Diese Arbeit untersucht die spezifischen Schwierigkeiten, denen fremdsprachige Studierende beim akademischen Schreiben begegnen, und analysiert die von ihnen angewandten Lösungsstrategien. Ausgehend von einer Betrachtung der Funktion und Bedeutung des akademischen Schreibens sowie der Schreibkompetenz, werden Anforderungen und notwendige Fähigkeiten für erfolgreiches wissenschaftliches Arbeiten dargestellt. Ein Überblick über die Forschung zu Schreibprozessen in der Erst- und Zweitsprache bietet die Grundlage für das Verständnis der besonderen Herausforderungen, die fremdsprachige Studierende meistern müssen. Anhand neuerer Studien werden fünf zentrale Problemkategorien identifiziert, die von linguistischen Barrieren bis hin zu kulturellen Unterschieden reichen. Abschließend werden praxisnahe Lösungsansätze aufgezeigt und Vorschläge für zukünftige Forschungsansätze gemacht, um die Unterstützung für fremdsprachige Studierende weiter zu verbessern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schreiben im akademischen Kontext
2.1 Funktion des wissenschaftlichen Schreibens
2.2 Komponenten der wissenschaftlichen Schreibkompetenz
2.3 Anforderungen des akademischen Schreibens
3. Erkenntnisse der L1- und L2-Schreibprozessforschung
3.1 Forschungsstand der L1- und L2-Schreibprozessforschung
3.2 Schreibstrategien
3.3 Ursachen für die Schreibprobleme
4. Schreibprobleme und Lösungsstrategien beim wissenschaftlichen Schreiben in einer Fremdsprache
4.1 Problemkategorie Schwierigkeiten aufgrund der Fremdsprachlichkeit
4.2 Problemkategorie Beachtung der sprachlichen Korrektheit
4.3 Problemkategorie Verwendung von Wissenschafts- und Fachsprache
4.4 Problemkategorie Textwiedergabe
4.5 Problemkategorie Umgang mit Zitierkonventionen
5. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, mit welchen spezifischen Schwierigkeiten fremdsprachliche Studierende beim Verfassen akademischer Texte konfrontiert werden und welche Lösungsstrategien sie zur Bewältigung dieser Hürden einsetzen, um die Qualität ihrer wissenschaftlichen Arbeiten zu sichern.
- Analyse der L1- und L2-Schreibprozessforschung
- Identifikation zentraler Problemkategorien im Fremdsprachenschreiben
- Untersuchung von Schreibstrategien zur Komplexitätsreduktion
- Bewertung der Rolle von Fach- und Wissenschaftssprache
- Evaluation von Unterstützungsangeboten in der Hochschullehre
Auszug aus dem Buch
4.1 Problemkategorie Schwierigkeiten aufgrund der Fremdsprachlichkeit
In den Untersuchungen von Büker (1998), Grieshammer (2011), Scheurer (2017) und Schnell (2020) wurden signifikante Ergebnisse erzielt. Dabei stellte sich heraus, dass die größte Schwierigkeit beim wissenschaftlichen Schreiben für die Mehrheit der untersuchten Studierenden die Fremdsprachlichkeit darstellte. Wie auch Bükers Interviewpartner*innen (1998: 135) gewichten die internationalen Studierenden bei Scheurer (2017: 61) das fremdsprachliche Formulieren als zentrale Schwierigkeit. In der Untersuchung von Scheurer (2017: 61) wird der Übersetzungsprozess bzw. die Transformation der formulierten Gedanken aus der Muttersprache in die Schriftsprache eines deutschen Textes auch als die größte Herausforderung angesehen. Es wurde betont, dass die Muttersprache eine wichtige Rolle beim Verfassen deutscher Texte spielt. Die Student*innen setzen eine typische Strategie eines fremdsprachigen Schreibenden um, die auch in der Konzeption von Lange (2012) unter der Kategorie Übersetzen im Kopf im Kapitel 3.2 präsentiert wurde. An dieser Stelle ist zu erwähnen, dass die Probanden über unterschiedliche Deutschkenntnisse verfügten. Ein Zusammenhang zwischen dem Gebrauch der Muttersprache und einem niedrigen Niveau der L2-Sprachkompetenz wird in der Magisterarbeit von Grieshammer (2011: 20) diskutiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des akademischen Schreibens als Kernkompetenz im Studium und skizziert die Fragestellung bezüglich der Schreibprobleme fremdsprachlicher Studierender.
2. Schreiben im akademischen Kontext: Dieses Kapitel erläutert die doppelte Funktion des Schreibens als Denk- und Präsentationsmedium und definiert die zentralen Komponenten der Schreibkompetenz.
3. Erkenntnisse der L1- und L2-Schreibprozessforschung: Hier werden theoretische Grundlagen des Schreibprozesses dargelegt sowie der aktuelle Forschungsstand zu Strategien und Ursachen für Schreibschwierigkeiten zusammengefasst.
4. Schreibprobleme und Lösungsstrategien beim wissenschaftlichen Schreiben in einer Fremdsprache: Das Hauptkapitel analysiert empirisch fundierte Kategorien wie fremdsprachliche Formulierung, Korrektheit, Fachsprachanwendung, Textwiedergabe und Zitierkonventionen.
5. Fazit und Ausblick: Das Fazit synthetisiert die Ergebnisse und plädiert für eine stärkere Integration didaktischer Unterstützungsmaßnahmen sowie die Wertschätzung interkultureller Hintergründe in der Hochschullehre.
Schlüsselwörter
Wissenschaftliches Schreiben, Fremdsprachenschreiben, Schreibkompetenz, L2-Schreibprozess, Schreibstrategien, Schreibprobleme, Schreibdidaktik, Sprachkorrektheit, Textwiedergabe, Zitierkonventionen, Fachsprache, Interkulturalität, Schreibberatung, akademische Textproduktion, studentische Hausarbeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich den Herausforderungen, denen fremdsprachliche Studierende beim Verfassen akademischer deutscher Texte begegnen, und beleuchtet Ansätze zur Bewältigung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Felder sind der Schreibprozess in der L2, die Vermeidung sprachlicher Fehler, der korrekte Umgang mit Fachsprache/Zitation sowie die didaktische Unterstützung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel liegt in der Untersuchung von Schwierigkeiten und produktiven Strategien, um die Qualität studentischer Arbeiten zu verbessern und Lehrmängel aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und der Zusammenführung neuerer empirischer Forschungsergebnisse aus qualitativen Studien und Interviews.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in fünf spezifische Problemkategorien: Fremdsprachlichkeit, sprachliche Korrektheit, Fachsprache, Textwiedergabe und Zitiermethodik.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Schreibkompetenz, L2-Schreiben, Schreibstrategien, interkulturelle Aspekte und wissenschaftliche Textproduktion.
Welche Rolle spielt die Muttersprache beim Schreiben?
Die Muttersprache dient oft als Ressource für Planungsprozesse, birgt aber durch Transfer-Schwierigkeiten auch Hürden bei komplexen wissenschaftlichen Formulierungen.
Warum ist das Zitieren für Studierende so problematisch?
Es resultiert oft aus Unkenntnis unterschiedlicher Zitiernormen zwischen Herkunfts- und deutschem Hochschulsystem sowie aus der Angst vor unbeabsichtigten Plagiaten.
Welche Schreibstrategie wird als besonders erfolgreich hervorgehoben?
Besonders das Feedback durch Muttersprachler sowie die mehrstufige Überarbeitung des eigenen Textes werden als effektiv für die Schreibentwicklung bezeichnet.
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- Anonym (Autor:in), 2024, Schreibprobleme und Lösungsstrategien beim Verfassen akademischer Texte in einer Fremdsprache. Neuere Forschungserkenntnisse zum L2-Schreiben, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1502861