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Bundesrepublik Deutschland. In den Traditionen von Weimar oder ein konstitutioneller Neubeginn?

Titre: Bundesrepublik Deutschland. In den Traditionen von Weimar oder ein konstitutioneller Neubeginn?

Dossier / Travail , 2022 , 16 Pages , Note: 1,3

Autor:in: Joel Pfeifle (Auteur)

Histoire de l'Allemagne - Histoire moderne
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Kaum ein Thema findet in der Forschung zur deutschen Neuesten Geschichte so viel Beachtung wie die Weimarer Republik und ihr Niedergang. Das tragische Scheitern der ersten deutschen Demokratie bewegt die Gemüter bis heute. Ein großer Teil der Fachliteratur beschäftigt sich detailliert mit den Gründen für den Untergang der Weimarer Republik. Die dort angeführten Ursachen reichen von äußeren Umständen wie der Last des Versailler Vertrages oder der Weltwirtschaftskrise bis hin zum Vorwurf von bereits in der Weimarer Verfassung angelegten Webfehlern, die eine Übernahme durch die Nationalsozialisten nicht verhindert, sondern womöglich sogar erleichtert hätten.

Diese Seminararbeit soll den obengenannten Vorwurf aufgreifen und sich konkret mit den Mechanismen zur Demokratiesicherung beschäftigen, welche sich die Verfassungsväter der Weimarer Nationalversammlung 1918 überlegt hatten. Daran anknüpfend soll die Parallele zum Parlamentarischen Rat 1948/49 gezogen werden, welcher nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Ausarbeitung einer neuen Verfassung beauftragt worden war. Diese Arbeit stellt die Frage, ob sich die Bundesrepublik samt ihrem Grundgesetz in den Traditionen von Weimar befindet oder ob es sich bei ihr um einen konstitutionellen Neubeginn handelt. Konkret soll es dabei um einen Vergleich der Demokratiesicherungsmechanismen in der Weimarer Reichsverfassung und dem Grundgesetz gehen. Besteht eine Kontinuität oder grenzt sich das Grundgesetz bewusst von seiner Vorgängerverfassung ab?

Extrait


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Weimarer Reichsverfassung

2.1 Entstehung und Kontext

2.2 Demokratiesicherungsmechanismen

2.3 Aushebelung der Demokratie

3. Grundgesetz der BRD

3.1 Entstehung und Kontext

3.2 Demokratiesicherungsmechanismen

4. Vergleich der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes

5. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Grundgesetz die Traditionen der Weimarer Reichsverfassung fortführt oder ob ein konstitutioneller Neubeginn vorliegt. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie sich die Mechanismen zur Demokratiesicherung in beiden Verfassungen unterscheiden und inwieweit das Grundgesetz gezielt aus den Fehlern der Weimarer Republik gelernt hat.

  • Vergleich der Entstehungsgeschichte der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes.
  • Analyse der Demokratiesicherungsmechanismen der Weimarer Republik.
  • Untersuchung der Entstehung und Struktur des Verfassungskonvents von Herrenchiemsee und des Parlamentarischen Rates.
  • Bewertung der Schutzmechanismen des Grundgesetzes, insbesondere der Rolle des Bundesverfassungsgerichts.
  • Einordnung der Kontinuität und Abgrenzung zwischen den beiden Verfassungsordnungen.

Auszug aus dem Buch

2.2 Demokratiesicherungsmechanismen

Die Verfassungsväter der WRV, wie etwa Hugo Preuß, Conrad Haussmann, Max Weber und Konrad Beyerle, waren sich der volatilen Lage, in der sich die junge Republik kurz nach ihrer Gründung befand, durchaus bewusst. Eine nicht ganz unbedeutende Minderheit der Deutschen stand der Demokratie kritisch bis offen feindlich gegenüber. Die Gründe dafür variierten. Während der Staatsformwechsel von den Wählern der Deutschen Volkspartei (DVP) und der Deutschnationalen Volkspartei (DNVP) weitestgehend abgelehnt wurde, ging er anderen wie den Anhängern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) nicht weit genug.

Deshalb war den Teilnehmern an der Nationalversammlung klar, dass die neue Demokratie in Deutschland gegen Umsturzversuche sowohl von links als auch von rechts geschützt werden müsse. Die Vorstellung von einer wehrhaften Demokratie, wie sie im Kontext des Grundgesetzes oft genannt wird, ist kein Alleinstellungsmerkmal der Bundesrepublik. Auch die Verfassungsväter von Weimar hatten nicht vor, die neu gegründete Republik den Verfassungsfeinden schutzlos auszuliefern. Zu diesem Zweck implementierten sie mehrere Sicherungsmechanismen in der WRV, die den Fortbestand der Demokratie gewährleisten sollten.

Der erste Sicherungsmechanismus war das Volk selbst. Die stark plebiszitäre Ausrichtung der WRV führt Di Fabio zu dem Urteil, dass die Weimarer Verfassung weit demokratischer gewesen sei als das Grundgesetz. Zum einen führt er dafür die Möglichkeit der Volksgesetzgebung sowie des Volksbegehrens und des Volksentscheids an, zum anderen den „doppelten Legitimationsstrang“ der Weimarer Republik über das Volk, das in direkten Wahlen sowohl den Reichstag als auch den Reichspräsident wählen durfte. Auch Artikel 1 der WRV hebt die Bedeutung des Volks hervor: „Das Deutsche Reich ist eine Republik. Die Staatsgewalt geht vom Volke aus.“ Das Volk war der Souverän, in den die Verfassungsväter von Weimar größtes Vertrauen legten. Sie vertrauten darauf, dass niemand die Demokratie besser und entschlossener schützen würde, als das Volk selbst.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung skizziert den Forschungsstand zum Untergang der Weimarer Republik und leitet die Fragestellung ab, ob das Grundgesetz eine bewusste Abgrenzung oder eine Fortführung der Weimarer Tradition darstellt.

2. Weimarer Reichsverfassung: Dieses Kapitel behandelt den historischen Kontext der Entstehung der Weimarer Verfassung, ihre ursprünglichen Schutzmechanismen sowie den schrittweisen Prozess ihrer Aushöhlung bis zum Ende der Republik.

3. Grundgesetz der BRD: Es wird die Entstehung der westdeutschen Verfassung im Kontext der Nachkriegszeit beleuchtet und analysiert, welche demokratischen Schutzmechanismen im Grundgesetz implementiert wurden, um Fehler der Vergangenheit zu vermeiden.

4. Vergleich der Weimarer Reichsverfassung und des Grundgesetzes: Die verschiedenen verfassungsrechtlichen Ansätze werden gegenübergestellt, wobei die Bedeutung des Bundesverfassungsgerichts als zentrale Instanz hervorgehoben wird.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit zieht die Bilanz, dass das Grundgesetz trotz seiner bewussten Abgrenzung in vielen Punkten in der Tradition verfassungsstaatlicher Bemühungen steht, dabei aber erfolgreich lernfähige Schutzmechanismen integriert hat.

Schlüsselwörter

Weimarer Republik, Grundgesetz, Bundesrepublik Deutschland, Demokratiesicherung, Verfassung, Parlamentarischer Rat, Reichspräsident, Bundesverfassungsgericht, wehrhafte Demokratie, plebiszitäre Elemente, Konstitutioneller Neubeginn, Verfassungsgeschichte, Parlamentarismus, Weimarer Reichsverfassung, Gewaltenteilung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den historischen und verfassungsrechtlichen Vergleich zwischen der Weimarer Reichsverfassung und dem Grundgesetz der Bundesrepublik unter dem Aspekt der Demokratiesicherung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse der Entstehungsgeschichte, der Rolle des Reichspräsidenten versus der des Bundespräsidenten sowie der Entwicklung des Bundesverfassungsgerichts als Hüter der Verfassung.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet, ob die Bundesrepublik Deutschland mit ihrem Grundgesetz in den Traditionen von Weimar steht oder ob es sich um einen konstitutionellen Neubeginn handelt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-vergleichende Analyse verfassungsgeschichtlicher Dokumente und fachwissenschaftlicher Literatur.

Was umfasst der Hauptteil?

Er analysiert detailliert die Entstehungskontexte, die Mechanismen zur Demokratiesicherung und die Gründe für das Scheitern von Weimar im Gegensatz zum Erfolg des Grundgesetzes.

Welche Schlüsselbegriffe sind charakteristisch?

Besonders prägend sind die Begriffe "wehrhafte Demokratie", "plebiszitäre Elemente", "Notverordnungsartikel" und "Ewigkeitsklausel".

Warum wird der Reichspräsident als „Ersatzkaiser“ diskutiert?

Diese These wird in der Fachliteratur diskutiert, da die enorme Machtfülle des Präsidenten, insbesondere durch Artikel 48, maßgeblich zum Scheitern der Weimarer Republik beigetragen hat.

Warum gilt das Bundesverfassungsgericht als wichtiger als die Institutionen von Weimar?

Im Gegensatz zu den unverbindlichen Richtlinien von Weimar fungiert das Bundesverfassungsgericht als justizielle Kontrollinstanz, die durch Ewigkeitsklauseln und eine aktive Rechtsprechung die Grundrechte wirksam schützt.

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Résumé des informations

Titre
Bundesrepublik Deutschland. In den Traditionen von Weimar oder ein konstitutioneller Neubeginn?
Université
Free University of Berlin  (Friedrich-Meinecke-Institut)
Cours
Seminar: Die Demokratisierung der BRD
Note
1,3
Auteur
Joel Pfeifle (Auteur)
Année de publication
2022
Pages
16
N° de catalogue
V1502727
ISBN (ebook)
9783389065808
ISBN (Livre)
9783389065815
Langue
allemand
mots-clé
BRD Grundgesetz Weimar Verfassung Bundesrepublik Reichsverfassung Demokratiesicherung
Sécurité des produits
GRIN Publishing GmbH
Citation du texte
Joel Pfeifle (Auteur), 2022, Bundesrepublik Deutschland. In den Traditionen von Weimar oder ein konstitutioneller Neubeginn?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1502727
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Extrait de  16  pages
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