Das klassische Psychodrama im Kontext der Supervision


Hausarbeit, 2010

18 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Psychodrama
2.1 Die Entstehung und der Begrunder des Psychodramas
2.2 Die Technik des Psychodramas
2.2.1 Die Buhne
2.2.2 Der Protagonist
2.2.3 Der Leiter
2.2.4 Die Hilfs-Ichs
2.2.5 Das Publikum
2.3 Die Phasen des Psychodramas
2.3.1 Die Erwarmungsphase
2.3.2 Die Handlung
2.3.3 Die Abschlussphase
2.4 Die Methoden des Psychodramas
2.4.1 Der Doppelganger
2.4.2 Die Spiegelmethode
2.4.3 Der Rollentausch

3. Eine kurze Einfuhrung in die Supervision

4. Psychodrama im Kontext der Supervision
4.1 Der Ablauf einer Psychodrama-Supervision
4.2 Die Methoden des Psychodramas angewendet auf die Supervision
4.2.1 Der Rollentausch
4.2.2 Der Doppelganger

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

7. Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung

Als Thema hatte ich zunachst, fur meine Seminararbeit die Supervision gewahlt, bis ich zufallig auf Moreno und seine Methode des Psychodramas gestoBen bin. Mein Interesse wurde schnell geweckt, da sehr viele psychologische Aspekte in seiner Theorie eine Rolle spielen. Zunachst werde ich im ersten Teil der Arbeit auf das Psychodrama eingehen, die Definition, den Schopfer Moreno sowie auf Aufbau und Ablauf dieser Methode.

Im zweiten Teil meiner Arbeit beschaftige ich mich naher mit der Supervision, der Definition, den Besonderheiten und den Zielen der Supervision. Dieser Teil meiner Arbeit soll hauptsachlich einen Uberblick und ein Basiswissen uber die Supervision herstellen um anschlieBend, im letzten Teil der Seminararbeit, darauf zu kommen, welche Rolle das Psychodrama in der Supervision spielt. Ich werde auf den Ablauf einer Psychodrama- Supervision eingehen und versuchen die Anwendung der Methoden des Psychodramas in der Supervision zu verdeutlichen.

In der Zusammenfassung werde ich noch einmal auf die Bedeutung des Psychodramas eingehen und die herausgestellten Punkte abschlieBend betrachten.

2. Das Psychodrama

„Psychodrama kommt von dem griechischen Psyche (Seele) und Drama (Handlung, Verwirklichung)“ (Schutzenberger-Ancelin, S. 22). Dem Namen nach lasst sich darauf schlieBen, dass das Psychodrama das Innere eines Menschen, in irgendeiner Art und Weise, nach AuBen bringt.

Es gibt verschiedene Definitionen, Moreno, der Begrunder des Psychodramas selbst definiert sein Psychodrama „als eine Wissenschaft [...], die nach der Wahrheit forscht, indem sie sie durch dramatische Methoden darstellt, d.h. durch Aktionsmethoden, durch das In-Frage- Stellen und durch das In-Szene-setzen“ (ebd., S.23). Desweiteren sagt Moreno selbst uber seine Methode: „Psychodrama kann als diejenige Methode bezeichnet werden, welche die Wahrheit der Seele durch Handeln ergrundet“ (Burkart & Zapotoczky, S. 16).

Eine weitere, sehr aktuelle Definition: „Das Psychodrama ist ein Verfahren fur die szenische Darstellung, Erforschung und Veranderung der subjektiv erlebten Wirklichkeit von Individuen und Gruppen“ (Ameln, Gerstman & Kramer, S. 5). Ziel dieser Methode ist es laut dieser Autoren „neue Handlungsimpulse [zu] entwickel[n] und neue Handlungsweisen [zu] erprob[en]“ (ebd., S. 6).

Heutzutage kommt das Psychodrama in verschiedenen Anwendungsbereichen zum Tragen. Als Beispiele zu nennen waren: „Psychotherapie, Unterricht, betriebliche und auBerbetriebliche Erwachsenenbildung, Sozialarbeit, Supervision, Coaching“ (ebd., S. 6) und viele mehr.

2.1 Die Entstehung und der Begrunder des Psychodramas

Die Anfange des Psychodramas lassen sich bis in die Antike zuruck verfolgen. Immer wieder sind ahnliche Methoden erwahnt worden.

„Das Gestalten von konfliktbelasteten Szenen, das Ausspielen und Wiedererleben emotional gepragter Erlebnisse schafft eine Distanz, welche die Realitat in anderem Licht erscheinen laBt“ (Burkart & Zapotoczky, S. 9).

In dem Buch von Burkart und Zapotoczky werden verschiedene Szenen beschrieben. Ein Beispiel aus dem 18. Jahrhundert nach Hulsdorff:

Ein Patient bildete sich ein er ware tot und da Tote nichts essen, hatte er auch damit aufgehort Nahrung zu sich zu nehmen. Er war nach einiger Zeit durch seine stringente Nahrungsverweigerung dem Tod nahe. Da verkleideten sich einige Menschen als Tote und traten vor seinem Krankenbett, mit einer Tafel, die reichlich mit allerlei Speisen gedeckt war. Dann nahmen sie an der Tafel Platz und begannen zu essen und zu trinken. Die „Toten“ schauten den ausgehungerten Kranken verwundert an, fragten ihn warum er nicht am Essen teilnehme. Letztendlich konnten sie ihn davon uberzeugen, dass Tote mindestens genauso viel essen wurden wie ein lebendiger Mensch. Nach diesem „Schauspiel“ begann der Kranke wieder zu essen und kam langsam zu Kraften (vgl. Burkart & Zapotoczky, S. 9).

Um das Konzept des Psychodramas nachvollziehen zu konnen ist es wichtig, sich mit den Uberlegungen des Begrunders des Psychodramas, Jakob Levy Moreno, vertraut zu machen (zum Folgenden vgl. ebd., S.12 bis 17).

Jakob Levy Moreno wurde am 20. Mai 1890 in Bukarest geboren. Er wuchs in Wien auf, studierte Medizin, interessierte sich aber auch sehr fur die Dichtkunst, Philosophie und beschaftigte sich zudem mit Freuds Psychoanalyse.

Bereits als Student setzte er sich mit Kindern und deren Spielverhalten auseinander. Er „versammelte sie um sich, erzahlte ihnen Marchen und lieB sie das Erzahlte nachspielen und fortfuhren“ (Burkart & Zapotoczky, S. 12), dies bildete spater die Grundlage fur die Ausarbeitung seiner Theorien.

„1922 grundete er das ,Stegreiftheater in der Maysedergasse‘“ (ebd., S. 13). Dort wurden zunachst aktuelle Geschehnisse durch Schauspieler nachgespielt, es gab kein Drehbuch, so dass alle Vorfuhrungen spontan und improvisiert waren. Die Zuschauer konnten bei jeder Vorfuhrung spontan in das Buhnenspiel eingreifen und mitwirken. Er orientierte sich fruh an der therapeutischen Wirkung, die das Theater auf die Menschen ausuben kann. Und so beschreitet er den „Weg vom kunstlerischen zum therapeutischen Theater, von einem Theater mit Zuschauern zu einem Theater ohne Zuschauer“ (ebd., S. 14). „Es gibt keine Dichter, Schauspieler und Zuschauer mehr“ (ebd., S.14) in Morenos Theater ist „Jeder [...] Dichter, Schauspieler und Zuschauer in Person. Es gibt keine Zuschauer mehr“ (ebd., S.14). Als wesentliche Funktion seiner Methode sieht Moreno die Katharsis, das sich selbst von unterdruckten Gefuhlen befreien.

Das Psychodrama ist also eine Methode in der sich der Mensch, durch ein Wiedererleben seiner, ihn belastenden, Erfahrung, von dieser befreit. „Das erste Mal bringt durch das zweite Mal zum Lachen“ (ebd., S. 15).

Den endgultigen Durchbruch seines Theaters erzielte Moreno mittels dem „Fall Barbara“. „Barbara war in der Offentlichkeit im allgemeinen sanft, charmant und zuruckhaltend, aber innerhalb der Familie schwierig. Als sie spontan eine gewalttatige, ausschweifende Szene spielte, die sogar den Mord an einer Prostituierten einschloB, wurde sie von ihren dusteren Stimmungen geheilt“ (Schutzenberger-Ancelin, S. 19).

2.2 Die Technik des Psychodramas

Im Gegensatz zu Aristoteles sieht Moreno nicht die Zuschauer im Fokus der „Katharsis“, sondern die Akteure, die in seinem Theater zugleich Dichter, Schauspieler und Zuschauer in einer Person sind (vgl. Boeckh, S. 250).

Nach Moreno sind funf Bausteine fur das Psychodrama dringend notwendig:

2.2.1 Die Buhne

Die Buhne wird als Schauplatz, uberdimensionaler und beweglicher Lebensraum dargestellt und steht fur eine Erweiterung des wirklichen Lebens (vgl. Moreno, S. 77).

Die Buhne sollte rund sein, ein Balkon ist zudem notwendig um Rollen des Uber-Ichs darzustellen, Gott oder die Gerechtigkeit usw. . Der raumliche Hohenunterschied spiegelt dadurch die gesellschaftliche oder psychologische Ebene der Akteure wieder. Wenn es keine Buhne gibt, benutzte Moreno einfach einen Stuhl oder Tisch auf den der Beteiligte steigt, um diese Rollen darzustellen (vgl. Schutzenberger-Ancelin, S. 35).

Die Abbildung 1 zeigt eine Buhne mit drei Stufen, eine ideale Form der Buhne fur die Umsetzung der Darstellungen nach Moreno. Die Buhne ist abgetrennt vom umliegenden Bereich, jedoch von ihm aus muhelos zu erreichen.

[...]

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten

Details

Titel
Das klassische Psychodrama im Kontext der Supervision
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg
Veranstaltung
Grundlagen der Bildungsberatung
Note
1,3
Autor
Jahr
2010
Seiten
18
Katalognummer
V149950
ISBN (eBook)
9783640609901
ISBN (Buch)
9783668138599
Dateigröße
1293 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Psychodrama, Supervision, Psychotherapie, Beratung
Arbeit zitieren
Julia Viehweg (Autor), 2010, Das klassische Psychodrama im Kontext der Supervision, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/149950

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