'Vielleicht' in der Funktion einer Modalpartikel


Hausarbeit (Hauptseminar), 2002

12 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Was sind Modalpartikeln?

2. Vielleicht als Modalpartikel

3. Vielleicht in Exklamativsätzen
3.1. Die kommunikativen Eigenschaften der Modalpartikel vielleicht
3.2. Die Unterschiede zwischen aber und vielleicht

4. Vielleicht in Entscheidungsfragesätzen

5. Kombinationen mit vielleicht
5.1. Die Kombination von aber und vielleicht
5.2. Die Kombination von ja und vielleicht
5.3. Die Kombination von mir und vielleicht

6. Fazit

0. Einleitung

In der vorliegenden Arbeit geht es um das Wort vielleicht in der Modalpartikel-Funktion. Zu Beginn wird über die allgemeinen Grundlagen der Partikellehre berichtet, danach wird der Begriff der Modalpartikel im Sinne von Gerhard Helbig definiert. Zuerst werden die Distributionseigenschaften dieser Partikel in Ausrufesätzen betrachtet. Anhand eines Vergleiches mit der Modalpartikel aber werden dann die kommunikativen Eigenschaften von vielleicht in Ausrufesätzen erläutert. Im folgenden wird vielleicht in Entscheidungsfragesätzen und das Problem der Abgrenzung der Modalpartikel vielleicht von vielleicht in der Funktion des Satzadverbs in Entscheidungsfragesätzen behandelt. Abschließend werden die möglichen Kombinationen der Modalpartikel vielleicht mit den anderen Modalpartikeln aufgeführt.

1. Was sind Modalpartikeln?

Das Deutsche zählt zu den partikelreichsten europäischen Sprachen. Die deutschen Partikeln werden insbesondere oft in der gesprochenen Sprache verwendet, allerdings häufiger in spontaner als in geplanter Sprache. Lange Zeit wurden die Partikeln "stiefmütterlich" behandelt und als bloße "Flickwörter" und "Redefüllsel" angesehen. Mittlerweile hat sich die Situation geändert, da man erkannt hat, dass die Partikeln wichtige semantische und kommunikative Funktionen ausüben und für den Sprecher unverzichtbar sind. Im Sinne der neueren Forschung versteht man unter Partikeln

[...] nicht flektierende, nicht satzgliedhafte Wortklassen, die keine (oder wenig) selbständige lexikalische Bedeutung aufweisen, aber die Bedeutung ihrer jeweiligen Bezugselemente modifizieren. (Bußmann 1990:562)

Je nachdem, wie die Partikeln die Teile des Satzes modifizieren, wird zwischen Gradpartikeln, Abtönungspartikeln (oder Modalpartikeln) und Steigerungspartikeln unterschieden (vgl. Helbig 1995:9f.). Die Anzahl der Modalpartikeln im Deutschen variiert jeweils nach Forscher. So zählt Krivonosov 24 Modalpartikeln für das Deutsche, Hentschel (vgl. 1981:14) kennt nur 18 Abtönungspartikeln. Die Schwierigkeiten bei der Beschreibung der Modalpartikeln hängen damit zusammen, daß viele von ihnen in mehreren Varianten vorkommen, auch unterschiedlichsten Partikelklassen angehören können und daß viele Partikeln als Elemente anderer Wortklassen (Adverbien, Konjunktionen, Adjektive usw.) erscheinen. Im allgemeinen werden die Modalpartikeln folgenderweise charakterisiert:

Die Abtönungspartikeln beziehen sich nicht auf einzelne Satzglieder, sondern auf das Prädikat und damit auf den gesamten Satz. Sie haben eine kommunikative Funktion: Sie drücken Einstellungen des Sprechers zum Satzinhalt aus, indizieren und modifizieren die Sprechhandlung, ordnen die Äußerung in den Text und in die Gesprächssituation ein, gliedern den Gesprächsablauf, verbinden Sätze zu Texten und signalisieren bestimmte Vorstellungen über den Gesprächspartner [...]. Abtönungspartikeln kommen nur in einzelnen Sprechhandlungen und einzelnen Satzarten (Aussage-, Frage-, Aufforderungssatz) vor. In ihrer Position im Satz sind sie beschränkt flexibel, weder völlig frei noch völlig fest. (S. Helbig 1995:10)

Syntaktisch gesehen können die Modalpartikeln nicht das Vorfeld eines Satzes füllen. Ausgenommen einiger Ausnahmen können sie nicht betont sein und müssen im Mittelfeld vor dem Fokus stehen.

2. Vielleicht als Modalpartikel

Was die Etymologie von vielleicht betrifft, so läßt sich dieses Wort laut Duden (Deutsches Universalwörterbuch 2001:1736) ab dem 12 Jh. nachweisen. Das spätmittelhochdeutsche villihte rückte aus dem mittelhochdeutschen vil lihte = 'sehr leicht, vermutlich, möglicherweise' zusammen.

Vielleicht kommt nicht nur als eine Modalpartikel, sondern auch als Satzadverb vor und kann in dieser Funktion mit „es ist möglich“ umschrieben werden.

Als Modalpartikel läßt sich vielleicht in Sätzen mit Verb-Zweitstellung und Verb-Erststellung nachweisen. Auf semantisch-pragmatischer Ebene sind es Exklamativsätze und Entscheidungsfragesätze. Als Modalpartikel wird vielleicht unbetont gebraucht.

[...]

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten

Details

Titel
'Vielleicht' in der Funktion einer Modalpartikel
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum  (Germanistisches Institut)
Veranstaltung
Modalpartikeln
Note
2,7
Autor
Jahr
2002
Seiten
12
Katalognummer
V14987
ISBN (eBook)
9783638202367
Dateigröße
474 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Vielleicht, Funktion, Modalpartikel, Modalpartikeln
Arbeit zitieren
Oxana Karpenko (Autor), 2002, 'Vielleicht' in der Funktion einer Modalpartikel, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14987

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