Eltern, die ein beeinträchtigtes, pflegebedürftiges Kind haben, stehen täglich vor zahlreichen Herausforderungen bei der Pflege ihres Kindes und sind dabei hohen Belastungen ausgesetzt. Viele pflegende Eltern sind dabei auf sich allein gestellt. Obwohl pflegende Eltern einen hohen Informations- und Beratungsbedarf haben, spielen sie in der Kinderkrankenpflege eine eher untergeordnete Rolle. Eine adäquate Beratung pflegender Eltern ist daher besonders wichtig. Dabei geht es nicht nur um das kranke Kind, sondern um die Eltern und damit um die ganze Familie. Das Ziel in der vorliegenden Forschungsarbeit ist es, die individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen pflegender Eltern im Hinblick auf eine adäquate Beratung zu analysieren. Zur Beantwortung der Forschungsfrage wurde eine qualitative Studie zu den individuellen Sichtweisen und Erfahrungen pflegender Eltern durchgeführt.
Inhaltsverzeichnis
1. Hintergrund
1.1 Beratung
1.1.1 Der Beratungsprozess
1.1.2 Beratungsangebote
1.2 Pflegende Eltern
1.2.1 Beratungsbedarf pflegender Eltern
1.2.2 Aktuelle Beratungssituation
1.2.3 Das pflegebedürftige Kind
1.3 Beratung in der Kinderkrankenpflege
1.4 Aktueller Forschungsstand
1.4.1 Auswahl der Suchbegriffe
1.4.2 Kriterien und Auswahl der Studien
1.4.3 Ergebnisse der Studien
2. Methodik
2.1 Gütekriterien
2.2 Erhebungsmethode
2.2.1 Interviewleitfaden
2.2.2 Pretest und Auswertung des Pretests
2.2.3 Auswahl der Stichprobe
2.3 Ethische Aspekte und Datenschutz der Forschungsarbeit
2.4 Durchführung der Interviews
2.5 Transkription der Interviews
2.6 Datenauswertung
3. Darstellung der Ergebnisse
3.1 Verständnis von Beratung
3.2 Vorstellungen und Wünsche einer guten Beratung
3.3 Individuelle Beratungserfahrungen
3.4 Verbesserungsvorschläge
4. Diskussion
4.1 Diskussion der Ergebnisse
4.2 Diskussion der Methodik und Grenzen der Forschung
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Forschungsarbeit ist die Erfassung der individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen von pflegenden Eltern im Hinblick auf eine adäquate Beratung in der Kinderkrankenpflege, um daraus wissenschaftliche Grundlagen für eine verbesserte Unterstützung dieser Familien abzuleiten.
- Beurteilung der bestehenden Beratungssituation und Identifikation von Beratungsdefiziten.
- Analyse der subjektiven Erfahrungen von Eltern mit beeinträchtigten Kindern in Beratungsprozessen.
- Entwicklung von Handlungsempfehlungen zur Optimierung von Beratungsangeboten in der Kinderkrankenpflege.
- Untersuchung der Bedeutung von Zeitmanagement und Fallkompetenz für eine gelungene Beratung.
Auszug aus dem Buch
1.1.1 Der Beratungsprozess
„Der Beratungsprozess ist das zentrale Element [einer] Beratung. Im Rahmen eines Beratungsprozesses vollzieht sich ein Perspektivwechsel, findet Wissensvermittlung, Lernen, Weiterentwicklung und Beziehungsbildung statt – und es entwickelt sich die Problemlösung“ (Büscher, et al., 2016, 15). Ziel des Beratungsprozesses ist es, die Selbsthilfebereitschaft, die Selbststeuerungsfähigkeit sowie die Handlungskompetenz der ratsuchenden Person zu stärken und zu fördern, um Ratsuchende zu befähigen, eigenständig eine Problemlösung zu finden. Es soll eine Erweiterung und Differenzierung der Handlungsoptionen der ratsuchenden Personen stattfinden. Jeder Beratungsprozess ist eine einmalige Intervention, die durch den Beratungsprozessleitfaden unterstützt und begleitet wird (vgl. ebd., 15ff.). Der Beratungsprozess gliedert sich in fünf Schritte und durchläuft folgende Phasen (vgl. ebd., 16).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Hintergrund: Dieses Kapitel erläutert den pflegerischen Beratungssektor, definiert Beratung zentral und beleuchtet die spezifischen Lebenslagen sowie den Beratungsbedarf pflegender Eltern.
2. Methodik: Hier wird der qualitative Forschungsansatz mittels problemzentrierter Interviews beschrieben, inklusive der Gütekriterien, Rekrutierung der Probanden, Durchführung der Interviews und deren systematische Datenauswertung nach Kuckartz.
3. Darstellung der Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die vier zentralen Hauptkategorien der Interviews: das generelle Beratungsverständnis, Wünsche an die Beratung, individuelle Erfahrungen sowie konkrete Verbesserungsvorschläge aus Sicht der betroffenen Eltern.
4. Diskussion: Die Forschungsergebnisse werden hier in den bestehenden Wissenskontext eingeordnet, methodische Stärken und Grenzen der Studie reflektiert sowie der nachgewiesene gravierende Beratungsbedarf unterstrichen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Dringlichkeit einer bedarfsgerechten Ausgestaltung von Beratungsstrukturen zusammen und gibt Impulse für zukünftige Forschungsansätze zur Individualisierung von Hilfsleistungen.
Schlüsselwörter
Kinderkrankenpflege, Elternberatung, pflegende Eltern, Beratungsbedarf, beeinträchtigte Kinder, Beratungsdefizite, qualitative Forschung, problemzentriertes Interview, Familienorientierung, Unterstützungssysteme, Gesundheitsversorgung, Beratungsprozess, Fallkompetenz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Qualität und das Angebot an Beratungsleistungen für Eltern, die Kinder mit Beeinträchtigungen in der Kinderkrankenpflege zu Hause betreuen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Studie?
Im Zentrum stehen die Bedürfnisse pflegender Eltern, die Barrieren im aktuellen Beratungssystem sowie Wünsche an eine professionelle, wertschätzende Unterstützung.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Welche individuellen Bedürfnisse, Wünsche und Vorstellungen haben Eltern beeinträchtigter Kinder im Hinblick auf eine adäquate Beratung?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wurde eine qualitative Forschungsstudie mittels leitfadengestützter problemzentrierter Interviews nach Witzel durchgeführt und nach Kuckartz ausgewertet.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Background über Beratung und Pflegesituationen, eine detaillierte methodische Beschreibung und die empirische Darstellung der Interviewergebnisse.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wichtigsten Begriffe sind Kinderkrankenpflege, pflegende Eltern, Beratungsbedarf, Beratungsdefizite und individuelle Unterstützung.
Warum wird im Rahmen der Beratung besonders auf „Zeitmanagement“ fokussiert?
Die Befragten gaben an, dass Zeitmangel und Zeitdruck seitens der Beratenden ein wesentliches Hindernis für eine vertrauensvolle Bindung und echte Hilfe darstellen.
Welche Schlussfolgerung ziehen die Eltern in Bezug auf das existierende Hilfssystem?
Die Eltern fühlen sich oft allein gelassen und kritisieren eine mangelnde Vernetzung zwischen Krankenhaus, Kinderarzt und Pflegediensten sowie fehlende Wegweiser.
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- Celina Correc (Author), 2024, Bedarfsorientierte Beratung für pflegende Eltern beeinträchtigter Kinder. Eine qualitative Analyse ihrer Bedürfnisse und Wünsche, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1495857