Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern Vorurteile für die Chancenungleichheit von Männern und Frauen in Führungspositionen verantwortlich sind.
Nach einer kurzen Darstellung darüber, was ein Vorurteil ausmacht und wie es entsteht, sollen die Vor- und Nachteile von Vorurteilen benannt werden. Es folgt ein historischer Exkurs über den Wandel der Frauenrolle in Bezug auf ihre Berufstätigkeit, wodurch sich Schlüsse auf die Rolle in der heutigen Zeit ziehen lassen. Am Beispiel des „Glass-Ceiling-Phänomens“ werden die Karrierehürden genauer erklärt. Kapitel 4 befasst sich explizit mit drei Vorurteilen, die Frauen an ihrem beruflichen Aufstieg hindern und geht auf diese genauer ein.
Anschließend werden konkrete Maßnahmen und Handlungsimplikationen entworfen, die bei der Erhöhung des Frauenanteils in Top-Managementpositionen helfen sollen. Die Arbeit schließt mit einem kritischen Diskussionsteil und einem Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Vorurteile
2.1 Vorurteile – Eine Begriffserklärung
2.2 Entstehung von Vorurteilen
2.3 Vor- und Nachteile von Vorurteilen
3 Stellung der Frau in der Arbeitswelt
3.1 Der Wandel der Frauenrolle
3.2 Das Phänomen der gläsernen Decke
4 Vorteile gegen Frauen und ihre Auswirkungen auf die Besetzung von Führungspositionen
4.1 Das Vorurteil der Rolleninkongruenz
4.2 Das Vorurteil der notwendigen männlichen Dominanzkultur
4.3 Vorurteil der Teilzeitführung
5 Maßnahmen zum Abbau von geschlechterspezifischen Vorurteilen in Führungspositionen
6 Diskussion
7 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern geschlechterspezifische Vorurteile für die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen in Deutschland verantwortlich sind und analysiert Ansätze, um diese Barrieren durch gezielte Maßnahmen abzubauen.
- Theoretische Grundlagen zur Entstehung und Wirkung von Vorurteilen
- Historischer Wandel der Frauenrolle und gesellschaftliche Prägungen
- Analyse spezifischer Vorurteile in der modernen Arbeitswelt (Rolleninkongruenz, Dominanzkultur, Teilzeitführung)
- Methoden und Ansätze zur Förderung von Chancengleichheit in Unternehmen
- Diskussion über die Wirksamkeit von strukturellen und verhaltensorientierten Maßnahmen
Auszug aus dem Buch
6.1 Das Vorurteil der Rolleninkongruenz
Ein Vorurteil gegen das Frauen ankämpfen müssen, um in Topmanagementpositionen aufzusteigen ist das Vorurteil der Rolleninkongruenz. Die von Eagly und Karau geprägte Rolleninkongruenz-Theorie (Role Congruity Theory) besagt, dass die in der Gesellschaft wahrgenommene Rolle der Frau mit der sozialen Rolle einer Führungskraft nicht übereinstimmt. Demnach passen Eigenschaften die typischerweise Frauen zugeschrieben werden (z.B. freundlich, hilfsbereit, verständnisvoll, warm und empathisch) nicht zu den Eigenschaften einer Führungskraft. Interessanterweise stimmen die Charaktereigenschaften, die laut der Gesellschaft einer Führungsperson zugeschrieben werden eher mit Charaktereigenschaften überein die normalerweise Männern zugeordnet werden (z.B. Entscheidungsstärke, Durchsetzungsvermögen und Risikobereitschaft) (Hartl, Kirchler & Muehlbacher, 2013, S. 122; Holst & Wiemer, 2010, S. 6).
Aufgrund der Inkongruenz zwischen der sozialen Rolle der Frau und der Rolle einer Führungskraft, werden Frauen ungeachtet ihrer akademischen Errungenschaften als weniger qualifiziert eingeschätzt. Dies bestätigt auch eine 2001 durchgeführte Studie von Assig, die zeigte, dass Männer auch dann bevorzugt werden, wenn Frauen deutlich bessere Qualifikationen vorweisen (Tewes, 2009, S. 38). Das Problem scheint also nicht bei den vorzuweisenden akademischen Leistungen zu liegen, sondern an dem gesellschaftlichen Konstrukt, dass weibliche Charaktereigenschaften nicht mit einer erfolgreichen Führungskraft assoziiert werden. Dass diese Vorstellungen jedoch schon lange überholt sind zeigen etliche Studien. Es konnte nicht nur widerlegt werden, dass weibliche Charaktereigenschaften sich negativ auf den Führungsstil auswirken, auch zeigte sich, dass Frauen in Managementfähigkeiten wie Kommunikation und Förderung von Teamarbeit, Entscheidungen, Innovationen und Planungen besser abschnitten als Männer.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Beschreibt die aktuelle Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen und führt in die zentrale Forschungsfrage nach der Bedeutung von Vorurteilen für diese Chancenungleichheit ein.
2 Vorurteile: Erläutert die Definition von Vorurteilen sowie deren Entstehungsmechanismen und beleuchtet sowohl die sozialen Nutzen als auch die negativen Folgen dieser Einstellungsstruktur.
3 Stellung der Frau in der Arbeitswelt: Analysiert den historischen Wandel der Frauenrolle von der Industrialisierung bis heute und führt das Konzept der gläsernen Decke als Barriere ein.
4 Vorteile gegen Frauen und ihre Auswirkungen auf die Besetzung von Führungspositionen: Detaillierte Untersuchung dreier zentraler Vorurteile, die Frauen den beruflichen Aufstieg erschweren, einschließlich der Rolleninkongruenz und männlich geprägter Dominanzstrukturen.
5 Maßnahmen zum Abbau von geschlechterspezifischen Vorurteilen in Führungspositionen: Diskutiert diverse Lösungsansätze wie Recruiting-Änderungen, Arbeitsverhältnismodelle und Fördermaßnahmen zur Verbesserung der Chancengleichheit.
6 Diskussion: Bewertet die theoretischen Ergebnisse hinsichtlich ihrer praktischen Relevanz und kritisiert die bisher unzureichende Umsetzung von Maßnahmen in Wirtschaft und Politik.
7 Fazit und Ausblick: Führt die zentralen Argumente zusammen und betont die Notwendigkeit von regulatorischen Rahmenbedingungen zur Förderung eines gesellschaftlichen Umdenkens.
Schlüsselwörter
Vorurteile, Führungspositionen, Chancenungleichheit, Frauenrolle, Rolleninkongruenz, Diskriminierung, Unterrepräsentation, Geschlechterstereotype, gläserne Decke, Management, Unternehmenskultur, Gender Pay Gap, Diversität, Karrierehürden, Personalmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen in Deutschland und analysiert, inwieweit geschlechterspezifische Vorurteile als Barrieren für den beruflichen Aufstieg von Frauen fungieren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit behandelt die psychologischen Aspekte von Vorurteilen, den historischen Wandel der Frauenrolle sowie strukturelle und kulturelle Barrieren in Unternehmen wie das "old boy network" oder das Ideal der zeitlich uneingeschränkten Verfügbarkeit.
Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?
Das Ziel ist es, die zugrundeliegenden Ursachen für die Diskriminierung von Frauen bei Beförderungen zu identifizieren und konkrete Handlungsempfehlungen zum Abbau dieser geschlechtsbezogenen Vorurteile zu erarbeiten.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven und Methoden werden genutzt?
Die Autorin stützt sich auf sozialpsychologische Theorien zur Einstellungs- und Vorurteilsbildung sowie auf empirische Studien und historische Daten, um die Karrierehindernisse für Frauen zu belegen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung von Vorurteilen, die historische Herleitung des Frauenbildes, die Identifikation spezifischer Vorurteile sowie die Kategorisierung und Diskussion von Fördermaßnahmen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Rolleninkongruenz, gläserne Decke, männliche Dominanzkultur, Teilzeitführung und diverse Maßnahmen wie Mentoring oder Sensibilisierungstrainings.
Warum wird das "old boy network" als spezifische Hürde für Frauen genannt?
Es beschreibt ein informelles männliches Machtnetzwerk, durch das Frauen den Zugang zu führungsrelevanten Informationen und informellen Aufstiegswegen verlieren, da sie nicht Teil der "Ingroup" sind.
Wie wirkt sich die "gläserne Decke" konkret im Berufsalltag aus?
Sie symbolisiert jene subtilen, meist informellen Barrieren, die Frauen trotz adäquater Qualifikation daran hindern, in die obere Managementebene aufzusteigen, da sie unbewusst aufgrund ihres Geschlechts abgewertet werden.
Welche Rolle spielt die Rolleninkongruenz-Theorie in der Arbeit?
Sie dient als theoretische Basis zur Erklärung, warum gesellschaftliche Zuschreibungen von "weiblichen" Eigenschaften als "nicht führungsstark" wahrgenommen werden und somit Frauen schlechtere Chancen bei der Stellenbesetzung erhalten.
Warum genügen laut Fazit strukturelle Maßnahmen allein oft nicht?
Die Autorin argumentiert, dass Maßnahmen wie Kinderbetreuungsangebote zwar die Situation erleichtern, aber ohne begleitende Wahrnehmungs- und Verhaltenstrainings die tief verankerten Vorurteile in der Unternehmenskultur nicht effektiv beseitigt werden können.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Auswirkungen von Vorurteilen auf die Chancengleichheit von Männern und Frauen in Führungspositionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1494506