Bei der Themensuche bin ich zufällig auf Moreno und seine Methode des Psychodramas gestoßen. Mein Interesse wurde schnell geweckt, da sehr viele psychologische Aspekte in seiner Theorie eine Rolle spielen. Zunächst werde ich im ersten Teil der Arbeit auf das Psychodrama eingehen, die Definition, den Schöpfer Moreno sowie auf Aufbau und Ablauf dieser Methode.Im zweiten Teil meiner Arbeit beschäftige ich mich näher mit der Supervision, der Definition, den Besonderheiten und den Zielen der Supervision. Dieser Teil meiner Arbeit soll hauptsächlich einen Überblick und ein Basiswissen über die Supervision herstellen um anschließend, im letzten Teil der Seminararbeit, darauf zu kommen, welche Rolle das Psychodrama in der Supervision spielt. Ich werde auf den Ablauf einer Psychodrama-Supervision eingehen und versuchen die Anwendung der Methoden des Psychodramas in der Supervision zu verdeutlichen. In der Zusammenfassung werde ich noch einmal auf die Bedeutung des Psychodramas eingehen und die herausgestellten Punkte abschließend betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Psychodrama
2.1 Die Entstehung und der Begründer des Psychodramas
2.2 Die Technik des Psychodramas
2.2.1 Die Bühne
2.2.2 Der Protagonist
2.2.3 Der Leiter
2.2.4 Die Hilfs-Ichs
2.2.5 Das Publikum
2.3 Die Phasen des Psychodramas
2.3.1 Die Erwärmungsphase
2.3.2 Die Handlung
2.3.3 Die Abschlussphase
2.4 Die Methoden des Psychodramas
2.4.1 Der Doppelgänger
2.4.2 Die Spiegelmethode
2.4.3 Der Rollentausch
3. Eine kurze Einführung in die Supervision
4. Psychodrama im Kontext der Supervision
4.1 Der Ablauf einer Psychodrama-Supervision
4.2 Die Methoden des Psychodramas angewendet auf die Supervision
4.2.1 Der Rollentausch
4.2.2 Der Doppelgänger
5. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Integration psychodramatischer Methoden in den Supervisionsprozess, um durch szenisches Handeln und Rollenspiel neue Einsichten und Handlungsspielräume für Supervisanden zu eröffnen.
- Grundlagen und Entstehungsgeschichte des klassischen Psychodramas nach Moreno
- Struktur und Phasenmodell einer psychodramatischen Sitzung
- Definition, Ziele und Anwendungsfelder der Supervision
- Methodenübertragung (Rollentausch, Doppelgänger) in den Supervisionskontext
- Analyse des Ablaufs einer Psychodrama-Supervision
Auszug aus dem Buch
2.2 Die Technik des Psychodramas
Im Gegensatz zu Aristoteles sieht Moreno nicht die Zuschauer im Fokus der „Katharsis“, sondern die Akteure, die in seinem Theater zugleich Dichter, Schauspieler und Zuschauer in einer Person sind (vgl. Boeckh, S. 250).
Nach Moreno sind fünf Bausteine für das Psychodrama dringend notwendig:
2.2.1 Die Bühne
Die Bühne wird als Schauplatz, überdimensionaler und beweglicher Lebensraum dargestellt und steht für eine Erweiterung des wirklichen Lebens (vgl. Moreno, S. 77).
Die Bühne sollte rund sein, ein Balkon ist zudem notwendig um Rollen des Über-Ichs darzustellen, Gott oder die Gerechtigkeit usw. . Der räumliche Höhenunterschied spiegelt dadurch die gesellschaftliche oder psychologische Ebene der Akteure wieder. Wenn es keine Bühne gibt, benutzte Moreno einfach einen Stuhl oder Tisch auf den der Beteiligte steigt, um diese Rollen darzustellen (vgl. Schützenberger-Ancelin, S. 35).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihre Motivation, die Supervision mit den psychologischen Ansätzen des Psychodramas zu verknüpfen und legt den Aufbau der Arbeit dar.
2. Das Psychodrama: Dieses Kapitel definiert den Begriff, beschreibt den Begründer Jakob Levy Moreno sowie die notwendigen technischen Bausteine, Phasen und Methoden des Psychodramas.
3. Eine kurze Einführung in die Supervision: Es werden Definition, Ziele und die Notwendigkeit von Supervision als Beratungsformat zur Qualitätssicherung und Entlastung helfender Berufe beschrieben.
4. Psychodrama im Kontext der Supervision: Die Arbeit verknüpft beide Felder und stellt den Ablauf einer Psychodrama-Supervision sowie die gezielte Anwendung von Rollentausch und Doppelgänger vor.
5. Zusammenfassung: Die Autorin reflektiert ihre Erkenntnisse und bewertet den Nutzen psychodramatischer Ansätze innerhalb der Beratungspraxis kritisch.
Schlüsselwörter
Psychodrama, Supervision, Jakob Levy Moreno, Rollenspiel, Rollentausch, Doppelgänger, Katharsis, Beratungspraxis, Beziehungsarbeit, Handlungsspielraum, Selbsterkenntnis, soziale Interaktion, Intervention, Gruppenprozess, Konfliktlösung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit befasst sich mit der theoretischen Verortung und der praktischen Anwendung des klassischen Psychodramas nach J. L. Moreno im professionellen Feld der Supervision.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Arbeit behandelt die Grundlagen des Psychodramas (Techniken, Phasen, Methoden), die Definition von Supervision sowie die Synergien beider Disziplinen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie psychodramatische Methoden wie der Rollentausch oder die Doppelgängermethode dazu beitragen können, Supervisionsanliegen lebendiger zu bearbeiten und neue Perspektiven zu gewinnen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Autorin?
Die Verfasserin nutzt eine strukturierte Literaturanalyse, um psychologische Theorien des Psychodramas auf die berufliche Beratungspraxis in der Supervision zu übertragen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst das Konzept des Psychodramas und seine Phasen analysiert, anschließend wird die Supervision als Beratungsform eingeführt und schließlich die methodische Anwendung im Supervisionskontext detailliert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Psychodrama, Supervision, Rollentausch, Katharsis und die Erweiterung des Handlungsspielraums im Beratungskontext.
Warum ist das "Soziale Atom" für die Erwärmungsphase relevant?
Es hilft dem Leiter zu identifizieren, welche Personen, Gefühle oder Rollen im spezifischen Anliegen des Protagonisten eine Rolle spielen, um eine fundierte Szenengestaltung zu ermöglichen.
Inwiefern unterscheidet sich die Psychodrama-Supervision von einer klassischen Beratung?
Während klassische Beratung oft gesprächsbasiert ist, nutzt die Psychodrama-Supervision zusätzlich szenisches Handeln, um unbewusste Beziehungsmuster erlebbar zu machen und eine tiefere Reflexion durch das "zweite Erleben" zu ermöglichen.
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- Julia Viehweg (Author), 2010, Das klassische Psychodrama im Kontext der Supervision, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149950