Entwürfen . Euphorion (1980) 74, 375-396. Er behauptet indes die Inkompatibiliät der Handschriftenentwürfe, Büchner hätte sich in eine Sackgasse geschrieben, aus der es keinen (tragischen) Ausweg geben könne: „Das innere Zerbrechen ist an dieser Stelle [4,16 und 4,17] so vollkommen, dass eine Gewalttat, mit der Woyzeck gegen sein Schicksal aufbegehren würde, nicht mehr glaubhaft wäre. Nach dieser Szene müsste die Darstellung des möglichen Mordes wie die des möglichen Selbstmordes trivial erscheinen. Das Bühnenspektakel, dem sie allein dienen könnte, würde die soziale und metaphysische Tragödie verdecken. (382)

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
"Wer das lesen könnt": Inzest in Georg Büchners >Woyzeck< - Analyse eines literarischen Testaments
Autor
Jahr
2006
Seiten
28
Katalognummer
V148779
ISBN (eBook)
9783640622047
ISBN (Buch)
9783640743957
Dateigröße
467 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Inzest, Georg, Büchners, Analyse, Testaments
Arbeit zitieren
Christian Milz (Autor), 2006, "Wer das lesen könnt": Inzest in Georg Büchners >Woyzeck< - Analyse eines literarischen Testaments, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148779

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