In dieser Arbeit wird ein Performancevergleich von unterschiedlichen Push- und Pull- Produktionsstrategien durch- geführt. Im ersten Teil der Arbeit werden Grundkenntnisse über Produktionsplanung und Steuersysteme erläutert. Anschließend werden Performancekriterien für den späteren Vergleich fest-gelegt. Das Aufstellen von speziellen Kriterien ist notwendig,
um eine objektive Vergleichbarkeit der einzelnen Steuersysteme zu ermöglichen. Darauf folgend werden die Begriffe Push- und Pull Produktion charakterisiert. Die bereits existente Literatur zum Performancevergleich von Produktionssteuersystemen fördert teilweise sehr konträre Ergebnisse zu Tage.
Daher soll über den Performancevergleich herausgefunden werden, ob der aktuell vorherrschende Trend zur Pull-Produktion mit einhergehender Losgrößenverkleinerung berechtigt ist und wirklich messbare Performance Vorteile gegenüber MRP II gesteuerten
Push-Systemen vorhanden sind. Außerdem werden noch Hybridsysteme, wie beispielsweise Conwip in dem Performancevergleich mit einbezogen, welche die Vorteile von Push- und Pull-Systemen vereinen sollen. Es werden verschiedene Testszenarien mit Variation der Inputparameter durchgeführt, um die Stärken und Schwächen der einzelnen Steuersysteme ausfindig zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der strategischen Produktionsplanung
2.1 Aufgabenfeld der strategischen Produktionsplanung
2.2 Anforderungen an Steuersysteme
2.3 Kriterien für den Performancevergleich
3 Charakteristika von Push- und Pull-Produktionen
4 Push vs. Pull Performancevergleich
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, die Leistungsfähigkeit von Push- und Pull-Produktionsstrategien mittels eines Performancevergleichs objektiv zu bewerten und die Berechtigung aktueller Trends zur Pull-Produktion zu hinterfragen.
- Grundlagen der strategischen Produktionsplanung und Steuersysteme
- Charakterisierung von Push- und Pull-Prinzipien sowie Hybridsystemen
- Definition relevanter Performancekriterien (WIP Level, Throughput)
- Simulation und Analyse verschiedener Produktionsszenarien unter Variation von Inputparametern
Auszug aus dem Buch
2.1 Aufgabenfeld der strategischen Produktionsplanung
„Das Hauptziel der strategischen Produktionsprogrammplanung ist die Festlegung einer langfristigen Unternehmensproduktionsstrategie. Dies umfasst ein Vielzahl von Einzelentscheidungen, von denen im Folgenden eine Auswahl angesprochen wird. So sind zunächst die relevanten Geschäftsfelder hinsichtlich der anzubietenden Produktgruppen sowie der (geografischen) Märkte zu bestimmen. Es muss entschieden werden, welche Märkte neu zu erschließen sind, in welche weiter zu investieren ist und aus welchen man sich zurückziehen möchte.“
Eine der Einzelentscheidungen stellt die Breite der Geschäftsfelder dar, in der das Unternehmen auf dem Markt vertreten sein möchte. Die Aufstellung des Unternehmens als Nischen- oder Volumenanbieter stellt beispielsweise unterschiedlichste Anforderungen an die Wahl der Betriebsmittel, Fabrikgröße und Anzahl von Standorten. Natürlich beeinflusst eine solche Entscheidung auch die Produktionsprogrammplanung. Ein weiteres Entscheidungsfeld ist die Tiefe der Fertigung. Hierbei ist die grundsätzliche Fragestellung für das Unternehmen „Make-or-buy“ (sinngemäß: selber produzieren oder einkaufen). Die Möglichkeiten reichen von der vollständigen Eigenfertigung, welche heute nur noch sehr selten anzutreffen ist, bis hin zum vollständigen Fremdbezug. Die Summe der Make-or-buy Entscheidungen legt schließlich die Fertigungstiefe des Unternehmens fest.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Performancevergleichs von Produktionsstrategien ein und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2 Grundlagen der strategischen Produktionsplanung: Das Kapitel definiert den Rahmen der Produktionsprogrammplanung und erläutert sowohl die Anforderungen an moderne Steuersysteme als auch die Kriterien für deren Vergleich.
3 Charakteristika von Push- und Pull-Produktionen: Hier werden die wesentlichen Merkmale und Unterschiede zwischen den Push- und Pull-Ansätzen sowie deren Vor- und Nachteile in der industriellen Praxis gegenübergestellt.
4 Push vs. Pull Performancevergleich: In diesem Kapitel werden die Ergebnisse der Simulationen unter verschiedenen Szenarien analysiert, um die Stärken und Schwächen der jeweiligen Steuerungssysteme herauszuarbeiten.
Schlüsselwörter
Produktionsplanung, Steuersysteme, Push-Prinzip, Pull-Prinzip, Performancevergleich, WIP, Throughput, Fertigungssteuerung, MRP II, Kanban, Conwip, Simulation, Produktionsstrategie, Losgröße, Ankunftsrate
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einem objektiven Performancevergleich verschiedener Produktionssteuerungsstrategien (Push und Pull) mittels Simulation.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Produktionsplanung, den Unterschieden zwischen Push- und Pull-Systemen sowie der Analyse von Leistungskennzahlen unter variierenden Bedingungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob der aktuelle Trend zur Pull-Produktion tatsächlich messbare Leistungsvorteile gegenüber klassischen Push-Systemen bietet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Simulationsmethode angewandt, bei der verschiedene Inputparameter wie Ankunftsraten, Losgrößen und Wartungszeiten variiert werden, um Systemreaktionen zu messen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil umfasst die theoretischen Grundlagen der Produktionsplanung, die Charakterisierung der Steuerungskonzepte und den detaillierten Vergleich der Simulationsergebnisse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie WIP (Work-in-Progress), Throughput, Kanban, Conwip, MRP II und Produktionsperformance.
Warum wird Conwip in der Arbeit gesondert betrachtet?
Conwip wird als hybrides System analysiert, da es versucht, Elemente der Push- und Pull-Prinzipien zu vereinen, und sich somit in der Performance deutlich von reinen Systemen unterscheidet.
Welche Auswirkung hat die Losgröße auf die Pull-Performance?
Die Arbeit zeigt, dass eine Erhöhung der Losgröße bei Pull-Systemen zu einem starken Anstieg des Work-in-Progress (WIP) führt, was die Leistung negativ beeinflussen kann.
Welche Rolle spielen Wartungsarbeiten in den Testszenarien?
Wartungsarbeiten (Reparatur- und präventive Wartung) werden als Störfaktoren genutzt, um die Empfindlichkeit und Robustheit der verschiedenen Produktionssysteme zu testen.
- Quote paper
- Ingo Peipe (Author), 2009, Zum Performancevergleich Push und Pull gesteuerter Produktionssysteme, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/148869