Carl Phillip Gottlieb von Clausewitz wurde am 1. Juni 1780 in der sächsischen Kleinstadt Burg, unweit des preußisch besetzten Magdeburg in eine große, evangelische Familie hineingeboren. Väterlicherseits entstammte die Familie dem niederen Adel, der ursprünglich aus Oberschlesien kam. Allerdings wurde der Anspruch auf den Adelstitel vermutlich angefochten, da Carls Großvater väterlicherseits, der in Halle Professor für evangelische Theologie war, den Zusatz »von» in seinem Namen nicht verwendete. Carls Vater wollte jedoch seinen Anspruch auf den Titel erneuern und ersuchte Friedrich den Großen von Preußen um Erlaubnis, das »von» wieder verwenden zu dürfen. Der König stimmte zu und nahm Carls Vater in eines seiner Regimenter auf, wo er eine sehr bescheidene Karriere machte. Er „war ein Offizier des Siebenjährigen Krieges, voll der Vorurteile seines Standes“; in seinem Elternhaus sah der junge Carl „fast nur Offiziere (uns zwar nicht gerade die gebildetsten)“. Wie Carl selbst schrieb, „ist [er] in der preußischen Armee großgeworden“. „Mit dem zwölften Jahre wurde [Carl] selbst Soldat [und] machte die Feldzüge von 1793 und 1794 gegen Frankreich mit“. Carl hatte „in seiner Jugend den Krieg gesehen, zwar ohne ihn zu verstehen, allein es war ihm doch der Totaleindruck davon geblieben“ .
Neben Carl wurden noch zwei seiner drei älteren Brüder Heeresoffiziere, die wie er bis zum Range eines Generals aufstiegen. Im Alter von einundzwanzig Jahren wurde Carl an die Kriegsakademie in Berlin versetzt, die unter Leitung von General Gerhard Johann David Scharnhorst (1755-1813) stand, der auch sein Mentor und Lehrer wurde und seine Aufmerksamkeit auf den Zusammenhang zwischen der Revolution in der französischen Gesellschaft und der neuen französischen Art der Kriegführung lenkte. Scharnhorst setzte sich für eine grundlegende Reform des preußischen Militärwesens ein. Und wie eine Reihe seiner Schüler teilte auch Clausewitz bald diesen Reformgeist, mit dem sie ihre Vorgesetzten und die Krone gegen sich aufbrachten.
Der erste und größte Feind, auf den Clausewitz in der Schlacht traf, war Frankreich. Von frühester Jugend an war er somit voller Angst vor der französischen Art der Kriegführung und voller Hass für die Franzosen, die unter Napoleon aufgebrochen waren, Europa zu erobern. Bereits 1803 verfasste er einen kämpferischen Artikel, in dem er die Franzosen mit den tyrannischen und imperialistischen Römern verglich – ein typischer anti-napoleonischer Vergleich seiner Zeit.
Inhaltsverzeichnis
1. Jugendjahre
2. Vom Kriege
3. Sein Hinterlassenes Werk
4. Literaturnachweis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit gibt einen biographischen Überblick über das Leben und das militärtheoretische Wirken von Carl von Clausewitz im Zeitraum von 1780 bis 1831, wobei insbesondere die Entstehung seines Hauptwerkes „Vom Kriege“ und dessen Wirkung auf die Strategiegeschichte beleuchtet werden.
- Herkunft und militärischer Werdegang von Carl von Clausewitz
- Der Einfluss von Mentoren wie Scharnhorst und Gneisenau
- Biographische Prägung durch die Napoleonischen Kriege
- Entstehungsprozess und Intention des Werkes „Vom Kriege“
- Rezeption und Wirkung von Clausewitz' Schriften auf die moderne Kriegstheorie
Auszug aus dem Buch
1. Jugendjahre
Carl Phillip Gottlieb von Clausewitz wurde am 1. Juni 1780 in der sächsischen Kleinstadt Burg, unweit des preußisch besetzten Magdeburg in eine große, evangelische Familie hineingeboren. Väterlicherseits entstammte die Familie dem niederen Adel, der ursprünglich aus Oberschlesien kam. Allerdings wurde der Anspruch auf den Adelstitel vermutlich angefochten, da Carls Großvater väterlicherseits, der in Halle Professor für evangelische Theologie war, den Zusatz »von» in seinem Namen nicht verwendete. Carls Vater wollte jedoch seinen Anspruch auf den Titel erneuern und ersuchte Friedrich den Großen von Preußen um Erlaubnis, das »von» wieder verwenden zu dürfen. Der König stimmte zu und nahm Carls Vater in eines seiner Regimenter auf, wo er eine sehr bescheidene Karriere machte.
Er „war ein Offizier des Siebenjährigen Krieges, voll der Vorurteile seines Standes“; in seinem Elternhaus sah der junge Carl „fast nur Offiziere (uns zwar nicht gerade die gebildetsten)“. Wie Carl selbst schrieb, „ist [er] in der preußischen Armee großgeworden“. „Mit dem zwölften Jahre wurde [Carl] selbst Soldat [und] machte die Feldzüge von 1793 und 1794 gegen Frankreich mit“. Carl hatte „in seiner Jugend den Krieg gesehen, zwar ohne ihn zu verstehen, allein es war ihm doch der Totaleindruck davon geblieben“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Jugendjahre: Dieser Abschnitt beschreibt die familiäre Herkunft, die militärische Sozialisation in der preußischen Armee und den prägenden Einfluss von Mentoren wie Gerhard von Scharnhorst.
2. Vom Kriege: Hier wird der Entstehungsprozess seines bedeutendsten Werkes beleuchtet, eingebettet in seine militärischen Erfahrungen und seine Auseinandersetzung mit der Kriegstheorie seiner Zeit.
3. Sein Hinterlassenes Werk: Dieses Kapitel liefert eine systematische Übersicht über das publizierte Gesamtwerk von Clausewitz, unterteilt in sein Hauptwerk und weitere bedeutende Schriften.
4. Literaturnachweis: Ein umfassendes Verzeichnis der verwendeten Quellen, Primärliteratur und zeitgenössischen Dokumente zur wissenschaftlichen Einordnung.
Schlüsselwörter
Carl von Clausewitz, Preußische Armee, Vom Kriege, Militärstrategie, Gerhard von Scharnhorst, Napoleonische Kriege, Kriegstheorie, Strategie, Militärgeschichte, Frankophobie, Feldzug, Clausewitz-Rezeption, Generalstab, Taktik, Militärreform.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen kompakten Überblick über die Biographie und das theoretische Schaffen von Carl von Clausewitz, einem der bedeutendsten Militärtheoretiker der Geschichte.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen Clausewitz' frühe Prägung als Offizier, sein Verhältnis zur französischen Kriegführung, seine Lehrtätigkeit und die Entstehung sowie Rezeption seines Hauptwerkes „Vom Kriege“.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Werdegang von Clausewitz von seinen Jugendjahren bis hin zu seinem Tod 1831 nachzuzeichnen und sein Werk in den historischen Kontext einzuordnen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer biographischen und historisch-analytischen Methode, die Primärquellen, Briefwechsel und zeitgenössische Zeugnisse auswertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung seines Lebensweges, die Analyse der Entstehung von „Vom Kriege“ und ein systematisches Verzeichnis seines schriftlichen Nachlasses.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Militärstrategie, Preußische Armee, Kriegstheorie, Napoleonische Kriege und das Hinterlassene Werk des Generals.
Welchen Einfluss hatte Clausewitz' Ehefrau Marie auf sein Denken?
Die Arbeit verdeutlicht, dass Marie, Gräfin von Brühl, eine intellektuelle Partnerin war, die durch ihre Herkunft und ihre Bildung einen signifikanten Einfluss auf Clausewitz' Weltbild und seine Einstellung zu Politik und Krieg ausübte.
Warum galt „Vom Kriege“ zu seiner Zeit als revolutionär?
Im Gegensatz zu vielen Zeitgenossen, die den Krieg auf starre mechanistische Regeln reduzierten, zielte Clausewitz darauf ab, das Denken über das Wesen des Krieges selbst zu lehren, statt feste Rezepte zu liefern.
- Arbeit zitieren
- Stefan Erminger (Autor:in), 2010, Carl von Clausewitz - Leben und Werk (1780-1831), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/150562