Der Bologna-Prozess und weitere Globalisierungs- und Europäisierungsprozesse haben den Wettbewerbsdruck auf europäische Hochschulen bei der Erlangung von finanziellen und personellen Ressourcen verstärkt. Die Messung von Forschungsleistungen wird dabei als wichtiges Entscheidungskriterium für die Vergabe angesehen. Der Journal Impact Factor (JIF) ist zu einem der bekanntesten Indikatoren zur Bewertung von Forschungsleistungen geworden.
Eine wachsende Anzahl von wissenschaftlichen Gesellschaften, Zeitschriften, Institutionen und Wissenschaftlern kritisiert diese Verwendung des Journal Impact Factors. Ihrer Meinung nach beeinflusst der JIF wegen seiner Dominanz in der Messung von Forschungsleistung die Publikationsstrategien von Zeitschriften, die Zitationsgewohnheiten von Forschern und steuert die Forschung selbst.
Ziel der Arbeit ist es, die Einflussfaktoren des Journal Impact Factors herauszuarbeiten und den Nutzen alternativer Indizes darzustellen.
Dazu werden zuerst die historische Entwicklung von bibliometrischen Indizes und Qualitätskriterien zur Bewertung von Zeitschriftenartikeln betrachtet und der JIF und seine Einflussfaktoren vorgestellt. Darauf aufbauend wird eine Auswahl alternative Indizes präsentiert und deren Nutzen sowie die bisherigen Ausführungen kritisch diskutiert. Ein Fazit und ein Ausblick beenden diese Seminararbeit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung von bibliometrischen Indizes und Qualitätskriterien zur Bewertung von Zeitschriftenartikeln
3 Journal Impact Factor und seine Einflussfaktoren
3.1 Definition und Verwendung des Journal Impact Factors
3.2 Einflussfaktoren
4 Auswahl alternativer Indizes aus verschiedenen Kategorien
4.1 Bibliometrische Indizes
4.2 Altmetrics
5 Kritische Würdigung
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Einflussfaktoren des Journal Impact Factors (JIF) und bewertet den Nutzen alternativer Metriken zur Messung wissenschaftlicher Forschungsleistungen. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Kritik an der Dominanz des JIF sowie auf die Eignung ergänzender Indizes, um eine fundiertere Bewertung wissenschaftlicher Publikationen zu ermöglichen.
- Historische Entwicklung der Bibliometrie und Qualitätskriterien
- Methodische Einflussfaktoren und Manipulationsrisiken des JIF
- Vergleichende Analyse bibliometrischer Alternativen (Eigenfactor, AIS, JCI)
- Rolle von Altmetrics als webbasierte Bewertungsalternative
- Ganzheitliche Ansätze zur Bewertung wissenschaftlicher Leistungen
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition und Verwendung des Journal Impact Factors
Eugene Garfield gründete 1958 das Institute for Scientific Information (ISI) in Philadelphia, USA, als privates Unternehmen und entwickelte die Zitationsdatenbank Science Citation Index (SCI) für bibliometrische Analysen. Diese Datenbank enthielt 4000 weltweit publizierte wissenschaftliche Zeitschriften. Um 1963 untersuchte Garfield mit seinem Kollegen H. Sher Strukturen von Zitationen, um die meistzitierten Zeitschriften in verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zu identifizieren. Auf Basis dieser Erkenntnisse entwickelten sie den JIF. Zu seiner Berechnung wird die Anzahl der Zitationen im aktuellen Jahr auf alle Artikel einer Zeitschrift der vergangenen beiden Jahre durch die Anzahl der zitierbaren Artikel in denselben beiden Jahren geteilt.
Formell berechnet sich der Journal Impact Factor (JIF) des Jahres Y einer Zeitschrift A wie folgt: Ein JIF von 1,0 bedeutet, dass die vor ein bis zwei Jahren veröffentlichten Artikel im Durchschnitt einmal zitiert wurden. Der JIF als bekanntester bibliometrischer Index wird regelmäßig in den Journal Citation Reports (JCR) kostenpflichtig angeboten. Das ISI wurde 1992 von der Thomson Corporation gekauft. Seit 2016 führt das britisch-amerikanische Unternehmen Clarivate diese Geschäftstätigkeit weiter. Die Zitierhäufigkeit wird bestimmt durch die Zitationen in der Datenbank Web of Science (WoS), dem Nachfolger des Science Citation Index. Ungefähr 11.000 akademische Zeitschriften waren 2016 im Journal Citation Report gelistet, sie werden auch als „Source Journals“ bezeichnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des gestiegenen Wettbewerbs im Hochschulwesen ein und erläutert die zentrale Bedeutung sowie die Kritik am Journal Impact Factor.
2 Historische Entwicklung von bibliometrischen Indizes und Qualitätskriterien zur Bewertung von Zeitschriftenartikeln: Das Kapitel beleuchtet die Ursprünge der Bibliometrie und unterscheidet zwischen quantitativen Indizes und qualitativen Bewertungsverfahren wie dem Peer Review.
3 Journal Impact Factor und seine Einflussfaktoren: Hier werden Definition, Entstehungsgeschichte und Berechnungsweise des JIF erläutert sowie Faktoren untersucht, die den Wert maßgeblich beeinflussen.
4 Auswahl alternativer Indizes aus verschiedenen Kategorien: Dieses Kapitel stellt verschiedene bibliometrische Alternativen wie den Eigenfactor und JCI sowie den Ansatz der Altmetrics vor.
5 Kritische Würdigung: Der Autor hinterfragt die Aussagekraft zitationsbasierter Indizes und diskutiert die Notwendigkeit einer umfassenden Bewertungsmethodik.
6 Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert, dass der JIF aufgrund mangelnder Alternativen weiterhin ein wichtiges Instrument bleibt, obwohl eine zukünftige Veränderung durch die wissenschaftliche Gemeinschaft selbst initiiert werden müsste.
Schlüsselwörter
Journal Impact Factor, Bibliometrie, Forschungsleistung, Zitationsanalyse, Altmetrics, Eigenfactor, Article Influence Score, Journal Citation Indicator, Wissenschaftsbewertung, Publikationsstrategie, Open Access, Zitiergewohnheiten, Peer Review, bibliometrische Indizes, Forschungsevaluation.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das zentrale Thema dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Bewertung wissenschaftlicher Forschungsleistungen durch bibliometrische Indikatoren, insbesondere mit dem Fokus auf den Journal Impact Factor (JIF) und dessen Einflussfaktoren.
Welche Themenfelder stehen bei der Untersuchung im Vordergrund?
Im Zentrum stehen die Methodik des JIF, die historische Entstehung bibliometrischer Kennzahlen, die Analyse alternativer Indizes sowie die Debatte über qualitative versus quantitative Leistungsbewertung.
Was ist das primäre Ziel der wissenschaftlichen Analyse?
Das Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf den JIF transparent zu machen und zu prüfen, ob alternative Indizes eine nützliche Ergänzung oder Ersatzlösung für die Forschungsevaluation darstellen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?
Es handelt sich um eine Literaturstudie, die bestehende bibliometrische Theorien, historische Entwicklungen und aktuelle Metriken zur Zeitschriftenbewertung analytisch zusammenführt und kritisch diskutiert.
Welche Inhalte werden schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Definition des JIF, die Identifikation von Manipulations- und Einflussfaktoren sowie die Vorstellung verschiedener bibliometrischer (Eigenfactor, JCI) und altmetrischer Bewertungsansätze.
Welche Keywords prägen die Untersuchung?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Forschungsleistung, Zitationsanalyse, JIF, Altmetrics und Wissenschaftsbewertung definiert.
Wie beeinflusst der Artikeltyp den Journal Impact Factor einer Zeitschrift?
Übersichtsartikel werden statistisch häufiger zitiert als Erstpublikationen; Zeitschriften können ihren JIF daher durch die vermehrte Veröffentlichung von Übersichtsartikeln strategisch steigern.
Warum wird der Journal Impact Factor trotz Kritik weiterhin verwendet?
Laut der Studie existieren bisher keine befriedigenden Alternativen, die eine so weitreichende Komplexitätsreduktion und Vergleichbarkeit leisten können wie der JIF.
Worin unterscheiden sich Altmetrics von klassischen bibliometrischen Indizes?
Während bibliometrische Indizes auf Zitationen in Fachpublikationen basieren, ziehen Altmetrics webbasierte Interaktionen wie Social-Media-Erwähnungen, Downloads oder Views zur Bewertung heran.
Welcher Zusammenhang besteht laut des Autors zwischen JIF und den alternativen bibliometrischen Indizes?
Die meisten untersuchten bibliometrischen Alternativen (wie der Eigenfactor) korrelieren positiv mit dem JIF, weshalb sie eher als ergänzende Informationen statt als unabhängige Alternativen zu betrachten sind.
- Arbeit zitieren
- Dipl.-Kfm. Gerhard Bartl (Autor:in), 2024, Journal Impact Factor: Einflussfaktoren und alternative Indizes, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1488852