Die Hausarbeit beschäftigt sich mit der sprachlichen Entwicklung von Kindern mit Cochlea-Implantaten (CI) und untersucht, wie sich deren semantisch-lexikalischer Spracherwerb im Vergleich zu normalhörenden Kindern entwickelt. Dabei wird die Bedeutung einer bimodal-bilingualen Sprachförderung, also der gleichzeitigen Förderung in Laut- und Gebärdensprache, diskutiert. Die Arbeit beschreibt zunächst die Funktionsweise und die Indikationskriterien für Cochlea-Implantate und gibt einen Überblick über den aktuellen Forschungsstand zum Wortschatzerwerb bei CI-Kindern. Abschließend wird bewertet, ob eine bimodal-bilinguale Förderung eine notwendige Ergänzung für diese Kinder darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Cochlea Implantat
3 Wortschatzerwerb bei Kindern mit CI-Versorgung
4 Bimodal-bilinguale Förderung bei Kindern mit CI-Versorgung
5 Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die semantisch-lexikalische Entwicklung von Kindern mit Cochlea-Implantat (CI) im Vergleich zu normal hörenden Kindern und analysiert die Bedeutung einer bimodal-bilingualen Sprachförderung für diese Risikogruppe im Hinblick auf den Spracherwerb und die kognitive Entwicklung.
- Funktionsweise und Indikationskriterien von Cochlea-Implantaten
- Empirische Erkenntnisse zum rezeptiven und produktiven Wortschatzerwerb bei CI-Kindern
- Einfluss des Implantationsalters auf die sprachliche Entwicklung
- Bedeutung der Deutschen Gebärdensprache als ergänzendes Sprachsystem
- Förderung der Identitätsbildung und Teilhabe an der Gehörlosenkultur
Auszug aus dem Buch
3 Wortschatzerwerb bei Kindern mit CI-Versorgung
Heutzutage werden hochgradig schwerhörige oder gehörlose Kinder bereits in ihrem ersten Lebensjahr mit Cochlea Implantaten versorgt. Die Hoffnung ist, dass die Kinder so eine normale Sprachentwicklung vergleichbar mit normal hörenden Kindern durchlaufen. Im folgenden Abschnitt wird die semantisch-lexikalische Entwicklung von Kindern mit CI genauer betrachtet werden.
In einer Langzeitstudie untersuchte Szagun (2001) 22 CI-Kinder im Alter von 1;2 Jahren bis 3;10 Jahren. Mithilfe von regelmäßigen Sprachaufnahmen und Elternfragebögen wurde über 27 Monate der Wortschatzerwerb erhoben. Die Vergleichsgruppe, bestehend aus 22 normal hörenden Kinder, hatte zu Beginn der Untersuchung den gleichen Sprachstand. Szagun (2001) fand heraus, dass auf jeder Altersstufe das Vokabular von Nomen und Verben bei normal hörenden Kindern größer war als bei CI-versorgten Kindern. Die beiden Untersuchungsgruppen unterschieden sich jedoch nicht hinsichtlich der Anzahl der Adjektive in ihrem Wortschatz. Im Gegensatz zu dem langsameren Wortschatzerwerb bei den Kindern mit CI-Versorgung gab es im Vergleich zu normal hörenden Kindern kaum Unterschiede im Gebrauch des Vokabulars, das den Kindern zur Verfügung steht. Dies deutet darauf hin, dass CI-implantierte Kinder ihr Vokabular genauso vielfältig einsetzen wie normal hörende.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik des Spracherwerbs bei hörgeschädigten Kindern und das Potenzial der CI-Technologie ein und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der semantisch-lexikalischen Entwicklung.
2 Cochlea Implantat: Das Kapitel erläutert die Funktionsweise der Innenohrprothese, die Indikationskriterien für eine Versorgung sowie die Bedeutung der Nachsorge und Rehabilitation.
3 Wortschatzerwerb bei Kindern mit CI-Versorgung: Dieser Abschnitt analysiert den Forschungsstand zur rezeptiven und produktiven Wortentwicklung und beleuchtet Einflussfaktoren wie den Zeitpunkt der Implantation.
4 Bimodal-bilinguale Förderung bei Kindern mit CI-Versorgung: Hier wird die Notwendigkeit und der Nutzen einer Kombination aus deutscher Lautsprache und Deutscher Gebärdensprache für die kognitive Entwicklung und Identitätsbildung erörtert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Relevanz der bimodal-bilingualen Ergänzung zur Sicherung einer erfolgreichen Sprachentwicklung.
Schlüsselwörter
Cochlea Implantat, CI-Versorgung, Spracherwerb, Wortschatzerwerb, Hörschädigung, Lautsprache, Gebärdensprache, bimodal-bilinguale Förderung, Sprachentwicklung, Kommunikation, Implantationsalter, Prädiktoren, Identitätsbildung, Gehörlosenkultur
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem rezeptiven und produktiven Wortschatzerwerb bei Kindern mit Cochlea-Implantat-Versorgung und der Bedeutung unterstützender Sprachfördermaßnahmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der technischen Funktionsweise von CI, dem wissenschaftlichen Kenntnisstand zur sprachlichen Entwicklung bei CI-Kindern sowie den Potenzialen der bimodal-bilingualen Förderung.
Was ist das primäre Ziel oder die Kern-Forschungsfrage?
Es wird untersucht, wie die semantisch-lexikalische Entwicklung bei CI-versorgten Kindern verläuft und welchen Stellenwert eine zusätzliche bimodal-bilinguale Sprachförderung für diese Personengruppe einnimmt.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine Literaturarbeit, die auf Basis einer fundierten Analyse aktueller Studien und Fachliteratur den Forschungsstand zum Wortschatzerwerb und zu Förderkonzepten aufarbeitet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine technische Beschreibung des CI, eine detaillierte Auswertung von Langzeitstudien zur kindlichen Wortschatzentwicklung sowie eine Diskussion über die Vorteile der Nutzung der Deutschen Gebärdensprache als ergänzendes Sprachsystem.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind Cochlea Implantat, Spracherwerb, Wortschatzerwerb, bimodal-bilinguale Förderung sowie Sprachentwicklung.
Warum ist der Zeitpunkt der Implantation so wichtig für den Wortschatzerwerb?
Der Zeitpunkt determiniert maßgeblich die Diskrepanz zwischen dem chronologischen Alter und dem Höralter; eine frühe Implantation (vor dem ersten Lebensjahr) ist ein entscheidender Faktor für eine bessere Angleichung an die Sprachentwicklung normal hörender Kinder.
Welche Funktion hat die Gebärdensprache als Sicherheitsnetz für CI-Kinder?
Sie bietet eine verlässliche Kommunikationsgrundlage in Situationen, in denen das CI nicht getragen wird oder technisch nicht funktionsfähig ist, und unterstützt die kognitive Entwicklung sowie die Identitätsbildung.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2023, Produktiver und rezeptiver Wortschatzerwerb bei Kindern mit Cochlea-Implantat-Versorgung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1502819