Der Unterrichtsentwurf umfasst die Planung einer Unterrichtseinheit im Rahmen einer Stundenreihe zum materialgestützten Schreiben in Klasse 10. Den Schwerpunkt bildet das argumentierende Schreiben. Dabei sollen die Schüler*innen verschiedene Lesetechniken kennenlernen. Sie sollen sich intensiv mit den vorgegebenen Materialien auseinandersetzen. Zudem sollen sie einen Schreibplan anfertigen. Auf dieser Grundlage verfassen sie schließlich einen argumentierenden Text. In diesem Text positionieren sie sich zu einer Abiturfahrt in eine touristische beziehungsweise nicht-touristische Region der Toskana. Der vorliegende Unterrichtsentwurf umfasst die Planung und Strukturierung der vierten Stunde in der Gesamtreihe. Thematisch schließt diese an die Materialerschließung an und führt die begonnene Inhaltsplanung der vorhergehenden Stunde fort. Den Schwerpunkt der Unterrichtsstunde bildet die Textplanung und der Schreibprozess. Der Stundenentwurf enthält die Einordnung des Themas in die Stundenreihe, eine Bedingungs-, Sach-, didaktische sowie methodische Analyse zum Unterrichtsthema als auch die hierfür festgelegten Lernziele und eine vollständige Verlaufsplanung samt Materialien.
Inhaltsverzeichnis
1. Thema der Unterrichtsreihe / Einordnung der Stunde
2. Bedingungsanalyse
2.1 Allgemeine Unterrichtsvoraussetzungen
2.2. Spezielle Unterrichtsvoraussetzungen
3. Sachanalyse
4. Fachdidaktische Analyse
5. Lernziele der Unterrichtsstunde
6. Methodische Analyse
7. Verlaufsplanung
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Unterrichtseinheit ist die Befähigung der Schüler*innen, einen materialgestützten argumentativen Text für eine Schulpublikation zu verfassen, wobei sie den Prozess von der inhaltlichen Vorbereitung über die Schreibplanung bis hin zur eigentlichen Textproduktion eigenständig durchlaufen. Die Forschungsfrage bzw. der Fokus liegt darauf, wie Schüler*innen unter Berücksichtigung von Adressatenorientierung und vorgegebenen Materialsätzen eine überzeugende Argumentationsstruktur für eine Entscheidung (Abiturfahrt-Zielwahl) entwickeln und sprachlich realisieren können.
- Methoden des materialgestützten Schreibens und Argumentierens
- Strukturierung von Argumentationen anhand von Modellen wie dem Sanduhr- oder Ping-Pong-Prinzip
- Bedeutung der Inhalts- und Textplanung für den Schreibprozess
- Berücksichtigung von Adressatenorientierung und situativem Kontext beim Schreiben
- Anwendung von Textprozeduren und Formulierungsmustern zur sprachlichen Gestaltung
Auszug aus dem Buch
Textaufbau und Argumentationsstrukturen
Argumentierende Texte sind oft grob in Einleitung, Hauptteil und Schluss gegliedert (vgl. Adam et al. 2015, S. 22). Der genaue Textaufbau hängt letztlich aber von der spezifischen Schreibaufgabe ab und richtet sich dabei vor allem nach der Textsorte, dem Kommunikationsziel sowie der Adressat*innengruppe. Hierzu ist sogenanntes Textmusterwissen beziehungsweise Strukturwissen notwendig, das „als abstraktes Rahmenschema vorliegen und kognitiv gespeicherte Prototypen umfassen“ (Fix 2008, S. 30) sowie textsortenspezifische Merkmale beinhalten kann. Das Wissen über Textmuster liefert die entsprechenden Baupläne zum Schreiben des Textes. Die Zieltextsorte der spezifischen Schreibaufgabe dieser Unterrichtsreihe entspricht in ihren Grundzügen einem Kommentar. Dieser weist laut Fix (2008) in der Regel folgende Textstruktur auf: Zuerst wird die Problemfrage oder der Sachverhalt in der Einleitung vorgestellt, anschließend werden verschiedenen Argumente angeführt und zuletzt wird die eigene Position begründend dargelegt. Dabei zielt das Schreiben eines Kommentars darauf ab, ein Problem zu beleuchten, die eigene Meinung argumentativ zu untermauern sowie bestenfalls die Leser*innen von dieser Meinung zu überzeugen (vgl. ebd., S. 106 f.).
Die Einleitung hat die Funktion, das Interesse und die Neugier der Leser*innen zu wecken (vgl. Adam et al. 2015, S, 22). Für die konkrete sprachliche Umsetzung gibt es letztendlich aber keine strenge Vorgabe, solange sich der Einstieg an der Themenfrage orientiert (vgl. Fix 2008, S. 108). Der Hauptteil beginnt häufig mit einem Problemaufriss und setzt dann fort mit der Pro- /Kontra-Argumentation. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, Pro- und Kontra- Argumente in den Text einzubeziehen: Entweder werden zuerst alle Kontra-Argumente angeführt, um dann nach dem Prinzip der Steigerung diejenigen Argumente folgen zu lassen, die der eigenen Sichtweise entsprechen. Oder es wird jedem Kontra-Argument sofort ein entsprechendes Pro Argument gegenübergestellt. Dabei werden erst offensichtliche und unumstrittene Aussagen angeführt, um anschließend diejenigen Argumente in den Fokus zu rücken, die neu und unbekannt sind und mit denen sich die Leser*innen gedanklich genauer beschäftigen müssen (vgl. Adam et al. 2015, S. 22 ff.).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Thema der Unterrichtsreihe / Einordnung der Stunde: Das Kapitel definiert den Rahmen des materialgestützten, argumentativen Schreibens und legt die Lernziele für die gesamte Reihe fest, wobei der Fokus auf der Entscheidungsfindung für ein Klassenfahrtziel liegt.
2. Bedingungsanalyse: Hier werden die Lernvoraussetzungen der 10b sowie die durch die Corona-Pandemie bedingten organisatorischen Rahmenbedingungen und technischen Möglichkeiten der Klasse detailliert beschrieben.
3. Sachanalyse: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zum materialgestützten Schreiben, zur Inhalts- und Textplanung sowie zu verschiedenen Argumentationsstrukturen und Textprozeduren.
4. Fachdidaktische Analyse: Die didaktische Herleitung begründet die Relevanz der Schreibaufgabe für den Lebensalltag der Schüler*innen und erläutert die Verknüpfung von Materialerschließung und Schreibprozess.
5. Lernziele der Unterrichtsstunde: Es werden das übergeordnete Stundenziel sowie spezifische Teilziele definiert, die sich auf die Strukturierung, Formulierung und Planung der argumentativen Texte beziehen.
6. Methodische Analyse: Darlegung der verfahrenstechnischen Entscheidungen für den Unterricht, insbesondere zur Aktivierung der Schüler*innen und zur Gestaltung des Planungsprozesses inklusive der Hilfestellungen (Tabelle, Input, Kriterienblatt).
7. Verlaufsplanung: Eine tabellarische Übersicht, die den stundengenauen Ablauf inklusive Zeitmanagement, Sozialformen, Medieneinsatz und didaktischer Funktionen jeder Unterrichtsphase darstellt.
Schlüsselwörter
Materialgestütztes Schreiben, Argumentation, Schreibplan, Inhaltsanalyse, Textplanung, Adressatenorientierung, Textprozeduren, Fachdidaktik, Unterrichtsentwurf, Schreibaufgabe, Textaufbau, Kommentar, Schülerorientierung, Schreibkompetenz, Toskana
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit ist ein detaillierter Unterrichtsentwurf, der die Planung und Durchführung einer Unterrichtsstunde zum Thema "Planen und Schreiben argumentierender Texte" im Fach Deutsch für die 10. Klasse beschreibt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Didaktik des materialgestützten Schreibens, die Strukturierung von Argumentationen, die Planung von Schreibprozessen sowie die Förderung der adressatenorientierten Textformulierung bei Schüler*innen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, den Schüler*innen die notwendigen Kompetenzen zu vermitteln, um auf Basis vorgegebener Sachtexte zielgerichtet einen argumentativen Text (Kommentar) zu einem konkreten Problem – der Wahl eines Abiturfahrtziels – zu planen und zu verfassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um einen schulpraktischen Unterrichtsentwurf, der auf didaktischen Theorien zum materialgestützten Schreiben (u.a. nach Feilke, Fix, Adam) basiert und in der Unterrichtspraxis für eine 10. Klasse angewendet wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Sachanalyse des materialgestützten Schreibens, der fachdidaktischen Analyse des unterrichtlichen Kontextes sowie der detaillierten methodischen Planung der Unterrichtseinheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Materialgestütztes Schreiben, Argumentation, Schreibplan, Adressatenorientierung, Schreibkompetenz und Textprozeduren bilden das Herzstück dieser Arbeit.
Welche Rolle spielt die "Tabelle zur Verknüpfung von Inhalt und Material" im Unterricht?
Die Tabelle dient den Schüler*innen als wichtiges Hilfsmittel, um ihre gewichteten Inhaltspunkte den passenden Informationen aus den Materialien zuzuordnen. Dies schafft die notwendige Grundlage für den anschließenden Schreibprozess und stellt sicher, dass die Materialien tatsächlich in die Argumentation einfließen.
Warum wird im Unterrichtsverlauf das "Sanduhr-Prinzip" thematisiert?
Das Sanduhr-Prinzip wird zur Reflexion über Argumentationsstrukturen herangezogen, um den Schüler*innen verschiedene Möglichkeiten zur Anordnung von Pro- und Kontra-Argumenten aufzuzeigen und sie für eine flexible, adressatengerechte Nutzung dieser Schemata zu sensibilisieren.
Welche Funktion hat die kurze Unterbrechung der Schreibphase durch das Einscannen und Präsentieren von Einleitungen?
Diese Phase dient der Entlastung, der visuellen Veranschaulichung der Zwischenergebnisse, der motivationalen Aktivierung sowie der Möglichkeit, durch spontanes Peer-Feedback direkt an der Qualität der Einleitungen zu arbeiten.
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- Anonym (Author), 2020, Planen und Schreiben argumentierender Texte, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495723