Identifikation und Analyse von Prozessrisiken


Seminararbeit, 2010

31 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Tabellenverzeichnis

1 Einleitung

2 Vorbetrachtungen und Grundlagen
2.1 Risiko
2.2 Risikomanagement
2.3 Prozessmanagement
2.4 Erfassung von Risiken im Prozessmanagement

3 Integriertes Risikomanagement in Modellen
3.1 Risikointegration in neueren Modellen
3.1.1 Risk Structure Model
3.1.2 Risk Goal Model
3.1.3 Risk State Model
3.2 Darstellung in EPK
3.2.1 Risikointegration in EPK nach Brabänder und Ochs (2002)
3.2.2 Risikointegration in EPK nach Rosemann und zur Muehlen (2005)
3.2.3 Risikointegration in EPK nach Rinke und Winkelmann (2008)
3.3 Risikointegration mit BPMN
3.4 Vergleich und Bewertung der Modelle

4 Fazit

Literatur

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildungsverzeichnis

Bild 3-1 In Anlehnung an zur Muehlen und Rosemann (2005), Darstellung des Risk Structure Model anhand des erweiterten Standardbeispiels

Bild 3-2 In Anlehnung an zur Muehlen und Rosemann (2005), Darstellung des Risk Goal Models anhand des Standardbeispiels

Bild 3-3 In Anlehnung an zur Muehlen und Rosemann (2005), Darstellung des Risk State Model

Bild 3-4 In Anlehnung an Brabänder und Ochs (2002), Darstellung des Risikos in EPK am Standardbeispiel

Bild 3-5 Detailanalyse Risiko „Abrechnungssystem fällt aus"

Bild 3-6 In Anlehnung an zur Muehlen und Rosemann (2005), Darstellung von Risiko in EPK am Standardbeispiel

Bild 3-7 In Anlehnung an Rieke und Winkelmann (2008), Darstellung der EPK-Notation am Standardbeispiel

Bild 3-8 In Anlehnung an Birkmeier und Overhage (2008), Risikobetrachtung in der Auftragsabwicklung, Teil 1

Bild 3-9 In Anlehnung an Birkmeier und Overhage (2008), Risikobetrachtung in der Auftragsabwicklung, Teil 2

Tabellenverzeichnis

Tabelle 3-1 Vergleichsmatrix der vorgestellten Modelle und Modellierungssprachen

1 Einleitung

“Overall risks to financial stability have increased sharply since the October 2007 Global Financial Stability Report (GFSR). The crisis that originated in a small segment of the U.S. mortgage market has spread to broader cross-border credit and funding markets through both direct (via exposure to subprime mortgage markets) and indirect (via perturbations in banking and funding markets) channels. A broadening deterioration of credit is likely to put added pressure on systemically important financial institutions. The risks of a credit crunch have increased, threatening economic growth. In turn, the potential for spillovers to emerging markets has increased through funding channels and trade linkages.”(International Monetary Fund 2008, S. 1)

Dieses Zitat beschreibt die Wirkung und Ausbreitung der Risiken vom U.S.-amerikanischen Subprime-Segment hin zu einer internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise, die 2007 ihren Anfang fand. Es wird deutlich, wie wichtig die richtige bzw. angemessene Einschätzung von Risiken und ihren Zusammenhängen tatsächlich ist. Eine Unterschätzung bzw. falsche Einschätzung kann – wie im obigen Beispiel demonstriert – enorme Auswirkungen auf Real- und Finanzwirtschaft haben. Um Risiken richtig einschätzen zu können, ist nicht nur ein fundiertes Verständnis des Risikos an sich notwendig, sondern darüber hinaus auch eine entsprechende Auffassungsgabe im Bezug auf die bestehenden Interdependenzen. Ein möglicher Ansatzpunkt zur effizienten Kontrolle von Risiken kann bereits auf Prozessebene integriert werden. Hier kann eine sehr detaillierte Bewertung der Risiken auf einer niedrigen Stufe der Aggregation vollzogen werden. Eventuell hätte eine Risikosteuerung auf Prozessebene die sorglose Kreditvergabe insbesondere im U.S.-amerikanischen Subprime-Segment verringert und die Risiken eher erkennen lassen.

Diese Arbeit möchte verschiedene Modelle vorstellen, mit denen bereits auf Prozessebene Risiken modelliert und abgebildet werden können. Hierdurch soll ein besseres Verständnis der Risikozusammenhänge und ihrer Wirkung erreicht werden. Dazu ist es zunächst notwendig, den Begriff des Risikos zu erläutern und den Einfluss im Prozessmanagement sowie im Risikomanagement aufzuzeigen. Eine Abgrenzung zum Risikomanagement und die Erarbeitung verschiedener Gemeinsamkeiten folgt im Weiteren. Das Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf der Vorstellung verschiedener Modelle, mit denen Risiken im Prozessmanagement abgebildet werden können. Dabei werden sowohl dynamische, als auch statische Modelle und ihre spezifischen Vor- und Nachteile betrachtet. Abschließend wird ein kurzer Vergleich der verschiedenen Modelltypen anhand einheitlicher Kriterien gezogen. Als Resümee werden die Ergebnisse kurz zusammengefasst und ein kleiner Ausblick auf weitere Möglichkeiten der Forschung gegeben.

Die Seminararbeit ist gegenüber einer reinen Betrachtung des Risikomanagements oder einer ausschließlichen Betrachtung des Prozessmanagements abzugrenzen, da in den Modellen nur verschiedene Bestandteile beider Untersuchungsfelder verwendet werden. Eine allumfassende Betrachtung des Risikomanagements oder des Prozessmanagements kann hier jedoch nicht stattfinden, da der Fokus auf die Vorstellung verschiedener Modelle gelegt wird.

2 Vorbetrachtungen und Grundlagen

Für Unternehmen sowie für Privatpersonen gilt es, Risiken zu identifizieren und Schäden nach Möglichkeit zu begrenzen oder zu vermeiden. In Unternehmen sind zu diesem Zweck ein funktionierendes Risikomanagement sowie solide Kenntnisse der betrieblichen Prozesse erforderlich. Angesichts der Mannigfaltigkeit möglicher Betrachtungsweisen und Behandlungen von Risiken gilt es, eine gewisse Übersichtlichkeit zu gewährleisten. Zum Verständnis der im späteren Verlauf dieser Arbeit vorgestellten Modelle sollen hierfür vorab verschiedene Grundlagen erarbeitet und die entsprechenden Konventionen getroffen werden. Im Rahmen des zweiten Kapitels werden nun die Grundlagen von Risiko, Risikomanagement und Prozessmanagement erarbeitet.

2.1 Risiko

In der wirtschaftswissenschaftlichen Literatur finden sich eine kontroverse Diskussion sowie unterschiedliche Definitionen für den Begriff Risiko. So versteht Finke (2005, S. 16) unter dem Begriff Risiko ein unsicheres Ereignis, dessen Nichteintreten gegenüber dem Eintreten durch eine Person oder Institution vorgezogen wird. Dabei zeigt sich das Risiko als subjektive Einschätzungen einer Person, die dem zukünftigen Ereignis nicht neutral gegenübersteht. Ferner können Risiken im engeren Sinn nur für Personen oder Institutionen, bestehend aus Personen, existieren. (Finke 2005, S. 16) Ebenso denkbar wäre die Beschreibung des Risikos als psychologisch begreifbare Angst vor Schäden durch zukünftige Ereignisse. (Finke 2005, S. 13 – 14)

Steiner und Bruns (2007, S. 52) geben eine heute durchaus übliche Definition von Risiko der nachfolgenden Art: „Unsicherheit – verstanden als die Möglichkeit des Abweichens von geplanten Größen – ist bei Kapitalanlagen regelmäßig anzutreffen. Deshalb wird Unsicherheit auch als Risiko im weiteren Sinne angesehen. Es lassen sich zwei Formen von Unsicherheit unterscheiden. Auf der einen Seite die Ungewissheit, die sich einer Quantifizierung verschließt und durch völlige Unkenntnis zukünftiger Umweltlagen auszeichnet. Die zweite Form der Unsicherheit wird als Risiko im engeren Sinne bezeichnet. Im Gegensatz zur Ungewissheit ist es möglich, das Risiko i.e.S. zu messen, da objektive oder zumindest aber subjektive Wahrscheinlichkeiten für das Eintreten verschiedener Umweltlagen angegeben werden können.“

Markowitz schlägt in seiner Diskussion einer geeigneten Portfolio-Selektion nachfolgende sechs Maße für das Risiko vor:

“The present and following section discuss six measures of risk:

1. the standard deviation;
2. the semi-variance;
3. the expected value of loss;
4. the expected absolute deviation;
5. the probability of loss; and
6. the maximum loss.” (Markowitz 2003, S. 287)

Markowitz legte damit den Grundstein für viele moderne Theorien, wie bspw. das Capital Asset Pricing Model oder Teilbereiche des Risikomanagements, in denen heute noch die Standardabweichung als geeignetes Maß des Risikos verstanden wird.

Abschließend sei noch eine möglichst einfache Definition des Risikos als Produkt aus Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit erwähnt.

Man unterscheidet bei den Risiken zwischen unsystematischen und systematischen Risiken. Als unsystematisches Risiko versteht man einzelwirtschaftliche oder titelspezifische Risiken. Diese speziellen Risiken stehen nicht mit übergeordneten Ereignissen im Zusammenhang. Die Ursache des unsystematischen Risikos findet sich bei dem entsprechenden Anlageobjekt und ihre Wirkung richtet sich auf einen bestimmten Emittenten oder ein bestimmtes Projekt. Unsystematische Risiken lassen sich durch Diversifikation im Rahmen einer Portfoliobildung nahezu vollständig eliminieren. Diese Risiken sind folglich mit speziellen Objekten oder Projekten verbunden. (Steiner und Bruns 2007, S. 53 - 54)

Das systematische Risiko hingegen beruht auf marktinhärenten Veränderungen. Somit wirkt das systematische Risiko nicht nur auf spezielle Emittenten oder einzelne Projekte, sondern auf die Gesamtheit der jeweiligen Anlagekategorie. Systematische Risiken können nicht durch Diversifikation innerhalb dieser Anlageklasse eliminiert werden, da die gesamte Klasse von diesem Risiko betroffen ist. Somit ist das systematische Risiko an eine Anlageklasse oder einen Markt gebunden. (Steiner und Bruns 2007, S. 54 - 55)

In dieser Arbeit soll der Begriff Risiko der ersten genannten Definition von Finke (2005, S. 16) genügen.

Der geneigte Leser findet zum Thema der Risiken leicht weiterführende Literatur. Als Empfehlung sollen hier nur beispielhaft die Bücher von Peter Albrecht und Raimond Maurer sowie von Robert Finke Erwähnung finden. Das Buch von Peter Albrecht und Raimond Maurer bietet einen wissenschaftlich, mathematischen Ansatz. Das Buch von Robert Finke zeigt einen pragmatischen Ansatz in Bezug auf Risikomanagement und Risikomaße. Ausführliche bibliographische Informationen befinden sich im Literaturverzeichnis.

Nachdem nun die Grundlagen des Risikoverständnisses erarbeitet wurden, soll im folgenden Kapitel erläutert werden, was im Rahmen dieser Arbeit unter Risikomanagement zu verstehen ist.

2.2 Risikomanagement

Finke (2005, S. 23) versteht unter Risikomanagement einen systematischen wert- bzw. erfolgsorientierten Ansatz zur Analyse und zum Umgang mit Risiken. Diese Definition orientiert sich maßgeblich an Unternehmen und ist für Privatpersonen nur eingeschränkt zutreffend. Dabei stellt die Steigerung des Unternehmenserfolges stets den obersten Erfolgsmaßstab dar und soll durch die Reduzierung oder Neutralisierung potentieller Risiken erreicht werden. Im Wesentlichen soll die Realisierung von Unternehmenszielen durch ein erfolgreiches Risikomanagement gewährleistet werden.

[...]

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten

Details

Titel
Identifikation und Analyse von Prozessrisiken
Hochschule
Universität Augsburg  (Lehrstuhl für BWL, Wirtschaftsinformatik, Informations- & Finanzmanagement)
Veranstaltung
Wertorientiertes Prozessmanagement
Note
1,0
Autoren
Jahr
2010
Seiten
31
Katalognummer
V149276
ISBN (eBook)
9783640597772
ISBN (Buch)
9783640597925
Dateigröße
617 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Prozessrisiken, Prozessmanagement, Risikomanagement, Modelle, Risiko, Risikoanalyse, Risikoidentifikation, Risk Structure Model, Risk Goal Model, Risk State Model, BPMN, EPK
Arbeit zitieren
Trambo (Autor:in)Müller (Autor:in)Regele (Autor:in)Sontheim (Autor:in), 2010, Identifikation und Analyse von Prozessrisiken, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149276

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