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Autismus und Vernichtung im Dritten Reich

Die Rolle von Hans Asperger in der Erforschung des Asperger-Syndroms und dessen Auswirkung auf das Lebensrecht der betroffenen Kinder

Titel: Autismus und Vernichtung im Dritten Reich

Hausarbeit , 2023 , 17 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Maria Wolf (Autor:in)

Geschichte Deutschlands - Nationalsozialismus, Zweiter Weltkrieg
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Innerhalb dieser Ausarbeitung soll sich mit Hans Aspergers Rolle in der Erforschung der Autismus-Spektrum-Störung und seiner Haltung gegenüber den Betroffenen auseinandergesetzt werden. Zentral ist hierbei die Fragestellung, ob Hans Aspergers Forschungsbeitrag zur Zeit des Nationalsozialismus, in Bezug auf die Autismus-Spektrum-Störung, eine schützende Funktion für Menschen mit Autismus hatte oder zumindest teilweise zur Vernichtung beigetragen hat.

Zu Beginn wird die Begriffsdefinition im zeithistorischen Kontext dargelegt, worunter erstmals Leo Kanners frühkindlicher Autismus angeschnitten und anschließend der Fokus auf Hans Asperger mit seiner autistischen Psychopathie gelegt wird. Im dritten Punkt wird Autismus in der NS-Zeit untersucht, wobei zunächst der Prozess der Euthanasie und anschließend Hans Aspergers Einfluss auf das Lebensrecht autistischer Menschen beleuchtet wird. Im vierten Punkt, dem Ausblick, wird der sich abschließend mit Autismus im 21. Jahrhundert befasst, was mit einem allgemeinen Fazit abgerundet wird.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zeithistorischer Rekurs

2.1 Leo Kanners frühkindlicher Autismus

2.2 Hans Aspergers autistische Psychopathie

3. Autismus in der NS-Zeit

3.1 Euthanasie

3.2 Kindereuthanasie

3.3 Hans Aspergers Einfluss auf das Lebensrecht autistischer Menschen

4. Ausblick

4.1 Autismus im 21. Jahrhundert

4.2 Trends, Förderung und Behandlung von autistischen Syndromen

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Hans Asperger im Kontext der nationalsozialistischen Zeit und geht der Forschungsfrage nach, inwiefern sein wissenschaftlicher Beitrag zur Erforschung des Autismus das Lebensrecht autistischer Kinder beeinflusste oder zur Vernichtung beigetragen hat.

  • Historische Einordnung der Autismus-Begriffsdefinition
  • Die Rolle der Sonderpädagogik während des Nationalsozialismus
  • Analyse der Asperger-Biografie und dessen Mitwirkung an NS-Strukturen
  • Vergleich von historischen Diagnosen mit modernen Klassifikationen
  • Entwicklung und Trends der modernen Autismus-Förderung

Auszug aus dem Buch

3.3 Hans Aspergers Einfluss auf das Lebensrecht autistischer Menschen

„Hans Asperger zählt […] zu einer der wichtigsten Ärztepersönlichkeiten im Bereich psychischer Beeinträchtigungen“ (Sousek, 2015, 15) sowie Mitwirkenden in der Erforschung des Autismus. Vor allem im Hinblick auf die Zeithistorische Einordnung des Nationalsozialismus, ist er für seine frühe Autismus Forschung bekannt. In einem Fortbildungsbeitrag über Das psychisch abnorme Kind, gehalten am 03.10.1938, äußert sich Asperger über die Vorgehensweise mit sogenannten abnormen Kindern, nicht aus der Sicht der Volksgemeinschaft, vielmehr aus dem Standpunkt des Kindes wie folgt:

Wieviel können wir für diese Menschen leisten? soll die Frage sein. Und wenn wir mit all unser Hingabe ihnen helfen, so tun wir damit auch unser Volk den besten Dienst; nicht nur dadurch, daß wir verhindern, daß jene durch ihre dissozialen und kriminell Taten die Volksgemeinschaft belasten, sondern auch, durch daß wir zu erreichen suchen, daß sie als arbeiten Menschen ihren Platz in dem lebendigen Organismus der Volkes ausfüllen (Asperger, 1938, 1).

Jene Aussage, „dass abnorm nicht minderwertig bedeute“ (Putzka, 2015, 9), unterstreicht Aspergers Versuch Kinder mit Autismus zu behandeln und nicht pauschal zu sterilisieren oder in Tötungslagern abzuschieben (vgl. ebd., 11), denn er statuiert auch „daß auch solche Menschen ihren Platz in dem Organismus der sozialen Gemeinschaft haben, den sie voll ausfüllen, manche vielleicht in einer Weise, wie das sonst niemand könnte“ (Asperger, 1943, 135). Laut Asperger kann „nur der volle Einsatz des liebenden Erziehers bei so schwierigen Menschen Erfolge erzielen“ (vgl. ebd 135). Dieses Konzept der Förderung wies Komptabilität mit den Vorstellungen und Strukturen des NS-Regimes auf, da die jungen, noch bildungsfähigen Kinder somit kontrolliert, organisiert und diszipliniert in die Volksgemeinschaft integriert werden konnten (vgl. Czech, 2018, 15), denn es galt die Förderung der Kompetenten und Auslöschung der Minderwertigen (vgl. Gröger, 2015, 34).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Inklusion ein und umreißt die kritische Auseinandersetzung mit Hans Aspergers Wirken während des Dritten Reiches.

2. Zeithistorischer Rekurs: Hier werden die Ursprünge der Begriffsbestimmung von Autismus durch Eugen Bleuler, Leo Kanner und Hans Asperger historisch hergeleitet.

3. Autismus in der NS-Zeit: Es wird die menschenverachtende Praxis der Euthanasie und Kindereuthanasie beleuchtet sowie Aspergers persönliche Rolle im NS-System und bei der Selektion von Kindern kritisch hinterfragt.

4. Ausblick: Das Kapitel betrachtet die moderne Einordnung von Autismus-Spektrum-Störungen in ICD-10/11 und analysiert aktuelle Trends in der sonderpädagogischen Förderung.

5. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass Aspergers Wirken durch einen moralischen Zwiespalt zwischen therapeutischem Engagement und der Verstrickung in das nationalsozialistische Regime gekennzeichnet war.

Schlüsselwörter

Hans Asperger, Autismus, Nationalsozialismus, Euthanasie, Kindereuthanasie, NS-Zeit, Inklusion, Sonderpädagogik, frühkindlicher Autismus, Autismus-Spektrum-Störung, NS-Medizinverbrechen, Bildungsfähigkeit, Heilpädagogik, Lebensrecht, Psychiatrie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Seminararbeit analysiert die historische Rolle des Kinderarztes Hans Asperger und untersucht, wie er Patienten mit autistischen Zügen im Kontext des nationalsozialistischen Euthanasie-Programms behandelte.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Autismus-Diagnostik, der Medizinethik im Nationalsozialismus sowie der kritischen Aufarbeitung von Hans Aspergers Beteiligung am NS-System.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit Aspergers psychiatrische Klassifizierungen und sein therapeutisches Handeln zur Aussonderung von als „lebensunwert“ eingestuften Kindern beitrugen oder ihnen Schutz boten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es handelt sich um eine literaturgestützte Analyse, die historische Fachbeiträge, medizinische Berichte und wissenschaftliche Sekundärliteratur aufarbeitet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Autismus-Forschung, eine Untersuchung der Euthanasie-Verbrechen sowie eine detaillierte Analyse der Kooperation Aspergers mit den NS-Strukturen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich primär über Begriffe wie Autismus, NS-Medizinverbrechen, Kindereuthanasie, Hans Asperger und sonderpädagogische Inklusion definieren.

Verstrickte sich Asperger aktiv in die Selektion „unwerter“ Kinder?

Die Arbeit zeigt auf, dass Asperger unter anderem durch Gutachten indirekt an der Zuweisung von Kindern in Einrichtungen beteiligt war, in denen systematisch selektiert und gemordet wurde.

Wie unterscheidet sich die moderne Sicht auf Autismus von der damaligen Einordnung?

Während heute die Inklusion und individuelle Förderung im Vordergrund stehen, wurden autistische Kinder im NS-Regime oft hinsichtlich ihrer „Brauchbarkeit“ für die Volksgemeinschaft bewertet.

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Details

Titel
Autismus und Vernichtung im Dritten Reich
Untertitel
Die Rolle von Hans Asperger in der Erforschung des Asperger-Syndroms und dessen Auswirkung auf das Lebensrecht der betroffenen Kinder
Hochschule
Universität Bielefeld
Veranstaltung
Vertiefung theoretischer und historischer Grundfragen der Sonderpädagogik und inklusiven Pädagogik
Note
2,3
Autor
Maria Wolf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2023
Seiten
17
Katalognummer
V1499991
ISBN (PDF)
9783389064931
ISBN (Buch)
9783389064948
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Nationalsozialismus Asperger Autismus Hans Asperger
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Maria Wolf (Autor:in), 2023, Autismus und Vernichtung im Dritten Reich, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1499991
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Leseprobe aus  17  Seiten
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